Ivermectin Aristo 3 mg Tabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Wechselwirkungen mit
Beschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Ivermectin 3 mg
-
Behandlung von gastrointestinalen Strongyloidiasis (Anguillulosis);
-
Behandlung einer vermuteten oder diagnostizierten Mikrofilarämie bei Patienten mit durch Wucheria bancrofti verursachten lymphatischen Filiarose;
-
Behandlung der Skabies (verursacht durch Sarcoptes scabiei) bei Menschen. Die Behandlung ist gerechtfertigt, wenn die Diagnose der Scabies klinisch und/oder durch parasitologische Untersuchungen gesichert ist. Ohne eine gesicherte Diagnose stellt ein Pruritus allein keine Indikation dar.
Es sind die offiziellen Leitlinien zu beachten. Hierzu gehören in der Regel die Leitlinien der WHO und der Gesundheitsbehörden.
Dosierung
Behandlung der gastrointestinalen Strongyloidiasis
Empfohlen wird die einmalige orale Gabe von 200 Mikrogramm Ivermectin pro kg Körpergewicht.
Als Orientierungshilfe für die Dosierung pro kg Körpergewicht dient die folgende Tabelle:
| Körpergewicht (kg) | DOSIS(Anzahl der 3 mg Tabletten) | DOSIS(Anzahl der 6 mg Tabletten) |
| 15 bis 24 | 1 | 0,5 |
| 25 bis 35 | 2 | 1 |
| 36 bis 50 | 3 | 1,5 |
| 51 bis 65 | 4 | 2 |
| 66 bis 79 | 5 | 2,5 |
| ≥ 80 | 6 | 3 |
Behandlung der durch Wucheria bancrofti verursachten Mikrofilarämie
Zur Massenbehandlung der duch Wucheria bancrofti verursachten Mikrofilarämie wird alle 6 Monate die einmalige orale Gabe einer Dosis empfohlen, die so bemessen ist, dass ca. 150 bis 200 Mikrogramm pro kg Körpergewicht eingenommen werden.
In endemischen Gebieten, in denen das Arzneimittel nur einmal alle 12 Monate gegeben werden kann, beträgt die empfohlene Dosis 300 bis 400 Mikrogramm pro kg Körpergewicht, um eine entsprechende Unterdrückung der Mikrofilarämie bei den behandelten Patienten zu erreichen.
| Körpergewicht (kg) | DOSIS bei Anwendung imAbstand von 6 Monaten (Anzahl der 3 mg Tabletten) | DOSIS bei Anwendung imAbstand von 12 Monaten (Anzahl der 3 mg Tabletten) |
| 15 bis 25 | 1 | 2 |
| 26 bis 44 | 2 | 4 |
| 45 bis 64 | 3 | 6 |
| 65 bis 84 | 4 | 8 |
Als Orientierungshilfe für die Dosierung pro kg Körpergewicht dient die folgende Tabelle: Ivermectin Aristo 3 mg Tabletten:
Ivermectin Aristo 6 mg Tabletten:
| Körpergewicht (kg) | DOSIS bei Anwendung im Abstand von 6 Monaten (Anzahl der 6 mg Tabletten) | DOSIS bei Anwendung im Abstand von 12 Monaten (Anzahl der 6 mg Tabletten) |
| 15 bis 25 | 0,5 | 1 |
| 26 bis 44 | 1 | 2 |
| 45 bis 64 | 1,5 | 3 |
| 65 bis 84 | 2 | 4 |
Alternativ bzw. falls keine Waagen vorhanden sind, kann die Dosis von Ivermectin im Rahmen von Massenkampagnen zur chemotherapeutischen Bekämpfung auch anhand der Körpergröße des Patienten bestimmt werden:
Ivermectin Aristo 3 mg Tabletten:
| Körpergröße (cm) | DOSIS bei Anwendung im Abstand von 6 Monaten (Anzahl der 3 mg Tabletten) | DOSIS bei Anwendung im Abstand von 12 Monaten(Anzahl der 3 mg Tabletten) |
| 90 bis 119 | 1 | 2 |
| 120 bis 140 | 2 | 4 |
| 141 bis 158 | 3 | 6 |
| > 158 | 4 | 8 |
Ivermectin Aristo 6 mg Tabletten:
| Körpergröße (cm) | DOSIS bei Anwendung im Abstand von 6 Monaten (Anzahl der 6 mg Tabletten) | DOSIS bei Anwendung im Abstand von 12 Monaten(Anzahl der 6 mg Tabletten) |
| 90 bis 119 | 0,5 | 1 |
| 120 bis 140 | 1 | 2 |
| 141 bis 158 | 1,5 | 3 |
| > 158 | 2 | 4 |
Behandlung der Skabies beim Menschen
Empfohlen wird die einmalige orale Gabe von 200 Mikrogramm Ivermectin pro kg Körpergewicht.
