Capros® akut 20 mg/ml Injektionslösung
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Capros® 20 mg/ml
Capros akut wird zur symptomatischen Linderung starker Schmerzen bei Erwachsenen angewendet, die nur mit Opioid-Analgetika adaquat behandelt werden konnen.
Dosierung
Die Dosierung ist der Starke der Schmerzen und dem individuellen Ansprechen des Patienten anzupassen.
Erwachsene
Die Gbliche subkutane oder intramuskulare Dosis bei Erwachsenen betragt 10 mg alle 4 Stunden bei Bedarf, kann jedoch zwischen 5 mg und 20 mg liegen.
Die Gbliche intravenose Dosis bei Erwachsenen betragt 2,5 mg bis 15 mg, nicht ofter als alle 4 Stunden, bei Bedarf; die Dosierung und das Dosierungsintervall mGssen jedoch abhangig vom Ansprechen des Patienten titriert werden, und es mGssen Anpassungen vorgenommen werden, bis eine Analgesie erreicht ist.
Altere Patienten
Wegen der atemdepressiven Wirkung ist Vorsicht geboten, wenn Morphin bei alteren Patienten angewendet wird. Eine Reduzierung der Dosis ist ratsam.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen.
Leberfunktionsstorung
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstorung ist eine Verdoppelung des Dosierungsintervalls in Erwagung zu ziehen. Vorsicht ist geboten, wenn Morphin bei Patienten mit Leberfunktionsstorung angewendet wird.
Nierenfunktionsstorung
Morphin ist eines der Opioide, deren Dosierung stark durch Nierenversagen beeinflusst wird. Infolge der verminderten renalen Clearance kann die Akkumulation der Metaboliten zu schwerwiegenden Nebenwirkungen fGhren. Morphin muss bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion oder Nierenversagen sorgfaltig titriert werden.
FGr Begleiterkrankungen, bei denen eine Reduzierung der Dosis angebracht sein kann, siehe Abschnitt 4.4.
Art der Anwendung
Zur intramuskularen, subkutanen oder intravenosen Anwendung
Bei odematosen Patienten ist eine subkutane Anwendung nicht geeignet.
Capros akut darf nicht epidural oder intrathekal angewendet werden, da das Arzneimittel ein Konservierungsmittel enthalt.
Behandlungsziele und Absetzen der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Capros akut sollte eine Behandlungsstrategie, einschlieBlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan fGr das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Ubereinstimmung mit den Leitlinien zum Schmerzmanagement vereinbart werden. Wahrend der Behandlung sollte ein haufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwagung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Behandlung mit Capros akut nicht mehr benotigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adaquater Schmerzkontrolle sollte die Moglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewohnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Behandlungsdauer
Capros akut sollte nicht langer als notwendig angewendet werden.
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Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
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Akute Atemdepression
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Akute Alkoholintoxikation
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Gallenkolik (siehe auch Erkrankungen der Gallenwege, Abschnitt 4.4)
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Kopfverletzungen, komatose Patienten oder erhohter intrakranieller Druck. Die hervorgerufene Sedierung und Pupillenveranderungen konnen ein genaues Monitoring des Patienten storen.
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Erhohtes Risiko einer Atemdepression, die zu einer Erhohung des Liquordrucks fGhren kann.
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UbermaBige Bronchialsekretion
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Akute Lebererkrankung
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Risiko eines paralytischen Ileus
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Phaochromozytom (aufgrund des Risikos einer pressorischen Reaktion auf Histaminfreisetzung)
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Akute Durchfallzustande im Zusammenhang mit einer Antibiotika-induzierten pseudomembranosen Kolitis oder eine durch Vergiftung verursachte Diarrhoe (bis das toxische Material ausgeschieden ist)
Wiederholte Anwendung kann zu Toleranz und Abhangigkeit fGhren. Bei alteren Patienten sollte in den folgenden Fallen die Anwendung mit Vorsicht durchgefGhrt werden, wobei eine Verringerung der Dosis ratsam sein kann:
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Hypotonie bei Hypovolamie
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Hypothyreose
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verminderte respiratorische Reserve
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Prostatahypertrophie
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Leber- oder Niereninsuffizienz (Gabe vermeiden oder Dosis reduzieren)
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epileptische Anfallsleiden
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Koma
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Delirium tremens
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bei GbermaBigem Vorhandensein von Bronchialsekret
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Zyanose
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Kopfverletzungen
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Asthma (Anwendung wahrend Asthmaanfall ist zu vermeiden)
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Nebennierenrindeninsuffizienz
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Urethrastriktur
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entzGndliche oder obstruktive Darmerkrankungen
Morphin sollte bei idiopathischen oder psychopathologischen Schmerzzustanden nicht angewendet werden. FGr die Behandlung mit MAO-Hemmern, siehe Abschnitt 4.5.
