Dolomorphon 20 mg/ml Injektions-/Infusionslösung
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Dolomorphon 20 mg/ml
Dosierung
Die Dosis von Dolomorphon muss an die Stärke der Schmerzen und das individuelle Ansprechen des Patienten angepasst werden.
Die Dosis sollte bis zur optimalen analgetischen Wirkung titriert werden.
Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden, wobei die im Einzelfall kleinste analgetisch wirksame Dosis gewählt werden sollte.
Dolomorphon 10 mg/ml, 20 mg/ml und 50 mg/ml sind für die initiale Opioidtherapie nicht geeignet. Diese höheren Stärken dürfen nur zur individuellen Dosierung bei Patienten, für die niedrigere Stärken von Hydromorphon-Zubereitungen (Dolomorphon 2 mg/ml) oder vergleichbar starke Analgetika nicht ausreichen, im Rahmen einer chronischen Schmerztherapie angewendet werden. Das Reservoir einer Schmerzpumpe kann ebenfalls mit individuellen Dosen von 10 mg, 20 mg oder 50 mg aufgefüllt werden, da die Kalibrierung der Schmerzpumpe die Kontrolle der Dosierung sicherstellt.
| Alter | Art der Anwendung | Bolus | Infusion |
| Erwachsene und Jugendliche(> 12 Jahre) | Subkutane Anwendung (s.c.) | 1-2 mg s.c.alle 3-4 Stunden | 0,15-0,45 mg/Stundebzw. 0,004 mg/kg Körpergewicht/Stunde |
| Intravenöse Anwendung (i.v.) | 1-1,5 mg i.v.alle 3-4 Stunden, langsam über mindestens2-3 Minuten injizieren | 0,15-0,45 mg/Stundebzw. 0,004 mg/kg Körpergewicht/Stunde | |
| PCA (s.c. und i.v.) | 0,2 mg Bolus bei einem Sperrintervall von 5-10 min | ||
| Kinder (<12 Jahre) | Nicht empfohlen | ||
Umstellung von oraler Anwendung auf parenterale Anwendung von Hydromorphon:
Die Tagesdosis soll wie folgt berechnet werden: 3 mg Hydromorphon oral entsprechen 1 mg Hydromorphon parenteral. Es wird betont, dass es sich dabei um eine Empfehlung zur Dosiseinstellung handelt. Die Unterschiede im Ansprechen der Patienten machen eine sorgfältige und individuelle Dosistitration bei jedem Patienten erforderlich.
Ältere Patienten:
Bei älteren Patienten (im Regelfall über 75 Jahre) kann eventuell mit einer geringeren Dosierung eine ausreichende Analgesie erzielt werden.
Patienten mit Einschränkung der Nieren- und/oder Leberfunktion:
Bei diesen Patienten kann eine geringere Dosis zur adäquaten Schmerzlinderung ausreichend sein. Sie sollten vorsichtig entsprechend der klinischen Wirkung eingestellt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und Jugendliche:
Dolomorphon wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren aufgrund nicht ausreichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit.
Art der Anwendung
Zur intravenösen Injektion oder Infusion. Zur subkutanen Injektion oder Infusion.
Dolomorphon ist zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Dieses Arzneimittel muss vor der Anwendung visuell kontrolliert werden. Es dürfen ausschließlich klare, partikelfreie Lösungen verwendet werden.
Nach Anbruch ist das Arzneimittel sofort zu verwenden (siehe Abschnitt 6.3). Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.
Behandlungsziele und Abbruch
Vor Einleitung der Behandlung mit Dolomorphon sollten eine Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen, sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerzbehandlung vereinbart werden. Während der Behandlung sollte ein häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Hydromorphon-Therapie nicht mehr benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adäquater Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Behandlungsdauer
Hydromorphon sollte nicht länger als notwendig angewendet werden.
