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Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Neotigason 25 Eurim Hartkapseln

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Hartkapsel

Hersteller

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.9.2002
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Fachinfo - Neotigason 25 Eurim

Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung von schwersten, einer konventionellen Therapie nicht zugänglichen Verhornungsstörun-gen des Hautorgans wie

  • Psoriasis vulgaris, vor allem erythrodermatische und pustulöse Formen,

  • Hyperkeratosis palmoplantaris,

  • Pustulosis palmoplantaris,

  • Ichthyosis,

  • Morbus Darier,

  • Pityriasis rubra pilaris,

  • Lichen ruber planus der Haut und Schleimhäute.

Neotigason sollte nur von Ärzten, vorzugsweise von Dermatologen, verschrieben werden, die Erfahrung in der Behandlung mit systemischen Retinoiden haben und die das teratogene Risiko durch Neotigason richtig einschätzen.

Dosierung

Die Kapseln werden mit den Mahlzeiten, am besten mit Milch, unzerkaut eingenommen. Auf die Einhaltung der vom Arzt errechneten Dosierung von Neotigason ist unbedingt zu achten.

Zusätzliche Lokalbehandlungen, auch rein pflegender Natur, während der Verabreichung von Neotigason müssen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Die Dauer der Behandlung wird vom Arzt nach der Art der Erkrankung und der Verträglichkeit des Präparates festgelegt.

NEOTIGASON 10, NEOTIGASON 25

Bei Psoriasis-Patienten wird im Allgemeinen die Therapie beendet, wenn sich die Läsionen in genügendem Maße zurück-gebildet haben. Eine Langzeittherapie ist bei Psoriasis-Patienten nicht zu empfehlen.

Bei Verhornungsstörungen liegen Erfahrungen bis zu 2 Jahren vor. Rezidive werden nach den gleichen Regeln behandelt.

  • Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

    Bei akuter Überdosierung muss Neotigason unverzüglich abgesetzt werden. Weitere spezielle Maßnahmen erübrigen sich wegen der geringen akuten Toxizität des Präparates.

    Im Falle einer Überdosierung von Neotigason ist in erhöhtem Maße mit den unter Abschnitt 6 aufgeführten Nebenwirkun-gen zu rechnen. Sie sind jedoch in der Regel reversibel und bilden sich nach Dosisreduktion bzw. Absetzen des Präparates zurück.

  • Gegenanzeigen

    Acitretin, der Wirkstoff von Neotigason, ist teratogen.

    Seine Anwendung ist deshalb nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch bei allen gebärfähigen Frauen kont-raindiziert.

    Neotigason darf stillenden Frauen nicht verabreicht werden.

    Ebenfalls nicht angezeigt ist Neotigason bei Funktionsstörungen von Leber und Niere (Leber- und Niereninsuffizienz), ma-nifestem Diabetes, krankhafter Fettsucht, gleichzeitiger Einnahme von Vitamin A oder anderen Retinoiden und bei gleich-zeitiger Therapie mit Methotrexat. Da Neotigason und Tetrazykline eine Erhöhung des Hirndruckes verursachen können, dürfen sie nicht gleichzeitig verabreicht werden.

    Neotigason darf nicht angewendet werden bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Acitretin, gegen andere Bestandteile der Präparate oder gegen andere Retinoide.

    Patienten, die Kontaktlinsen tragen, sollten ebenfalls von der Behandlung ausgeschlossen werden oder über den gesamten Behandlungszeitraum eine Brille tragen.

    Eine Therapie mit Neotigason soll bei vorbestehender Fettstoffwechselstörung nur dann weitergeführt werden, wenn bei den Kontrolluntersuchungen der Blutfettwerte (Triglyceride, Gesamtcholesterin, Lipoproteinmuster) keine Verschlechte-rung der Stoffwechsellage erkennbar ist.