Leber- und Gallenerkrankungen
Morphin kann eine Funktionsstorung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch der intrabiliare Druck zunimmt und das Risiko fGr Gallenwegsymptome und Pankreatitis steigt.
Bei Patienten mit Erkrankungen der Gallenwege kann Morphin daher Schmerzen verstarken (die Anwendung bei Gallenkolik ist eine Gegenanzeige, siehe Abschnitt 4.3). Bei Patienten, die Morphin nach einer Cholezystektomie erhielten, wurden biliare Schmerzen ausgelost.
Opioidgebrauchsstдrung (Missbrauch und Abhangigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Capros akut konnen sich eine Toleranz und eine korperliche und/oder psychische Abhangigkeit entwickeln.
Die wiederholte Anwendung von Capros akut kann zu einer Opioidgebrauchsstorung (Opioid use disorder, OUD) fGhren. Eine hohere Dosis und langere Dauer der Opioidbehandlung kann das Risiko erhohen, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Capros akut kann es zu einer Uberdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstorung (einschlieBlich Alkoholgebrauchsstorung) in der personlichen oder familiaren Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der personlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststorungen und Personlichkeitsstorungen) erhoht.
Vor Beginn der Behandlung mit Capros akut und wahrend der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan fGr die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und wahrend der Behandlung sollte der Patient auBerdem Gber die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstorung aufgeklart werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten mGssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) Gberwacht werden (z. B. zu frGhe Nachfrage nach Folgerezepten). Hierzu gehort auch die UberprGfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepine). Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstorung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Palliativbehandlung: bei der Kontrolle von Schmerzen bei unheilbaren Krankheiten sollten diese Bedingungen nicht zwingend ein Hindernis fGr die Anwendung sein.
Insbesondere bei hohen Dosen kann Hyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere Erhohung der Morphindosis anspricht. Eine Reduzierung der Morphindosis oder eine Umstellung des Opioids kann erforderlich sein.
Morphin hat ein Missbrauchspotential, das mit dem anderer starker Opioidagonisten vergleichbar ist und sollte bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Anamnese mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
Die Morphin-Plasmakonzentrationen konnen durch Rifampicin reduziert werden. Die analgetische Wirkung von Morphin sollte wahrend und nach der Behandlung mit Rifampicin Gberwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden.
Thrombozytenhemmung mit oralen P2Yl2-Jnhibitoren
Eine verminderte Wirksamkeit der P2У12-Inhibitor-Therapie wurde innerhalb des ersten Tages einer gemeinsamen Behandlung mit P2У12-Inhibitoren und Morphin festgestellt (siehe Abschnitt 4.5).
Risiko durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Morphinsulfat und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod fGhren. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verordnung mit diesen Sedativa Patienten vorbehalten, fGr die keine alternativen Behandlungsoptionen infrage kommen. Wenn die Entscheidung getroffen wird, Morphinsulfat gleichzeitig mit Sedativa zu verordnen, ist die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden und die Behandlungsdauer so kurz wie moglich zu halten.
Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu Gberwachen. DiesbezGglich wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Betreuungspersonen anzuweisen, auf diese Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5).
Akutes Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK)
Aufgrund eines moglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin bei SZK-Patienten, die wahrend einer vasookklusiven Krise mit Morphin behandelt werden, ist eine engmaschige Uberwachung auf ATS-Symptome angezeigt.