-
Überempfindlichkeit gegen Hydromorphon oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
-
schwere Atemdepression mit Hypoxie oder erhöhten Kohlendioxidwerten im Blut (Hyperkapnie)
-
schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
-
Cor pulmonale
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Koma
-
akutes Abdomen
-
paralytischer Ileus
-
gleichzeitige Gabe von Monoaminoxidasehemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen
Das Hauptrisiko einer Opioid-Überdosierung ist eine Atemdepression. Vorsicht ist geboten bei opioidabhängigen Patienten, bei Patienten mit Kopfverletzungen (da ein Risiko eines erhöhten Hirndruckes besteht), Krampfleiden, Alkoholismus, Delirium tremens, toxischer Psychose, Hypotonie mit Hypovolämie, Bewusstseinsstörungen, Gallenwegserkrankungen, Gallen- oder Harnleiterkoliken, Pankreatitis, obstruktiven oder entzündlichen Darmerkrankungen, Prostatahyperplasie, Nebennierenrindeninsuffizienz (z.B. Morbus Addison), Hypothyreose, chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen, verminderter Atemreserve, bei Kindern unter 12 Jahren, bei älteren Patienten in schlechtem Allgemeinzustand und bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.2). Bei all diesen Patienten kann eine Dosisreduktion ratsam sein.
Risiken bei gleichzeitiger Anwendung sedativer Arzneimittel wie Benzodiazepinen (und anderen zentral dämpfend wirkenden Arzneimitteln)
Die gleichzeitige Anwendung von Dolomorphon mit sedativen Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Substanzen kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken sollte die gemeinsame Verordnung dieser sedativen Arzneimittel nur bei solchen Patienten erfolgen, bei denen alternative Behandlungsoptionen nicht zur Verfügung stehen. Wenn die Entscheidung getroffen wird, Dolomorphon gleichzeitig mit einem Sedativum zu verordnen, muss die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Dauer der Behandlung muss so kurz wie möglich gehalten werden. Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu überwachen. Es wird diesbezüglich unbedingt empfohlen, die Patienten und ihr Pflegepersonal zu informieren, auf derartige Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5).
Schlafbezogene Atemstörungen
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schafapnoe einher (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioid-Gesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Hydromorphon können sich eine Toleranz sowie eine physische und/oder psychische Abhängigkeit entwickeln.
Die wiederholte Anwendung von Dolomorphon kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen. Eine höhere Dosis und längere Dauer der Opioidbehandlung können das Risiko erhöhen, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Dolomorphon kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z.B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht.
Vor Beginn der Behandlung mit Dolomorphon und während der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Hyperalgesie, die auf eine weitere Dosiserhöhung von Dolomorphon nicht anspricht, kann sehr selten, insbesondere bei hoher Dosierung auftreten. Eine Dosisreduktion oder Opioid-Wechsel kann erforderlich sein.
Wenn die Möglichkeit besteht, dass ein paralytischer Ileus auftritt, sollte Dolomorphon nicht angewendet werden. Wenn ein paralytischer Ileus vermutet wird oder während der Behandlung auftritt, muss die Behandlung mit Hydromorphon sofort abgebrochen werden.
Dolomorphon ist prä- und intraoperativ sowie in den ersten 24 Stunden postoperativ mit Vorsicht anzuwenden.
Patienten, die einer anderen zusätzlichen Schmerztherapie (z.B. Operation, Plexusblockade) unterzogen werden, sollten 4 Stunden vor dem Eingriff kein Hydromorphon mehr erhalten. Wenn eine Weiterbehandlung mit Dolomorphon indiziert ist, muss die Dosis nach dem Eingriff neu eingestellt werden.
Es ist zu beachten, dass Patienten nach erfolgter Einstellung (Titration) auf eine wirksame Dosis eines bestimmten Opioids, nicht ohne erneute klinische Untersuchung und sorgfältige Dosistitration auf
andere Opioid-Analgetika umgestellt werden dürfen, da sonst eine durchgehende Analgesie nicht gewährleistet ist.
Opioide, wie Hydromorphon, können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder
-Gonaden-Achsen beeinflussen. Sichtbare Veränderungen sind ein Anstieg des Serum-Prolaktins, eine Abnahme des Plasma-Kortisols und -Testosterons. Diese Hormonveränderungen können auch klinische Symptome zur Folge haben.
Die Anwendung von Dolomorphon kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml, d.h., es ist nahezu
„natriumfrei“.
Zentralnervensystem (ZNS)
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden mit sedativen Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Substanzen erhöht aufgrund der additiven ZNS depressiven Wirkung das Risiko einer Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Die Dosis und Dauer einer gemeinsamen Anwendung sollte begrenzt sein (siehe Abschnitt 4.4).
