Aktren® Forte 400 mg Filmtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Aktren® 400 mg
Symptomatische Behandlung von
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leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen
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Fieber
Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach den Angaben in der nachfolgenden Tabelle. Ibuprofen wird bei Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit von Körpergewicht bzw. Alter dosiert, in der Regel mit 7 bis 10 mg/kg KG als Einzeldosis, bis maximal 30 mg/kg KG als Tagesgesamtdosis.
Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen Tagesgesamtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten.
Die niedrigste wirkungsvolle Dosis sollte für die kürzeste Dauer, die zur Linderung der Symptome erforderlich ist, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Wenn bei Erwachsenen die Einnahme dieses Arzneimittels länger als 3 Tage im Fall von Fieber und länger als 4 Tage im Fall von Schmerzen erforderlich ist oder wenn sich die Symptome verschlimmern, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wenn bei Kindern und Jugendlichen die Einnahme dieses Arzneimittels für mehr als 3 Tage erforderlich ist oder wenn sich die Symptome verschlimmern, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
| Körper-gewicht (Alter) |
Einzel-dosis in Anzahl der Tabletten |
max. Tagesdosis in Anzahl der Tabletten |
| 20 kg–29 kg (Kinder: 6–9 Jahre) |
½ Film-tablette (entsprechend 200 mg Ibuprofen) |
bis 1½ Film-tabletten (entsprechend bis 600 mg Ibuprofen) |
| 30 kg–39 kg (Kinder: 10–12 Jahre) |
½ Film-tablette (entsprechend 200 mg Ibuprofen) |
2 Film-tabletten (entsprechend 800 mg Ibuprofen) |
| ≥ 40 kg Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene |
½–1 Film-tablette (entsprechend 200–400 mg Ibuprofen) |
3 Film-tabletten (entsprechend 1200 mg Ibuprofen) |
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten:
Es ist keine spezielle Dosisanpassung er- forderlich. Wegen des möglichen Neben- wirkungsprofils (s. Abschnitt 4.4) sollten äl- tere Menschen besonders sorgfältig über- wacht werden.
Eingeschränkte Nierenfunktion:
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Ein- schränkung der Nierenfunktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz s. Abschnitt 4.3).
Eingeschränkte Leberfunktion (siehe Ab- schnitt 5.2):
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Ein- schränkung der Leberfunktion ist keine Do- sisreduktion erforderlich (Patienten mit schwe- rer Leberfunktionsstörung s. Abschnitt 4.3).
Kinder und Jugendliche
Zur Anwendung bei Kindern und Jugend- lichen s. auch Abschnitt 4.3.
Art der Anwendung
Aktren Forte werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit während oder nach einer Mahl- zeit eingenommen.
Für Patienten, die einen empfindlichen Ma- gen haben, empfiehlt es sich, Aktren Forte während der Mahlzeiten einzunehmen.
Nebenwirkungen können minimiert werden, wenn die zur Symptomkontrolle erforderli- che niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (s. Abschnitt 4.4).
Aktren Forte ist kontraindiziert bei Pa- tienten mit:
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genann- ten sonstigen Bestandteile;
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bekannten Reaktionen von Broncho- spasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der Einnahme von Acetylsalicylsäu- re oder anderen nicht-steroidalen Ent- zündungshemmern in der Vergangen- heit;
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ungeklärten Blutbildungsstörungen;
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bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämorrhagien (mindestens
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unterschiedliche Episoden nachge- wiesener Ulzeration oder Blutung);
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gastrointestinalen Blutungen oder Perfo- ration in der Anamnese im Zusammen- hang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika/Anti- phlogistika (NSAR);
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zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen;
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schweren Leber- oder Nierenfunktions- störungen;
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schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klas- se IV);
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Schwangerschaft im letzten Drittel (s. Ab- schnitt 4.6);
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Kindern unter 20 kg (6 Jahren), da die Dosisstärke von Aktren Forte aufgrund des höheren Wirkstoffgehaltes nicht ge- eignet ist.
Nebenwirkungen können minimiert werden, indem die zur Symptomkontrolle erforder- liche niedrigste Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (s. Ab- schnitt 4.2 und gastrointestinale und kar- diovaskuläre Risiken weiter unten).
