Ciprobay Eurim Saft 5%, 250 mg/5 ml, Granulat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
- ausgenommen von in der Person des Patienten begründeten Ausnahmen.
Der Einsatz von Saftzubereitungen für Erwachsene ist besonders zu begründen.
Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Ciprobay 5%
Bei Erwachsenen:
Unkomplizierte und komplizierte Infektionen, die durch Ciprofloxacin-empfindliche Erreger hervorgerufen werden:
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Infektionen
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der Atemwege. Bei Pneumokokken-Pneumonien im ambulanten Bereich ist Ciprobay nicht das Mittel der ersten Wahl. Die Anwendung von Ciprobay kann aber bei sogenannten Problemkeimen (z.B. Klebsiella, Enterobacter, Proteus, Pseudomonas, Legionella, Staphylococcus, Escherichia coli) angezeigt sein.
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des Mittelohres (Otitis media), der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), insbesondere, wenn sie durch gramnegative Keime einschließlich Pseudomonas oder durch Staphylococcus verursacht sind.
Damit ist Ciprobay nicht indiziert bei der akuten Angina tonsillaris. -
der Augen
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der Nieren und/oder der ableitenden Harnwege
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der Geschlechtsorgane, einschließlich Adnexitis, Gonorrhoe, Prostatitis. Gegen Treponema pallidum ist Ciprobay nicht wirksam.
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des Bauchraumes (z.B. des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwege, Peritonitis)
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der Haut und des Weichteilgewebes
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der Knochen und Gelenke
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Sepsis
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Infektionen oder drohende Infektionsgefahr (Prophylaxe) bei Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr (z.B. un-ter Behandlung mit Immunsuppressiva, bzw. im neutropenischen Zustand).
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Anwendung zur selektiven Darmdekontamination bei immunsuppressiv behandelten Patienten.
Bei Kindern und Jugendlichen:
Akute, durch P. aeruginosa verursachte Infektionsschübe einer cystischen Fibrose bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 – 17 Jahren, sofern eine orale Therapie ausreichend erscheint oder wirksamere parenterale Behandlungsmöglichkei-ten nicht anwendbar erscheinen. Bei anderen Indikationen wird Ciprobay nicht empfohlen.
Bei Milzbrand:Zur Soforttherapie und zur Behandlung des Milzbrandes nach Inhalation der Erreger Bacillus anthracis. Die Wirksamkeit von Ciprobay bei Milzbrand wurde experimentell belegt (siehe Abschnitt 5 – Pharmakologische Eigenschaften).
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten berücksichtigt werden.
Zur genauen Dosierung den beiliegenden Messlöffel benutzen!
1/2 Messlöffel (erste Markierung) entspricht 2,5 mL gebrauchsfertiger Suspension und enthält 125 mg Ciprofloxacin (Ciprobay Saft 5 %). 1 Messlöffel (zweite Markierung) entspricht 5,0 mL gebrauchsfertiger Suspension und enthält 250 mg Ciprofloxacin (Ciprobay Saft 5 %).Für höhere Dosierungen stehen Ihnen auch Baycip Saft 10 % bzw. Ciprobay Saft 10 % (mit 500 mg Ciprofloxacin pro 5 mL) zur Verfügung.
Erwachsene:
Soweit nicht anders verordnet, werden folgende Richtdosen empfohlen (Tabelle 1):
| Anwendungsgebiete | Einzel-/Tagesdosen bei Erwachsenen (mg Ciprofloxacin) (2 x tägl. im Abstand von 12 Std.) |
| Atemwegsinfektionen **Harnwegsinfektionen*GonorrhoeDiarrhoeÜbrige Infektionen **(vgl. Anwendungsgebiete) | 2 x 250 – 5002 x 125 bis 1 – 2 x 250Einzeldosis 2502 x 250 – 500Einzeldosis 2501 - 2 x 5002 x 500 |
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je nach Schweregrad und Erreger
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akut, unkompliziert
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Zystitis der Frau (vor der Menopause)
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kompliziert
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akut, unkompliziert
Tabelle 1: Empfohlene Tagesdosen bei Erwachsenen
* Ciprobay Saft 5 % ist in diesem Fall zu empfehlen.
** Besonders schwere, lebensbedrohliche Infektionen (insbesondere bei Beteiligung von Pseudomonas, Staphylokokken oder Streptokokken), z.B. durch Streptokokken verursachte Pneumonie, rezidivierende Infektionsschübe bei Mukovis-zidose-Patienten, Knochen- und Gelenkinfektionen, Sepsis, Peritonitis können alternativ neben einer parenteralen The-rapie mit Ciprobay oral mit 2 x 750 mg (entspr. 2 x 3 Messlöffel Ciprobay Saft 5 %) therapiert werden.
Bei durch Chlamydien verursachten Harnwegsinfektionen und bei Infektionen des Bauchraumes kann die Tagesdosis, wenn nötig, auf 2 x 750 mg Ciprofloxacin (entspr. 2 x 3 Messlöffel Ciprobay Saft 5 %) erhöht werden.