Andere Arzneimittel, die auf das Zentralnervensystem wirken, wie Tranquilizer, Anästhetika (wie z.B. Barbiturate), Hypnotika und Sedativa, Neuroleptika, Antidepressiva, Antiemetika, Antihistaminika und andere Opioide oder Alkohol können die ZNS-dämpfende Wirkung des jeweiligen Arzneimittels erhöhen (z.B. Sedierung, Atemdepression). Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) erhöht das Risiko für Opioid-Überdosierung, Atemdepression und Tod.
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z.B. Psychopharmaka, Antiemetika, Antihistaminika oder Antiparkinsonmittel) können die anticholinergen Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z.B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Harnretention).
Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon und Monoaminoxidasehemmern oder die Gabe von Hydromorphon innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen von Monoaminoxidasehemmern ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Hydromorphon bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für Menschen ist nicht bekannt.
Eine chronische Anwendung von Hydromorphon während der Schwangerschaft kann zu einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen führen. Hydromorphon darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass dies eindeutig erforderlich ist.
Die Anwendung von Dolomorphon während der Geburt wird nicht empfohlen, da es die Kontraktilität des Uterus beeinträchtigt und das Risiko einer neonatalen Atemdepression erhöht.
Stillzeit
Hydromorphon wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden. Dolomorphon soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Fertilität
Präklinische toxikologische Studien an Ratten zeigten keine Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität oder die Spermaparameter.
Hydromorphon kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Dies ist insbesondere zu Beginn einer Therapie mit Hydromorphon, nach Dosiserhöhung oder Wechsel des Arzneimittels, sowie bei Kombination von Hydromorphon mit Alkohol oder anderen ZNS-dämpfenden Substanzen zu erwarten. Bei einer stabilen Therapie sind Beschränkungen nicht zwangsläufig erforderlich. Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen dürfen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig: ≥ 1/10
Häufig: ≥ 1/100, < 1/10
Gelegentlich: ≥ 1/1.000, < 1/100
Selten: ≥ 1/10.000, < 1/1.000
Sehr selten: < 1/10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
| Sehr häufig | Häufig | Gelegent-lich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt | |
| Erkrankungen | Anaphylak- | |||||
| des Immun- | tische | |||||
| systems | Reaktionen, | |||||
| Überem- | ||||||
| pfindlichkeits | ||||||
| -reaktionen | ||||||
| (einschl. | ||||||
| Schwel- | ||||||
| lungen im | ||||||
| Bereich des | ||||||
| Oropharynx) | ||||||
| Stoffwechsel- | Appetit- | |||||
| und | abnahme | |||||
| Ernährungs- | ||||||
| störungen | ||||||
| Psychiatrische | Angst, | Agitiertheit | Abhängig- | |||
| Erkrankungen | Verwirrt- | Depres- | keit, | |||
| heit, | sion, eupho- | Dysphorie | ||||
| Schlaf- | rische | |||||
| losigkeit | Stimmung, | |||||
| Halluzi- | ||||||
| nationen, | ||||||
| Albträume | ||||||
| Erkrankungen | Schwin- | Kopf- | Tremor, | Sedierung, | Kon- | |
| des Nerven- | del, Som- | schmerzen | Myoklonus, | Lethargie | vulsionen, | |
| systems | nolenz | Paräs- | Dyskinesie, | |||
| thesien | Hyperalgesie |
| Sehr häufig | Häufig | Gelegent-lich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt | |
| (siehe Abschnitt 4.4)Zentrales Schlafapnoe-Syndrom | ||||||
| Augen-erkrankungen | Sehstörung | Miosis | ||||
| Herz-erkrankungen | Tachy-kardie, Brady-kardie,Palpi-tationen | |||||
| Gefäß-erkrankungen | Hypotonie | Hitze-wallungen | ||||
| Erkrankungen der Atemwege des Brustraums undMediastinums | Dyspnoe | Atem-depression, Broncho-spasmus | ||||
| Erkrankungen des Gastro-intestinaltraktes | Obsti-pation, Nausea | Mund-trockenheit, Erbrechen abdominale Beschwer-den | Dyspepsie Diarrhoe, Ge-schmacks-störungen | paralytischer Ileus | ||
| Leber- und Gallen-erkrankungen | Erhöhung von Leber-enzymen | Erhöhung von Pankreas-enzymen | ||||