Gastrointestinale Sicherheit
Die Anwendung von Aktren Forte in Kom- bination mit NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2 Hemmer, sollte vermie- den werden.
Ältere Patienten:
Bei älteren Patienten kommt es unter NSAR- Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkun- gen, vor allem zu gastrointestinalen Blutun- gen und Perforationen, auch mit letalem Ausgang (s. Abschnitt 4.2).
Gastrointestinale Blutungen, Ulzera und Per- forationen:
Gastrointestinale Blutungen, Ulzera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie tra- ten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende gastrointestinale Er- eignisse in der Anamnese zu jedem Zeit- punkt der Therapie auf.
Das Risiko gastrointestinaler Blutung, Ulze- ration oder Perforation ist höher mit steigen- der NSAR-Dosis, bei Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere mit den Kom- plikationen Blutung oder Perforation (s. Ab- schnitt 4.3), und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen. Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig do- sierter Acetylsalicylsäure (ASS) oder ande- ren Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen (s. Ab- schnitt 4.5), sollte eine Kombinationstherapie mit protektiven Arzneimitteln (z. B. Misopros- tol oder Protonenpumpenhemmer) in Be- tracht gezogen werden (s. unten und Ab- schnitt 4.5).
Patienten mit einer Anamnese gastrointesti- naler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sollten jegliche ungewöhnliche Symp- tome im Bauchraum (vor allem gastrointes- tinale Blutungen) insbesondere am Anfang der Therapie melden.
Vorsicht ist angeraten, wenn die Patienten gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z. B. orale Kortikosteroide, Anti- koagulanzien wie Warfarin, selektive Seroto- nin-Wiederaufnahmehemmer oder Throm- bozytenaggregationshemmer wie ASS (s. Abschnitt 4.5).
Wenn es bei Patienten unter Aktren Forte zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulze- ra kommt, ist die Behandlung abzusetzen.
NSAR sollten bei Patienten mit einer gastro- intestinalen Erkrankung in der Anamnese (Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn) mit Vor-
sicht angewendet werden, da sich ihr Zu- stand verschlechtern kann (s. Abschnitt 4.8).
Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Wir- kungen
Vorsicht (Erörterung mit dem Arzt oder Apo- theker) ist vor Beginn einer Behandlung von Patienten mit einer Vorgeschichte an Blut- hochdruck und / oder Herzinsuffizienz ge- boten, da Flüssigkeitseinlagerung, Bluthoch- druck und Ödeme in Verbindung mit NSAR- Therapie berichtet wurden.
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesonde- re in hohen Dosen (2400 mg/Tag) mög- licherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (zum Beispiel Myokardinfarkt oder Schlag- anfall) assoziiert ist. Insgesamt weisen epi- demiologische Studien nicht darauf hin, dass Ibuprofen in niedrigen Dosen (z.B.
≤ 1200 mg/Tag) mit einem erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse asso- ziiert ist.
Bei Patienten mit unkontrollierter Hyperto- nie, Herzinsuffizienz (NYHA II – III), bestehen- der ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Erkrankung sollte Ibu- profen nur nach sorgfältiger Abwägung angewendet und hohe Dosen (2400 mg/ Tag) vermieden werden.
Eine sorgfältige Abwägung sollte auch vor Beginn einer Langzeitbehandlung von Pa- tienten mit Risikofaktoren für kardiovasku- läre Ereignisse (z. B. Hypertonie, Hyperlipid- ämie, Diabetes mellitus, Rauchen) stattfin- den, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen (2400 mg/Tag) erforderlich sind.
Bei mit Aktren Forte behandelten Patienten wurden Fälle von Kounis Syndrom berich- tet. Das Kounis Syndrom umfasst kardio- vaskuläre Symptome infolge einer allergi- schen Reaktion oder Überempfindlichkeits- reaktion mit einer Verengung der Koronar- arterien und kann potenziell zu einem Myokardinfarkt führen.
