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Mycobutin 150 mg Hartkapseln

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Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
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Nutzungsbeschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Mycobutin 150 mg Hartkapseln

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Hartkapsel

Hersteller

Pfizer Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.2.2026
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Fachinfo - Mycobutin 150 mg

Anwendungsgebiete

Mycobutin wird angewendet zur:

  • Prophylaxe von Infektionen durch Mycobacterium avium complex (MAC) in HIV‑Patienten mit CD4‑Zellzahl von weniger

    als 50/mm3.

  • Behandlung von MAC‑Infektionen, immer in Kombination mit weiteren antimykobakteriellen Arzneimitteln.

  • Behandlung von Tuberkulose, immer in Kombination mit anderen Tuberkulostatika, die nicht zur Rifamycin‑Gruppe gehö-

    ren.

    Die allgemein anerkannten Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen und

    speziell antimykobakteriellen Wirkstoffen bei der Prophylaxe und Behandlung mykobakterieller Infektionen sind zu beachten (Siehe

    Abschnitt 4.4).

Dosierung

Dosierung

Erwachsene

Mycobutin als Monotherapie:

  • Zur Prophylaxe einer MAC‑Infektion bei HIV‑Patienten:

    300 mg Rifabutin (2 Hartkapseln) täglich.

    Mycobutin in der Kombinationstherapie:

  • Behandlung einer MAC‑Infektion:

    300 mg (2 Hartkapseln) täglich bis zu 6 Monate nach Erreichen negativer Kulturen.

  • Behandlung von Tuberkulose:

Erwachsene: 300 mg Rifabutin (2 Hartkapseln) täglich.

Eine Dosisanpassung von Mycobutin kann bei HIV‑Patienten, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, insbesondere wenn diese Ritonavir oder Cobicistat enthält, erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.5).

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung von Mycobutin bei Kindern sind derzeit keine ausreichenden Daten vorhanden. Die aktuell verfügbaren Daten sind

in Abschnitt 5.2 beschrieben, es kann jedoch keine Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Ältere Patienten

Für ältere Patienten wird keine Dosisanpassung empfohlen.

Leberinsuffizienz

Eine leichte bis mäßige Verschlechterung der Leberwerte erfordert keine Dosiseinschränkung. Bei Patienten mit schweren Le-

berschäden kann eine Dosisreduktion auf 150 mg Rifabutin einmal täglich notwendig sein.

Niereninsuffizienz

Eine leichte bis mäßig eingeschränkte Nierenfunktion erfordert keine Dosisanpassung. Schwere Nierenfunktionsstörungen (Krea-

tinin‑Clearance unter 30 ml/min) erfordern eine Dosisreduktion auf 150 mg Rifabutin einmal täglich.

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Mycobutin kann als tägliche Einzeldosis unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme von Mycobutin soll-

te jeden Tag ungefähr zur gleichen Tageszeit erfolgen, sodass der Abstand zwischen den Einzeldosen etwa 24 Stunden beträgt.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Rifamycine (z. B. Rifampicin) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

    sonstigen Bestandteile.

  • Mycobutin darf bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wie Verschlussikterus, aktiver Leberzirrhose und akuter Hepatitis nicht angewendet werden.

  • Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Ritonavir als antiretrovirales Arzneimittel (600 mg zweimal täglich) ist kon-traindiziert wegen erhöhter Serumkonzentrationen von Rifabutin und des Risikos von Nebenwirkungen, einschließlich Uveitis (siehe Abschnitt 4.5). Zur Anwendung von Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik von HIV‑ und HCV‑Pro-teaseinhibitoren in Kombination mit Rifabutin siehe Abschnitt 4.5 und die entsprechenden Fachinformationen der gleich-zeitig angewendeten Proteaseinhibitoren.

  • Gleichzeitige Anwendung mit Sofosbuvir/ Velpatasvir, Sofosbuvir/ Velpatasvir/ Voxilaprevir und Sofosbuvir/ Ledipasvir.

  • Gleichzeitige Anwendung mit Emtricitabin/ Rilpivirin/ Tenofoviralafenamid,

  • Gleichzeitige Anwendung mit Emtricitabin/ Rilpivirin/ Tenofovirdisoproxil,

  • Gleichzeitige Anwendung von Rilpivirin enthaltender Depot‑Injektionssuspension (siehe Abschnitt 4.5).

Warnhinweise

Bevor die Anwendung von Mycobutin zur Prophylaxe begonnen wird, sollte ausgeschlossen werden, dass eine aktive Infektion durch Mycobacterium tuberculosis oder andere Mykobakterien vorliegt.

Mycobutin kann eine rot-orange Färbung des Urins hervorrufen. Auch Haut und Körperausscheidungen können gefärbt werden. Kontaktlinsen, insbesondere weiche, können dauerhaft gefärbt werden.

Während der Behandlung mit Rifabutin wird empfohlen, die Zahl der Leukozyten und Thrombozyten sowie die Leberenzyme regel-mäßig zu überwachen.

Die Behandlung muss gegebenenfalls abgebrochen werden, wenn dauerhaft signifikante Veränderungen dieser Laborparameter auftreten.

Wenn Rifabutin in Kombination mit Arzneimitteln, die die Plasmakonzentrationen von Rifabutin erhöhen können, wie zum Beispiel Atazanavir, Ritonavir, Clarithromycin oder Fluconazol gegeben wird (siehe Abschnitt 4.5), sollten die Patienten hinsichtlich einer möglicherweise auftretenden Uveitis sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8). Bei Verdacht auf Uveitis sollte ein Augen-arzt hinzugezogen und, falls erforderlich, die Behandlung mit Rifabutin eingestellt werden.

