Präparate

Zostex® 125 mg Tabletten

Verschreibungsinformationen
Arzneimittel ist nicht auf der Liste.
Rezeptpflichtig
Keine Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Zostex® 125 mg Tabletten
Gluten: Nein
Laktose: Nein
Tbl.
Berlin-Chemie AG
SmPC
cta-icon
Sie können unbegrenzten Zugang erhalten, indem Sie sich anmelden oder sich für ein kostenloses Mediately-Konto registrieren.
Verbleibende Aufrufe: 5
Registrieren
Anwendungsgebiete

Frühzeitige Behandlung des akuten Herpes zoster bei immunkompetenten Erwachse- nen

Dosierung
Dosierung

Erwachsene nehmen eine Tablette Zostex

einmal täglich über einen Zeitraum von 7 Tagen ein.

Die Behandlung sollte so früh wie möglich begonnen werden, vorzugsweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Hauterscheinungen (im Allgemeinen Haut- ausschlag) oder 48 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen. Die Tabletten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit eingenom- men werden.

Der Patient sollte angewiesen werden, ei- nen Arzt aufzusuchen, wenn die Symptome während der 7-tägigen Behandlung beste- hen bleiben oder sich verschlechtern.

Zostex ist für eine Kurzzeitbehandlung vor- gesehen.

Zusätzlich verringert diese Behandlung mit der üblichen, oben genannten Dosierung (einmal täglich 1 Tablette Zostex für 7 Tage) bei Patienten über 50 Jahre das Risiko der Entwicklung einer postzosterischen Neural- gie.

Nach einem ersten Behandlungszyklus von 7 Tagen sollte kein zweiter durchgeführt werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung bei Patienten über 65 Jahre ist nicht erforderlich.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktions- störung

Februar 2021

Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörung wurden keine signifikanten Veränderungen in der systemischen Brivudinbelastung be- obachtet; deshalb ist bei Patienten mit mä- ßiger bis schwerer Leber- oder Nierenfunk- tionsstörung keine Dosisanpassung erfor- derlich (siehe auch Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Zostex darf bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren nicht angewendet werden, da die Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht erwiesen sind (siehe Ab- schnitt 4.3).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Nahrungsaufnahme beeinflusst die Re- sorption von Brivudin nicht signifikant (sie- he Abschnitt 5.2).

Gegenanzeigen
Krebs-Chemotherapie mit Fluoropyri- midinen

Brivudin ist kontraindiziert bei Patienten, die kürzlich eine Krebs-Chemotherapie erhalten haben, derzeit erhalten oder inner- halb von 4 Wochen erhalten sollen mit Arz- neimitteln, die 5-Fluorouracil (5-FU) enthalten, einschließlich seiner topischen Zubereitun- gen, seiner Prodrugs (z. B. Capecitabin, Tegafur) und Kombinationsarzneimitteln, die einen dieser Wirkstoffe oder andere Fluo- ropyrimidine enthalten (siehe auch Ab- schnitte 4.3 „Immunsupprimierte Patien- ten“, 4.4, 4.5 und 4.8).

Antimykotische Therapie mit Flucytosin

Brivudin ist kontraindiziert bei Patienten, die kürzlich eine antimykotische Therapie mit Flucytosin erhalten haben oder derzeit erhalten, da es ein Prodrug von 5-Fluorour- acil (5-FU) ist (siehe auch Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.8).

Die Wechselwirkung zwischen Brivudin und Fluoropyrimidinen (z. B. Capeci- tabin, 5-FU, usw.) ist potenziell tödlich (siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.8). Immunsupprimierte Patienten

Brivudin ist kontraindiziert bei immunsup- primierten Patienten (z. B. Patienten, die kürzlich eine Krebs-Chemotherapie erhal- ten haben oder derzeit erhalten, oder Pa- tienten unter immunsuppressiver Therapie).

Kinder

Sicherheit und Wirksamkeit von Brivudin sind bei Kindern nicht ausreichend belegt; deshalb ist die Anwendung bei Kindern nicht angezeigt.

Überempfindlichkeit

Brivudin darf bei Überempfindlichkeit ge- gen den Wirkstoff oder einen der in Ab- schnitt 6.1 genannten sonstigen Bestand- teile nicht eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Brivudin ist in der Schwangerschaft und Still- zeit kontraindiziert (siehe auch Abschnitt 4.6).