Schwere Hautreaktionen
Schwerwiegende Hautreaktionen ein- schließlich exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevenson-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS Syndrom) und akute generalisierte exan- thematische Pustulose (AGEP), die lebens- bedrohlich oder tödlich sein können, wur- den im Zusammenhang mit der Anwen- dung von Ibuprofen berichtet (siehe Ab- schnitt 4.8). Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb des ersten Monats auf. Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hinweisen, sollte Ibuprofen unverzüglich abgesetzt und eine angemessene alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Maskierung der Symptome der zugrunde liegenden Infektionen
Aktren Forte kann Infektionssymptome maskieren, was zu einem verspäteten Ein- leiten einer geeigneten Behandlung und damit zur Verschlechterung der Infektion führen kann. Dies wurde bei bakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonien und
bakteriell verursachten Komplikationen bei Varizellen beobachtet. Wenn Aktren Forte zur Behandlung von Fieber oder Schmer- zen im Zusammenhang mit einer Infektion verabreicht wird, wird eine Überwachung der Infektion empfohlen. Ambulant behan- delte Patienten sollten einen Arzt konsultie- ren, falls die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.
In Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen (siehe Ab- schnitt 4.8). Bis jetzt konnte die Beteiligung von NSAR an einer Verschlimmerung dieser Infektionen nicht ausgeschlossen werden. Es ist daher empfehlenswert, die Anwen- dung von Aktren Forte bei Vorliegen einer Varizellen-Infektion zu vermeiden.
Sonstige Hinweise
Aktren Forte sollte nur unter strenger Ab- wägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden:
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bei angeborener Störung des Porphy- rinstoffwechsels (z. B. akute intermittie- rende Porphyrie);
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bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) sowie Mischkollagenose (mixed con- nective tissue disease) (s. Abschnitt 4.8), da diese Patienten ein erhöhtes Risiko für eine aseptische Meningitis haben;
Eine besonders sorgfältige ärztliche Über- wachung ist erforderlich:
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bei Magen-Darm-Störungen oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkran- kungen (Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn) in der Vorgeschichte;
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bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz;
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bei eingeschränkter Nierenfunktion, da diese sich weiter verschlechtern kann;
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bei Leberfunktionsstörungen; Leber- funktionsstörungen erhöhen das Risiko für das Auftreten einer renalen Toxizität und Schädigung, sowie für schwere, möglicherweise fatale hepatische Reak- tionen.
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direkt nach größeren chirurgischen Ein- griffen;
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bei Patienten, die an Heuschnupfen, Na- senpolypen oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen leiden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sog. Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria;
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bei Patienten, die auf andere Stoffe aller- gisch reagieren, da für sie bei der An- wendung von Ibuprofen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen besteht.
Schwere akute Überempfindlichkeitsreak- tionen (z. B. anaphylaktischer Schock) wer- den sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreak- tion nach Einnahme/Verabreichung von Aktren Forte muss die Therapie abgebro- chen werden. Der Symptomatik entspre- chende, medizinisch erforderliche Maß- nahmen müssen durch fachkundige Per- sonen eingeleitet werden.
Ibuprofen, der Wirkstoff von Aktren Forte, kann vorübergehend die Thrombozyten- aggregation hemmen. Patienten mit Ge-
rinnungsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.
Bei länger dauernder Gabe von Aktren Forte ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwer- te, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.
Die längere Anwendung jeglicher Art von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Ist dies der Fall oder wird dies vermutet, sollte ärztlicher Rat ein- geholt werden und die Behandlung abge- brochen werden. Die Diagnose von Kopf- schmerz bei Medikamentengebrauch (Medi- cation Overuse Headache, MOH) sollte bei Patienten vermutet werden, die an häufigen oder täglichen Kopfschmerzen leiden, ob- wohl (oder gerade weil) sie regelmäßig Arz- neimittel gegen Kopfschmerzen einnehmen. Ganz allgemein kann die gewohnheitsmä- ßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbe- sondere bei Kombination mehrerer schmerz- stillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nie- renschädigung mit dem Risiko eines Nie- renversagens (Analgetika-Nephropathie) füh- ren.
Bei Anwendung von NSAR können durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol, Wirk- stoff-bedingte Nebenwirkungen, insbeson- dere solche, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nervensystem betreffen, verstärkt werden.
Kinder und Jugendliche
Es besteht ein Risiko für Nierenfunktions- störungen bei dehydrierten Kindern und Jugendlichen.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase- Mangel oder Glucose-Galactose-Malab- sorption sollten Aktren Forte nicht einneh- men.