Gewöhnliche Skabies:
Von einer definitiven Abheilung kann erst 4 Wochen nach der Behandlung ausgegangen werden. Auch anhaltender Pruritus oder Kratzläsionen rechtfertigen keine zweite Behandlung innerhalb dieses Zeitraums. Die Gabe einer zweiten Dosis innerhalb von 2 Wochen nach der ersten Gabe sollte nur erwogen werden:
-
Wenn neue spezifische Läsionen auftreten;
-
Wenn der parasitologische Befund zu diesem Zeitpunkt positiv ist.
Ausgedehnte und Skabies crustosa (Krustenskabies):
Bei dieser schweren Infektionsform kann für den Therapieerfolg eine zweite Dosis Ivermectin innerhalb von 8 bis 15 Tagen und/oder eine begleitende topische Behandlung erforderlich sein.
Hinweis für den Patienten
Kontaktpersonen, insbesondere Familienangehörige und Partner, sollten so bald wie möglich medizinisch untersucht werden und gegebenenfalls sofort eine Skabies-Therapie erhalten.
Hygienemaßnahmen zur Verhinderung einer erneuten Infektion (d. h. Fingernägel kurz und sauber halten) sind zu beachten und offizielle Empfehlungen zur Reinigung von Kleidung und Bettwäsche sind genau zu befolgen.
Kinder und Jugendliche
Für die Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen unter 15 kg Körpergewicht ist für keines der Anwendungsgebiete erwiesen.
Ältere Patienten
An klinischen Studien mit Ivermectin nahmen nicht genügend Patienten ab 65 Jahren teil, um feststellen zu können, ob ältere Patienten anders auf Ivermectin ansprechen als jüngere Patienten. Andere Berichte zu klinischen Erfahrungen lassen keine Unterschiede im Ansprechen von älteren und jüngeren Patienten erkennen. Die Behandlung von älteren Patienten sollte generell mit Vorsicht erfolgen, da bei diesen Patienten Leber-, Nieren- oder Herzfunktion häufiger beeinträchtigt sind und sie häufiger an Begleiterkrankungen leiden oder andere medikamentöse Behandlungen erhalten.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Bei Kindern unter 6 Jahren sollten die Tabletten vor dem Schlucken zerkleinert werden.
Die Behandlung besteht aus einer oralen Einzeldosis, die mit Wasser auf leeren Magen einzunehmen ist.
Die Einnahme kann zu jeder Tageszeit erfolgen. Zwei Stunden vor und nach der Einnahme sollte jedoch keine Mahlzeit eingenommen werden, da der Einfluss von Nahrungsmitteln auf die Resorption nicht bekannt ist.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARs)
Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARs), einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von Ivermectin berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Zum Zeitpunkt der Verschreibung sollten Patienten auf Anzeichen und Symptome hingewiesen und engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden. Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hinweisen, muss Ivermectin sofort abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden. Wenn bei einem Patienten eine schwerwiegende Hautreaktion wie SJS oder TEN im Zusammenhang mit der Anwendung von Ivermectin aufgetreten ist, darf Ivermectin bei diesem Patienten zu keinem Zeitpunkt erneut angewendet werden.