Brivudin darf nicht bei Patienten an- gewendet werden, die kürzlich eine Krebs- Chemotherapie erhalten haben, derzeit erhalten oder innerhalb von 4 Wochen erhalten sollen mit Arznei- mitteln, die 5-Fluorouracil (5-FU) ent- halten, einschließlich seiner topischen Zubereitungen, seiner Prodrugs (z. B.
Warnhinweise

Capecitabin, Tegafur) und Kombinati- onsarzneimittel, die einen dieser Wirk- stoffe oder andere Fluoropyrimidine enthalten (siehe auch Abschnitte 4.3, 4.5 und 4.8).

Brivudin darf nicht bei Patienten ange- wendet werden, die kürzlich eine anti- mykotische Therapie mit Flucytosin (einem Prodrug von 5-Fluorouracil) er- halten haben oder derzeit erhalten. Die Wechselwirkung zwischen Brivudin und Fluoropyrimidinen (z. B. Capeci- tabin, 5-FU, Tegafur, Flucytosin, usw.) ist potenziell tödlich. Es wurden To- desfälle aufgrund dieser Wechsel- wirkung berichtet. Daher muss eine Wartezeit von mindestens 4 Wochen zwischen dem Ende der Behandlung mit Brivudin und dem Beginn einer Therapie mit Fluoropyrimidin-halti- gen Arzneimitteln (z. B. Capecitabin, 5-FU, Tegafur, Flucytosin, usw.) ein- gehalten werden (siehe Abschnit- te 4.3, 4.5 und 4.8).

Im Falle einer versehentlichen Anwen- dung von Brivudin bei Patienten, die kürzlich Fluoropyrimidine erhalten ha- ben oder derzeit erhalten, müssen alle Arzneimittel abgesetzt und wirkungs- volle Maßnahmen zur Reduzierung der Toxizität der Fluoropyrimidine ergriffen werden: sofortige Einweisung ins Kran- kenhaus und alle Maßnahmen zur Ver- hütung systemischer Infektionen und Dehydratation. Ein Spezialzentrum für Vergiftungen (z. B. Giftnotrufzentrale) muss so schnell wie möglich kontaktiert werden, um eine geeignete Vorgehens- weise gegen die Fluoropyrimidin- Toxi- zität zu finden (siehe Abschnitte 4.3, 4.5 und 4.8).

Eine Brivudin-Behandlung ist nicht durch- zuführen, wenn die Hauterscheinungen be- reits voll ausgeprägt sind.

Brivudin sollte bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, wie z. B. Hepatitis, mit Vorsicht angewendet werden. Daten nach Markteinführung deuten darauf hin, dass eine Überschreitung der Behandlungsdau- er über die empfohlenen 7 Tage hinaus das Risiko für die Entstehung einer Hepatitis erhöht (siehe auch Abschnitt 4.8).

Da als sonstiger Bestandteil Lactose ent- halten ist, sollten Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase- Mangel oder Glucose-Galactose-Malab- sorption dieses Arzneimittel nicht einneh- men.

Wechselwirkungen

Es wurde eine klinisch signifikante Wech- selwirkung (potenziell tödlich) zwischen Brivudin und Fluoropyrimidinen (z. B. Capecitabin, 5-FU, Tegafur, Flucytosin, usw.) beschrieben (siehe auch Abschnit- te 4.3, 4.4 und 4.8).

Diese Wechselwirkung, die zu einer erhöh- ten Fluoropyrimidin-Toxizität führt, ist po- tenziell tödlich.

Brivudin hemmt durch seinen Hauptmeta- boliten Bromvinyluracil (BVU) die Dihydro- pyrimidin-Dehydrogenase (DPD) irreversibel. DPD ist ein Enzym, das den Metabolismus sowohl von natürlichen Nukleosiden (z. B. Thymidin) als auch von Pyrimidin-Derivaten (Fluoropyrimidine), wie Capecitabin oder 5-Fluorouracil (5-FU), reguliert. Die Hem- mung des Enzyms führt zu einer Akkumula- tion und verstärkten Toxizität von Fluoropy- rimidinen.