Aktren Forte enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette/überzo- gene Tablette, d. h., die sind nahezu „na- triumfrei“.
Ibuprofen (wie andere NSAR) sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden Arz- neistoffen eingenommen werden:
Anderen NSAR einschließlich Salicylate: Die gleichzeitige Gabe mehrerer NSAR kann das Risiko gastrointestinaler Ulzera und Blutungen auf Grund eines synergistischen Effekts erhöhen. Daher soll die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen mit anderen NSAR vermieden werden (s. Abschnitt 4.4).
Acetylsalicylsäure
Die gleichzeitige Verabreichung von Ibupro- fen und Acetylsalicylsäure wird im Allgemei- nen aufgrund des Potenzials für vermehrte Nebenwirkungen nicht empfohlen.
Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosier- ter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozy- tenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig verabreicht wer- den. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klini- sche Situation bestehen, kann die Möglich- keit, dass eine regelmäßige Langzeitan- wendung von Ibuprofen die kardioprotekti-
ve Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicyl- säure reduzieren kann, nicht ausgeschlos- sen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (sie- he Abschnitt 5.1).
Digoxin, Phenytoin, Lithium:
Die gleichzeitige Anwendung von Aktren Forte mit Digoxin-, Phenytoin- oder Lithiumpräparaten kann den Serumspiegel dieser Arzneimittel erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Digoxinspiegel, der Serum-Phe- nytoinspiegel und der Serum-Lithiumspie- gel ist bei bestimmungsgemäßer Anwen- dung (maximal über 4 Tage) in der Regel nicht erforderlich.
Antihypertensiva und Diuretika:
Nicht-steroidale Antirheumatika können die Wirkung von Diuretika und Antihypertensi- va (z. B. ACE-Hemmer, Betarezeptorenblo- cker und Angiotensin-II-Antagonisten) ab- schwächen. Bei Patienten mit eingeschränk- ter Nierenfunktion (z. B. exsikkierte Patien- ten oder ältere Patienten) kann die gleich- zeitige Einnahme eines ACE-Hemmers, oder Angiotensin-II-Antagonisten mit einem Arz- neimittel, das die Cyclooxygenase hemmt, zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines mög- lichen akuten Nierenversagens, führen, was gewöhnlich reversibel ist. Daher sollte eine solche Kombination, vor allem bei älteren Patienten, nur mit Vorsicht angewendet wer- den. Die Patienten müssen zu einer ad- äquaten Flüssigkeitseinnahme aufgefordert werden und eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte nach Beginn einer Kom- binationstherapie in Erwägung gezogen wer- den.
Kaliumsparende Diuretika:
Erhöhtes Risiko einer Hyperkaliämie.
Glucocorticoide:
Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen (s. Abschnitt 4.4).
Thrombozytenaggregationshemmer und se- lektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI):
Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (s. Abschnitt 4.4).
Methotrexat:
Die Gabe von Aktren Forte innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Me- thotrexat kann zu einer erhöhten Konzen- tration von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung führen.
Ciclosporin:
Das Risiko einer nierenschädigenden Wir- kung durch Ciclosporin wird durch die gleichzeitige Gabe bestimmter nicht-steroi- daler Antirheumatika erhöht. Dieser Effekt kann auch für eine Kombination von Ciclo- sporin mit Ibuprofen nicht ausgeschlossen werden.
003049
Antikoagulanzien:
Nicht-steroidale Antirheumatika können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken (s. Abschnitt 4.4.).
Sulfonylharnstoffe:
Klinische Untersuchungen haben Wechsel- wirkungen zwischen nicht-steroidalen Anti- rheumatika und oralen Antidiabetika (Sulfo- nylharnstoffen) gezeigt. Obwohl Wechselwir-
kungen zwischen Ibuprofen und Sulfonyl- harnstoffen bisher nicht beschrieben sind, wird vorsichtshalber bei gleichzeitiger Ein- nahme eine Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen.
Tacrolimus:
Das Risiko der Nephrotoxizität ist erhöht, wenn beide Arzneimittel gleichzeitig verab- reicht werden.