Nebenniereninsuffizienz
Opioid-Analgetika konnen eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine Uberwachung und eine Ersatztherapie mit Glukokortikoiden erfordert. Symptome einer Nebenniereninsuffizienz konnen z. B. Ubelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Erschopfung, Schwache, SchwindelgefGhl oder niedriger Blutdruck sein.
Verminderte Spiegel von Sexualhormonen und erhдhte Prolaktin-Konzentrationen
Die Langzeitanwendung von Opioid-Analgetika kann mit verminderten Spiegeln von Sexualhormonen und erhohten Prolaktin-Konzentrationen einhergehen. Zu den Symptomen zahlen verminderte Libido, Impotenz oder Amenorrhoe.
Capros akut enthalt Natrium
Capros akut enthalt 2,60 mg Natrium pro Milliliter.
Capros akut enthalt Natriummetabisulfit (Ph. Eur.) (E233). Natriummetabisulfit kann selten schwere Uberempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmen hervorrufen.
Schlafbezogene Atemstдrungen
Opioide konnen schlafbezogene Atemstorungen, einschlieBlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxamie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhangigen Erhohung des Risikos fGr eine zentrale Schafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Reduzierung der Gesamtopioiddosis in Betracht gezogen werden.
Schwere arzneimittelinduzierte Нautreaktionen
In Verbindung mit Morphinbehandlung wurde Gber akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder todlich sein kann, berichtet. Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb der ersten 10 Behandlungstage auf. Die Patienten sollten Gber die Anzeichen und Symptome von AGEP informiert und darauf hingewiesen werden, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, falls bei ihnen solche Symptome auftreten.
Falls Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Hautreaktionen hinweisen, sollte Morphin abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Morphin sollte mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die gleichzeitig andere das Zentralnervensystem dampfende Mittel, einschlieBlich Sedativa oder Hypnotika, Allgemeinanasthetika, Phenothiazinen, anderer Beruhigungsmittel, Muskelrelaxanzien, Antihypertensiva, GaЬapentin oder PregaЬalin und Alkohol, erhalten. Wechselwirkungen, die zu Atemdepression, Hypotonie, starker Sedierung oder Koma fGhren, konnen auftreten, wenn diese Arzneimittel in Kombination mit den Gblichen Dosen von Morphin eingenommen werden.
Alkohol: Verstarkte sedative und hypertensive Wirkungen.
Antiarrhythmika: Es kann zu einer verzogerten Resorption von Mexiletin kommen.
Antibakterielle Arzneimittel: Es wurde nachgewiesen, dass das Opioid-Analgetikum Papaveretum (Mischung aus Morphinhydrochlorid, Codeinhydrochlorid und Papaverinhydrochlorid) die Plasmakonzentration von Ciprofloxacin senkt. Der Hersteller von Ciprofloxacin weist darauf hin, dass eine Pramedikation mit Opioid-Analgetika vermieden werden sollte.
In einer Crossover-Studie an 10 gesunden Teilnehmern erhohte Rifampicin 600 mg taglich Gber 13 Tage die Clearance einer oralen Einzeldosis von 10 mg Morphin um 49 % und dessen schmerzstillende Wirkung wurde aufgehoben. Der Mechanismus dieser Wechselwirkung ist nicht klar und die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung fGr parenterale Darreichungsformen von Morphin ist nicht bekannt.
Antidepressiva, Anxiolytika, Hypnotika: Es wurde Gber schwere ZNS-Exzitation oder -Depression (Hypertonie oder Hypotonie) bei gleichzeitiger Anwendung von Pethidin und Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer) einschlieBlich Selegilin, Moclobemid und Linezolid berichtet. Da es moglich ist, dass eine ahnliche Wechselwirkung mit anderen Opioid-Analgetika auftreten kann, sollte Morphin bei Patienten, die MAO-Hemmer erhalten, mit Vorsicht angewendet werden und eine Reduzierung der Dosierung in Erwagung gezogen werden.
Antipsychotika: Mogliche verstarkte sedative und hypotensive Wirkung.
Antidiarrhoika und antiperistaltische Arzneimittel (wie Loperamid und Kaolin): Die gleichzeitige Anwendung kann das Risiko einer schweren Obstipation erhohen.