Unkomplizierte Harnwegs- oder Magen-Darmtrakt-Infektionen können mit einer Einzeldosis von bis zu 500 mg Ciproflo-xacin (entspr. 1 x 2 Messlöffel Ciprobay Saft 5 %) behandelt werden.
Sollte der Patient nicht in der Lage sein, Ciprobay Saft einzunehmen, empfiehlt es sich, die Therapie mit der intravenösen Form von Ciprofloxacin zu beginnen.
Im Anschluss an die intravenöse Anwendung ist eine orale Weiterbehandlung möglich.
Ältere Patienten:
Patienten im höheren Lebensalter sollten in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und von der Kreatinin-Clearance eine möglichst niedrige Dosis erhalten.
Kinder und Jugendliche:
Klinische und pharmakokinetische Daten stützen den Einsatz von Ciprobay bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 – 17 Jahren mit durch P. aeruginosa verursachten akuten Infektionsschüben einer cystischen Fibrose bei einer oralen Do-sis von 2 x täglich 15(– 20) mg/kg (Maximaldosis 1500 mg/Tag) oder 3 x täglich 10 mg/kg i.v. (maximal 1200 mg/Tag).
Bei Milzbrand:
Erwachsene:
2-mal täglich 500 mg (2-mal täglich 2 Messlöffel Ciprobay Saft 5 %)
Kinder:
2-mal täglich 15 mg/kg Körpergewicht.
Die maximale Einzeldosis bei Kindern sollte 500 mg nicht überschreiten.
Die Behandlung sollte unverzüglich nach einer vermuteten oder bestätigten Inhalation von Milzbranderregern begonnen werden.
Therapeutische Wirksamkeit kann nach Anwendung dieser Dosierungen aufgrund der Empfindlichkeit der Erreger in vitro und der jeweils zu erwartenden Plasmaspiegel angenommen werden (siehe auch Abschnitt 5 – Pharmakologische Eigen-schaften).
Eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion
Erwachsene
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Eingeschränkte Nierenfunktion
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Kreatinin-Clearance: zwischen 31 und 60 mL/min bzw. Serumkreatinin: zwischen 1,4 und 1,9 mg/100 mL. Dosierung:
max. 1000 mg Ciprofloxacin pro Tag (verteilt auf 2 Einzeldosen), entspr. 20 mL (4 Messlöffel) Ciprobay Saft 5 %.
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Kreatinin-Clearance:
< 30 mL/min bzw. Serumkreatinin:
> 2 mg/100 mL. Dosierung:
max. 500 mg Ciprofloxacin pro Tag (verteilt auf 2 Einzeldosen), entspr. 10 mL (2 Messlöffel) Ciprobay Saft 5 %.
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Eingeschränkte Nierenfunktion + Hämodialyse
Dosierung wie unter 1., an Dialysetagen im Anschluss an die Dialyse.
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Eingeschränkte Nierenfunktion + CAPD Dosierung:
500 mg Ciprofloxacin pro Tag, entsprechend 10 mL (2 Messlöffel) Ciprobay Saft 5 %. Bei Peritonitis-Patienten 4 x täg-lich 500 mg Ciprofloxacin.
In dieser Indikation liegen nur begrenzte klinische Erfahrungen mit einer geringen Patientenzahl vor. Damit ausreichend hohe Konzentrationen an Ciprofloxacin im Peritoneum erreicht werden, ist Ciprobay in hoher Dosierung anzuwenden. Daher müssen die Patienten sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen überwacht werden. Wenn klinisch relevante Ne-benwirkungen oder Symptome einer Überdosierung auftreten, muss die Dosis gesenkt oder Ciprobay abgesetzt werden.
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Eingeschränkte Leberfunktion Dosisanpassung nicht erforderlich.
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Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
Dosisanpassung wie unter 1., eventuell Konzentrationsbestimmungen von Ciprofloxacin im Serum.
Kinder und Jugendliche:
Zum Einfluss einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion auf die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Erkenntnisse vor.
🞄 Art der Anwendung
Herstellung der gebrauchsfertigen Suspension
Die kleine Flasche enthält das Granulat, die große Flasche das Lösungsmittel. Eine gelegentlich auf der Oberfläche des Zuckers im Lösungsmittel zu beobachtende gelbliche Schicht hat keinen Einfluss auf die pharmazeutische Qualität des Arzneimittels.
Beide Flaschen öffnen (Kindersicherung).
Granulat (kleine Flasche) zu dem Lösungsmittel (große Flasche) geben. Kein Wasser zusetzen!
Große Flasche verschließen und ca. 15 Sek. kräftig schütteln. Die Suspension ist nun gebrauchsfertig. Einnahme der gebrauchsfertigen Suspension
Vor dem Gebrauch die Suspension ca. 15 Sek. kräftig schütteln!Die verordnete Dosis sollte geschluckt und das Granulat nicht zerbissen werden. Anschließend kann Wasser getrunken werden.
Nach dem Gebrauch ist die Flasche stets zu verschließen. Die Suspension ist bei Raumtemperatur (nicht über 30° C) 14 Tage haltbar. Vorhandene Reste sind danach zu verwerfen.