Zidovudin:
Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-po- sitiven Hämophilie-Patienten, die gleichzeitig Zidovudin und Ibuprofen einnehmen.
Chinolon-Antibiotika:
Tierexperimentelle Daten weisen darauf hin, dass NSAR das Risiko für Chinolon- Antibiotika assoziierte Krampfanfälle erhö- hen können. Patienten, die NSAR und Chi- nolone einnehmen, können ein erhöhtes Risiko haben Krampfanfälle zu entwickeln.
Probenecid und Sulfinpyrazon: Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfinpy- razon enthalten, können die Ausscheidung von Ibuprofen verzögern.
Schwangerschaft
Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beein- flussen.
Daten aus epidemiologischen Studien wei- sen auf ein erhöhtes Risikos für Fehl- geburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Früh- schwangerschaft hin. Das absolute Risiko für kardiovaskuläre Missbildungen erhöhte sich von weniger als 1 % auf bis zu unge- fähr 1,5 %. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie ansteigt.
Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantären Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen ver- schiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Or- ganogenese einen Prostaglandinsynthese- hemmer erhielten.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung von Ibuprofen ein durch eine fötale Nierenfunktionsstörung ausge- löstes Oligohydramnion verursachen. Dies kann kurz nach Beginn der Behandlung auftreten und ist in der Regel nach Abset- zen der Behandlung reversibel. Zusätzlich wurden Fälle berichtet, bei denen nach der Behandlung im zweiten Schwangerschafts- trimenon eine Verengung des Ductus arteriosus auftrat, wobei sich diese in den meisten Fällen nach dem Absetzen der Behandlung zurückgebildet hat. Somit soll- te Ibuprofen während des ersten und zwei- ten Schwangerschaftstrimenons nicht ge- geben werden, es sei denn, dies ist unbe- dingt notwendig. Wenn Ibuprofen bei einer Frau angewendet wird, die versucht,
schwanger zu werden oder sich im ersten und zweiten Schwangerschaftstrimenon befindet, sollte die Dosis so gering wie möglich und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden. Nach einer mehrtägigen Einnahme von Ibuprofen ab der 20. Schwangerschaftswoche sollte eine pränatale Überwachung hinsichtlich eines Oligohydramnions und einer Veren- gung des Ductus arteriosus in Betracht gezogen werden. Ibuprofen sollte abge- setzt werden, wenn ein Oligohydramnion oder eine Verengung des Ductus arteriosus festgestellt wird.
Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft können alle Prostaglan- dinsynthesehemmer:
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den Fetus folgenden Risiken aussetzen:
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kardiopulmonale Toxizität (vorzeitige Verengung/ vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);
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Nierenfunktionsstörung, die zu Nieren- versagen mit Oligohydramniose fort- schreiten kann (sehe oben).
-
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die Mutter und das Neugeborene, am Ende der Schwangerschaft, folgenden Risiken aussetzen:
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Mögliche Verlängerung der Blutungs- zeit, ein thrombozytenaggregations- hemmender Effekt, der auch bei sehr geringen Dosen auftreten kann;
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Hemmung von Uteruskontraktionen, die zu verzögerten Wehen oder einem verlängerten Geburtsvorgang führen kann.
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Daher ist Ibuprofen im dritten Schwanger- schaftstrimesters kontraindiziert (siehe Ab- schnitt 4.3 und 5.3).
Stillzeit
Der Wirkstoff und seine Abbauprodukte ge- hen nur in geringen Mengen in die Mutter- milch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, wird bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein.
Fertilität
Es existiert eine gewisse Evidenz dafür, dass Arzneistoffe, die die Cyclooxygenase / Pros- taglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität über eine Wirkung auf die Ovulation beeinträchtigen können. Dies ist nach Ab- setzen der Behandlung reversibel.