    Warnhinweise

    Die Anwendung von Neotigason ist bei gebärfähigen Frauen kontraindiziert, da es im Falle einer Schwangerschaft schwere Missbildungen beim ungeborenen Kind verursacht. Die Retinoid-typischen Missbildungen betreffen vor allem das Zentralnervensystem, das Herz und die großen Blutgefäße. Sie sind in einem hohen Prozentsatz zu erwarten, selbst wenn Neotigason nur über kurze Zeiträume während der Schwangerschaft eingenommen wurde.Wenn indessen bei einer gebärfähigen Frau eine sehr schwere oder behindernde Krankheit vorliegt und andere Behand-lungsmöglichkeiten fehlen, kann vom Arzt trotz der teratogenen Wirkung die Anwendung von Neotigason in Erwägung gezogen werden. Dabei müssen jedoch die folgenden Vorsichtsmaßnahmen streng beachtet werden, um eine Schwanger-schaft vor, während und im Zeitraum von 2 Jahren nach Abschluss der Therapie sicher auszuschließen:1. Vor Beginn der Behandlung mit Neotigason muss die Patientin vom behandelnden Arzt ausdrücklich und ausführlich auf das teratogene Risiko des Medikamentes, die Notwendigkeit der wirksamen und andauernden Kontrazeption und auf die eventuellen Folgen einer Schwangerschaft hingewiesen werden, falls diese während der Behandlung mit Neo-tigason oder innerhalb von 2 Jahren nach deren Beendigung eintritt. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass die Patientin in der Lage ist, das Aufklärungsgespräch zu verstehen, und zuverlässig die erforderlichen Maßnahmen zur Konzeptionsverhütung durchführen wird. Es wird empfohlen, die Aufklärung mündlich und schriftlich vorzunehmen und von der Patientin (bzw. bei Minderjährigen vom Erziehungsberechtigten) unterzeichnen zu lassen.
    Eine möglicherweise bereits bestehende Schwangerschaft muss vor Therapiebeginn mit Neotigason durch einen Schwangerschaftslabortest und ggf. eine gynäkologische Untersuchung sicher ausgeschlossen werden. Der Schwan-gerschaftstest sollte von einem Arzt oder einem entsprechenden Labor vorgenommen werden.Es wird empfohlen, die Behandlung mit Neotigason am 2. oder 3. Tag der Menstruation zu beginnen.Für jede gebärfähige Frau, die mit Neotigason behandelt wird, ist es absolut unerlässlich, dass sie sich 1 Monat vor der Behandlung, während der Behandlung und während 2 Jahren nach Absetzen des Medikamentes einer wirksamen und andauernden Empfängnisverhütung unterzieht. Die Wirksamkeit der gewählten kontrazeptiven Methode ist in je-dem einzelnen Fall sorgfältig zu überdenken, insbesondere beim 1. Zyklus einer hormonellen Kontrazeption.Niedrig dosierte Progesteron-Präparate (sogenannte Minipillen) sollten nicht zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden, da die empfängnisverhütende Wirkung dieser Präparate durch Wechselwirkung mit Acitretin verringert wer-den kann.Um die Wirksamkeit des Konzeptionsschutzes zu gewährleisten, ist vom behandelnden Arzt alle 4 Wochen ein Schwangerschaftstest durchzuführen.Eine solche andauernde und wirksame Empfängnisverhütung muss auch bei Wiederholung der Behandlung durchge-führt und auf 2 Jahre nach Absetzen von Neotigason ausgedehnt werden.Sollte trotzdem während einer Behandlung mit Neotigason und im Laufe von 2 Jahren danach eine Schwangerschaft eintreten, so besteht ein großes Risiko schwerster Missbildungen beim ungeborenen Kind.Frauen im gebärfähigen Alter dürfen während der Behandlung mit Neotigason keinen Alkohol trinken, da Hinweise darauf bestehen, dass bei Einnahme von Acitretin und gleichzeitigem Alkoholgenuss Etretinat gebildet werden kann. Der zugrunde liegende metabolische Prozess ist noch nicht im Einzelnen bekannt. Die Möglichkeit von Wechselwir-kungen mit weiteren Mitteln kann daher nicht ausgeschlossen werden. Auch nach Beendigung der Behandlung mit Neotigason sollte bis zu 2 Monate lang kein Alkohol getrunken werden.

    Frauen im gebärfähigen Alter dürfen kein Blut von Patienten erhalten, die mit Acitretin behandelt werden. Patienten, die Neotigason einnehmen, sollen aus Sicherheitsgründen während der Behandlung und bis zu 1 Jahr nach deren Beendigung kein Blut spenden.