Die Suspension kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme auf nüchternen Magen be-
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
schleunigt die Aufnahme des Wirkstoffes. In diesem Fall sollte die Suspension nicht zusammen mit Milchprodukten oder mit Mineralstoffen angereicherten Getränken (z.B. Milch, Joghurt oder mit Calcium angereicherter Orangensaft) einge-nommen werden. Durch eine calciumhaltige Mahlzeit wird dagegen die Aufnahme des Wirkstoffes nur unwesentlich be-einflusst.
🞄 Dauer der Anwendung
Erwachsene:
Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere der Erkrankung sowie nach dem klinischen und bakteriologischen Verlauf. Grundsätzlich sollte die Behandlung wenigstens 3 Tage über die Entfieberung bzw. das Verschwinden klinischer Symptome hinaus konsequent weiter durchgeführt werden.
Durchschnittliche Behandlungsdauer:
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1 Tag bei akuter unkomplizierter Gonorrhoe und Zystitis,
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bis zu 7 Tagen bei Infektionen der Nieren, der Harnwege und des Bauchraumes,
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über den gesamten Zeitraum der neutropenischen Phase bei Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr,
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maximal 2 Monate bei Osteomyelitis,
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7 – 14 Tage bei allen übrigen Infektionen.
Bei Streptokokkeninfektionen sollte die Behandlung wegen der Gefahr von Spätkomplikationen mindestens 10 Tage dau-ern.
Chlamydieninfektionen sollten ebenfalls mindestens 10 Tage behandelt werden. Kinder und Jugendliche:
Für akute durch P. aeruginosa verursachte Infektionsschübe einer cystischen Fibrose bei Kindern und Jugendlichen im Al-ter von 5 – 17 Jahren beträgt die Behandlungsdauer 10 – 14 Tage.
Bei Milzbrand:
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60 Tage bei Soforttherapie und zur Behandlung von Infektionen nach Inhalation von Milzbranderregern.
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Bekannte Überempfindlichkeit gegen Ciprofloxacin, andere Chemotherapeutika vom Chinolon-Typ oder einen der sons-tigen Bestandteile.
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Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
Bei Epileptikern und Patienten mit anderer Vorschädigung des Zentralnervensystems (z.B. erniedrigte Krampfschwelle, Krampfanfälle in der Vorgeschichte, verringerte Hirndurchblutung, Veränderungen in der Gehirnstruktur oder Schlagan-fall) ist Ciprobay nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anzuwenden, da diese Patienten wegen möglicher zent-ralnervöser Nebenwirkungen gefährdet sind.
In Einzelfällen traten teilweise schon nach Erstanwendung psychotische Reaktionen (bis hin zur Selbstgefährdung) auf. In diesen Fällen ist Ciprobay sofort abzusetzen und der behandelnde Arzt zu verständigen.
Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie sollte der Arzt befragt wer-den, weil sich dahinter eine ernst zu nehmende, möglicherweise lebensbedrohliche Darmerkrankung (pseudomembranöse Kolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. In solchen Fällen ist Ciprobay abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten (z.B. Vancomycin oral, 4 x 250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.
In Einzelfällen kann es unter der Behandlung mit Fluorchinolonen (Arzneimittel der Stoffgruppe, zu der Ciprobay gehört) zu Sehnenentzündung (Tendinitis) und Rissen von Sehnen (z.B. der Achillessehne) kommen. Solche Ereignisse wurden überwiegend bei älteren Patienten beobachtet, die zuvor systemisch mit Kortikosteroiden behandelt wurden. Bei Verdacht auf eine Sehnenentzündung müssen die Behandlung mit Ciprobay sofort beendet, körperliche Belastung vermieden und unter Umständen eine ärztliche Behandlung eingeleitet werden.
Obwohl eine Photosensibilisierung unter Ciprofloxacin nur sehr selten auftritt, sollten Patienten, die mit Ciprobay behan-
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
delt werden, sich nicht unnötig dem Sonnenlicht aussetzen und Bestrahlungen mit UV-Licht (Höhensonne, Solarium) ver-meiden. Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn Photosensibilitätsreaktionen (z.B. Sonnenbrand-ähnliche Hautreaktionen) auftreten.
In Einzelfällen traten teilweise schon nach Erstanwendung Überempfindlichkeitsreaktionen (bis hin zu anaphylaktoi-den/anaphylaktischen Reaktionen) auf. In diesen Fällen ist Ciprobay sofort abzusetzen und eine ärztliche Behandlung (z.B. Schocktherapie) erforderlich.
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Wie auch von anderen Gyrasehemmern bekannt, verursacht Ciprofloxacin Schädigungen an den gewichttragenden Gelen-ken juveniler Tiere. Die Auswertung der Sicherheitsdaten von Patienten im Alter unter 18 Jahren mit überwiegend cysti-scher Fibrose (Mukoviszidose) zeigten keine Hinweise auf Gelenk-/Knorpelschädigungen.
Die heutigen Erkenntnisse stützen die Anwendung von Ciprofloxacin für die Therapie bei akuten, durch P. aeruginosa verursachten Infektionsschüben einer cystischen Fibrose bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 – 17 Jahren; für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mit anderen Infektionen und bei Kindern unter 5 Jahren liegen bisher nur unzu-reichende Erkenntnisse vor. Daher soll Ciprofloxacin bei anderen Infektionen und generell bei Kindern unter 5 Jahren nicht angewandt werden.