| Erkrankungen der Haut unddes Unterhaut-zellgewebes | Pruritus, Hyper-hidrosis | Haut-ausschlag | Rötung des Gesichtes | Urtikaria | ||
| Erkrankungender Nieren und Harnwege | Harndrang | Harn-verhalt | ||||
| Erkrankungen der Geschlechts-organe und der Brustdrüse | ver-minderte Libido, erektile Dys-funktion | |||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabrei-chungsort | Asthenie, Reaktionen an der Injektions-stelle | Entzugs-syndrom*, Fatigue, Unwohl-sein, periphere Ödeme | Verhär-tungen an der Injektions-stelle (insbesond ere nachwieder-holter s.c. | Toleranz-entwicklung, Arzneimittel-entzugs-syndrom beim Neugebore-nen |
| Sehr häufig | Häufig | Gelegent-lich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt | |
| Anwendun g) |
* Ein Entzugssyndrom kann auftreten und sich in Symptomen wie Agitiertheit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinesien, Tremor und gastrointestinale Beschwerden äußern.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Arzneimittelabhängigkeit
Die wiederholte Anwendung von Dolomorphon kann, auch in therapeutischer Dosierung, zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen. Das Risiko für eine Arzneimittelabhängigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome einer Hydromorphonintoxikation und Überdosierung sind Miosis, Bradykardie, Atemdepression, Hypotonie, fortschreitende Somnolenz bis hin zu Stupor und Koma. In schwereren Fällen können Kreislaufversagen und vertieftes Koma unter Umständen mit letalem Ausgang auftreten.
Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand können Intubation und künstliche Beatmung erforderlich sein. Es sollte ein Opioidantagonist (z.B. 0,4 mg Naloxon; bei Kindern 0,01 mg Naloxon/kg KG) intravenös verabreicht werden. In 2- bis 3-minütigen Abständen muss diese Einzeldosis solange wie nötig wiederholt werden.
Strenge Überwachung (über mindestens 24 Stunden) ist notwendig, da die Wirkung des Opioidantagonisten kürzer als die des Hydromorphons ist, sodass mit einem erneuten Auftreten der Überdosierungssymptome wie z.B. Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.
Pharmakologische Eigenschaften - Dolomorphon 20 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika; Opioide; natürliche Opium-Alkaloide ATC-Code: N02AA03
Wirkmechanismus
Hydromorphon ist ein μ-selektiver, reiner Opioidagonist. Hydromorphon und verwandte Opioide wirken hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem und den Darm.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirkungen sind hauptsächlich analgetisch, anxiolytisch, antitussiv und sedierend. Darüber hinaus können Stimmungsveränderungen, Atemdepression, verminderte gastrointestinale Motilität, Übelkeit, Erbrechen und Veränderungen des endokrinen und autonomen Nervensystems auftreten.
Hepatobiliäres System
Opioide können biliäre Spasmen hervorrufen.
Andere pharmakologische Wirkungen
Präklinische Studien zeigen unterschiedliche Effekte von Opioiden auf die Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.
Resorption
Der Wirkungseintritt erfolgt nach intravenöser Anwendung meist innerhalb von 5 Minuten und nach subkutaner Anwendung innerhalb von 5-10 Minuten. Die Wirkungsdauer nach intravenöser und subkutaner Anwendung beträgt 3-4 Stunden. Nach epiduraler Anwendung von 1 mg Hydromorphonhydrochlorid beobachtete man bis zur vollständigen analgetischen Wirkung eine Latenzzeit von 22,5 ± 6 Minuten. Die Wirkung hielt 9,8 ± 5,5 Stunden an (n = 84 Patienten im Alter von 22 bis 84 Jahren).
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Hydromorphon ist gering (< 10%). Dieser Prozentsatz von 2,46 ng/ml bleibt bis zu sehr hohen Plasmaspiegeln von 81,99 ng/ml, die nur sehr selten durch sehr hohe Hydromorphon-Dosen erreicht werden, konstant.
Hydromorphonhydrochlorid weist ein relativ hohes Verteilungsvolumen von 1,22 ± 0,23 l/kg (C.I.: 90%: 0,97-1,60 l/kg) auf (n = 6 männliche Probanden). Dies weist auf eine deutliche Gewebeaufnahme hin.
Aus dem Verlauf der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurven nach einmaliger Gabe von Hydromorphonhydrochlorid 2 mg i.v. oder 4 mg oral an 6 gesunde Probanden im randomisierten Cross-over-Versuch ergab sich eine relativ kurze Eliminationshalbwertszeit von 2,64 ± 0,88 Stunden (1,68-3,87 Stunden).
