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Präparate

Unilux® 300 mg/ml, 300 mg Iod/ml, Injektionslösung / Infusionslösung, 500 ml

Wechselwirkungen-Liste
1
Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Unilux® 300 mg/ml, 300 mg Iod/ml, Injektionslösung / Infusionslösung, 500 ml

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Injektions-/Infusionslsg.

Hersteller

Sanochemia Pharmazeutika GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.8.2025
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Fachinfo - Unilux® 300 mg/ml

Anwendungsgebiete

Unilux ist ein nichtionisches iodiertes Röntgenkontrastmittel. Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.

Unilux 300 wird angewendet für die Arteriographie, Angiokardiographie, Koronarographie, Phlebo-graphie, Digitale Subtraktionsangiographie (DSA), Computertomographie (CT), Ausscheidungsuro-graphie, retrograde Urethrographie, Kavernosographie, Endoskopisch-Retrograde Cholangio-Pankrea-tikographie (ERCP), Sialographie bei chronisch obstruktiver Speicheldrüsenentzündung, Fisteldarstel-lung, Diskographie, Arthrographie, Hysterosalpingographie, Galaktographie, Dakryozystographie.

Unilux 370 wird angewendet für die Arteriographie, Angiokardiographie, Koronarographie, Phlebo-graphie, Digitale Subtraktionsangiographie (DSA), Computertomographie (CT).

Dosierung

Dosierung

Eine Übersicht der für verschieden konzentrierte Unilux-Lösungen je nach Darstellungsbereich übli-chen Anwendungsvolumina findet sich in der Tabelle unten.

Die Dosis richtet sich u. a. nach Alter, Gewicht, Herz- und Nierenfunktion, Allgemeinzustand, klini-scher Fragestellung, Untersuchungsmethode und Untersuchungsregion. Üblicherweise werden die glei-chen Iodkonzentrationen und Volumina verwendet wie bei anderen nichtionischen iodhaltigen Röntgenkontrastmitteln. Es sollte die niedrigste Dosierung, die zum Erzielen des gewünschten Unter-suchungsergebnisses ausreicht, gewählt werden. Die Dosierung für Kinder, soweit nicht anders ange-geben, richtet sich nach dem Alter und dem Körpergewicht und wird vom behandelnden Arzt bestimmt.

Bei reduzierter Nierenfunktion, bei Herz-Kreislauf-Insuffizienz sowie bei schlechtem Allgemeinzu-stand muss die Kontrastmitteldosis so gering wie möglich gehalten werden. Bei solchen Patienten ist es ratsam, die Nierenfunktion über mindestens drei Tage nach der Untersuchung zu beobachten.

Die Gesamtdosis von 1,5 g Iod pro kg Körpergewicht sollte pro Untersuchungstag nicht überschritten werden.

Dies entspricht bei Unilux 300 einem Volumen von 5,0 ml pro kg Körpergewicht. Dies entspricht bei Unilux 370 einem Volumen von 4,1 ml pro kg Körpergewicht.

Die folgenden Dosierungen stellen Empfehlungen dar.