Rifabutin ist ein CYP450 3A Induktor. Daher wird die gleichzeitige Anwendung mit antiretroviralen Arzneimitteln, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Bictegravir, orales Rilpivirin oder Doravirin und Arzneimitteln gegen das Hepatitis‑C‑Virus (HCV), ein-schließlich, aber nicht beschränkt auf Sofosbuvir (allein), aufgrund der erwarteten Abnahme der Plasmakonzentrationen der anti-retroviralen Arzneimittel und der Anti‑HCV‑Arzneimittel, die zu einem Verlust des virologischen Ansprechens und einer möglichen Resistenzentwicklung führen kann, nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Rifabutin kann die Plasmakonzentrationen von Cobicistat und Elvitegravir verringern. Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin mit Cobicistat und Elvitegravir wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5 und entsprechende Fachinformationen von Cobicistat und Elvitegravir).

Für weitere Anwendungsempfehlungen beachten Sie bitte die neuesten Fachinformationen der antiretroviralen Medikamente oder wenden Sie sich an den jeweiligen Hersteller.

Die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva kann während der Behandlung mit Rifabutin herabgesetzt sein. Die Patientinnen soll-ten daher angewiesen werden, andere schwangerschaftsverhütende Maßnahmen zu ergreifen (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Anwendung von nahezu allen Antibiotika, einschließlich Rifabutin, wurde über das Auftreten von Clostridioides‑difficile‑assozi-ierten Diarrhöen (CDAD) berichtet. Von der Ausprägung her reichten diese von leichtem Durchfall bis hin zu einer Kolitis mit le-talem Ausgang. Eine Therapie mit Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit C. difficile führen kann. Eine CDAD muss daher bei allen den Patienten in Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotikaanwendung ei-ne Diarrhö auftritt. Hierbei ist eine sorgfältige medikamentöse Anamnese durchzuführen, da eine CDAD bis zu 2 Monate nach Durchführung einer Antibiotikatherapie auftreten kann.

Im Zusammenhang mit Antituberkulose‑Medikamenten wurde über schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs), wie Stevens‑Johnson‑Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Sollten Patien-ten eine Hautreaktion entwickeln, sollten diese engmaschig überwacht sowie bei Fortschreiten der Läsionen das mutmaßlich da-mit im Zusammenhang stehende Arzneimittel abgesetzt werden. Die Identifizierung des bestimmten Medikaments ist schwierig, da mehrere Antituberkulose‑Medikamente gleichzeitig verschrieben werden können. Insbesondere kann beim DRESS‑Syndrom, ei-nem multisystemischen, möglicherweise lebensbedrohlichen SCAR, die Zeit bis zum Auftreten der ersten Symptome verlängert sein.

DRESS ist eine klinische Diagnose und das klinische Erscheinungsbild bleibt die Grundlage für die Entscheidungsfindung. Ein früh-zeitiges Absetzen des verdächtigen Medikaments ist aufgrund der Sterblichkeit sowie der Organbeteiligung (z. B. Leber, Knochen-mark oder Niere) des Syndroms unerlässlich.

Mycobutin enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

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Rifabutin induziert Enzyme der Cytochrom‑450‑3A‑Unterfamilie. Dadurch kann der Metabolismus anderer Stoffe, die über dieses Enzymsystem verstoffwechselt werden, beschleunigt und deren Wirkung vermindert bzw. verkürzt werden. Bei Stoffen mit enger therapeutischer Breite ist nach Beginn und nach Absetzen einer Rifabutin‑Therapie die Dosierung anzupassen.

Rifabutin ist ein milder bis moderater P‑Glykoprotein (P‑gp)‑Induktor und kann die Absorption und die Distribution von P‑gp‑Substraten ändern.

Einige Wirkstoffe, die das CYP3A‑Isoenzym hemmen, können die Plasmakonzentration von Rifabutin signifikant erhöhen. Daher ist eine sorgfältige Überwachung auf Rifabutin‑assoziierte unerwünschte Ereignisse bei Patienten, die ebenfalls CYP3A‑Inhibitoren wie Ritonavir, Cobicistat, Fluconazol und Clarithromycin erhalten, erforderlich. Eine Dosisanpassung von Rifabutin kann bei Patien-ten, die gleichzeitig CYP3A‑Inhibitoren erhalten, erforderlich sein.

Um mögliche Interaktionen mit Antazida zu vermeiden, sollten diese frühestens 3 Stunden nach der Gabe von Mycobutin einge-

nommen werden.

Daneben kann Rifabutin auch die Aktivität von Analgetika, Antikoagulanzien, Kortikosteroiden, Ciclosporin, Cotrimoxazol, Digitalis (außer Digoxin), Dapson, oralen Antidiabetika, Opiaten, Phenytoin und Chinidin vermindern.

Die folgende Tabelle fasst die potentiellen Wechselwirkungen von Rifabutin zusammen. Diese Liste der Wechselwirkungen mit Rifabutin ist nicht als vollständig anzusehen. Vielmehr stellt sie eine Auswahl bestimmter Wirkstoffgruppen mit potentiell klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen dar.

Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
Antiretrovirale Mittel
Atazanavir 2,1‑facher Anstieg der AUC, 1,2‑facher Anstieg von Cmax Keine signifikanten Veränderungen in der Kinetik Eine Verringerung der Rifabutin‑Dosis auf 150 mg täglich wird empfohlen. Die Patienten soll-ten engmaschig auf Rifabutin‑assoziierte Nebenwirkun-gen überwacht werden (siehe Ab-schnitt 4.4).
Atazanavir/ Ritonavir 48 % Anstieg der AUC,149 % Anstieg von Cmax von Rifabutin990 % Anstieg der AUC,677 % Anstieg von Cmax von25‑O‑Desacetylrifabutin Keine signifikanten Veränderungen der Kinetik Eine Verringerung der Rifabutin‑Dosis auf 150 mg täglich wird empfohlen. Die Patienten soll-ten engmaschig auf Rifabutin‑assoziierte Nebenwirkun-gen überwacht werden (siehe Ab-schnitt 4.4).
Bictegravir/ Tenofovir-alafenamid/ Emtricitabin Wechselwirkung nicht unter-sucht Bictegravir:38 % Abnahme der AUC, 56 % Abnahme von Cmin, 20 % Abnahme von CmaxTenofoviralafenamid: Wechselwir-kung nicht untersuchtErwartet: Abnahme der Plasmakon-zentration (Induktion von P‑gp) Emtricitabin: Wechselwirkung nichtuntersucht Obwohl nicht untersucht, wird die gleichzeitige Anwendung von Rifa-butin mit Bictegravir/ Emtricitabin/ Tenofoviralafenamid aufgrund einer erwarteten Abnahme von Tenofovir-alafenamid zusätzlich zur berichte-ten Reduktion von Bictegravir nicht empfohlen.
Cobicistat Keine signifikante Verände-rung der Rifabutin-Kinetik 5,25‑facher Anstieg der AUC, 3,8‑facher Anstieg von Cmaxvon 25-O-Desacetylrifabutin Keine signifikanten Veränderungen von AUC und Cmax66 % Abnahme von Cmin Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Cobicistat wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5 und entsprechende Fachinformationenvon Cobicistat).
Darunavir/ Ritonavir Keine signifikante Verände-rung der Rifabutin-Kinetik# 881 % Anstieg der AUC,377 % Anstieg von Cmax von25-O-Desacetylrifabutin 57 % Anstieg der AUC,42 % Anstieg von Cmax von Daruna-vir66 % Anstieg der AUC,68 % Anstieg von Cmax von Ritonavir Eine Verringerung der Rifabutin-Do-sis auf 150 mg täglich wird empfoh-len. Die Patienten sollten engma-schig auf Rifabutin-assoziierte Ne-benwirkungen überwacht werden.
Didanosin Keine signifikanten Verände-rungen der Kinetik Keine signifikanten Veränderungenin der Steady-State-Kinetik Keine Dosisanpassung erforderlich
Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
Dolutegravir Dolutegravir/ Rilpivirin Keine signifikanten Verände-rungen der Kinetik im Steady-State Dolutegravir:Keine signifikante Änderung der Steady-State-Kinetik von Dolutegra-virRilpivirin (50 mg):16 % Anstieg der AUC,keine signifikante Änderung von Cmin, 43 % Anstieg von Cmax im Ver-gleich zu 25 mg Rilpivirin einmaltäglich alleine Keine Dosisanpassung von Rifabu-tin erforderlichDie gleichzeitige Anwendung mit Dolutegravir/ Rilpivirin kann die Ril-pivirin- Plasmakonzentration signifi-kant erniedrigen. Eine Rilpivirin-Dosisanpassung kann erforderlich sein. Die Fachinformation von Dolu-tegravir/ Rilpivirin sollte zu Rate ge-zogen werden.
Doravirin Wechselwirkung nicht unter-sucht. Keine Veränderung von Cmax, 50 % Abnahme der AUC, 68% Abnahme von Cmin Wenn die gleichzeitige Anwendung erforderlich ist, sollte die Doravirin-dosis erhöht werden, wie in der Fachinformation von Doravirin-halti-gen Produktenausgewiesen.
Efavirenz 38 % Abnahme der AUC,32 % Abnahme von Cmax, Keine signifikanten Veränderungenin der Kinetik Erhöhung der Tagesdosis von Rifa-butin um 50 %
Elvitegravir/ Cobicistat Keine signifikanten Verände-rungen der Rifabutin-Kinetik##525 % Anstieg der AUC,384 % Anstieg von Cmax von 25-O-Desacetylrifabutin Elvitegravir:Keine Veränderung außer 67% Ab-nahme von CminCobicistat:Keine Veränderung der Cobicistat-Exposition außer 66 % Abnahme von Cmin Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Elvitegravir/ Cobicis-tat wird aufgrund einer erwarteten Abnahme der Elvitegravir-Expositi-on nicht empfohlen (siehe Ab-schnitt 4.4 und entsprechende Fachinformationen von Elvitegravir/Cobicistat).
Emtricitabin/ Tenofovir-disoproxil Wechselwirkung nicht unter-sucht. Emtricitabin: Wechselwirkung nicht untersucht.Tenofovirdisoproxil: Wechselwir-kung nicht untersucht.Erwartet: Abnahme der Plasmakon-zentration von Tenofovir (P-gp In-duktion). Die gleichzeitige Anwendung von Emtricitabin/ Tenofovirdisproxil und Rifabutin wird nicht empfohlen.