Es wurde der klinische Nachweis erbracht, dass bei gesunden Erwachsenen nach einer Behandlung mit Brivudin (125 mg ein- mal täglich für 7 Tage) die volle Funktions- tüchtigkeit von DPD 18 Tage nach Einnah- me der letzten Brivudin-Dosis wieder her- gestellt war.

Dennoch darf Brivudin nicht bei Patien- ten angewendet werden, die kürzlich eine Krebs-Chemotherapie erhalten haben, derzeit erhalten oder innerhalb von 4 Wo- chen erhalten sollen mit Arzneimitteln, die 5-Fluorouracil (5-FU) enthalten, einschließ- lich seiner topischen Zubereitungen, seiner Prodrugs (z. B. Capecitabin, Tegafur) und Kombinationsarzneimitteln, die einen die- ser Wirkstoffe oder andere Fluoropyrimidi- ne enthalten (siehe auch Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.8).

Brivudin darf nicht bei Patienten angewen- det werden, die kürzlich eine antimykoti- sche Therapie mit Flucytosin (einem Pro- drug von 5-Fluorouracil) erhalten haben oder derzeit erhalten.

Es muss ein zeitlicher Abstand von mindes- tens 4 Wochen zwischen dem Ende der Behandlung mit Brivudin und dem Beginn einer Therapie mit Capecitabin oder ande- ren Fluoropyrimidin-haltigen Arzneimitteln einschließlich Flucytosin eingehalten wer- den.

Im Falle einer versehentlichen Anwen- dung von Brivudin bei Patienten, die kürzlich Fluoropyrimidine erhalten haben oder derzeit erhalten, müssen alle Arznei- mittel abgesetzt und wirkungsvolle Maß- nahmen zur Verringerung der Toxizität der Fluoropyrimidine ergriffen werden: sofortige Einweisung ins Krankenhaus und alle Maß- nahmen zur Verhütung systemischer Infek- tionen und Dehydratation. Ein Spezialzen- trum für Vergiftungen (z. B. Giftnotrufzen- trale) muss so schnell wie möglich kontak- tiert werden, um eine geeignete Vorgehens- weise gegen die Fluoropyrimidin-Toxizität zu finden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.8). Symptome einer Intoxikation mit Fluo- ropyrimidin-haltigen Arzneimitteln sind Übel- keit, Erbrechen, Diarrhö, und in schweren Fällen Stomatitis, Mukositis, toxische epi-

dermale Nekrolyse, Neutropenie und Kno- chenmarksdepression.

Dopaminerge Arzneimittel und/oder Morbus Parkinson

Erfahrungen nach Markteinführung deuten darauf hin, dass bei gleichzeitiger Gabe von Brivudin und dopaminergen Arzneimitteln (Arzneimittel zur Behandlung des Morbus Parkinson) möglicherweise Chorea ausge- löst werden kann.

Andere Wechselwirkungen

Es gibt keine Anzeichen für eine Induktion oder Hemmung des Leber-Cytochrom- P450-Systems.

Nahrungsaufnahme beeinflusst die Re- sorption von Brivudin nicht signifikant.

Schwangerschaft

Brivudin ist in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Tierexperimentelle Studien zeigten keine embryotoxischen oder teratogenen Wir- kungen. Fetotoxische Wirkungen traten erst bei hohen Dosen auf. Die Sicherheit von Brivudin in der Schwangerschaft beim Menschen ist jedoch nicht erwiesen.

Tierversuche haben gezeigt, dass Brivudin und der Hauptmetabolit Bromvinyluracil (BVU) in die Muttermilch übergehen.