ANWENDUNGSGEBIET UNILUX(mg Iod/ml) DOSIERUNG
Phlebographie 300, 370 Erwachsene: 50 mlb
Intraarterielle Digitale Subtraktions-
angiographie (i.a. DSA)
- Zerebral-nichtselektiv 300 Erwachsene: 20-30 ml
Kindera
- Zerebral-selektiv 300 3–8 ml
- Pulmonalisangiographie 300 Erwachsene: 25 ml pro Einzelin-
jektion; Gesamtdosis bis zu 170 ml
- Übrige Gefäßprovinzen 300 Erwachsene: 30-50 mlb
Kindera
- Übrige Gefäßprovinzen 370 Erwachsene: 30-40 mlb Kindera
Intravenöse Digitale Subtraktionsan-giographie (i.v. DSA) 300 Erwachsene: 30-50 ml, nach Be-darf wiederholenKindera
Intravenöse Digitale Subtraktionsangio-graphie (i.v. DSA) 370 Erwachsene: 30-40 ml, nach Bedarf wiederholenKindera
Arteriographie
Zerebral-nichtselektiv 300 Erwachsene 40-60 ml
Kindera
Zerebral-selektiv 300 4-12 ml
Übrige Gefäßprovinzen 300, 370 Erwachseneb
Kindera
Angiokardiographie 300, 370 Erwachseneb Kindera
Koronarographie 300, 370 Erwachsene 4-10 ml/Arterie, nachBedarf wiederholen
Computertomographie (CT) 300, 370 Erwachsene: 1-2 ml/kg KG Kindera
ANWENDUNGSGEBIET UNILUX(mg Iod/ml) DOSIERUNG
Ausscheidungsurographie 300 Erwachsene 50-100 ml Kindera:0.-1. Lebensmonat 4-5 (-6) ml/kg1.-3. Lebensmonat 4,0 ml/kg3.-6. Lebensmonat 3,5-4,0 ml/kg6.-12. Lebensmonat 3,0-3,5 ml/kg12.-24. Lebensmonat 2,5-3,0 ml/kg2.-5. Lebensjahr 2,5 ml/kg5.-7. Lebensjahr 2,0-2,5 ml/kg7.-12. Lebensjahr 1,5-2,0 ml/kg
Retrograde Urethrographie 300 Erwachsene 20-40 ml
Endoskopisch-Retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) 300 Erwachsene: 10-20 ml, in Ausnah-mefällen bis zu 40 ml
Kavernosographie 300 Erwachsene: bis zu 100 ml
Sialographie bei chronisch obstrukti-ver Speicheldrüsenentzündung 300 2-3 ml
Fisteldarstellung 300 Nach Bedarf
Diskographie 300 1,5-3 ml
Arthrographie 300 z. B. Schulter 12-18 ml Knie 4-10 mlOberes Sprunggelenk 4-8 ml
Galaktographie 300 < 1 ml
Dakryozystographie 300 < 1 ml
Hysterosalpingographie 300 Erwachsene 10 ml, bei Bedarf wie-derholen

a = je nach Körpergewicht und Alter

b = 250 ml nicht überschreiten. Das Volumen der Einzelinjektion hängt von der zu untersuchenden Gefäßregion ab

Soweit nicht anders verordnet, gelten für die Dosierungen der einzelnen Anwendungsgebiete folgende Hinweise:

Computertomographie (CT, Unilux 300, 370)

Unilux sollte als intravenöse Schnellinjektion, falls vorhanden mittels Hochdruckinjektor, verabreicht werden. Für langsame Scanner wird empfohlen die Hälfte der Dosis als Bolus, die restliche Dosis in-nerhalb von 2-6 Minuten zu verabreichen, womit ein relativ konstanter Blutspiegel, wenn auch nicht von gleicher maximaler Höhe, zu erreichen ist. Scanbeginn ist nach dem Ende der ersten Applikations-phase.

Bei der Spiral-CT, insbesondere bei der multi-slice-Technik, wird eine Vielzahl an Informationen wäh-rend des Luftanhaltens erfasst. Um den Effekt der intravenösen Bolusinjektion in der zu untersuchenden Region zu optimieren (zeitlich unterschiedliche Anreicherung in den einzelnen pathologisch veränder-ten Geweben), wird die Verwendung eines automatischen Hochdruckinjektors sowie einer Bolus-Tra-cking-Software empfohlen.

Bei der CT sind die erforderlichen Kontrastmittelmengen und die Applikationsgeschwindigkeiten ab-hängig von den zu untersuchenden Organen, der diagnostischen Fragestellung, insbesondere aber auch von dem verfügbaren Gerät (z. B. Scan- und Bildaufbauzeiten). Bei langsamer arbeitenden Apparaten ist die Infusion vorzuziehen, für die schnellen Scanner die Bolusinjektion.