    Bei Patienten mit besonderen Risiken einer Fettstoffwechselstörung, z.B. Alkoholmissbrauch mit Fettleber, starkem Rau-chen, vorbestehender oder familiärer Fettstoffwechselstörung, sollte eine Behandlung mit Neotigason nur durchgeführt werden, wenn unter der Therapie keine Verschlechterung der Stoffwechsellage eintritt. Um eine Veränderung der erwähn-ten Werte zu erfassen, sind vor der Behandlung sowie - bei unauffälligem Ausgangsbefund - 1 Monat nach Behandlungs-beginn und weiterhin alle 3 Monate folgende Laborwerte zu bestimmen: SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase, Triglyceri-de und Gesamtcholesterin. Bei pathologischer Erhöhung der Blutfettwerte ist außerdem eine Differenzierung anhand des Lipoproteinmusters durchzuführen. Bei festgestellten Erhöhungen obiger Laborwerte ist nach 14 Tagen eine Kontrollunter-suchung vorzunehmen; sofern sich hierbei ein weiterer Anstieg der Werte zeigt, ist die Dosis von Neotigason bis zur unte-ren Grenze der therapeutischen Wirksamkeit zu reduzieren. Bei Fortbestand pathologischer Laborwerte ist das Präparat ab-zusetzen, da ein daraus resultierendes atherogenes Risiko nicht ausgeschlossen werden kann bzw. einige Fälle von Leber-entzündung beschrieben wurden, die wahrscheinlich durch die Einnahme des Präparates verursacht worden sind.

    Patienten mit Risikofaktoren für Herz-/Kreislauferkrankungen, z.B. Hypertonie, sollten unter der Therapie mit Neotigason regelmäßig kontrolliert werden.

    Langzeitbehandlung (siehe Abschnitt 11 „Art und Dauer der Anwendung"):

    Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden:

    Die Blutfettwerte sollten in regelmäßigen Abständen von höchstens 3 Monaten kontrolliert werden.

    Röntgenkontrollen der Wirbelsäule und der langen Röhrenknochen, einschließlich der Hand- und Fußgelenke, sollten zu Beginn der Behandlung und in jährlichen Abständen vorgenommen werden. Eventuelle Symptome, die auf mögliche Kno-chenveränderungen hindeuten (eingeschränkte Beweglichkeit, Knochenschmerzen), sollten sorgfältig eruiert werden.

    Bei Kindern müssen Wachstumsparameter und Knochenentwicklung sorgfältig überwacht werden. Im Hinblick auf mögli-che schwere Nebenwirkungen bei der Langzeittherapie ist das Risiko sorgfältig gegen den therapeutischen Nutzen abzuwä-gen.

    Wechselwirkungen

    Wechselwirkungen-Liste
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    Bei gleichzeitiger Behandlung mit Phenytoin und Neotigason muss berücksichtigt werden, dass Phenytoin durch Acitretin zum Teil aus seiner Eiweißbindung verdrängt wird. Ein derartiger Einfluss auf die Eiweißbindung bei gleichzeitiger Gabe von Neotigason und Antikoagulanzien vom Cumarintyp wurde dagegen nicht festgestellt.

    Eine kombinierte Behandlung mit Vitamin A oder anderen oralen Retinoiden (z.B. Tretinoin, Isotretinoin) muss vermieden werden, da es sonst wegen der Ähnlichkeit des Wirkungsmechansimus zu Erscheinungen vergleichbar einer Vitamin-A-Überdosierung (Hypervitaminose A) kommen könnte.

    Tetrazykline können ebenfalls eine Erhöhung des Schädelinnendruckes verursachen. Bei Kombination von Neotigason mit Tetrazyklinen kann eine gegenseitige Verstärkung dieser Nebenwirkung erwartet werden (siehe Abschnitt 5 „Gegenanzei-gen").

    Bei der gemeinsamen Anwendung von Methotrexat und Etretinat (Tigason) wurde ein erhöhtes Hepatitis-Risiko beobach-tet. Daher darf auch Neotigason nicht in Kombination mit Methotrexat eingenommen werden (siehe Abschnitt 5 „Gegenan-zeigen").

    Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass nach Einnahme alkoholischer Getränke Etretinat aus Acitretin entsteht. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass auch ohne gleichzeitige Einnahme alkoholischer Getränke Etretinat ge-bildet wird. Aufgrund der möglichen Bildung von Etretinat müssen Frauen im gebärfähigen Alter auch im Zeitraum von 2 Jahren nach dem Ende der Therapie wirksame empfängnisverhütende Maßnahmen durchführen.