Ciprobay/Eisen-haltige Präparate/Antacida und Präparate mit hoher Pufferkapazität, die Magnesium, Aluminium oder Calcium enthalten
Die zeitgleiche Anwendung von Ciprobay mit den oben genannten Präparaten verringert die Resorption von Ciprofloxa-cin; entsprechendes gilt z.B. für Sucralfat, Didanosin-haltige Virostatika, orale Nährlösungen, mit Mineralstoffen angerei-cherte Getränke sowie größere Mengen an Milch-Produkten. Deshalb soll Ciprobay entweder 1 – 2 Stunden vor oder min-destens 4 Stunden nach diesen Produkten eingenommen werden. Diese Einschränkung gilt nicht für Antacida vom Typ der H2-Rezeptorenblocker.
Ciprobay/Xanthine
Die zeitgleiche Gabe von Ciprobay und Theophyllin kann zu einem unerwünschten Anstieg der Theophyllin-Konzentration im Serum führen. Auf diese Weise können Theophyllin-verursachte Nebenwirkungen auftreten, die in Ein-zelfällen lebensbedrohlich oder tödlich sein können. Falls auf eine zeitgleiche Anwendung beider Präparate nicht verzich-tet werden kann, sollte die Serumkonzentration von Theophyllin kontrolliert und seine Dosierung angemessen reduziert werden. Bei zeitgleicher Gabe von Ciprobay und Coffein bzw. Pentoxifyllin wurden erhöhte Serumkonzentrationen dieser Xanthin-Derivate berichtet.
Ciprobay/nichtsteroidale Antiphlogistika
Aus tierexperimentellen Untersuchungen ist bekannt, dass die Kombination sehr hoher Dosen von Chinolonen (Gyra-sehemmern) und einigen nichtsteroidalen Antiphlogistika (nicht aber Acetylsalicylsäure) Krämpfe auslösen kann.
Ciprobay/Ciclosporin
Bei der zeitgleichen Gabe von Ciprobay und Ciclosporin wurde in Einzelfällen ein vorübergehender Anstieg der Serum-kreatinin-Konzentration beobachtet. Aus diesem Grund ist bei diesen Patienten eine engmaschige Kontrolle des Serumkre-atininwertes erforderlich (2 x wöchentlich).
Ciprobay/Warfarin
Die gleichzeitige Anwendung von Ciprobay und Warfarin kann die Wirkung von Warfarin verstärken.
Ciprobay/Glibenclamid
Bei der zeitgleichen Anwendung von Ciprobay und Glibenclamid kann in Einzelfällen die Wirkung von Glibenclamid ver-stärkt werden (Hypoglykämie).
Ciprobay/Probenecid
Probenecid beeinflusst die renale Sekretion von Ciprobay. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprobay und Probenecid steigt die Serumkonzentration von Ciprobay.
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
Ciprobay/Metoclopramid
Metoclopramid verkürzt die Resorption von Ciprobay und führt innerhalb kürzester Zeit zur maximalen Plasmakonzentra-tion. Eine Auswirkung auf die Bioverfügbarkeit wurde nicht festgestellt.
Ciprobay/Mexiletin
Die gleichzeitige Gabe von Ciprobay und Mexiletin kann zu erhöhten Mexiletin-Konzentrationen führen.
Ciprobay/Phenytoin
Bei gleichzeitiger Gabe von Ciprobay und Phenytoin wurde von verminderten bis hin zu erhöhten Phenytoin-Serumkonzentrationen berichtet.
Ciprobay/Diazepam
Da bei gleichzeitiger Gabe von Ciprobay und Diazepam sowohl eine verminderte Diazepam-Clearance als auch eine ver-längerte Diazepam-Halbwertszeit berichtet wurde, wird eine sorgfältige Überwachung der Diazepam-Therapie empfohlen.
Ciprobay/Methotrexat
Bei gleichzeitiger Gabe beider Arzneimittel können durch kompetitive Hemmung der tubulären Sekretion von Methotrexat dessen Plasmaspiegel erhöht sein. Da dies zu einem gesteigerten Risiko Methotrexat-bedingter toxischer Reaktionen füh-ren kann, sollten die Patienten sorgfältig überwacht werden.
Schwangeren und Stillenden soll Ciprobay nicht verordnet werden, da keine Erfahrungen über die Sicherheit der Anwen-dung bei diesen Gruppen vorliegen und aufgrund von Ergebnissen aus Tierversuchen Gelenkknorpelschädigungen beim noch nicht erwachsenen Organismus nicht völlig unwahrscheinlich sind. Tierversuche haben keine Hinweise auf teratoge-ne Wirkungen (Missbildungen) ergeben.