Digitale Subtraktionsangiographie (DSA, Unilux 300, 370)

Die intraarterielle DSA führt in vielen Fällen auch dann noch zu kontrastreichen Darstellungen großer Gefäße sowie der Arterien von Hals, Kopf, Nieren und Extremitäten, wenn die Iodkonzentration der jeweils eingesetzten Unilux -Lösung zur konventionellen Angiographie nicht ausreicht. Diese Methode empfiehlt sich deshalb für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Darstellung der Nieren und Harnwege (intravenöse Urographie, Unilux 300)

Bei der intravenösen Urographie ist zu beachten, dass die physiologische Konzentrationsschwäche des noch unreifen Nephrons kindlicher Nieren relativ hohe Kontrastmitteldosen erfordert. Bei der Ausscheidungsurographie halten manche Untersucher geringere Dosen von Unilux 300 für ausrei-chend: 3 ml/kg KG (1. Lebensjahr), 2 ml/kg KG (2. Lebensjahr) und 1,5 ml/kg KG (3. Lebensjahr) bzw. im Allgemeinen 10 - 25 ml Unilux300.

Phlebographie (Unilux 300, 370)

Um Extravasation während der Injektion zu vermeiden, wird eine röntgenologische Kontrolle empfoh-len.

Art der Anwendung

Unilux ist ein Diagnostikum, das bei den vorgesehenen Anwendungsgebieten einmalig verwendet wird. Mehrfachinjektionen oder Wiederholungsuntersuchungen sind möglich.

Kontrastmittel, die vor der Applikation auf Körpertemperatur erwärmt werden, sind besser verträglich und lassen sich aufgrund der geringeren Viskosität leichter injizieren. Intravasale Kontrastmittelgaben sind möglichst am liegenden Patienten vorzunehmen. Grundsätzlich soll ein Kontrastmittel erst un-mittelbar vor der Anwendung aufgezogen werden. Die in einem Untersuchungsgang nicht ver-brauchte Kontrastmittellösung ist zu verwerfen.

Soll das Arzneimittel mit einem automatischen Applikationssystem gegeben werden (siehe auch Ab-schnitt 6.5), muss die Eignung für die beabsichtigte Anwendung vom Medizinproduktehersteller belegt sein. Die Anwendungshinweise der Medizinprodukte sind unbedingt zu beachten. Bei Säuglingen und Kleinkindern verbietet sich der Einsatz eines automatischen Applikationssystems.

Unilux sollte mit keinen anderen Arzneimitteln oder Kontrastmitteln gemischt werden. Diätempfehlungen:

Der Patient sollte in den letzten zwei Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen.

Vortesten:

Nicht empfohlen wird ein Vortesten auf Überempfindlichkeit mit einer geringen Kontrastmitteldosis, da dies nicht nur keine Aussagekraft besitzt, sondern gelegentlich selbst zu schwerwiegenden, teils fatalen Überempfindlichkeitsreaktionen geführt hat.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Iopamidol und/oder Iod oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-nannten sonstigen Bestandteile.

Unilux darf nicht angewendet werden bei Schilddrüsenüberfunktion (manifester Hyperthyreose).

Warnhinweise

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

Die Anwendung von Unilux sollte nur bei präziser klinischer Indikation erfolgen, wobei eventuelle Risikofaktoren des zu untersuchenden Patienten zu berücksichtigen sind.

Bei der Injektion von Kontrastmitteln ist Vorsicht angezeigt, um eine Extravasation zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Injektion von Unilux in Patienten mit Hyperkalzämie und zerebral-vaskulären Krankheiten ist Vorsicht geboten.

Hydratation

Die Patienten müssen gut hydriert sein und alle relevanten Anomalien des Flüssigkeits- oder Elektro-lythaushalts sollten vor und nach der Kontrastmittelinjektion korrigiert werden. Insbesondere Patien-ten mit schweren Funktionsstörungen der Nieren, der Leber oder des Myokards, mit Myelomatose

oder anderen Paraproteinämien, Sichelzellanämie, Diabetes mellitus, Polyurie, Oligourie, Hyperurikä-mie, sowie auch Kleinkinder, ältere Patienten und Patienten mit schweren systemischen Erkrankun-gen sollten einer Dehydratation nicht ausgesetzt werden. Vorsicht ist geboten bei der Hydratation von Patienten mit Grunderkrankungen, die sich durch Flüssigkeitsüberladung verschlimmern könnten, einschließlich kongestivem Herzversagen.