Emtricitabin/ Rilpivirin/ Tenofoviralafenamid Emtricitabin/ Rilpivirin/ Tenofovirdisoproxil Keine signifikante Verände-rung der Kinetik Rilpivirin (25 mg):42 % Abnahme der AUC, 48 % Abnahme der Cmin, 31 % Abnahme der Cmax Rilpivirin (50 mg):AUC: 16 % Anstieg der AUC,keine signifikante Veränderung von Cmin,43 % Anstieg von Cmaxim Vergleich zu 25 mg Rilpivirin täg-lich alleineTenofoviralafenamid/ Tenofovirdi-soproxil:Wechselwirkungen wurden nicht untersucht (P-gp Induktion).Emtricitabin:Wechselwirkungen wurden nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von Odefsey (Emtricitabin/ Rilpivirin/ Tenofoviralafenamid) und Rifabutin ist kontraindiziert (siehe Ab-schnitt 4.3).Die gleichzeitige Anwendung von Eviplera (Emtricitabin/ Rilpivirin/ Te-nofovirdisoproxil) und Rifabutin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Etravirin Keine signifikanten Verände-rungen der Rifabutin-Kinetik 37 % Abnahme der AUC, 37 % Abnahme von Cmax, 35 % Abnahme von Cmin Keine Dosisanpassung von Rifabu-tin notwendig, wenn Etravirin nicht gleichzeitig mit einem geboosterten Proteaseinhibitor (PI) (z. B. Ritona-vir) angewendet wird. Es wurde kei-ne Wechselwirkungsstudie zur An-wendung von Etravirin zusammen
Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
mit einem geboosterten PI durchge-führt.Die Kombination von Etravirin mit einem geboosterten Protease-Inhibitor (PI) und Rifabutin sollte mit Vorsicht angewendet werden, da das Risiko einer Verringerung der Etravirin-Exposition und der Erhö-hung der 25-O-Desacetyl-Rifabutin-Exposition besteht.Die engmaschige Überwachung des virologischen Ansprechens und Rifabutin-assoziierter Nebenwirkun-gen wird empfohlen.
Fosamprenavir/ Ritona-vir 64 % Anstieg der AUC** 35 % Anstieg der AUC,36 % Anstieg von Cmax,keine Auswirkungen auf Cmax (Am-prenavir) Eine Verringerung der Rifabutin-Do-sis auf 150 mg täglich wird empfoh-len.Die Patienten sollten engmaschig auf Rifabutin-assoziierte Nebenwir-kungen überwacht werden.
Indinavir 173 % Anstieg der AUC, 134 % Anstieg von Cmax 34 % Abnahme der AUC, 25 % Abnahme von Cmax Eine Verringerung der Rifabutin-Do-sis auf 150 mg täglich und eine Er-höhung der Indinavir-Dosis auf1 000 mg alle 8 Stunden bei gleich-zeitiger Anwendung von Rifabutin und Indinavir wird empfohlen.Die Patienten sollten engmaschig auf Rifabutin-assoziierte Nebenwir-kungen überwacht werden.
Lopinavir/ Ritonavir 5,7‑facher Anstieg der AUC, 3,4‑facher Anstieg von Cmax** Keine signifikante Veränderung der Kinetik von Lopinavir Eine Verringerung der Rifabutin-Do-sis auf 150 mg täglich wird empfoh-len. Die Patienten sollten engma-schig auf Rifabutin-assoziierte Ne-benwirkungen überwacht werden. Eine weitere Dosisreduktion vonRifabutin kann notwendig werden.
Maraviroc Wechselwirkung nicht unter-sucht. 17 % Abnahme der AUC, 21 % Abnahme von Cmax, 30 % Abnahme von Cmin Keine Dosisanpassung von Rifabu-tin erforderlich.Eine Dosisanpassung von Maravi-roc kann erforderlich sein. Die Fach-information von Maraviroc sollte zuRate gezogen werden.
Nevirapin 17 % Anstieg der AUC, 28 % Anstieg der Cmax, 24 % Anstieg der AUC,29 % Anstieg von Cmax von25-O-Desacetyl-Rifabutin Keine signifikanten Veränderungen in der Kinetik Keine Dosisanpassung erforderlich. Es wurden keine signifikanten Aus-wirkungen auf die Mittelwerte der pharmakokinetischen Parameter von Rifabutin und Nevirapin beob-achtet. Jedoch kann es wegen einer hohen interindividuellen Variabilität bei einigen Patienten zu einem be-trächtlichen Anstieg der Rifabutin-Konzentration und einem daraus re-sultierenden erhöhten Risiko einer Rifabutin-Toxizität kommen. Die Pa-tienten sollten engmaschig auf Rifa-butin-assoziierte Nebenwirkungen überwacht werden.Bei gleichzeitiger Anwendung istVorsicht geboten.
Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
Rilpivirin (25 mg) Rilpivirin (600/ 900 mg Depot-Injektionssuspen-sion) Keine signifikanten Verände-rungen der Kinetik von Rifa-butin und 25-O-Desacetyl-Rifabutin 42% Abnahme der AUC, 31% Abnahme von Cmax, 48% Abnahme von Cmin Eine Dosisanpassung von Rilpivirin kann notwendig sein. Die Rilpivirin-Fachinformation sollte zu Rate ge-zogen werden.Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Rilpivirin Depot-Injek-tionssuspension ist kontra-indiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Ritonavir 4‑facher Anstieg der AUC, 2,5‑facher Anstieg von Cmax Wechselwirkung nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von Ri-tonavir als antivirales Arzneimittel ist kontraindiziert (siehe Abschnit-te 4.3 und 4.4).Bei Komedikation mit Ritonavir kann das Risiko von Nebenwirkun-gen, einschließlich Uveitis, erhöht sein. Wenn ein Proteasehemmer bei einem Patienten unter Rifabutin-Therapie erforderlich ist, sollte ein anderes Medikament als Ritonavirausgewählt werden.