Besondere Warnhinweise
Die Wirksamkeit und das Dosierungsschema von Ivermectin bei immunsupprimierten Patienten, die gegen gastrointestinale Strongyloidiasis behandelt werden, sind nicht durch adäquate klinische Studien belegt. Insbesondere in dieser Patientengruppe wurde über Fälle mit persistierender Infestation nach Einnahme einer Einzeldosis Ivermectin berichtet.
Ivermectin ist nicht zur Prophylaxe von Filarieninfektionen oder Anguillulosis geeignet. Es liegen keine Wirksamkeitsdaten für Ivermectin vor, die eine Abtötung oder Verhinderung der Reifung von infektiösen Larven beim Menschen belegen.
Eine Wirkung von Ivermectin gegen adulte Würmer ist für keine Filarienspezies gezeigt worden.
Ivermectin hat keinen günstigen Einfluss auf tropische pulmonale Eosinophilie, Lymphadenitis und Lymphangitis, die durch Filarieninfektionen verursacht werden.
Die Ausprägung und der Schweregrad von Nebenwirkungen nach Anwendung von Ivermectin sind wahrscheinlich auf die Dichte der Mikrofilarien (insbesondere im Blut) vor Behandlungsbeginn zurückzuführen. Patienten, die mit Loa loa koinfiziert sind, weisen in den meisten Fällen eine hohe Dichte an Mikrofilarien (insbesondere im Blut) auf. Im Behandlungsfall besteht somit ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen.
In seltenen Fällen traten bei Patienten, die mit Ivermectin behandelt wurden und mit einer großen Anzahl Mikrofilarien von Loa loa infiziert waren, das ZNS betreffende Nebenwirkungen (Enzephalopathie) auf. Daher sollten in endemischen Loa loa-Gebieten vor einer Behandlung mit Ivermectin spezielle Maßnahmen getroffen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Fälle von Neurotoxizität, wie beispielsweise Bewusstseinsverlust und Koma, wurden infolge der Anwendung von Ivermectin bei Patienten ohne Loa loa-Infektion berichtet. Diese Symptome verschwanden im Allgemeinen durch unterstützende Maßnahmen und das Absetzen von Ivermectin (siehe Abschnitte 4.8 und 4.9).
Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass das Risiko für neurotoxische Effekte bei Patienten mit verminderter P-Glykoprotein-Aktivität, z. B. bei Funktionsverlust-Mutation im ABCB1-Gen (MDR1), erhöht sein kann.
Die gleichzeitige Anwendung von Diethylcarbamazincitrat (DEC) und Ivermectin im Rahmen von Massenkampagnen zur chemotherapeutischen Bekämpfung der durch Wuchereria bancrofti verursachten Filariose in Afrika wird nicht empfohlen. Eine Koinfektion mit anderen Mikrofilarien,wie z. B. Loa loa, kann bei infizierten Patienten zu einer starken Mikrofilarämie führen.
Die systemische Exposition gegenüber DEC kann bei solchen Patienten zum Auftreten schwerwiegender Nebenwirkungen führen, die mit dem raschen und wirksamen mikrofilariziden Effekt dieses Arzneimittels zusammenhängen.
Bei Patienten mit Onchozerkose wurde nach der Gabe von Substanzen mit rascher mikrofilarizider Wirkung, wie z. B. DEC, über kutane und/oder systemische Reaktionen unterschiedlichen Schweregrads (Mazzotti-Reaktion) und über ophthalmologische Reaktionen berichtet.
Diese Reaktionen werden wahrscheinlich durch eine Entzündungsantwort auf Abbauprodukte verursacht, die nach dem Absterben der Mikrofilarien freigesetzt werden.
Bei Patienten, die Ivermectin zur Behandlung einer Onchozerkose erhalten, können diese Reaktionen auch bei der ersten Behandlung auftreten. Nach der Behandlung mit einem mikrofilariziden Arzneimittel kann es bei Patienten mit hyperreaktiver Onchodermatitis („Sowda“, insbesondere im Jemen) mit höherer Wahrscheinlichkeit zu schweren kutanen Nebenwirkungen (Ödem und Exazerbation der Onchodermatitis) kommen.