Kontrastmittelinduzierte Enzephalopathie

Enzephalopathie wurde bei der Anwendung von Iopamidol berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Dies kann sich innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Verabreichung mit Anzeichen und Symptomen ei-ner neurologischen Dysfunktion wie Kopfschmerzen, Sehstörung, kortikaler Blindheit, Verwirrtheit, Krampfanfällen, Koordinationsverlust, Hemiparese, Aphasie, Bewusstlosigkeit, Koma und Hirnödem manifestieren und verschwindet im Allgemeinen innerhalb von Tagen.

Faktoren, die die Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke erhöhen, erleichtern den Übergang von Kon-trastmitteln auf das Gehirngewebe und können zu möglichen ZNS-Reaktionen führen, beispielsweise Enzephalopathie. Bei Verdacht auf Kontrast-Enzephalopathie sollte Iopamidol nicht erneut verab-reicht und eine geeignete medizinische Behandlung eingeleitet werden.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Wie alle anderen Kontrastmittel kann dieses Präparat pseudoallergische (allergoide) Reaktionen oder andere Manifestationen allergischer Reaktionen mit Übelkeit, Erbrechen, Dyspnoe, Erythem, Urtika-ria und Hypotonie hervorrufen. Gelegentlich wurde über schwerwiegende Reaktionen mit tödlichem Ausgang berichtet.

Derartige Ereignisse sind aufgrund ihres unregelmäßigen Auftretens im Einzelfall nicht vorhersehbar.

Eine Vorgeschichte mit Allergie, Asthma oder unerwünschten Reaktionen bei vorausgegangenen ähn-lichen Untersuchungen deutet daraufhin, dass besondere Vorsicht erforderlich ist. Bei diesen Patien-ten muss der Nutzen die Risiken eindeutig übersteigen und es sollte eine Vorbehandlung mit Antihis-taminika oder Corticosteroiden zur Prävention oder Minimierung von möglichen allergischen Reakti-onen erwogen werden.

Bei Asthmatikern ist nach Anwendung von Kontrastmitteln das Risiko Bronchospasmus induzieren-der Reaktionen höher.

Die Durchführung von Sensitivitätstests bei Patienten mit vermuteter oder bekannter Kontrastmittel-überempfindlichkeit wird nicht empfohlen, da sich schwere oder tödliche Reaktionen auf Kontrastmit-tel nicht mit Sensitivitätstests vorhersagen lassen.

Der Patient sollte auch darüber aufgeklärt werden, dass noch mehrere Tage nach der Untersuchung allergische Reaktionen auftreten können. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.

Vorbereitung auf Notfälle

Unabhängig von Menge und Art der Verabreichung können bereits geringfügige allergoide Symptome erste Anzeichen einer schwerwiegenden behandlungsbedürftigen anaphylaktoiden Reaktion sein. Des-wegen sollten iodierte Kontrastmittel nur dort eingesetzt werden, wo die Voraussetzungen für eine Not-fallbehandlung gegeben sind. Alle Ärzte sowie das Pflegepersonal müssen über Symptome sowie all-gemeine und medikamentöse Sofortmaßnahmen unterrichtet sein. Voraussetzungen für eine Notfallbe-handlung sind die notwendige apparative und medikamentöse Ausstattung, eine ausreichende ärztliche Erfahrung sowie geschultes Assistenzpersonal. Maßnahmen zur sofortigen Behandlung einer schwer-wiegenden Reaktion sollten daher grundsätzlich vorbereitet und die hierfür notwendigen Notfallmedi-kamente bzw. Notfallbesteck bereitgestellt sein. Bei drohendem Schockzustand muss die Zufuhr des Kontrastmittels sofort unterbrochen und – wenn notwendig – über einen venösen Zugang eine gezielte Therapie eingeleitet werden. Es empfiehlt sich, während der gesamten Röntgenuntersuchung eine fle-xible Verweilkanüle oder einen Katheter (für schnellen intravenösen Zugang) einzusetzen.

Der Patient soll, nachdem die Verabreichung beendet ist, noch mindestens ½ Stunde überwacht werden, weil erfahrungsgemäß die Mehrzahl aller schwerwiegenden Zwischenfälle innerhalb dieser Zeit auftritt.