    NEOTIGASON 10, NEOTIGASON 25

    Die empfängnisverhütende Wirkung von niedrig dosierten Progesteron-Präparaten kann durch Wechselwirkung mit Acitre-tin verringert werden. Niedrig dosierte Progesteron-Präparate (sogenannte Minipillen) sollten daher nicht zur Empfängnis-verhütung eingesetzt werden.

    Weitere Wechselwirkungen zwischen Acitretin und anderen Substanzen bzw. Präparaten, z.B. Cimetidin, Digoxin, oralen Kontrazeptiva mit Östrogen/Gestagen-Kombinationen, sind nicht bekannt.

  • Warnhinweise

    Nicht für Frauen im gebärfähigen Alter!

    Neotigason erwies sich im Tierversuch als stark teratogen und sollte daher nur von Ärzten, vorzugsweise von Dermatolo-gen, verschrieben werden, die Erfahrung in der Behandlung mit systemischen Retinoiden haben und die das teratogene Ri-siko durch Neotigason richtig einschätzen.

    Fälle verschlechterten Nachtsehens wurden unter Therapie mit Neotigason gemeldet. Daher sollten Patienten auf dieses mögliche Problem hingewiesen und dazu aufgefordert werden, nachts beim Fahren und Bedienen von Maschinen beson-ders vorsichtig zu sein. Virusprobleme sollten sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 6 „Nebenwirkungen“).

    Niedrig dosierte Progesteron-Präparate stellen während einer Behandlung mit Neotigason keine adäquate Empfängnisver-hütung dar.

  • Wichtigste Inkompatibilitäten
  • Schwangerschaft

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    Fahrtüchtigkeit

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    Nebenwirkungen

    Die unter der Therapie mit Neotigason zu erwartenden Nebenwirkungen treten von Patient zu Patient in unterschiedlichem Ausmaß auf. Sie sind weitgehend dosisabhängig und bilden sich in der Regel nach Verringerung der Dosis oder nach Ab-setzen des Präparates zurück.

    Zu Beginn der Behandlung mit Neotigason kann es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Psoriasis-Symptome kommen.

    Folgende Tabelle zeigt die Häufigkeit der Nebenwirkungen der Haut, Hautanhangsgebilde bzw. Schleimhäute während der Behandlung mit Neotigason:

    Häufigkeit in %
    - Hypervitaminose A wie z.B. Lippentrockenheit und evtl. Lippen-entzündung (die durch Auftragen einer Dexpanthenol-haltigen Salbe gemildert werden kann) über 80
    40-80
    10-40
    • Trockenheit der Mund- und Nasenschleimhaut

    • Abschälung der Haut, insbesondere an Handflächen und Fußsoh-len

    • Rhinitis

    • Nasenbluten

    • Schuppung und Verdünnung der gesunden Haut mit erhöhter Ver-letzlichkeit

    • Erythem

    • Juckreiz

    • Gefühl der „brennenden Haut"

    • Gefühl der „klebrigen Haut"

    bis zu 10
    • Dermatitis

    • Haarausfall

    • Entzündungen des Nagelwalles, brüchige Nägel

    • Rhagadenbildung

    • Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches

    • Blasenbildung der Haut

    • Pigmentverschiebung der Haut und der Haare

    • Veränderung der Wachstumsgeschwindigkeit der Haare

    • Veränderung der Haarstruktur

    Tabelle 1: Nebenwirkungen von Neotigason auf die Haut, Hautanhangsgebilde bzw. Schleimhäute. Eine ausgeprägte Dosisabhängigkeit wurde vor allem festgestellt hinsichtlich

    • der Trockenheit von Haut und Schleimhäuten, besonders an Lippen und Nase,

    • der erhöhten Verletzlichkeit von Haut und Schleimhäuten sowie

    • des Haarausfalles.

      Während die Nebenwirkungen an Haut und Schleimhäuten relativ rasch (einige Tage) nach Therapiebeginn auftreten, ist mit dem Einsetzen des Haarausfalles erst nach mehreren Wochen zu rechnen. Auch dieser bildet sich nach Reduktion der Dosis oder Absetzen des Präparates vollständig zurück, jedoch erfolgt das Neuwachstum der Haare aufgrund des phasen-haften Ablaufes des Haarzyklus erst nach einigen Monaten.

      In seltenen Fällen kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht werden, wodurch bereits nach kurzzeitiger Sonnenexposi-tion ein Sonnenbrand auftreten kann. In diesen Fällen ist für einen ausreichenden Sonnenschutz Sorge zu tragen.