Kinder und Jugendliche
Für die Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen unter 15 kg Körpergewicht ist für keines der Anwendungsgebiete erwiesen.
Es wurden keine Studien zur Erwassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Fertilität
Ivermectin hatte keine Auswirkungen auf die Fertilität von Ratten, die das 3-Fache der empfohlenen maximalen Dosis von 200 μg/kg beim Menschen (auf einer Basis von mg/m2/Tag) erhielten.
Schwangerschaft
Erfahrungen mit einer begrenzten Anzahl (etwa 300) von schwangeren Frauen im Rahmen einer Massenbehandlung der Onchozerkose deuteten nicht auf Nebenwirkungen wie kongenitale Anomalien, spontane Aborte, Totgeburten und Säuglingssterblichkeit hin, die in Zusammenhang mit einer Ivermectin-Behandlung während des ersten Trimenons der Schwangerschaft stehen könnten. Bisher liegen keine anderen epidemiologischen Daten vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist unbekannt.
Ivermectin sollte nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden.
Stillzeit
Weniger als 2 % der gegebenen Dosis von Ivermectin werden in die Muttermilch ausgeschieden.
Die Sicherheit der Anwendung bei Neugeborenen ist nicht erwiesen. Ivermectin soll in der Stillzeit nur dann gegeben werden, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko für das Kind überwiegt. Der Behandlungsbeginn bei Müttern, die ihren Säugling stillen möchten, sollte bis auf eine Woche nach der Geburt des Kindes verschoben werden.
Die Auswirkungen von Ivermectin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen sind nicht bekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei manchen Patienten
Nebenwirkungen wie Schwindel, Somnolenz, Vertigo und Tremor auftreten, was zur Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen könnte (siehe Abschnitt 4.8).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000) Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
| MedDRA Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Nicht bekannt | Konjunctivitisd, Chorioretinitisd |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Häufig | Transaminasen erhöht, Leukopenieb, Lymphadenopathied |
| Nicht bekannt | Anämieb, Lymphadenitisd | |
| Erkrankungen des Immunsystems | Sehr selten | Stevens-Johnson Syndrom |
| Nicht bekannt | Asthma | |
| Endokrine Erkrankungen | Nicht bekannt | Exzessives Schwitzenc |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Häufig | Anorexieb,c |
| Nicht bekannt | Ödemd | |
| Psychiatrische Erkrankungen | Häufig | Somnolenzb |
| Nicht bekannt | Gemütszustand veränderta, Verwirrtheita, Stupora | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Schwindelgefühlb, Vertigob,c,d, Tremorb |
| Selten | Encephalopathiea | |
| Nicht bekannt | Gangstörung, Komaa, Kopfschmerzenc,d | |
| Augenerkrankungen | Nicht bekannt | Okuläre Hyperämiea, subkonjunktivale Blutunga, Iridozyklitis, Limbitisd, Keratitisd, Choroiditisd, anteriore Uveitisd, Augenlidödemd, abnormaleSinnesempfindung des Augesd |
| Herzerkrankungen | Nicht bekannt | Tachykardied |
| Gefäßerkrankungen | Nicht bekannt | orthostatische Hypotoniec,d |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Nicht bekannt | Hustenc, respiratorisches Unbehagenc, Exazerbation desAsthmasd, rauer Halsc, Dyspnoea |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig | Abdominalschmerzb,c, Schmerzen im Oberbauch, Diarrhoeb,d, Übelkeitb,c,d, Erbrechenb,d, epigastrischer Schmerzc,Stuhlinkontinenza |