Organsystemklasse Häufig(≥ 1/100 bis< 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis< 1/100) Selten(≥ 1/10 000 bis< 1/1 000) Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grund- lage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Granulozytopenie, Eosinophilie, An- ämie, Lymphozytose, Monozytose Thrombozytopenie
Erkrankungen des Immunsystems Allergische Reaktionen/Überemp- findlichkeitsreaktionen (periphere Ödeme und Ödeme von Zunge, Lippen, Augenlid, Kehlkopf und Gesicht, Pruritus, Hautausschlag, verstärktes Schwitzen, Husten, Dyspnoe, Bronchokonstriktion)
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Appetitlosigkeit
Psychiatrische Erkrankungen Insomnie, Angststörung Halluzinationen, Verwirrt- heitszustand Delirium, Unruhe, Stim- mungsschwankungen, depressive Verstimmung
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen, (Dreh-) Schwindel, Somnolenz, Parästhesie Geschmacksstörung, Tremor Synkope, Gleichge- wichtsstörung, psycho- motorische Hyperaktivi- tät
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Ohrenschmerzen
Gefäßerkrankungen Hypertonie Hypotonie Vaskulitis
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Übelkeit Erbrechen, Diarrhö, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Verstopfung, Flatulenz
Leber- und Gallenerkrankungen Fettleber, Erhöhung der Leber- enzyme Hepatitis, Bilirubin im Blut erhöht akutes Leberversagen
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes fixes Exanthem, exfolia- tive Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens- Johnson-Syndrom
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Knochenschmerzen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Asthenie, Müdigkeit, grippeähnliche Erkrankung (Unwohlsein, Fieber, Schmerz, Schüttelfrost)
Fahrtüchtigkeit

7 Tage hinaus das Risiko für die Entste- hung einer Hepatitis erhöht.

Kinder und Jugendliche

und Penciclovir. Brivudin-Plasmakonzen- trationen bei Patienten, die die empfohlene Dosierung von 125 mg einmal täglich er- halten, zeigen maximale Plasmaspiegel

Es liegen keine Untersuchungen über Aus-

wirkungen von Brivudin auf die Fahrtüchtig-

Die Anwendung von Brivudin bei Kindern

wurde nicht untersucht und ist nicht ange-

(Css

max

) von 1,7 μg/ml (entspricht der

1000fachen In-vitro-IC50) und erreichen

keit oder das Bedienen von Maschinen vor.

zeigt. Daher ist auch das Sicherheitsprofil

minimale Konzentrationen (Css

) von

Es sollte jedoch bei der Teilnahme am Stra-

in der pädiatrischen Population nicht be-

min

0,06 μg/ml (entspricht nahezu dem 60fa-

ßenverkehr oder der Bedienung von Ma-

schinen bzw. bei Arbeiten ohne sicheren

kannt.

chen IC

50-Wert). Brivudin zeigt in Bezug auf

Halt beachtet werden, dass in einigen Fäl- len über Schwindel und Schläfrigkeit be- richtet worden ist (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Sicherheits- profils

Brivudin wurde in klinischen Studien an mehr als 3900 Patienten verabreicht. Die schwerwiegendste, aber selten auftretende Nebenwirkung war Hepatitis. Diese Neben- wirkung wurde auch nach Markteinführung registriert.

Die einzige häufige Nebenwirkung war Übelkeit (2,1 %). Nebenwirkungen in den folgenden Häufigkeitskategorien (gelegent- lich und selten) waren solche, die das Ner- vensystem und psychiatrische Beschwer- den betreffen. Eine Wirkung von Brivudin auf das ZNS ist auch aus Daten nach Markteinführung ersichtlich.

Erkrankungen der Haut und des Unterhaut- zellgewebes waren bei klinischer Anwen- dung dieses Präparates von Bedeutung. Dies ist auch aus Daten nach der Marktein- führung ersichtlich.

Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen stimmten mit denen überein, die bei ande- ren antiviralen Nukleosidanaloga der glei- chen Klasse beobachtet werden.

Tabellarische Übersicht der Nebenwir- kungen

Die folgende Tabelle listet Nebenwirkungen von Brivudin nach Organsystemklassen und abnehmender Bedeutung auf (siehe Tabelle auf Seite 2).

Erläuterung zu ausgewählten Neben- wirkungen

Brivudin kann mit Chemotherapeutika vom Fluoropyrimidin-Typ interagieren. Diese Wechselwirkung, die zu einer er- höhten Fluoropyrimidin-Toxizität führt, ist potenziell tödlich (siehe auch Ab- schnitte 4.3, 4.4 und 4.5).

Symptome einer Intoxikation mit Fluo- ropyrimidin-haltigen Arzneimitteln sind Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und in schwe- ren Fällen Stomatitis, Mukositis, toxische epidermale Nekrolyse, Neutropenie und Knochenmarksdepression (siehe auch Ab- schnitte 4.3, 4.4 und 4.5).