Ciprobay Saft 5 % kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden nach Gabe von Ciprofloxacin berichtet. Die Häufigkeiten werden wie folgt angegeben:
häufig: > 1 % bis < 10 % gelegentlich: > 0,1 % bis < 1 % selten: > 0,01 % bis < 0,1 % sehr selten: < 0,01 %
Allgemeingelegentlich:
Schwächegefühl. Eine langfristige und wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen mit resistenten Bakterien oder Sprosspilzen führen.
selten:
Arzneimittelfieber, anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen (z.B. Gesichts-, Gefäß- und Kehlkopfödem; Atemnot bis hin zum bedrohlichen Schock), teilweise schon nach der ersten Anwendung, Schmerzen (z.B. Schmerzen in den Extremi-täten, im Rücken, in der Brust).
sehr selten:
Serumkrankheits-ähnliche Reaktionen, Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis.
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
Nervensystemgelegentlich:
Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erregtheit, Verwirrtheit.
selten:
Halluzinationen, Schwitzen, periphere Empfindungsstörungen, Angstzustände, Alpträume, Depressionen, Zittern, Krampf-anfälle, Hypästhesie.
sehr selten:
Gangunsicherheit, Erhöhung des Schädelinnendrucks, psychotische Reaktionen (bis hin zur Selbstgefährdung), teilweise schon nach Erstanwendung, Ataxie, Hyperästhesie, gesteigerte Muskelspannung, Muskelzucken.
Magen-Darm-Trakthäufig:
Übelkeit, Durchfall.
gelegentlich:
Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitlosigkeit.
sehr selten:
pseudomembranöse Colitis, Hepatitis, Leberzellnekrose bis hin zum lebensbedrohlichen Leberausfall, Pankreatitis.
Herz-Kreislaufselten:
Herzjagen, Migräne, Ohnmacht, Hitzewallung, periphere Ödeme, Hypotension.
Blutgelegentlich:
Eosinophilie, Leukozytopenie.
selten:
Anämie, Granulozytopenie, Leukozytose, veränderte Prothrombinwerte, Thrombozytopenie, Thrombozytose.
sehr selten:
hämolytische Anämie, Panzytopenie (möglicherweise lebensbedrohlich), Agranulozytose, Knochenmarkdepression (mög-licherweise lebensbedrohlich).
Bewegungsapparatgelegentlich:
Gelenkschmerzen.
selten:
Muskelschmerzen, Gelenkschwellung.
sehr selten:
Tendinitis, Tendovaginitis, Sehnenruptur, Myasthenie.
Hauthäufig: Hautausschläge. gelegentlich: Juckreiz, Urtikaria.
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
selten:
Photosensitivität.
sehr selten:
Petechien, Blasenbildungen mit Einblutungen (hämorrhagische Bullae) und kleine Knötchen (Papeln) mit Krustenbildung als Ausdruck einer Gefäßbeteiligung (Vaskulitis), Knotenrose (Erythema nodosum), fixes Arzneimittelexanthem, schei-benförmige Hautrötungen (Erythema exsudativum multiforme minor) bis hin zu schweren Verlaufsformen (Stevens-Johnson-Syndrom), Lyell-Syndrom.
Sinnesorganegelegentlich:
Geschmacks- und Geruchsstörungen.
selten:
Ohrensausen, vorübergehende Schwerhörigkeit, besonders im Hochtonbereich, Sehstörungen (z.B. Doppeltsehen, Farben-sehen), Verlust des Geschmacksvermögens, der normalerweise nach Absetzen der Therapie reversibel ist.
Urogenital-Traktselten:
interstitielle Nephritis, vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum vorübergehenden Nierenversagen.
Laborbefundegelegentlich:
besonders bei Patienten mit vorgeschädigter Leber Anstieg der Transaminasen und der alkalischen Phosphatase, in selte-nen Fällen bis hin zum cholestatischen Ikterus, vorübergehender Anstieg von Harnstoff, Kreatinin oder Bilirubin im Se-rum.
selten:
Hyperglykämie, Kristallurie oder Hämaturie.
sehr selten:
Anstieg von Amylase und/oder Lipase.
Im Falle akuter, extensiver Überdosierung wurden vereinzelt reversible Nierenvergiftungen beobachtet. Daher wird neben den Routine-Notfallmaßnahmen empfohlen, die Nierenfunktion zu kontrollieren. Zur Verringerung der Resorption von Ciprofloxacin wird die Einnahme von Magnesium- und Calcium-haltigen Antacida empfohlen. Lediglich geringe Mengen an Ciprofloxacin (< 10 %) werden aus dem Körper mittels Hämo- oder Peritonealdialyse entfernt.
Pharmakologische Eigenschaften - Ciprobay 5%
Ciprofloxacin ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Fluorchinolone (ATC Code J01MA02)
Wirkungsweise
Ciprofloxacin ist ein Fluorchinolon mit starker bakterizider Wirkung nicht nur in der Vermehrungsphase, sondern auch in der Ruhephase der Bakterien.
Wirkmechanismus
Während der Vermehrungsphase eines Bakteriums findet ein abschnittsweises Entdrillen und Verdrillen des Chromosoms statt. An diesem Prozess ist ein Enzym, die DNA-Gyrase, maßgeblich beteiligt. Ciprofloxacin hemmt diese DNA-Gyrase, so dass es zu einem Zusammenbruch des Bakterienstoffwechsels kommt, da lebenswichtige Informationen nicht mehr vom Bakterien-Chromosom abgelesen werden können.