Anticholinergika: Wirkstoffe wie Atropin antagonisieren Morphin-induzierte Atemdepression und konnen biliare Spasmen teilweise rGckgangig machen, wirken jedoch additiv auf die gastrointestinalen Effekte und die Effekte auf die Harnwege. Folglich konnen wahrend einer intensiven anticholinergen analgetischen Therapie schwere Obstipation und Harnretention auftreten.
Metoclopramid und Domperidon: Es kann zu einem Antagonismus der gastrointestinalen Effekte von Metoclopramid und Domperidon kommen.
Cimetidin verstarkt die Opioid-Analgesie mit vernachlassigbarer Atemdepression. Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel:
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln erhoht aufgrund einer additiven, das ZNS dampfenden Wirkung das Risiko fGr Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Die Dosis und die Dauer der gleichzeitigen Anwendung sind zu begrenzen (siehe Abschnitt 4.4).
Nimodipin kann die analgetische Wirkung von Morphin verstarken. Bei gleichzeitiger Anwendung ist eine Reduzierung der Morphindosis in Erwagung zu ziehen.
Gemischte Morphin-Agonisten/-Antagonisten (Buprenorphin, Nalbuphin, Pentazocin) verringern die analgetische Wirkung durch kompetitive Hemmung von Rezeptoren, wodurch das Risiko von Absetzsymptomen erhoht wird.
Gabapentin oder Pregabalin: Bei der Wahl der Behandlung ist das Risiko von ZNS-Symptomen zu beachten. Wenn die beiden Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden, sollte eine Reduktion der Gabapentin-Dosis in Erwagung gezogen werden. Die Patienten sollten daher sorgfaltig auf Anzeichen einer ZNS-Depression Gberwacht werden, wie z. B. Schlafrigkeit; die Dosis von Gabapentin oder Morphin ist entsprechend zu reduzieren.
Orale P2У12 Thrombozytenhemmung
Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzogerte und verringerte Exposition gegenGber oralen P2У12-Inhibitoren zur Thrombozytenhemmung beobachtet. Diese Wechselwirkung konnte mit einer verminderten gastrointestinalen Motilitat zusammenhangen und besteht auch bei anderen Opioiden. Die klinische Relevanz ist nicht bekannt, aber Daten zeigen das Potenzial fGr eine verminderte Wirksamkeit von P2У12-Inhibitoren bei Patienten, denen Morphin und ein P2У12-Inhibitor gleichzeitig verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.4). Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen auf den Einsatz von Morphin nicht verzichtet werden kann und eine schnelle P2У12-Hemmung als entscheidend erachtet wird, kann der Einsatz eines parenteralen P2У12-Inhibitors erwogen werden.
Frauen im gebarfahigen Alter / Kontrazeption bei Mannern und Frauen
Aufgrund der genotoxischen Eigenschaften von Morphin (siehe Abschnitt 5.3) sollte es nicht bei zeugungsfahigen Mannern und Frauen im gebarfahigen Alter angewendet werden, es sei denn es wird eine zuverlassige EmpfangnisverhGtung angewendet.
Schwangerschaft
Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die Bewertung eines moglichen teratogenen Risikos erlauben wGrden. Tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass Morphin zu einer Schadigung des Fetus fGhren kann, wenn es wahrend der Schwangerschaft angewendet wird (siehe Abschnitt 5.3.).
Morphin sollte wahrend der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der Nutzen fGr die Mutter das Risiko fGr das Kind klar Gberwiegt.
Morphin Gberwindet die Plazentaschranke. Eine Anwendung wahrend der Entbindung kann eine Atemdepression beim Neugeborenen und eine gastrale Stase wahrend der Entbindung verursachen und damit das Risiko einer Inhalationspneumonie erhohen.
Daher ist es nicht ratsam, Morphin wahrend der Entbindung anzuwenden.
Bei Neugeborenen von Opioid-abhangigen MGttern konnen Entzugssymptome auftreten, wie Hyperirritabilitat des ZNS, gastrointestinale Dysfunktion, Atemnotsyndrom und unklare autonome Symptome wie Gahnen, Niesen, Fleckenbildung und Fieber.