Störungen des Gerinnungssystems

Kontrastmitteluntersuchungen der Blutgefäße mittels Katheter sind mit dem Risiko verbunden, Gefäß-verschlüsse durch Blutgerinnsel (Thromboembolien) zu verursachen. Nichtionische Röntgenkontrast-mittel zeichnen sich in vitro durch eine schwächere gerinnungshemmende Wirkung als ionische Röntgenkontrastmittel aus.

Vorsicht ist auch geboten bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien (Homozysti-nurie).

Kinder

Insbesondere Säuglinge unter 1 Jahr und Neugeborene sind anfällig für Störungen im Elektrolythaushalt und hämodynamische Veränderungen.

Eine vorübergehende Suppression der Schilddrüse oder Hypothyreose wurde bei Kindern nach Expo-sition mit iodhaltigen Kontrastmitteln beobachtet. Dies wurde häufiger beobachtet nach einem diag-nostischen Verfahren bei Neugeborenen und Frühgeborenen und auch nach Verfahren, die mit höhe-ren Dosen verbunden sind. Neugeborene können auch durch Exposition der Mutter exponiert werden. Bei Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen, die durch die Mutter während der Schwangerschaft oder in der Neonatalperiode Iopamidol ausgesetzt waren, wird empfohlen, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen. Wenn eine Hypothyreose festgestellt wird, sollte die Notwendigkeit einer Behand-lung in Betracht gezogen und die Schilddrüsenfunktion bis zur Normalisierung überwacht werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten kann es aufgrund eingeschränkter physiologischer Funktionen insbesondere bei hohen Kontrastmitteldosen zu Nebenwirkungen kommen.

Angstzustände

Zustände starker Aufregung, Angst oder Schmerzen können das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen oder kontrastmittelbedingte Reaktionen verstärken. Sehr ängstlichen Patienten kann ein Beruhigungs-mittel (Sedativum) verabreicht werden.

Schilddrüsenfunktionsstörungen

Iodierte Röntgenkontrastmittel beeinflussen die Schilddrüsenfunktion aufgrund des in den Lösungen enthaltenen freien Iodids und des nach der Kontrastmittelgabe im Körper durch Deiodierung zusätzlich frei werdenden Iodids. Bei entsprechend gefährdeten Patienten kann dadurch eine Hyperthyreose oder sogar eine thyreotoxische Krise eintreten. In dieser Hinsicht gefährdet sind Patienten mit manifester, aber noch nicht erkannter Hyperthyreose, Patienten mit latenter Hyperthyreose (häufig Patienten mit Strumen) und Patienten mit funktioneller Autonomie (häufig ältere Patienten, vor allem in Iodmangel-gebieten). Ist eine Verabreichung iodierter Kontrastmittel bei potentiell gefährdeten Patienten vorgese-hen, so muss vor der Untersuchung die Schilddrüsenfunktion abgeklärt und eine Hyperthyreose oder Autonomie ausgeschlossen werden.

Bei Patienten, die wegen Morbus Basedow in Behandlung waren, besteht die Möglichkeit des erneu-ten Auftretens einer Hyperthyreose – deshalb sollte in diesen Fällen eine strenge Indikationsstellung erfolgen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen weisen ein höheres Risiko auf für schwerwiegende Verän-derungen der kardialen Hämodynamik und Elektrophysiologie und sollten einige Stunden lang unter Beobachtung gestellt werden. Dies gilt vor allem nach Gabe des Kontrastmittels in die Herzarterien oder Herzkammern.

Für Reaktionen am Herzen besonders gefährdet sind Patienten mit Herzinsuffizienz, mit schwerer ko-ronarer Herzkrankheit, mit instabiler Angina pectoris, mit Erkrankungen der Herzklappen, mit kurz zurückliegendem Herzinfarkt, mit koronaren Bypässen und Patienten mit pulmonaler Hypertonie.

Bei älteren Patienten und bei Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen treten EKG-Verände-rungen, die auf Sauerstoffmangel (Ischämie) des Herzens hinweisen, und Herzrhythmusstörungen (Ar-rhythmien) häufiger auf.

Bei Patienten mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) kann die intravasale Injektion von Kontrast-mitteln Lungenödeme auslösen.