Februar 2021

Hepatotoxische Wirkungen traten sowohl in klinischen Studien als auch nach Markt- einführung auf. Zu diesen gehören eine entweder cholestatische oder zytolytische Hepatitis, cholestatischer Ikterus oder er- höhte Leberenzymwerte. Die meisten Fälle von Hepatitis begannen zwischen 3 und 28 Tagen nach Ende der 7-tägigen Behand- lung. Daten nach Markteinführung deuten darauf hin, dass eine Überschreitung der Behandlungsdauer über die empfohlenen

Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi- zinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt- Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Bisher wurde von keiner Überdosierung mit Brivudin berichtet. Bei beabsichtigter oder versehentlicher Überdosierung sollte eine angemessene symptomatische und unter- stützende Therapie durchgeführt werden.

Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamik

Virustatikum

ATC-Code J05AB15

Brivudin, der Wirkstoff von Zostex, ist eines der potentesten Nukleosidanaloga, die die Replikation des Varicella-Zoster-Virus (VZV) hemmen. Besonders sensitiv sind klinisch relevante VZV-Stämme.

In virusinfizierten Zellen wird Brivudin einer Reihe von aufeinander folgenden Phospho- rylierungen unterzogen, die zu Brivudin-Tri- phosphat führen, welches für die Hem- mung der viralen Replikation verantwortlich ist. Die intrazelluläre Umwandlung von Bri- vudin in seine phosphorylierten Derivate wird durch viral kodierte Enzyme, im We- sentlichen Thymidinkinase, katalysiert. Die Phosphorylierung findet nur in bereits infi- zierten Zellen statt, was die hohe Selektivi- tät von Brivudin gegen virale Ziele erklärt. Ist das Brivudin-Triphosphat einmal gebil- det, persistiert es intrazellulär für mehr als 10 Stunden und interagiert mit der viralen DNA-Polymerase. Dieses Zusammenspiel resultiert in einer potenten Hemmung der viralen Replikation.

Der Resistenzmechanismus basiert auf ei- nem Defizit an viraler Thymidinkinase (TK). Allerdings sind unter den Bedingungen der klinischen Anwendung eine chronische an- tivirale Therapie und die Immunschwäche des Patienten Voraussetzungen für eine Resistenzentwicklung. Beides ist in der be- anspruchten Indikation und Dosierung un- wahrscheinlich.

Die In-vitro-Hemm-Konzentration (IC50) von Brivudin liegt bei 0,001 μg/ml (0,0003 – 0,003 μg/ml). Deshalb hemmt Brivudin die In-vitro-Replikation von VZV ca. 200- bis 1000fach stärker als Aciclovir

das floride virale Wachstum einen sehr

schnellen Wirkungseintritt. Innerhalb einer Stunde nach Exposition wird eine 50 %ige Hemmung der viralen Replikation erreicht.

Brivudin zeigt auch bei Versuchstieren, die entweder mit Affenherpesviren oder Her- pes-simplex-Virus Typ 1 (Mäuse und Meer- schweinchen) infiziert wurden, eine anti- virale Wirkung. Brivudin ist gegen Herpes- simplex-Virus Typ 1 wirksam, hat aber keine signifikante Wirkung gegen Herpes-simplex- Virus Typ 2.

Die Hemmung der Virusreplikation begrün- det die Wirksamkeit von Zostex bei der Be- schleunigung der Rückbildung der Haut- manifestationen bei Patienten im Frühsta- dium des Herpes zoster. Die hohe antivirale Wirksamkeit von Brivudin in vitro spiegelt sich wider in der überlegenen klinischen Wirksamkeit, die für die Zeit vom Beginn der Behandlung bis zum letztmaligen Auf- treten neuer Bläschen in Vergleichsstudien mit Aciclovir beobachtet wurde: Im Mittel verringerte sich diese Zeit unter Brivudin (13,5 Stunden) gegenüber Aciclovir (18 Stun- den) um 25 %. Darüber hinaus war das re- lative Risiko für die Entwicklung einer post- zosterischen Neuralgie (PZN) bei immun- kompetenten Patienten über 50 Jahre, die wegen eines Herpes zoster behandelt wor- den waren, bei Brivudin um 25 % niedriger als bei Aciclovir (33 % bzw. 43 % aller Pa- tienten berichteten von einer PZN).