Neugeborene, deren MGtter wahrend der Schwangerschaft Opioid-Analgetika erhalten haben, mGssen auf Anzeichen eines neonatalen Entzugssyndroms (Abstinenzsyndrom) Gberwacht werden. Die Behandlung kann ein Opioid und unterstGtzende MaBnahmen umfassen.
Stillzeit
Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden, daher kann es beim Neugeborenen zu einer Opioid-Toxizitat wie z. B. Atemdepression kommen. Die Anwendung von Morphin wahrend der Stillzeit wird nicht empfohlen.
Fertilitat
In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Morphin die Fertilitat reduzieren kann (siehe Abschnitt 5.3.).
Morphin verursacht Benommenheit; Patienten sollten daher eine aktive Teilnahme am StraBenverkehr oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.
Dieses Arzneimittel kann die kognitive Funktion und die Fahigkeit eines Patienten, ein Fahrzeug sicher zu fGhren, beeintrachtigen. Wenn dieses Arzneimittel verordnet wird, sollte den Patienten Folgendes mitgeteilt werden:
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Es ist wahrscheinlich, dass dieses Arzneimittel Ihre VerkehrstGchtigkeit beeinflusst.
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FGhren Sie kein Fahrzeug, bevor Sie nicht wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt.
Eine Atemdepression ist das schwerwiegendste Therapierisiko (siehe Abschnitt 4.9).
In Gblichen Dosierungen sind die haufigsten Nebenwirkungen von Opioid-Analgetika Ubelkeit, Erbrechen, Obstipation, Benommenheit und Verwirrtheit. Eine Toleranz gegenGber diesen Nebenwirkungen (mit Ausnahme von Obstipation) entwickelt sich im Allgemeinen unter Langzeitanwendung. Sedierung nimmt Gblicherweise nach wenigen Tagen der Anwendung ab. Ubelkeit und Erbrechen nehmen wahrend Langzeitanwendung ab. Spasmen der Gallenwege und der Harnwege konnen bei pradisponierten Personen auftreten. Die atemdepressive Wirkung ist dosisabhangig und selten ein klinisches Problem. Gewohnung und Toleranz verursachen gewohnlich keine Probleme in der Behandlung starker Krebsschmerzen. Obstipation kann mit entsprechenden Laxanzien behandelt werden. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhangig.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt: Sehr haufig (≥ 1/10)
Haufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Haufigkeit ist auf Grundlage der verfGgbaren Daten nicht abschatzbar).
| Sehr haufig | Haufig | Gelegentlich | Selten | Nicht bekannt | |
| Erkrankungen des Immunsystems | Allergische Reaktion | Anaphylaktische Reaktionen Anaphylaktoide Reaktionen | |||
| Psychiatrische Erkrankungen | Verwirrtheit Insomnie | Agitation Euphorie Halluzinationen Stimmungs-veranderungen Dysphorie | Drogen-/Arzneimittel-abhangigkeit | ||
| Erkrankungen des Nervensystems | Benommen-heit | SchwindelgefGhl Kopfschmerzen Somnolenz Sedierung Hyperhidrose | Krampfanfalle Hypertonie | Allodynie Hyperalgesie (siehe Abschnitt 4.4)Myoklonus Mentale EintrGbung Schwindel Psychische Abhangigkeit | |
| Augen-erkrankungen | Miosis | Verschwommen-oder Doppeltsehen oder andere Veranderungen des Sehvermogens | |||
| Herzerkrankungen | Palpitationen | Bradykardie Tachykardie | |||
| GefaBerkrankungen | Gesichtsrotung | Orthostatische Hypotonie | |||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Lungenodem Atemdepression | Zentrales Schlafapnoe-Syndrom | |||
| Erkrankungen des Gastrointestinal-trakts | Appetitverlust Erbrechen Mundtrockenheit Obstipation Ubelkeit | Gallenkoliken Pankreatitis |
| Sehr haufig | Haufig | Gelegentlich | Selten | Nicht bekannt | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes | Kontaktdermatit is | Urtikaria Pruritus | Hautausschlag Schwitzen Akute generalisierte exanthematisc he Pustulose (AGEP) | ||
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Harnretention | Miktions-schwierigkeiten Ureterspasmus Antidiuretische Wirkung | |||
| Leber- und Gallen-erkrankungen | Veranderungen der Leberenzyme Spasmus des Sphincter Oddi | ||||
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrGse | Verminderte Libido Verminderte Potenz | ||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Schmerzen Reizung am Verab-reichungsort | Arzneimittelentzugs-(Abstinenz-) Syndrom Arzneimitteltoleranz Muskelrigiditat |
Es entwickelt sich eine Toleranz gegenGber den Wirkungen von Opioiden auf die Blase.