| Nicht bekannt | Anale Inkontinenz, Konstipationb, Schmerzen im Oropharynx |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Nicht bekannt | Hypereosinophilieb, Lebererkrankung, akute Hepatitis,Hyperbilirubinämie, Leberfunktionstest anomal |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Häufig | Pruritusd, Ausschlagd, Urtikariad |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-und Knochenerkrankungen | Nicht bekannt | Rückenschmerzena, Nackenschmerzena, Myalgiec,d,Arthralgiec,d, Schüttelfrostc |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Nicht bekannt | Harninkontinenza |
| Erkrankungen derGeschlechtsorgane und der Brustdrüse | Nicht bekannt | Hämaturie, Hodenschmerzc |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Nicht bekannt | Dysstasiea, Lethargiea, Asthenieb,c,d, Fieberc,d, Hyperhidrosis, Unbehagen, diffuse Schmerzenc, Gefühle der Schwächec, Gehschwierigkeitena, |
| Untersuchungen | Nicht bekannt | Leberenzyme erhöht (ALAT/ALP)b |
| Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingteKomplikationen | Sehr selten | Toxisch epidermale Nekrolyse |
a: Bei Patienten mit einer Loa loa-Infektion
b: Bei Patienten mit einer intestinalen Strongyloidiasis
c: Bei Patienten mit durch Wuchereria bancrofti verursachter Filariose
d: Bei Patienten mit Onchozerkose
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Bei Patienten mit einer Loa loa-Infektion: Die Nebenwirkungen hängen mit der Parasitendichte zusammen und sind in den meisten Fällen leicht und vorübergehend. Ihr Schweregrad kann jedoch bei Patienten ansteigen, die mit mehr als einem Parasiten infiziert sind, insbesondere bei einer Infestation mit Loa loa.
Selten wurden schwere und potenziell tödlich verlaufende Fälle von Enzephalopathie nach Anwendung von Ivermectin beschrieben, insbesondere bei Patienten, die auch eine schwere Loa loa-Infektion aufwiesen.
Bei Patienten mit Skabies: Zu Behandlungsbeginn kann es vorübergehend zu einer Exazerbation des Pruritus kommen.
Bei Patienten mit einer Ascaris-Infektion: Nach Einnahme von Ivermectin wurde der Abgang von adulten Ascaris beobachtet.
Bei Patienten mit Onchozerkose: Das Auftreten von subkonjunktivaler Blutung wurde berichtet. Kinder und Jugendliche
Ein ähnliches Sicherheitsprofil wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 13 Jahren beobachtet. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ivermectin ist bei Kindern und Jugendlichen unter 15 kg Körpergewicht nicht erwiesen. Die Anwendung von Ivermectin ist bei Kindern (z. B. Unter 15 kg Körpergewicht oder unter 2 Jahren) ist nicht empfohlen, zum Teil deshalb, weil die Blut-Hirn-Schranke möglicherweise weniger gut ausgebildet ist als bei älteren Patienten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg- Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Es ist wichtig, die empfohlenen Dosierungen einzuhalten. Nach Überdosierung von Ivermectin wurden Fälle von Bewusstseinsverlust und Koma beobachtet.
Bei versehentlicher Intoxikation mit unbekannten Mengen von Arzneimitteln zur Anwendung bei Tieren (zum Einnehmen, als Injektion, zur kutanen Anwendung) traten folgende Symptome auf: Ausschlag, Kontaktdermatitis, Ödem, Kopfschmerzen, Vertigo, Asthenie, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und Abdominalschmerz. Ebenfalls beschrieben wurden Krampfanfälle, Ataxie, Dyspnoe, Parästhesie und Urtikaria.
Maßnahmen bei versehentlicher Intoxikation:
Symptomatische Therapie und Überwachung in einer medizinischen Versorgungseinrichtung, gegebenenfalls mit Flüssigkeitsersatz und hypertensiver Therapie. Obwohl keine spezifischen Studien vorliegen, ist es ratsam, die Kombination von GABA-Agonisten bei der Behandlung einer versehentlichen Intoxikation mit Ivermectin zu vermeiden.