Pharmakokinetik
Resorption

Nach Einnahme von Zostex wird Brivudin

schnell resorbiert. Die Bioverfügbarkeit von Brivudin liegt wegen eines beträchtlichen First-pass-Effekts bei etwa 30 % der oralen Dosis von Zostex. Durchschnittliche maxi- male Plasmakonzentrationen von Brivudin nach einer oralen Dosis von 125 mg liegen im Steady State bei 1,7 μg/ml und werden 1 Stunde nach der Einnahme erreicht. Mahlzeiten verzögern die Aufnahme von Brivudin leicht; die aufgenommene Ge- samtmenge bleibt jedoch unbeeinflusst.

Verteilung

Brivudin hat, wie das große Verteilungsvo- lumen (75 l) zeigt, einen hohen Verteilungs- grad in den Geweben. Brivudin wird zu einem wesentlichen Anteil (> 95 %) an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation

Brivudin wird durch das Enzym Pyrimidin- phosphorylase, welches die Zuckerkom- ponente abspaltet, umfassend und schnell zu Bromvinyluracil (BVU), einem Metaboli- ten ohne virustatische Aktivität, abgebaut. BVU ist der einzige im Humanplasma nach- weisbare Metabolit; seine maximale Plas- makonzentration übersteigt die der Aus- gangssubstanz um den Faktor 2. BVU wird

im Körper weiter abgebaut zu Uracilessig- säure, dem hauptsächlichen polaren Meta- boliten im menschlichen Urin, der aber im Plasma nicht nachweisbar ist.

Elimination

Brivudin wird wirksam mit einer Gesamt- körperclearance von 240 ml/min ausge- schieden. Die terminale Plasmahalbwerts- zeit von Brivudin beträgt ungefähr 16 Stun- den. Brivudin wird mit dem Urin (65 % der verabreichten Dosis) eliminiert, hauptsäch- lich als Uracilessigsäure und stärker polare harnstoffähnliche Verbindungen. Unverän- dertes Brivudin repräsentiert weniger als 1 % der im Urin ausgeschiedenen Zostex- Dosis. Die kinetischen Parameter von BVU bezüglich terminaler Halbwertszeit und Clearance bewegen sich in derselben Grö- ßenordnung wie bei der Ausgangssubstanz.

Linearität/Nicht-Linearität

Innerhalb des Dosierungsbereiches von 31,25 – 125 mg wurde eine lineare Kinetik beobachtet. Der Steady State für Brivudin wird bei täglicher Gabe von Zostex nach 5 Tagen erreicht. Für eine weitere Akkumu- lation danach gibt es keine Anzeichen.

Ältere Menschen und Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung

Die wesentlichen kinetischen Parameter von Brivudin (AUC, Cmax und terminale Halb- wertszeit), die bei Älteren und Patienten mit mäßiger bzw. schwerer Nierenfunktionsstö- rung (Kreatinin-Clearance im Bereich von

26 bis 50 ml/min/1,73 m2 Körperoberflä- che und < 25 ml/min/1,73 m2 Körperober- fläche) und Leberfunktionsstörung (Child- Pugh Class B-C) gemessen wurden, sind vergleichbar mit denen von gesunden Pro- banden. Daher ist in diesen Fällen keine Dosisanpassung erforderlich.

Packungen
Zostex® 125mg 7 Tbl. N1
Preis
88,79 €
Zuzahlung
70,00 €
Verpackung ist nicht auf der Liste.
01389862
Zostex® 125mg 1 Tbl.
Preis
-
Zuzahlung
-
Verpackung ist nicht auf der Liste.
14296843
Zostex® 125mg 5x7 Tbl.
Preis
-
Zuzahlung
-
Verpackung ist nicht auf der Liste.
01389879
Ähnliche
© Mediately v.7.12.2
MEDIATELY
PresseBusinessCareers
© Mediately v.7.12.2
DOWNLOAD THE APP
Wir nutzen Cookies, um Inhalte und Werbung zu personalisieren und Website-Traffic zu analysieren. Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.