Die euphorisierende Wirkung von Morphin hat zu dessen Missbrauch gefGhrt, und es kann zu einer korperlichen und psychischen Abhangigkeit kommen (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittelabhangigkeit und Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom)
Die wiederholte Anwendung von Capros akut kann, auch in therapeutischen Dosen, zu einer Arzneimittelabhangigkeit fGhren. Das Risiko fGr eine Arzneimittelabhangigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung von korperlicher und/oder psychischer Abhangigkeit oder Toleranz einhergehen. Wenn die Gabe von Opioiden abrupt abgesetzt wird oder eine Gabe von Opioid-Antagonisten erfolgt, kann ein Abstinenzsyndrom ausgelost werden; es kann in manchen Fallen auch zwischen den Dosen auftreten.
Zu den korperlichen Entzugssymptomen gehoren: Korperschmerzen, Tremor, Restless-legs-Syndrom, Diarrhoe, Bauchkolik, Ubelkeit, grippeahnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis. Psychische
Symptome sind unter anderem dysphorische Stimmung, Angstzustande und Reizbarkeit.
Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit „Drogenhunger“ einher.
Meldung des Verdachts auf NeЬenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.
Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fGr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Die toxischen Dosen variieren individuell stark, und regelmaBige Anwender konnen hohe Dosen vertragen.
Die Triade von Atemdepression, Koma und verengten Pupillen gilt als Hinweis fGr eine Opioid-Uberdosierung; dabei erweitern sich die Pupillen, wenn sich eine Hypoxie entwickelt. Es kann zu Todesfallen aufgrund von Atemversagen kommen.
Andere Symptome einer Opioid-Uberdosierung sind Hypothermie, Verwirrtheit, starker Schwindel, starke Benommenheit, Hypotonie, Bradykardie, Kreislaufversagen, Lungenodem, starke Nervositat oder Unruhe, Halluzinationen, Krampfanfalle (insbesondere bei Neugeborenen und Kindern), Aspirationspneumonie. Bei Uberdosierung wurde Gber Rhabdomyolyse, die zum Nierenversagen fGhrte, berichtet.
Therapie einer Uberdosierung: Falls notig, MagenspGlung, Aktivkohle, Laxans bei oraler Einnahme.
Koma oder Atemdepressionen bei Morphinintoxikation kann mit Naloxon entgegengewirkt werden. Eine Beatmung sollte erfolgen, wenn dies angezeigt ist (mit PEEP bei Lungenodem). Naloxon kann im Fall einer schwerwiegenden Intoxikation eine Beatmung nicht ersetzen. Intravenose FlGssigkeitsgabe (Elektrolytlosung, Glucose), Kontrolle der Blutgase, Korrektur der Azidose.
Symptomatische Behandlung.
Toxizitat: Die toxische Dosis fGr Erwachsene (ohne Toleranzentwicklung) liegt gewohnlich im Bereich von 30 mg parenteral. Scopolamin, Hypnotika und Alkohol verstarken die toxischen Wirkungen.
PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN
Pharmakologische Eigenschaften - Capros® 20 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: NatGrliche Opium-Alkaloide ATC-Code: N02AA01
Morphin ist ein aus Opium gewonnenes Narko-Analgetikum, das hauptsachlich auf das zentrale Nervensystem und die glatte Muskulatur wirkt.