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
Wirkungsspektrum
Ciprofloxacin wirkt bei Konzentrationen, die nach Gabe der empfohlenen Dosen im Serum erreicht werden, in vitro gegen eine Vielzahl von gramnegativen Erregern, einschließlich Pseudomonas aeruginosa. Seine Wirkung umfasst auch grampo-sitive Erreger, wie z.B. Staphylokokken und Streptokokken; Anaerobier sind im allgemeinen weniger empfindlich. Die MHK-Breakpoints für Ciprofloxacin, die sensible Erreger von mäßig empfindlichen und mäßig empfindliche von resisten-ten Erregern abgrenzen, liegen entsprechend NCCLS und DIN bei S < 1 mg/L bzw. R > 4 mg/L.
Für Ciprobay konnten in-vitro-Aktivität und Wirksamkeit bei der klinischen Anwendung in den beanspruchten Indikatio-nen für folgende Erregerarten nachgewiesen werden:
Empfindlich sind in der Regel:
Corynebacterium spp., Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel);
Acinetobacter spp., Aeromonas spp., Brucella melitensis, Campylobacter spp., Citrobacter spp., Edwardsiella tarda, Enter-obacter aerogenes, Enterobacter cloacae, Escherichia coli, Haemophilus influenzae (inkl. β-Lactam-resistenter Stämme), Haemophilus parainfluenzae, Hafnia alvei, Klebsiella oxytoca, Klebsiella pneumoniae, Legionella spp., Listeria mono-cytogenes, Moraxella catarrhalis (inkl. β-Lactam-resistenter Stämme), Morganella morganii, Neisseria gonorrhoeae (inkl. β-Lactam-resistenter Stämme), Neisseria meningitidis, Pasteurella multocida, Plesiomonas shigelloides, Proteus mirabilis, Proteus vulgaris, Providencia rettgeri, Providencia stuartii, Pseudomonas aeruginosa, Salmonella spp., Serratia lique-faciens, Shigella spp., Vibrio spp. sowie Yersinia enterocolitica.
Erreger mit intermediärer Empfindlichkeit sind:
Enterococcus faecalis, Staphylococcus epidermidis, Streptococcus (β-hämolysierend Gr. A), Streptococcus (β-hämolysierend Gr. B), Streptococcus agalactiae, Streptococcus pneumoniae, Streptococcus pyogenes, Viridans Strepto-kokken;
Alcaligenes spp., Flavobacterium meningosepticum, Serratia marcescens; Gardnerella vaginalis, Peptococcus spp., Peptostreptococcus spp.;
Mycobacterium fortuitum, Mycobacterium tuberculosis, Chlamydia spp., Mycoplasma hominis, Ureaplasma urealyticum. Meist resistent sind:
Enterococcus faecium, Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent), Nocardia asteroides, Bacteroides
Die Häufigkeit erworbener Resistenzen kann für bestimmte Spezies örtlich und zeitlich variieren. Vor allem bei der Be-handlung schwerer Infektionen ist die Kenntnis der lokalen Resistenzsituation von Bedeutung.
Resistenzentwicklung
In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass sich eine Resistenz gegen Ciprofloxacin im allgemeinen langsam und stu-fenweise entwickelt (,,Multiple-step‘‘-Typ).
Eine plasmidgebundene Resistenzentwicklung, wie sie z.B. bei β-Lactam-Antibiotika, Aminoglykosiden und Tetracyc-linen vorkommt, wurde bei Ciprobay nicht nachgewiesen.
Da sich der Wirkmechanismus der Chinolone von dem anderer Antibiotika-Klassen unterscheidet, behalten Ciprofloxacin-empfindliche Erreger, die gegen andere Antibiotika wie z.B. β-Lactam-Antibiotika, Aminoglykoside, Tetracycline, Makro-lid- oder Peptid-Antibiotika, Sulfonamide, Trimethoprim- oder Nitrofuran-Derivate Resistenz entwickelt haben, im allge-meinen ihre Empfindlichkeit gegenüber Ciprofloxacin. Beta-Lactamasen oder Änderungen der penicillinbindenden Protei-ne haben keinen Einfluss auf die Aktivität von Ciprofloxacin.
Innerhalb der Gruppe der Chinolone besteht eine weitgehende Kreuzresistenz. Aufgrund der Primärempfindlichkeit der meisten Erreger gegen Ciprofloxacin ist die Kreuzresistenz im Falle von Ciprofloxacin jedoch weniger stark ausgeprägt.
Kombination mit anderen Antibiotika
Die kombinierte Anwendung von Ciprobay mit einem anderen Antibiotikum ist möglich. In Kombination mit β-Lactam-Antibiotika und Aminoglykosiden wurden bei entsprechenden in-vitro-Untersuchungen mit meist empfindlichen Erregern in erster Linie additive oder indifferente Effekte gesehen, relativ selten synergistische Wirkungssteigerungen und sehr sel-ten antagonistische Wirkungen.