      Weitere Nebenwirkungen, die während der Therapie mit Neotigason beobachtet wurden:

      Augen

      Häufig: Entzündungen der Bindehaut des Auges (10 bis 40 %), Sehstörungen wie z.B. Xerophthalmie, Schleiersehen, re-versible Störungen des Dunkelsehens (siehe auch Abschnitt 8 „Warnhinweise“). Aus diesem Grund sollten Patienten wäh-rend der Behandlung mit Neotigason keine Kontaktlinsen, sondern über den gesamten Behandlungszeitraum eine Brille tragen.

      Selten: Entzündungen oder Geschwüre der Hornhaut des Auges.

      Bewegungsapparat

      Gelegentlich: Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen.

      Magen-Darm-Trakt/Leber

      Selten: Gastrointestinale Beschwerden (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Dyspepsie), Hepatitis und Ikterus.

      Urogenitaltrakt

      Während der Behandlung mit Neotigason wurde das vermehrte Auftreten von Vulvovaginitiden aufgrund von Candida al-bicans beobachtet.

      Körper allgemein

      Häufig: Durst und Frieren (10 bis 40 %).

      Gelegentlich: Periphere Ödeme, Hitzegefühl, verändertes Geschmacksempfinden, Kopfschmerzen.

      Laborparameter

      Neben einer möglichen Erhöhung der Leberfunktionswerte wurde unter Gabe von Neotigason auch ein Anstieg der Blut-fettwerte beobachtet.

      Bei Patienten in klinischen Prüfungen traten häufig die folgenden Änderungen von Laborwerten auf:

    • Erhöhung von Triglyceriden, Gesamtcholesterin, SGPT, Kreatinphosphokinase, SGOT, γ-GT, alkalischer Phosphatase, direktem Bilirubin, Lactatdehydrogenase und Harnsäure

    • Erniedrigung von HDL-Cholesterin.

    Gelegentlich wurde eine Erhöhung von Kreatinin, BUN und Gesamtbilirubin beobachtet.

    In seltenen Fällen kann es ferner zu einer Erhöhung des Schädelinnendruckes (Pseudotumor cerebri) kommen, die mit star-ken Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Sehstörungen einhergehen kann, sich jedoch nach Absetzen des Präparates zurückbildet. Daher sollte beim Auftreten dieser Erscheinungen der behandelnde Arzt unver-züglich zu Rate gezogen werden.

    Die folgenden, in Einzelfällen unter der Therapie mit Etretinat (Tigason) beschriebenen Nebenwirkungen können wegen der nahen Verwandtschaft der Wirkstoffe theoretisch auch unter Neotigason auftreten:

    Anämie, Leukopenie, Thrombopenie, Diabetes mellitus bzw. Verschlechterung eines vorbestehenden Diabetes, Gynäko-mastie, Vaskulitis, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen durch erhöhte Verletzlichkeit der Hornhaut (siehe Abschnitt 5

    „Gegenanzeigen"), Hornhauttrübungen, verminderte Sehschärfe, vermehrte Blendempfindlichkeit sowie vorübergehende Hörstörungen, wahrscheinlich bedingt durch eine Minderbelüftung der Eustachischen Röhre. Blutungen aus dem Darm so-wie Magen-/Darmgeschwüre können vereinzelt auftreten. Der Austrocknungseffekt auf die Schleimhäute kann sich auch in unspezifischen Urethritiden und Vulvitiden äußern. An der Haut kann es zu Geschwüren (Furunkel und Granulome) kom-men sowie zu Exanthem, Ekzem, Urtikaria, Purpura und Onycholyse. Einzelfälle epidermaler Nekrolyse (Lyell-Syndrom) wurden berichtet. Nach langjähriger Therapie mit Etretinat (Tigason) traten in einem Fall spinale Hyperostosen und Ver-kalkungen spinaler Bänder auf, die zu einer Kompression des Rückenmarks führten.

    Nach Langzeitbehandlung (siehe Abschnitt 11 „Art und Dauer der Anwendung") mit Acitretin können Knochenverände-rungen (Hyperostosen, Knochenverdünnungen, Osteoporose, vorzeitige Epiphysenschlüsse) und Weichteilverkalkungen (extraossäre Verkalkungen) auftreten. Deshalb sollten bei Langzeitbehandlung periodisch Röntgenbilder der Wirbelsäule und der langen Röhrenknochen, einschließlich der Hand- und Fußgelenke, veranlasst werden. Bei Kindern muss das Kno-chenwachstum sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 5 „Gegenanzeigen"). Eventuelle Symptome, die auf mögliche Knochenveränderungen hindeuten (eingeschränkte Beweglichkeit, Knochenschmerzen), sollten sorgfältig eruiert werden.