Morphin ist ein potentes Analgetikum mit kompetitiven agonistischen Wirkungen am μ-Rezeptor. Von diesem wird angenommen, dass er zahlreiche andere Wirkungen von Morphin wie Atemdepression, Euphorie, Hemmung der Darmmotilitat und korperliche Abhangigkeit vermittelt. Es ist moglich, dass Analgesie, Euphorie und Abhangigkeit auf die Effekte von Morphin auf einen μ-1-Rezeptor-Subtyp zurGckzufGhren sind, wahrend die Atemdepression und die Hemmung der Darmmotilitat möglicherweise auf Wirkungen an einem μ-2-Rezeptor-Subtyp zurGckzufGhren sind.
Morphin ist auch ein kompetitiver Agonist am κ-Rezeptor, der spinale Analgesie, Miosis und Sedierung vermittelt. Morphin hat keine signifikanten Wirkungen an den anderen beiden wichtigen Opioidrezeptoren, den δ- und σ-Rezeptoren.
Morphin unterdrGckt Husten direkt durch eine Wirkung auf das Hustenzentrum in der Medulla. Morphin verursacht auch Ubelkeit und Erbrechen durch direkte Stimulation der Chemorezeptor-Triggerzone in der Area postrema der Medulla. Morphin lost die Freisetzung von Histamin aus.
Nebenwirkungen durch Wechselwirkungen auf der Ebene der Opioidrezeptoren sind Atemdepression, Miosis, verminderte gastrointestinale Motilitat und Euphorie.
M6G ist ein hydrophiler Metabolit, der 10- bis 60-mal starker wirksam ist als Morphin. Das Verhaltnis von M6G zu Morphin im Blut korreliert signifikant mit der Schmerzlinderung.
Resorption:
Morphin wird nach oraler Anwendung unterschiedlich resorbiert; nach subkutaner oder intramuskularer Anwendung wird es rasch resorbiert.
Blutkonzentration:
Nach einer oralen Dosis von 10 mg als Sulfat werden maximale Serumkonzentrationen von freiem Morphin von etwa 10 ng/ml in 15 bis 60 Minuten erreicht. Nach einer intramuskularen Dosis von 10 mg werden maximale Serumkonzentrationen von 70 bis 80 ng/ml Serum in 10 bis 20 Minuten erreicht. Nach einer intravenosen Dosis von 10 mg werden Serumkonzentrationen von etwa 60 ng/ml in 15 Minuten erhalten, die nach 30 Minuten auf 30 ng/ml und nach 3 Stunden auf 10 ng/ml fallen.
Subkutane Dosen ergeben nach 15 Minuten ahnliche Konzentrationen wie intramuskulare Dosen, bleiben aber in den folgenden 3 Stunden etwas hoher. Die kurz nach der Anwendung gemessenen Serumkonzentrationen korrelieren eng mit dem Alter der untersuchten Personen und sind bei alteren Personen erhoht.
Halbwertzeit:
Serum-Halbwertzeit im Zeitraum von 10 Minuten bis 6 Stunden nach intravenoser Anwendung, 2 bis 3 Stunden; Serum-Halbwertzeit im Zeitraum ab 6 Stunden, 10 bis 44 Stunden.
Verteilung:
Freies Morphium verlasst schnell das Blut und verteilt sich im ganzen Korper, vor allem in den Nieren, der Leber, der Lunge und der Milz, mit geringeren Konzentrationen im Gehirn und den Muskeln. Etwa 35 % werden an Proteine gebunden. Morphin Gberwindet die Blut-Hirn-Schranke weniger leicht als fettloslichere Opioide wie Diamorphin, es wurde jedoch im Liquor nachgewiesen, ebenso wie seine hochpolaren Metaboliten Morphin-3-Glucuronid und Morphin-6-Glucuronid.
Seine Disposition ist biexponentiell mit einer ersten schnellen Verteilungsphase. Das scheinbare Verteilungsvolumen bei Krebspatienten variiert zwischen 1,0 und 3,8 l/kg bei einem Durchschnitt von 1,8 l/kg.
Bei alteren Patienten ist das Verteilungsvolumen kleiner, aber die Zeit bis zur maximalen Konzentration ist unverandert.