Nierenfunktionsstörungen

In seltenen Fällen kann es zu einem reversiblen Nierenversagen kommen. Als prädisponierende Fakto-ren gelten: Nierenerkrankungen in der Vorgeschichte, vorausgegangenes Nierenversagen nach Kon-trastmittelgabe, bestehende Niereninsuffizienz, schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Polyu-rie oder Oligurie, diabetische Nephropathie, Alter über 60 Jahre, Dehydratation, fortgeschrittene Ge-fäßsklerose, dekompensierte Herzinsuffizienz, Patienten mit schweren systemischen Erkrankungen, hohe Kontrastmitteldosen und Mehrfachinjektionen, direkte Kontrastmittelverabreichung in die Nie-renarterie, Exposition mit weiteren nierenschädigenden Stoffen, schwere und chronische Hypertonie, Hyperurikämie und Paraproteinämie (z. B. Plasmozytom, Makroglobulinämie).

Als vorsorgende Maßnahmen werden empfohlen: Sicherstellen einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr vor und auch nach Kontrastmittelgabe, ggf. durch Infusion bis das Kontrastmittel durch die Nieren ausgeschieden wurde, Vermeidung aller zusätzlichen Belastungen der Niere (nephrotoxische Medika-mente, renale arterielle Angioplastie, große Operationen etc.), Beschränkung der Dosis auf das unbe-dingt Notwendige.

Eine erneute Untersuchung mit Kontrastmittel sollte erst dann durchgeführt werden, wenn die Nieren-funktion wieder das Ausgangsniveau erreicht hat.

Dialysepflichtige Patienten können iodhaltige Kontrastmittel für radiologische Untersuchungen erhal-ten, da diese mittels Dialyse eliminiert werden können. Eine Hämodialyse sollte unmittelbar nach der radiologischen Untersuchung durchgeführt werden.

Diabetes mellitus

Eingeschränkte Nierenfunktion bei diabetischen Patienten gilt als einer der Risikofaktoren für ein aku-tes Nierenversagen nach intravaskulärer Kontrasmittelgabe.

Dies kann bei Patienten, die Metformin erhalten, eine Laktatazidose verursachen (s. Abschnitt 4.5

„Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“).

Störungen des zentralen Nervensystems

Vorsicht ist geboten bei intravasaler Applikation bei Patienten mit akutem Hirninfarkt oder intrakrani-ellen Blutungen sowie bei Patienten mit Erkrankungen, die eine gestörte Blut-Hirn-Schranke zur Folge haben, bei Patienten mit Hirnödemen oder akuter Demyelinisation. Hirntumore oder Hirnmetastasen sowie Epilepsie in der Vorgeschichte können zu einem erhöhten Vorkommen von Krampfanfällen nach Kontrastmittelgabe führen. Durch zerebrovaskuläre Erkrankungen, Hirntumore oder Hirnmetastasen, degenerative oder entzündliche Prozesse verursachte neurologische Symptome können durch Kontrast-mittelgabe verstärkt werden. Durch Kontrastmittelgabe in eine Arterie können Spasmen der Blutgefäße und daraus folgende Symptome einer Mangeldurchblutung im Gehirn hervorgerufen werden. Bei Pa-tienten mit Störungen des zentralen Nervensystems und veränderter Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, wie erhöhtem intrakraniellem Druck, Verdacht auf intrakraniellen Tumor, Abszess oder Hä-matom/Blutung oder konvulsiven Erkrankungen in der Anamnese, sollte Iopamidol mit Vorsicht ange-wendet werden.

Patienten mit bekannter Epilepsie oder einer Vorgeschichte mit epileptischen Anfällen sollten ihre Medikation beibehalten. In manchen Fällen kann eine antikonvulsive Therapie vor der Untersuchung 48 Stunden lang intensiviert werden.

Bei Patienten mit bekannten Erkrankungen des zentralen Nervensystems sollte eine genaue Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durchgeführt werden.

Alkoholismus/Drogenabhängigkeit

Akuter oder chronischer Alkoholismus kann die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen und damit möglicherweise kontrastmittelbedingte Reaktionen des zentralen Nervensystems verursachen. Bei Alkoholikern und Drogensüchtigen ist auch wegen einer möglicherweise erniedrigten Reizschwelle Vorsicht geboten (erhöhtes Risiko für das Auftreten von Krampfanfällen).