Mögliche Kombinationspartner sind bei Pseudomonas:
Ceftazidim Streptokokken:
Mezlocillin,
andere wirksame β-Lactam-Antibiotika Staphylokokken:
β-Lactam-Antibiotika, speziell Isoxazolylpenicilline, Vancomycin
Anaerobier:
Metronidazol, Clindamycin.
Ciprofloxacin bei Milzbrand
Zur Abschätzung der therapeutischen Wirksamkeit beim Menschen wurden stellvertretend die bei Menschen gemessenen Serumkonzentrationen als so genannter Surrogatparameter für die Anwendung von Ciprobay nach Inhalation von Milz-branderregern herangezogen.
Bei Erwachsenen und Kindern wurden nach Verabreichung der empfohlenen Dosen Ciprofloxacin durchschnittliche Plas-maspiegel erreicht, die gleich oder oberhalb der bei Rhesusaffen gemessenen liegen, die Milzbrandsporen inhaliert hatten und danach mit Ciprofloxacin behandelt wurden. Der Unterschied in der Mortalität der mit Ciprobay behandelten Tiere zur unbehandelten Kontrollgruppe war zugunsten der behandelten Tiere statistisch signifikant (p = 0,001).
Die Pharmakokinetik von Ciprofloxacin beim Menschen ist umfassend untersucht (siehe auch Abschnitt 5.2).
Bei Erwachsenen wurden im Steady State nach oraler Gabe von 500 mg Ciprofloxacin alle 12 Stunden Serumspitzenspie-gel von 2,97 µg/mL und nach intravenöser Applikation von 400 mg alle 12 Stunden von 4,56 µg/mL gemessen. In beiden Fällen wurden im Steady State 12 Stunden nach der letzten Applikation die so genannten Trough-Spiegel mit durchschnitt-lich 0,2 µg/mL bestimmt.
Bei 10 Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren wurden nach zweimaliger Infusion von 10 mg/kg über 30 Minuten im Ab-stand von 12 Stunden Serumspitzenkonzentrationen von 8,3 µg/mL erreicht, die Trough-Konzentrationen variierten zwi-schen 0,09 und 0,26 µg/mL. Im Anschluss nahmen die Kinder Ciprobay in einer Dosis von 15 mg/kg ein. Nach der ersten oralen Gabe wurden durchschnittliche Spitzenspiegel von 3,6 µg/mL gemessen (vergleiche auch Abschnitt 5.2 – Pharma-kokinetik).
Verträglichkeitsdaten nach Langzeitgabe an Kinder, inklusive der Wirkungen auf das Knorpelgewebe sind begrenzt ver-fügbar (vergleiche auch Abschnitt 4.8 – Nebenwirkungen).
In einer Plazebo-kontrollierten Studie wurden Rhesusaffen einer durchschnittlichen zu inhalierenden Dosis von 11 LD50 (etwa 5,5 x 105, Bandbreite 5-30 LD50) Milzbrandsporen ausgesetzt. Die minimale Hemmkonzentration (MHK90) für den eingesetzten B. anthracis-Stamm war mit 0,08 µg/mL bestimmt worden. Nach oraler Gabe von 125 mg Ciprofloxacin im Abstand von 12 Stunden über 30 Tage wurden zum Zeitpunkt Tmax (1 Stunde nach der Einnahme) wie auch im Steady Sta-te Serumspitzenspiegel von 0,98 µg/mL bis 1,69 µg/mL erreicht. Die durchschnittlichen Serumspiegel 12 Stunden nach der Einnahme, die so genannten Trough-Spiegel, liegen zwischen 0,12 und 0,19 µg/mL. Eine Therapie wurde 24 Stunden nach der Exposition mit Milzbrandsporen eingeleitet. Die Mortalität war bei den Tieren, die über 30 Tage mit Ciprofloxa-cin oral behandelt worden waren, deutlich geringer (1/9 Tieren) als in der Plazebo-Gruppe (9/10 Tieren). Der Unterschied war hochsignifikant (p = 0,001). Das eine mit Ciprofloxacin behandelte Tier verstarb nach Abschluss der 30tägigen Be-handlung.
Ciprofloxacin wird nach oraler Gabe vorwiegend aus dem Duodenum und dem oberen Jejunum resorbiert und erreicht nach 60 – 90 min Maximalkonzentrationen im Serum.
SerumkonzentrationenTabelle 2 enthält Ciprofloxacin-Serumkonzentrationen in mg/L nach oraler Einnahme von Ciprobay (Tabletten). Das Verteilungsvolumen von Ciprofloxacin beträgt im „Steady state“ 2 – 3 L/kg.
| Serumkonzentrationen (mg/L) nach oraler Anwendung | ||||||
| Zeit nach Tabletteneinnahme (Std.) | ||||||
| 0,5 | 1 | 2 | 4 | 8 | 12 | |
| 250 mg oral | 0,9 | 1,3 | 0,9 | 0,5 | 0,3 | 0,2 |
| 500 mg oral | 1,7 | 2,5 | 2,0 | 1,3 | 0,6 | 0,4 |
| 750 mg oral | 2,9 | 3,5 | 2,9 | 1,7 | 0,8 | 0,5 |
Tabelle 2: Serumkonzentrationen nach oraler Anwendung
ProteinbindungDa die Proteinbindung von Ciprofloxacin gering ist (20 – 30 %) und die Substanz im Blutplasma überwiegend in nicht io-nisierter Form vorliegt, kann nahezu die gesamte Menge der applizierten Dosis frei in den Extravasalraum diffundieren. Auf diese Weise können die Konzentrationen in bestimmten Körperflüssigkeiten und Geweben die korrespondierenden Serumspiegel deutlich überschreiten.