Biotransformation:
Hauptsachlich Glucuronsaure-Konjugation mit Bildung von Morphin-3- und -6-Glucuroniden, mit Sulfatkonjugation. N-Demethylierung, O-Methylierung und N-Oxid-Glucuronidbildung erfolgen in der Darmschleimhaut und der Leber. Die N-Demethylierung erfolgt in groBerem Umfang nach oraler als parenteraler Anwendung. Der O-Methylierungspfad zur Bildung von Codein wurde in Frage
gestellt und Codein- und Norcodein-Metaboliten im Urin konnen moglicherweise aus Codeinverunreinigungen in der untersuchten Morphinprobe gebildet werden.
Elimination:
Nach einer oralen Dosis werden in 24 Stunden etwa 60 % im Urin ausgeschieden, wahrend in 48 Stunden etwa 3 % als freies Morphin ausgeschieden werden. Nach einer parenteralen Dosis werden ca. 90 % innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden, davon ca. 10 % als freies Morphin, 65 bis 70 % als konjugiertes Morphin, 1 % als Normorphin und 3 % als Normorphin-Glucuronid. Nach Anwendung groBer Dosen bei Abhangigen werden etwa 0,1 % einer Dosis als Norcodein ausgeschieden. Die Ausscheidung von Morphin im Urin scheint bis zu einem gewissen Grad pH-abhangig zu sein: je saurer der Urin wird, desto mehr wird freies Morphin ausgeschieden und je alkalischer der Urin wird, desto mehr wird Glucuronid-Konjugat ausgeschieden. Bis zu 10 % einer Dosis konnen in der Galle ausgeschieden werden.
Die Eliminationshalbwertzeit von Morphin betragt ca. 2 Stunden und ist unabhangig von der Art der Anwendung oder der Formulierung.
Altere Menschen haben aufgrund einer verminderten renalen Clearance eine verzogerte Clearance von Morphinmetaboliten.
Aufgrund der verminderten renalen Clearance kommt es bei Patienten mit Nierenversagen zu einer Akkumulation von Morphinmetaboliten.
Die Clearance von Morphin ist bei Patienten mit Zirrhose, Leberkrebs und portaler Hypertonie vermindert.
Pharmazeutische Angaben - Capros® 20 mg/ml
Natriumchlorid
Natriummetabisulfit (Ph. Eur.) (E223)
Natriumhydroxid-Losung 10 % (zur pH-Wert Einstellung) Schwefelsaure 10 % (zur pH-Wert Einstellung)
Wasser fGr Injektionszwecke
InkompatiЬilitaten
Morphinsalze sind empfindlich gegenGber pH-Wert-Anderungen, und in alkalischem Milieu kann es zur Ausfallung von Morphin aus der Losung kommen. Wirkstoffe, die mit Morphinsalzen inkompatibel sind, sind Aminophyllin und Natriumsalze von Barbituraten und Phenytoin.
Physikalisch-chemische Inkompatibilitat (Bildung von Ausfallungen) wurde zwischen Losungen von Morphinsulfat und 5-Fluorouracil nachgewiesen.
Sonstige Inkompatibilitaten (manchmal auf bestimmte Formulierungen zurGckgefGhrt) umfassen Aciclovir-Natrium, Doxorubicin, Fluorouracil, Furosemid, Heparin-Natrium, Pethidin-Hydrochlorid, Promethazin-Hydrochlorid und Tetracycline. FGr spezifische Informationen zur Kompatibilitat sind spezialisierte Referenzen heranzuziehen.
Dauer der НaltЬarkeit
3 Jahre
Besondere VorsichtsmaBnahmen fiir die AufЬewahrung
Nicht Gber 25°C lagern.
Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schGtzen.
Klare, farblose 1-ml-Ampullen (Typ 1 Glas), die ausreichend Losung fGr die Entnahme von 1 ml Losung enthalten.
5 oder 10 Ampullen sind in einer Faltschachtel verpackt.
Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.
Besondere VorsichtsmaBnahmen fiir die Beseitigung und sonstige Нinweise zur НandhaЬung
Nicht verwendete Losung ist zu beseitigen oder an die Apotheke zurGckzugeben. Die Losung ist vor der Anwendung auf sichtbare Partikel zu GberprGfen.
Die Losung darf nur verwendet werden, wenn sie klar und frei von Partikeln ist.
INНABER DER ZULASSUNG
Ethypharm
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