Raltegravir Wechselwirkung nicht unter-sucht. 19 % Anstieg der AUC,39 % Anstieg von Cmax,20 % Abnahme von Cmin Keine Dosisanpassung erforderlich.
Saquinavir/ Ritonavir Rifabutin:86 % Anstieg von Cmax, 53 % Anstieg der AUC Rifabutin +25-O-Desacetylrifabutin-Me-tabolit:130 % Anstieg von Cmax,134 % Anstieg der AUC 15 % Abnahme von Cmax, 13 % Abnahme der AUC Eine Verringerung der Rifabutin-Do-sis auf 150 mg täglich wird empfoh-len.Die Patienten sollten engmaschig auf Rifabutin-assoziierte Nebenwir-kungen überwacht werden. Eine weitere Dosisreduktion von Rifabu-tin kann notwendig werden.
Tipranavir/ Ritonavir 190 % Anstieg der AUC,70 % Anstieg von Cmax von Rifabutin21‑facher Anstieg der AUC 3,2‑facher Anstieg der Cmaxvon 25-O-Desacetyl-Rifabutin Keine signifikante Veränderung der Kinetik von Tipranavir Eine Verringerung der Rifabutin-Do-sis auf 150 mg täglich wird empfoh-len. Die Patienten sollten engma-schig auf Rifabutin-assoziierte Ne-benwirkungen überwacht werden.
Zidovudin Keine signifikanten Verände-rungen der Kinetik Ca. 32 % Abnahme von Cmax und AUC Eine große kontrollierte klinische Studie hat gezeigt, dass diese Ver-änderungen ohne klinische Rele-vanz sind.
Antivirale Mittel (für Hepatitis C)
Sofosbuvir Wechselwirkung nicht unter-sucht. 36 % Abnahme von Cmax, 24 % Abnahme der AUC Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Sofosbuvir (allein) wird nicht empfohlen (siehe Ab-schnitt 4.4.).Keine Dosisanpassung erforderlich.
Sofosbuvir/ Ledipasvir Wechselwirkung nicht unter-sucht. Sofosbuvir:36 % Abnahme von Cmax, 24 % Abnahme der AUCLedipasvir: Wechselwirkung nicht untersucht.Erwartet: Abnahme der Plasmakon-zentrationen von Ledipasvir. Die gleichzeitige Anwendung istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Sofosbuvir/ Velpatasvir Wechselwirkung nicht unter-sucht. Sofosbuvir:36 % Abnahme von Cmax, 24 % Abnahme der AUCVelpatasvir: Wechselwirkung nichtuntersucht. Die gleichzeitige Anwendung istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
Erwartet: Abnahme der Konzentra-tion von Velpatasvir
Sofosbuvir/ Velpatasvir/ Voxilaprevir Wechselwirkung nicht unter-sucht. Sofosbuvir:36 % Abnahme von Cmax, 24 % Abnahme der AUCVelpatasvir und Voxilaprevir: Wech-selwirkung nicht untersucht.Erwartet: Abnahme der Konzentra-tionen von Velpatasvir und Voxila-previr Die gleichzeitige Anwendung istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Antimykotika
Fluconazol 88 % Anstieg von Cmax, 82 % Anstieg der AUC Keine signifikante Änderung der Plasmakonzentration im Steady State Die Patienten, die gleichzeitig Rifa-butin und Fluconazol erhalten, soll-ten engmaschig auf Rifabutin-asso-ziierte Nebenwirkungen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).Reduzieren der Rifabutin-Dosis auf 150 mg täglich oder unterbrechen der Anwendung von Rifabutin, wennVerdacht auf Toxizität besteht.
Itraconazol Wechselwirkung nicht unter-sucht. 70 % bis 75 % Abnahme von Cmaxund AUC Da sich die Bioverfügbarkeit von Itraconazol und Hydroxy-Itracona-zol in Interaktionsstudien mit Rifa-butin stark verringerte und mit ei-nem Verlust der Wirksamkeit einher ging, wird die gleichzeitige Anwen-dung mit Rifabutin nicht empfohlen. Ein Fallbericht deutet auf eine kineti-sche Interaktion mit Itraconazol hin, die sich in einer Erhöhung der Se-rumspiegel von Rifabutin mit dem Risiko für die Entwicklung einerUveitis manifestiert.
Ketoconazol Wechselwirkung nicht unter-sucht. Wechselwirkung nicht untersucht. Erwartet: Abnahme der Bioverfüg-barkeit von Ketoconazol (Induktion von CYP3A4) Die gleichzeitige Anwendung ist nicht empfohlen, es sei denn der po-tenzielle Nutzen überwiegt die po-tenziellen Risiken. Wenn die gleich-zeitige Anwendung klinisch gerecht-fertigt ist, sollten die Patienten sorg-fältig auf erhöhte Rifabutinwerte oder Rifabutin-assoziierte Neben-wirkungen und auf eine verminderte Ketoconazol-Wirksamkeit über-wacht werden.
Posaconazol 31 % Anstieg von Cmax, 72 % Anstieg der AUC 43 % Abnahme von Cmax, 49 % Abnahme der AUC Bei gleichzeitiger Anwendung soll-ten die Plasmaspiegel von Rifabutin und Posaconazol kontrolliert und die Patienten engmaschig auf Rifa-butin-assoziierte Nebenwirkungen und eine verminderte Posaconazol-Wirksamkeit überwacht werden.Die gleichzeitige Anwendung von Posaconazol und Rifabutin wird nicht empfohlen, außer der Nutzen für den Patienten überwiegt das Ri-siko.
Voriconazol 195 % Anstieg von Cmax, 331 % Anstieg der AUC*** Rifabutin (einmal täglich 300 mg)verringerte Cmax und AUC von200 mg Voriconazol zweimal täg- Bei einer positiven Nutzen-Risiko-Abwägung kann Rifabutin zusam-men mit Voriconazol gegeben wer-
Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
lich um 69 % bzw. 78 %. Bei gleich-zeitiger Gabe mit Rifabutin erreich-ten Cmax und AUC von 350 mg Vori-conazol zweimal täglich 96 % bzw. 68% des Niveaus, das bei alleiniger Gabe von 200 mg zweimal täglich erhalten wird. Bei einer Voriconazol-Dosis von 400 mg zweimal täglich waren Cmax und AUC 104 % bzw.87 % höher als bei alleiniger Gabe von 200 mg Voriconazol zweimal täglich. den, wenn die Erhaltungsdosis von Voriconazol auf 5 mg/kg KG i.v. alle 12 Stunden oder von 200 mg auf 350 mg oral alle 12 Stunden (Pati-enten unter 40 kg Körpergewicht: von 100 mg auf 200 mg oral alle12 Stunden) erhöht wird. Die Fach-information von Voriconazol sollte zu Rate gezogen werden. Bei gleich-zeitiger Gabe von Rifabutin zusam-men mit Voriconazol wird eine eng-maschige Kontrolle des Blutbildes und der Nebenwirkungen von Rifa-butin (z. B. Uveitis) empfohlen.
Anti-PCP (Pneumocystis carinii pneumonia)
Dapson Wechselwirkung nicht unter-sucht. Ca. 27 % bis 40 % Abnahme derAUC Studie mit HIV-Patienten (schnelleund langsame Acetylierer)
Sulfamethoxazol-Trime-thoprim Keine signifikanten Verände-rungen von Cmax und AUC Ca. 15 % bis 20 % Abnahme derAUC In einer weiteren Studie bewirkte Trimethoprim (nicht Sulfamethoxa-zol) eine 14 % Abnahme der AUC und 6 % Abnahme der Cmax, was je-doch als klinisch nicht signifikantbeurteilt wurde.
Anti-MAC (Mycobacterium-avium-intracellulare-Komplex)
Azithromycin Keine pharmako-kinetischenInteraktionen Keine pharmako-kinetischen Inter-aktionen
Clarithromycin Ca. 77 % Anstieg der AUC Ca. 50 % Abnahme der AUC Die Patienten sollten engmaschig auf Rifabutin-assoziierte Nebenwir-kungen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4). Bei Verdacht auf To-xizität die Dosis auf 150 mg täglich reduzieren oder die Anwendung von Rifabutin aussetzen. Eine alternati-ve Behandlung von Clarithromycin sollte bei der Behandlung von Pati-enten, die Rifabutin erhalten, in Be-tracht gezogen werden.
Tuberkulostatika
Bedaquilin Wechselwirkung nicht unter-sucht. Keine Veränderungen der Bedaqui-lin-Kinetik40 % Anstieg der Gesamtexposition (AUC0-∞) der M2- und etwa 200 % Anstieg der Spitzenkonzentrationen der M3-Metaboliten von Bedaquilin. Die gleichzeitige Anwendung von Rifamycinen (z. B. Rifampin, Rifa-pentin und Rifabutin) mit Bedaquilin sollte vermieden werden.Bei gleichzeitiger Anwendung bei-der Arzneimittel müssen Patienten auf Nebenwirkungen im Zusam-menhang mit der Verabreichungvon Bedaquilin überwacht werden.
Ethambutol Wechselwirkung nicht unter-sucht. Keine signifikante Änderung vonAUC oder Cmax Keine Dosisanpassung erforderlich.
Isoniazid Wechselwirkung nicht unter-sucht. Die Pharmakokinetik ist unverän-dert. Keine Dosisanpassung erforderlich.
Pyrazinamid Keine signifikanten Verände-rungen von AUC und Cmax Keine signifikanten Veränderungenvon AUC und Cmax Keine Dosisanpassung erforderlich.
Orale Kontrazeptiva
Ethinylestradiol Wechselwirkung nicht unter-sucht. 20 % Abnahme von Cmax, 35 % Abnahme der AUC Den Patientinnen sollte geraten wer-den, zusätzlich andere, nicht hormo-nelle Verhütungsmethoden zu ver-wenden.
Rifabutin‑Interaktionsstudien
Gleichzeitig eingesetzteWirkstoffe Auswirkungen auf Rifabutin Auswirkung auf den gleichzeitig an-gewendeten Wirkstoff Empfehlungen bezüglich einergleichzeitigen Anwendung
Norethisteron Wechselwirkung nicht unter-sucht. 32 % Abnahme von Cmax, 46 % Abnahme der AUC Den Patientinnen sollte geraten wer-den, zusätzlich andere, nicht hormo-nelle Verhütungsmethoden zu ver-wenden.
Andere
Dabigatran Wechselwirkung nicht unter-sucht. 14 % Abnahme von Cmax,19 % Abnahme der AUC (Induktionvon P-gp) Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen, es sei denn, der potentielle Nutzen überwiegt die po-tentiellen Risiken.
Methadon Wechselwirkung nicht unter-sucht. Keine signifikanten Veränderungen von Cmax und AUC Keine erkennbaren Auswirkungen von Rifabutin auf die Spitzenwerte oder die systemische Belastung durch Methadon, bezogen auf die AUC. Die Rifabutin-Kinetik wurdenicht untersucht.
Tacrolimus Wechselwirkung nicht unter-sucht. Wechselwirkung nicht untersucht. Erwartet: Abnahme des Plasma-spiegels von Tacrolimus (Induktionvon CYP450) Die Überwachung des Plasmaspie-gels von Tacrolimus und geeignete Dosisanpassungen von Tacrolimussind empfohlen.
Theophyllin Wechselwirkung nicht unter-sucht. Im Vergleich zum Ausgangswertkeine signifikanten Veränderungen von AUC oder Cmax.