Da bei der Anwendung von Aktren Forte in höherer Dosierung zentralnervöse Neben- wirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall die Re- aktionsfähigkeit verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beein- trächtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zu Grunde gelegt:
| Sehr häufig: | ≥ 1/10 |
| Häufig: | ≥ 1/100, < 1/10 |
| Gelegentlich: | ≥ 1/1.000, < 1/100 |
| Selten: | ≥ 1/10.000, < 1/1.000 |
| Sehr selten: | < 1/10.000 |
| Nicht bekannt: | Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar |
Die Aufzählung der folgenden unerwünsch- ten Wirkungen umfasst alle bekannt gewor- denen Nebenwirkungen unter der Behand- lung mit Ibuprofen, auch solche unter hoch dosierter Langzeittherapie bei Rheuma- patienten. Die Häufigkeitsangaben, die über sehr seltene Meldungen hinausgehen, be- ziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung bis zu Tagesdosen von maximal 1200 mg Ibuprofen für orale Darreichungsformen (= 3 Filmtabletten Aktren Forte).
Bei den folgenden unerwünschten Arznei- mittelwirkungen muss berücksichtigt wer- den, dass sie überwiegend dosisabhängig und interindividuell unterschiedlich sind.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwir- kungen betreffen den Verdauungstrakt. Pep- tische Ulzera, Perforationen oder Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbe- sondere bei älteren Patienten (siehe Ab- schnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Verstopfung, Verdauungsbe- schwerden, abdominale Schmerzen, Teer- stuhl, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach An- wendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet. Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen- Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosis- bereich und der Anwendungsdauer.
Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit NSAR-Be- handlung berichtet.
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arte- rieller thrombotischer Ereignisse (z. B. Myo- kardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist (siehe Abschnitt 4.4).
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Sehr selten ist im zeitlichen Zusammen- hang mit der systemischen Anwendung von nicht-steroidalen Antiphlogistika eine Verschlechterung infektionsbedingter Ent- zündungen (z. B. Entwicklung einer nekroti- sierenden Fasciitis) beschrieben worden. Dies steht möglicherweise im Zusammen- hang mit dem Wirkmechanismus der nicht- steroidalen Antiphlogistika.
Wenn während der Anwendung von Aktren Forte Zeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, wird dem Patienten daher empfohlen, unverzüg- lich den Arzt aufzusuchen. Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine antiinfektiöse/anti- biotische Therapie vorliegt.
Sehr selten wurde unter der Anwendung von Ibuprofen die Symptomatik einer asep- tischen Meningitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fie- ber oder Bewusstseinstrübung beobach- tet. Prädisponiert scheinen Patienten mit Autoimmunerkrankungen (SLE, mixed con- nective tissue disease) zu sein.
Erkrankungen des Blutes und des Lymph- systems
Sehr selten: Störungen der Blutbildung (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose).
Erste Anzeichen können sein: Fieber, Hals- schmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschla- genheit, Nasenbluten und Hautblutungen.
Bei Langzeittherapie sollte das Blutbild re- gelmäßig kontrolliert werden.
Erkrankungen des Immunsystems Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktio- nen mit Hautausschlägen und Hautjucken sowie Asthmaanfällen (ggf. mit Blutdruck- abfall).
Der Patient ist anzuweisen, in diesem Fall umgehend den Arzt zu informieren, und Aktren Forte nicht mehr einzunehmen.
Sehr selten: Schwere allgemeine Überemp- findlichkeitsreaktionen. Sie können sich äu- ßern als: Gesichtsödem, Zungenschwel- lung, innere Kehlkopfschwellung mit Ein- engung der Luftwege, Luftnot, Herzjagen, Blutdruckabfall bis hin zu lebensbedroh- lichem Schock. Beim Auftreten einer dieser Erscheinungen, die schon bei Erstanwen- dung vorkommen können, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Psychotische Reaktionen, De- pression.
Erkrankungen des Nervensystems Gelegentlich: Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit.
Augenerkrankungen Gelegentlich: Sehstörungen.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Selten: Tinnitus.
Herzerkrankungen
Sehr selten: Palpitationen, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt.
Nicht bekannt: Kounis Syndrom
Gefäßerkrankungen
Sehr selten: Arterielle Hypertonie.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig: Gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Er- brechen, Blähungen, Diarrhoe, Verstopfung und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Anämie verur- sachen können.
Gelegentlich: Gastrointestinale Ulzera, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch. Ulzerative Stomatitis, Verstärkung einer Co- litis und eines Morbus Crohn (siehe Ab- schnitt 4.4).