Hydromorphon passiert die Plazentaschranke. Hydromorphon wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden.
Biotransformation
Hydromorphon wird durch direkte Konjugation oder durch Reduktion der Ketogruppe mit nachfolgender Konjugation metabolisiert. Nach Resorption wird Hydromorphon hauptsächlich zu Hydromorphon-3-Glukuronid, Hydromorphon-3-Glukosid und Dihydroisomorphin-6-Glukuronid metabolisiert. Zu einem kleineren Anteil wurden auch die Metabolite Dihydroisomorphin-6-Glukosid, Dihydromorphin und Dihydroisomorphin gefunden.
Hydromorphon wird in der Leber metabolisiert und zu einem geringen Anteil unverändert renal ausgeschieden.
Elimination
Hydromorphonmetaboliten wurden im Plasma, Urin und in humanen Hepatozyten-Test-Systemen festgestellt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hydromorphon in vivo durch das Cytochrom P 450-Enzymsystem metabolisiert wird. In vitro hemmt Hydromorphon mit einer IC50 > 50 μM nur geringfügig die rekombinanten CYP-Isoformen, einschließlich CYP1A2, 2A6, 2C8, 2D6 und 3A4. Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass Hydromorphon den Metabolismus von anderen Wirkstoffen, die durch diese CYP-Isoformen metabolisiert werden, inhibiert.
Pharmazeutische Angaben - Dolomorphon 20 mg/ml
Natriumchlorid Natriumcitrat (Ph.Eur.) Citronensäure-Monohydrat Wasser für Injektionszwecke
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 angeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit ungeöffneter Ampullen:
3 Jahre
Haltbarkeit nach Anbruch:
Zur sofortigen Anwendung.
Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 7 Tage bei 5°C und für 48 Stunden bei 25°C und 37°C nachgewiesen; davon ausgenommen sind verdünnte Lösungen in Polycarbonatspritzen. Diese sollten nicht länger als 24 Stunden gelagert werden.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.
Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch/Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3. Für weitere Informationen zur Handhabung nach Anbruch, siehe Abschnitt 6.6.
Ampullen aus klarem Typ 1 Glas
Dolomorphon 2 mg/ml, 20 mg/ml, 50 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:
Packungen mit 5 Ampullen zu 1 ml.
Dolomorphon 10 mg/ml Injektions-/Infusionslösung:
Packungen mit 5 Ampullen zu 1 ml oder 10 ml.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Es zeigten sich Inkompatibilitäten bei verdünnten Lösungen von Dolomorphon 50 mg/ml, wenn diese in Polycarbonatspritzen bei 25°C länger als 24 Stunden gelagert wurden. Hingegen zeigten sich keine Inkompatibilitäten, wenn dieselben Zubereitungen bei 4°C für bis zu 7 Tage gelagert wurden.
Es zeigten sich keine Inkompatibilitäten von Dolomorphon unverdünnt und verdünnt mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%) Infusionslösung, Glucose 50 mg/ml (5%) Infusionslösung oder Wasser für Injektionszwecke mit den gebräuchlichen Marken von Polypropylenspritzen, Polyethylen-und PVC-Schläuchen und PVC- oder EVA (Ethylenvinylacetat)-Infusionsbeuteln.
Es zeigten sich keine Inkompatibilitäten von Dolomorphon unverdünnt und verdünnt mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%) Infusionslösung oder Wasser für Injektionszwecke mit den gebräuchlichen Marken parenteraler Darreichungsformen der folgenden Arzneimittel, wenn diese in Kombinationen mit hoher und niedriger Dosis über einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur (25°C) in Polypropylenspritzen gelagert wurden:
Butylscopolaminiumbromid Scopolaminhydrobromid (Ph.Eur.)
Dexamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph.Eur.) Haloperidol
Midazolamhydrochlorid Metoclopramidhydrochlorid
Levomepromazinhydrochlorid Glycopyrroniumbromid (Ph.Eur.) Ketaminhydrochlorid
Unsachgemäße Handhabung der unverdünnten Lösung nach Anbruch der Ampulle oder der verdünnten Lösung kann die Sterilität des Arzneimittels beeinträchtigen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.