AUC: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve Cmax: Maximale Plasmakonzentration

Cmin: Minimale Plasmakonzentration

# Die Rifabutin-Dosis betrug bei alleiniger Gabe 300 mg einmal täglich und bei gleichzeitiger Gabe von Darunavir/ Ritonavir 150 mg

jeden zweiten Tag.

## Die Rifabutin-Dosis betrug bei alleiniger Gabe 300 mg einmal täglich und bei gleichzeitiger Gabe von Elvitegravir/ Cobicistat 150 mg jeden zweiten Tag.

**: Wirkstoff plus aktiver Metabolit

***: bei zweimal täglich 400 mg Voriconazol

Schwangerschaft

Schwangerschaft und Stillzeit

Aufgrund mangelnder klinischer Erfahrungen sollte Mycobutin bei schwangeren oder stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Es ergaben sich bei keiner der verwendeten Dosierungen Hinweise auf ein teratogenes Potenzial von Rifabutin, jedoch wurden im maternaltoxischen Bereich embryo-/ fetotoxische Wirkungen und eine Erhöhung skelettaler Variationen beobachtet.

Fertilität

Beeinträchtigungen der Fertilität der behandelten Tiere beruhen möglicherweise auf durch hohe Dosen Rifabutin verursachten Ver-änderungen der Fortpflanzungsorgane.

Fahrtüchtigkeit

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durch-geführt.

Nebenwirkungen

Die Verträglichkeit von Mycobutin in Kombinationsschemata wurde mit einer Tagesdosis bis zu 600 mg untersucht. Hierbei wur-den in Langzeitstudien normale und immungeschwächte Patienten behandelt, welche an Tuberkulose bzw. an nicht tuberkulöser Mykobakteriose litten.

Im Rahmen dieser Studien konnte das Auftreten bestimmter Nebenwirkungen nicht immer mit Sicherheit der Anwendung von My-cobutin zugeordnet werden. Nebenwirkungen wurden häufiger beobachtet bei Anwendung höherer Rifabutin-Dosen oder bei gleichzeitiger Anwendung mit CYP3A-Inhibitoren*.

Systemorganklasse Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100,< 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1 000,< 1/100) Nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Leukopenie Anämie Panzytopenie Agranulozy-tose Lymphopenie Granu-lozytopenie Neutropenie verringerte Neutrophilen-zahl Thrombozytopenie
Erkrankungen des Immunsys-tems Hautrötung Hypersensitivität Bron-chospasmen Eosinophilie
Stoffwechsel- und Ernährungsstö-rungen Appetit vermindert
Augenerkrankungen Uveitis Ablagerungen inder Hornhaut Retinale VaskulitisVitritis
Erkrankungen des Gastrointesti-naltrakts Übelkeit Erbrechen
Leber- und Gallenerkrankungen Gelbsuchterhöhte Leberenzyme Hepatitis
Erkrankungen der Haut und desUnterhautzellgewebes Hautverfärbung Hautausschlag
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-und Knochenerkrankungen Myalgie Arthralgie Arthritis
Erkrankungen der Nieren undHarnwege Niereninsuffizienz
Allgemeine Erkrankungen und Be-schwerden am Anwendungsort Pyrexie Flu-Syndrom

* Mycobutin-Dosen von ≥ 450 mg/ Tag waren mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten unerwünschter Arzneimit-telwechselwirkungen wie Uveitis, Arthralgien, Neutropenie verbunden, wenn sie zusammen mit Clarithromycin oder anderen Arzneimitteln, die das Cytochrom P450 (CYP450)-Isoenzym 3A4 hemmen, eingesetzt wurden.

Anaphylaktischer Schock und Clostridium-difficile-Kolitis sind Nebenwirkungen der gesamten pharmakologischen Wirkstoffklasse, sie wurden jedoch weder in den klinischen Studien noch im Spontanerfassungssystem unter Rifabutin beobachtet.

Antituberkulose-Medikamente und schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs)

Die Anwendung von Antituberkulose-Medikamenten kann zum Auftreten von Arzneimittelreaktionen mit Eosinophilie und systemi-schen Symptomen (DRESS) sowie weiteren schweren kutanen Nebenwirkungen (SCARs) wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) führen (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierli-che Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, je-den Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Ge-org-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Es liegen nur wenige Berichte von versehentlicher oder beabsichtigter Überdosierung vor (doppelte bis 6‑fache Dosis). In diesen Fällen wurde entweder über keine Nebenwirkungen berichtet bzw. die Nebenwirkungen entsprachen denen, welche unter der emp-fohlenen Dosierung beobachtet wurden (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Magenspülung und diuretische Maßnahmen sollten durchgeführt werden. Unterstützende Maßnahmen und symptomatische Behandlung sind erforderlich.

Pharmakologische Eigenschaften - Mycobutin 150 mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiinfektiva zur systemischen Anwendung; Mittel gegen Mykobakterien ATC-Code: J04AB04

Rifabutin hemmt die DNA-abhängige RNA-Polymerase in empfindlichen Prokaryonten (E. coli und Bacillus subtilis), nicht jedoch in Säugetierzellen. Der Einbau von Thymidin in die DNA von Rifampicin-resistenten M. tuberculosis wird verhindert, was darauf hin-deutet, dass Rifabutin auch die DNA-Synthese hemmt. Dies ist möglicherweise die Erklärung für die Wirksamkeit von Rifabutin ge-gen Rifampicin-resistente Organismen.

In vitro zeigt Rifabutin gegenüber Laborstämmen und klinisch isolierten Tuberkulosebakterien eine hohe Aktivität. Ein Drittel bis zur Hälfte der gegenüber Rifampicin resistenten M.tuberculosis-Stämme reagierten auf Rifabutin empfindlich. Dies deutet darauf hin, dass zwischen den beiden Antibiotika eine nur unvollständige Kreuzresistenz besteht.

In vivo zeigte Rifabutin bei durch Tuberkulosebakterien experimentell hervorgerufenen Infektionen eine ca. 10‑fach höhere Aktivität

als Rifampicin, was den In-vitro-Ergebnissen entspricht.