Pharmakologische Eigenschaften - Ivermectin 3 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Anthelminthika, ATC-Code: P02CF01
Ivermectin wird von Avermectinen abgeleitet, die aus dem Fermentationsmedium von Streptomyces avermitilis isoliert werden. Es bindet mit hoher Affinität an Glutamat-gesteuerte Chloridkanäle, die in den Nerven- und Muskelzellen von Invertebraten vorkommen. Dies führt zu einer Erhöhung der Membranpermeabilität für Chloridionen und in der Folge zur Hyperpolarisation der Nerven- oder Muskelzelle. Dadurch kommt es zur neuromuskulären Paralyse und zum Absterben bestimmter Parasiten.
Ivermectin kann auch mit anderen Ligand-gesteuerten Chloridkanälen (z. B. über den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure [GABA]) interagieren.
Säugetiere besitzen keine Glutamat-gesteuerten Chloridkanäle. Avermectine zeigen nur eine geringe Affinität für andere Ligand-gesteuerte Chloridkanäle und passieren die Blut-Hirnschranke nur in geringem Maße.
In Afrika, Asien, Südamerika, der Karibik und Polynesien durchgeführte klinische Studien zeigen in der Woche nach Gabe einer oralen Ivermectin-Dosis von mindestens 100 μg/kg eine Reduktion der durch Wuchereria bancrofti verursachten Mikrofilarämie (auf weniger als 1 %). Diese Studien zeigten, dass der Zeitraum, in dem die Reduktion der Mikrofilarämie und der Infestationsrate in den behandelten Populationen aufrechterhalten wurde, dosisabhängig ist.
Die Massenbehandlung der Mikrofilarämie beim Menschen (dem einzigen Endwirt für Wuchereria bancrofti) scheint von Nutzen zu sein, da die Übertragung von Wuchereria bancrofti durch Vektorinsekten begrenzt und die epidemiologische Kette unterbrochen wird.
Die einmalige Gabe einer Dosis von 200 Mikrogramm Ivermectin pro kg Körpergewicht hat sich bei Patienten mit normalem Immunstatus und auf den Verdauungstrakt beschränkter Infestation mit Strongyloides stercoralis als wirksam und gut verträglich erwiesen.
Nach einmaliger Einnahme von 12 mg Ivermectin in Tablettenform betrug die maximale Plasmakonzentration der Hauptkomponente (H2B1a) etwa 4 Stunden nach der Einnahme 46,6 (± 21,9) ng/ml.
Die Plasmakonzentration ist in der Regel dosisproportional. Ivermectin wird im menschlichen Körper resorbiert und metabolisiert. Ivermectin und/oder seine Metaboliten werden nahezu ausschließlich in den Fäzes, weniger als 1 % der verabreichten Dosis werden im Urin ausgeschieden. Eine in vitro durchgeführte Studie an humanen Lebermikrosomen deutet darauf hin, dass Cytochrom P450 3A4 als Hauptisoenzym am hepatischen Metabolismus von Ivermectin beteiligt ist. Beim Menschen beträgt die Plasmahalbwertszeit von Ivermectin etwa 12 Stunden und die der Metaboliten etwa 3 Tage.
Präklinische Studien lassen darauf schließen, dass Ivermectin in oralen therapeutischen Dosen zu keiner signifikanten Hemmung von CYP3A4 (IC50 = 50 μM) oder anderen CYP-Enzymen (2D6, 2C9, 1A2 und 2E1) führt.
Pharmazeutische Angaben - Ivermectin 3 mg
Mikrokristalline Cellulose (E 460) Citronensäure (E 330) Butylhydroxyanisol (Ph. Eur.) (E 320) Vorverkleisterte Stärke Hochdisperses Siliciumdioxid (E 551)
Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Ivermectin Aristo sind in OPA/Aluminium/PVC Blisterpackungen verpackt, bestehend aus OPA/Aluminium/PVC-Folie, versiegelt mit einer heißsiegellackierten Aluminiumfolie.
Ivermectin Aristo 3 mg Tabletten:
Packungsgrößen: 4, 6, 8, 10 Tabletten
Ivermectin Aristo 6 mg Tabletten:
Packungsgrößen: 2, 4, 12 Tabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.