    Zu Beginn der Behandlung können die Krankheitserscheinungen vorübergehend verstärkt auftreten.

    Patienten, die Neotigason einnehmen, sollten aus Sicherheitsgründen während der Behandlung und bis zu 1 Jahr nach deren Beendigung kein Blut spenden.

    Patienten, die früher mit Tigason behandelt wurden, sollten bis zu 2 Jahren nach der letzten Dosis von Tigason kein Blut spenden.

    Zur Zeit können noch nicht alle Folgen einer lebenslangen Behandlung mit Neotigason abgeschätzt werden.

    Überdosierung

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    Pharmakologische Eigenschaften - Neotigason 25 Eurim

    Pharmakodynamik

    Pharmakokinetik

    Pharmazeutische Angaben - Neotigason 25 Eurim

    Inkompatibilitäten

    sind bisher nicht bekannt.

  • Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

    Die Dosierung richtet sich nach dem Erscheinungsbild der Erkrankung und der Verträglichkeit des Präparates. Sie muss vom behandelnden Arzt für jeden Patienten individuell bestimmt werden. Die nachfolgenden Angaben können als Orientie-rung gelten.

    Erwachsene:

    Als anfängliche Tagesdosis werden 30 mg Acitretin (d.h. 3 Kapseln Neotigason 10) während 2 bis 4 Wochen empfohlen. Nach dieser Anfangsphase kann es in einigen Fällen notwendig sein, die Dosis bis zu einem Maximum von 75 mg Acitretin pro Tag (d.h. 3 Kapseln Neotigason 25) zu steigern. Diese Höchstdosis sollte nicht überschritten werden.

    Die Erhaltungsdosis ist dem therapeutischen Ergebnis und der Verträglichkeit anzupassen. Im Allgemeinen ermöglicht eine Tagesdosis von 30 mg Acitretin für weitere 6 bis 8 Wochen, bei der Psoriasis ein optimales Therapieergebnis zu erreichen. Bei Verhornungsstörungen sollte die Erhaltungsdosis so niedrig wie möglich gehalten werden (evtl. weniger als 10 mg Acitretin pro Tag). Sie sollte auf keinen Fall 30 mg Acitretin pro Tag überschreiten.

    Kinder:

    Im Hinblick auf mögliche schwere Nebenwirkungen bei der Langzeittherapie ist das Risiko sorgfältig gegen den therapeu-tischen Nutzen abzuwägen. Die Dosierung sollte nach Körpergewicht (KG) erfolgen.

    Als Anfangsdosis werden 0,5 mg Acitretin pro kg KG pro Tag empfohlen. Höhere Dosen bis zu 1 mg Acitretin pro kg KG pro Tag können in einigen Fällen für eine begrenzte Zeit erforderlich sein. Die maximale Dosis von 35 mg Acitretin pro Tag sollte nicht überschritten werden.

    Die durchschnittliche Erhaltungsdosis liegt bei 0,1 mg Acitretin pro kg KG pro Tag. Die Erhaltungsdosis sollte so niedrig wie möglich gehalten werden, im Allgemeinen sollten 0,2 mg Acitretin pro kg KG pro Tag nicht überschritten werden (eine Verabreichung an jedem 2. Tag kann in Betracht gezogen werden).

  • Dauer der Haltbarkeit

    Bezüglich der in den Lieferländern festgelegten Haltbarkeitsdauer.

    Nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfallsdatums soll Neotigason nicht mehr angewendet werden.

  • Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

    Nicht über + 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

  • Weblinks

    Packungen und Preis

    Neotigason 25 Eurim 50 Hartkapseln N2
    Preis
    78,03 €
    Zuzahlung
    7,80 €

    Versicherungsliste

    AOK NordWest | AOK Rheinland-Pfalz/Saarland | AOK Rheinland/Hamburg | Knappschaft
    Neotigason 25 Eurim 100 Hartkapseln N3
    Preis
    158,71 €
    Zuzahlung
    10,00 €

    Versicherungsliste

    AOK NordWest | AOK Rheinland-Pfalz/Saarland | AOK Rheinland/Hamburg | Knappschaft

    Quellen

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    Rote Liste

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