Gegenüber nicht tuberkulösen (atypischen) Mykobakterien einschließlich M. avium intracellulare (MAI) erwies sich Rifabutin als wirksam, sowohl in vitro als auch bei immungeschwächten Mäusen, bei denen Infektionen mit diesen Krankheitserregern experi-mentell ausgelöst worden waren.

Rifabutin wirkt gegen grampositive und gramnegative Bakterien.

Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von Rifabutin ist relativ niedrig (etwa 12 bis 20 %; Gesamtbereich 3 bis 42 %) und zeigt beträchtliche Variabili-

tät zwischen einzelnen Patienten.

Beim Menschen wird Rifabutin schnell resorbiert, und maximale Plasmakonzentrationen werden nach 2 bis 4 Stunden erreicht. Bei gesunden Probanden zeigte Rifabutin nach Einmalgabe im Dosisbereich von 300 bis 600 mg eine lineare Pharmakokinetik. Nach diesen Dosierungen liegt Cmax im Bereich von 0,4 bis 0,7 mg/l. Plasmakonzentrationen über den für M. tuberculosis geltenden MHK-Werten (minimalen Hemmkonzentrationen) wurden bis zu 30 Stunden nach Einnahme aufrechterhalten.

Bei Tieren wird Rifabutin mit Ausnahme des Gehirns in verschiedenen Organen gut verteilt. Beim Menschen waren Konzentratio-

nen im Lungengewebe bis zu 24 Stunden nach Einnahme ca. 5- bis 10-mal höher als die Plasmawerte.

Wie Untersuchungen an menschlichen Neutrophilen bzw. Monozyten zeigten, ist die intrazelluläre Penetration von Rifabutin sehr gut. Für das intrazelluläre/ extrazelluläre Konzentrationsverhältnis wurden hierbei Werte von 9 bzw. 15 festgestellt.

Das scheinbare Verteilungsvolumen im Steady State beträgt 9,3 ± 0,6 l/kg. Die Plasmaproteinbindung liegt im Bereich von 91 bis 94 % bei gesunden Probanden bzw. 69 bis

73 % bei AIDS-Patienten.

Rifabutin wird in starkem Ausmaß verstoffwechselt. Bisher wurden mehr als 20 Metaboliten nachgewiesen. Das 25-O-Desacetyl-derivat und das 31-Hydroxyderivat stellen den Hauptanteil der identifizierten Metabolite dar. Das 25-O-Desacetylderivat hat eine ähnliche mikrobiologische Aktivität wie der Wirkstoff Rifabutin.

Die nach Mehrfachdosierung von Rifabutin ermittelte AUC ist geringer als nach Einmalgabe, was ein Hinweis auf die enzymindu-zierende Potenz von Rifabutin ist, die zu einer Autoinduktion des eigenen Metabolismus führt.

Nach oraler Einmalgabe von radioaktiv markiertem Rifabutin wurden im Urin 53 % und in den Fäzes 29 % der insgesamt ange-wendeten Radioaktivitätsmenge innerhalb von 120 Stunden (Urin) bzw. 96 Stunden (Fäzes) wiedergefunden. In einer anderen Stu-die wurden nach oraler Gabe einer Einzeldosis von 14C-markiertem Rifabutin im 24-Stunden-Sammelurin etwa 21 % der ange-wendeten Dosis wiedergefunden. Nach intravenöser Gabe von radioaktiv markiertem Rifabutin wurden im Urin ca. 33 bis 55 % der insgesamt angewendeten Radioaktivitätsmenge ausgeschieden. Nach oraler Gabe von Rifabutin wurden im Urin 9,4 % der Dosis in Form von unverändertem Rifabutin (einschließlich konjugierter Metabolite) und weitere 2 % als 25-O-Desacetylderivat wiederge-funden.

Unter Steady-State-Bedingungen werden nach oraler Mehrfachgabe 4 % der Dosis während des Dosierungsintervalls in unverän-derter Form mit dem Urin ausgeschieden. Nach intravenöser Gabe von Rifabutin entfallen nach Einmalgabe 14 % und nach Mehr-fachgabe 6 % der mit dem Urin ausgeschiedenen Menge auf die unveränderte Muttersubstanz.

Die Elimination von Rifabutin aus dem Blut verläuft biphasisch. Die terminale Halbwertszeit beträgt beim Menschen ca. 38 ±

12 Stunden. In anderen Studien wurden zum Teil noch deutlich längere Halbwertszeiten für Rifabutin ermittelt.

Kinder

Literaturdaten von 28 Kindern (0,67 – 15 Jahre) mit HIV/TB-Koinfektion, die eine LPV/r-basierte ART erhielten, zeigten, dass diese Kinder, die mit einer Rifabutin-Dosis von 2,5 mg/kg/Tag behandelt wurden, eine ähnliche Rifabutin- und Des-Rifabutin-Exposition erreichten wie Erwachsene, die mit 150 mg einmal täglich behandelt wurden. Stark untergewichtige Kinder wiesen im Vergleich zu normalgewichtigen Kindern eine geringere Rifabutin-Exposition auf.

Pharmazeutische Angaben - Mycobutin 150 mg

Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose Natriumdodecylsulfat Magnesiumstearat Siliciumdioxid-Hydrat Gelatine

Titandioxid (E 171) Eisen (III)-oxid (E 172)

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 ºC lagern.

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/ Aluminium-Blisterpackungen.

Packungsgrößen mit 30 und 90 Hartkapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Weblinks

Packungen und Preis

Mycobutin 150mg 30 Hartkaps. N2
Preis
206,80 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Mycobutin 150mg 90 Hartkaps. N3
Preis
584,58 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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