Metabolisierung/EliminationCiprofloxacin wird im wesentlichen unverändert ausgeschieden, wobei der größere Anteil renal eliminiert wird (Tabelle 3). Die renale Clearance liegt zwischen 3 und 5 mL/min/kg, die totale Clearance beträgt 8-10 mL/min/kg. Ciprofloxacin wird sowohl glomerulär filtriert als auch tubulär sezerniert.
Es sind geringe Konzentrationen von vier Metaboliten im Körper gefunden worden, die Aktivität ist allerdings deutlich niedriger als Ciprofloxacin.
| Ausscheidung (in % der Ciprobay-Dosis) orale Anwendung | ||
| Harn | Faeces | |
| CiprofloxacinMetaboliten | 44,711,3 | 25,07,5 |
Tab. 3: Ausscheidung von Ciprofloxacin
Über die Galle wird 1 % der verabreichten Dosis ausgeschieden. Ciprofloxacin ist in der Galle in hohen Konzentrationen vorhanden.
Halbwertszeit (im Serum)Die Halbwertszeit von Ciprofloxacin liegt zwischen 3 und 5 Stunden nach oraler Anwendung.
Da Ciprofloxacin nicht nur renal, sondern auch zu einem beträchtlichen Teil über den Darm ausgeschieden wird, führt erst eine erheblich eingeschränkte Nierenfunktion zu erhöhten Serumeliminationshalbwertszeiten von bis zu 12 Stunden.
BioverfügbarkeitCiprofloxacin wird nach oraler Gabe schnell und gut resorbiert. Trotz eines first-pass-Effektes ist die orale Bioverfügbar-keit ca. 70 – 80 %.
Ciprobay Saft 5 % ist bioäquivalent mit den Ciprobay Tabletten (Abbildung 1).
Die Resorption und auch die Plasmakonzentration von Ciprofloxacin in Abhängigkeit von der Zeit ist praktisch unabhän-gig von der Nahrungsaufnahme (Tabelle 4).
Abbildung 1: Ciprofloxacin-Plasmakonzentrationen in Abhängigkeit von der Zeit nach Gabe von jeweils 500 mg als Baycip (Ciprobay) Saft und Tabletten
| Ciprobay Saft 5 %10 mL (500 mg)nüchtern | 10 mL (500 mg) nicht nüchtern *) | Ciprobay (Baycip) Saft 10 %5 mL (500 mg) nüch-tern | Ciprobay Tablette500 mg | |
| AUCnorm (kg · h/L)**) | 0,8 – 1,7 | 1,3 | 1,2 | 0,8 – 1,7 |
| Cmax, norm (kg/L)**) | 0,2 – 0,3 | 0,2 | 0,2 | 0,2 – 0,4 |
| Tmax (h) | 1,3 – 1,6 | 1,2 | 1,2 | 0,9 – 1,5 |
| T1/2 (h) | 4,1 – 4,7 | 4,2 | 4,5 | 4,7 – 5,1 |
Tabelle 4: Pharmakokinetische Parameter nach Einzelgaben von Baycip (Ciprobay) Saft und Ciprobay Tabletten
*) nach amerikanischem Frühstück
**) Die AUCnorm ist die auf die körpergewichtsnormierte Dosis (mg/kg) bezogene AUC. Eine AUCnorm von 1 kg · h/L ent-spricht bei einem Erwachsenen mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 70 kg Körpergewicht und einer Dosis von 500 mg Ciprofloxacin einer AUC von ungefähr 7,1 mg · h/L. Entsprechendes gilt für die Cmax, norm.
Pharmazeutische Angaben - Ciprobay 5%
Fertigarzneimittel:
Wie in den Bezugsländern angegeben.
Gebrauchsfertige Suspension:
14 Tage
Ciprobay Saft darf nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Die gebrauchsfertige Suspension bei Raumtemperatur aufbewahren (nicht im Kühlschrank und nicht über 30°C). Nicht einfrieren, keine kopfstehende Lagerung.
Ciprobay Saft 5 %
Breitspektrum-Antibiotikum
Faltschachtel mit Glasflasche (braun: Granulat), PE-Flasche (weiß: Lösungsmittel) und Messlöffel (PE). 1 Packung bestehend aus:
1 Flasche mit 7,95 g Granulat entsprechend 5,0 g Ciprofloxacin,
1 Flasche mit 99,2 g Lösungsmittel zur Herstellung von 100 mL Suspension, 1 Messlöffel.
Anstaltspackungen
Hinweise für die Handhabung und Entsorgung
Keine speziellen Hinweise.