Gelegentlich: Gastritis.
Sehr selten: Ösophagitis, Pankreatitis. Sehr selten: Ausbildung von intestinalen, diaphragmaartigen Strukturen.
Der Patient ist anzuweisen, bei Auftreten von stärkeren Schmerzen im Oberbauch oder bei Melaena oder Hämatemesis das Arznei- mittel abzusetzen und sofort einen Arzt auf- zusuchen.
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Leberfunktionsstörungen, Leber- schäden, insbesondere bei der Langzeit- therapie, Leberversagen, akute Hepatitis.
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut- zellgewebes
Sehr selten: Schwere Hautreaktionen (ein- schließlich Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse), Alopezie. Nicht bekannt: Arzneimittelreaktion mit Eo- sinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Akute generalisierte exanthemi- sche Pustulose (AGEP).
Lichtempfindlichkeitsreaktionen.
In Ausnahmefällen kann es zu einem Auf- treten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Va- rizelleninfektion kommen (s. auch „Infektio- nen und parasitäre Erkrankungen“).
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Sehr selten: Ausbildung von Ödemen, ins- besondere bei Patienten mit arterieller Hy- pertonie oder Niereninsuffizienz; nephroti- sches Syndrom; interstitielle Nephritis, die mit einer akuten Niereninsuffizienz einher- gehen kann.
Sehr selten können auch Nierengewebs- schädigungen (Papillennekrosen) und er- höhte Harnsäurekonzentrationen im Blut auftreten. Die Nierenfunktion sollte regelmä- ßig kontrolliert werden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: http//www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome
Als Symptome einer Überdosierung können zentralnervöse Störungen wie Kopfschmer- zen, Schwindel, Benommenheit und Bewusst- losigkeit (bei Kindern auch myoklonische Krämpfe) sowie Abdominalschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Des Wei- teren sind gastrointestinale Blutungen und Funktionsstörungen von Leber und Nieren möglich. Ferner kann es zu Hypotension, Atemdepression und Zyanose kommen.
Bei schwerwiegenden Vergiftungen kann eine metabolische Azidose auftreten.
Maßnahmen
Ein spezifisches Antidot existiert nicht.
Pharmakologische Eigenschaften - Aktren® 400 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Muskel- und Skelettsystem, Propionsäure-Derivate ATC-Code: M01AE01
Ibuprofen ist ein nicht-steroidales Antiphlo- gistikum/Analgetikum, das sich über die Prostaglandinsynthesehemmung in den üblichen tierexperimentellen Entzündungs- modellen als wirksam erwies. Beim Men- schen reduziert Ibuprofen entzündlich be- dingte Schmerzen, Schwellungen und Fie- ber. Ferner hemmt Ibuprofen reversibel die ADP- und die kollageninduzierte Plättchen- aggregation.
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosier- ter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozy- tenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig verabreicht wer- den. Einige Pharmakodynamische Studien zeigen, dass es bei Einnahme von Einzel- dosen von 400 mg Ibuprofen innerhalb von 8 Stunden vor oder innerhalb von 30 Minu- ten nach der Verabreichung von Acetylsali- cylsäure-Dosen mit schneller Freisetzung (81 mg) zu einer verminderten Wirkung der Acetylsalicylsäure auf die Bildung von Throm- boxan oder die Thrombozytenaggregation kam. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klini- sche Situation bestehen, kann die Möglich- keit, dass eine regelmäßigen Langzeitan- wendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen wer- den. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wech- selwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Ab- schnitt 4.5).
Bei oraler Applikation wird Ibuprofen zum Teil schon im Magen und anschließend vollständig im Dünndarm resorbiert.
Nach hepatischer Metabolisierung (Hydro- xylierung, Carboxylierung) werden die phar- makologisch unwirksamen Metabolite voll- ständig, hauptsächlich renal (90 %), aber auch biliär eliminiert. Die Eliminationshalb- wertzeit beträgt beim Gesunden und Leber- und Nierenkranken 1,8 – 3,5 Stunden, die Plasmaproteinbindung etwa 99 %. Maxima- le Plasmaspiegel werden nach oraler Gabe einer normal freisetzenden Arzneiform nach 1 – 2 Stunden erreicht.