Beeinflussung diagnostischer Tests

Nach Gabe iodhaltiger Kontrastmittel in ein Blutgefäß ist die Fähigkeit des Schilddrüsengewebes zur Aufnahme von Radioisotopen für die Schilddrüsendiagnostik bis zu zwei bis sechs Wochen vermindert, in Einzelfällen auch länger.

Phäochromozytom

Bei Patienten mit Phäochromozytom kann sich eine schwere, gelegentlich unkontrollierbare hyperten-sive Krise nach intraarterieller Kontrastmittelgabe entwickeln. Vor der intraarteriellen Injektion von Kontrastmitteln unter ärztlicher Aufsicht empfiehlt sich daher die vorherige Behandlung mit Alpha-und Beta-Rezeptorenblockern.

Myasthenia gravis

Die Symptome einer krankhaften Muskelschwäche (Myasthenia gravis) können durch iodhaltige Kon-trastmittel verstärkt werden.

Vaskulitis

Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wurden Fälle schwerer Vaskulitis berichtet.

Schwere kutane Nebenwirkungen

Von Patienten, die Unilux erhielten, wurden schwere kutane Nebenwirkungen (SCAR) wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom oder TEN) und akutes gene-ralisiertes pustulöses Exanthem (AGEP) berichtet, die lebensbedrohlich sein können (siehe Abschnitt 4.8, „Nebenwirkungen“). Bei Einleitung der Behandlung sind die Patienten über die Anzeichen und Symptome aufzuklären und engmaschig auf schwere Hautreaktionen zu überwachen. Bei Anzeichen und Symptomen, die auf diese Reaktionen hindeuten, darf Unilux nicht weiter angewendet werden. Wenn ein Patient bei der Anwendung von Unilux eine schwere kutane Nebenwirkung entwickelt hat, darf Unilux zu keinem Zeitpunkt erneut an diesen Patienten verabreicht werden.

Für die einzelnen Anwendungsarten sind folgende Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise zu beach-ten:

Zerebralarteriographie (Unilux 300, 370)

Bei Patienten mit kongestivem Herzversagen, Senilität und vorausgegangener Zerebralthrombose oder

-embolie und Migräne ist besondere Vorsicht angezeigt. Es können hier verstärkt Herz-Kreislauf-Re-aktionen wie Bradykardie und Blutdruckanstieg oder -abfall auftreten.

Periphere Arteriographie (Unilux 300, 370)

In der Arterie, in die injiziert werden soll, sollte Pulsation vorhanden sein. Bei Thrombangiitis obliter-ans oder aszendierenden Infektionen in Verbindung mit schweren Ischämien sollte die Angiographie nur mit besonderer Vorsicht, wenn überhaupt, durchgeführt werden.

Abdominalarteriographie und Aortographie (Unilux 300, 370)

Bei der Aortographie kann es in Abhängigkeit von der verwendeten Technik zur Verletzung der Aorta und benachbarter Organe, Pleurapunktionen, Retroperitonealblutungen, Rückenmarksverletzungen und Symptomen einer Querschnittslähmung kommen.

Koronarangiographie und Ventrikulographie (Unilux 300, 370)

Bei Patienten, die sich einer Angiokardiographie unterziehen, sollte dem Rechtsherzstatus und dem Lungenkreislauf besondere Beachtung geschenkt werden. Eine bestehende Rechtsherzinsuffizienz und pulmonale Hypertonie können eine Bradykardie und systemische Hypotonie auslösen, wenn das Kon-trastmittel injiziert wird.

Die Rechtsherzangiographie sollte nur dann durchgeführt werden, wenn es absolut notwendig ist.

Bei der Injektion des Kontrastmittels in die Herzkammern ist größte Vorsicht geboten, insbesondere bei zyanotischen Neugeborenen mit pulmonaler Hypertonie und beeinträchtigter Herzfunktion.

Bei der Koronarangiographie und linksseitigen Ventrikulographie können Herzdekompensation, schwere Arrhythmien, Ischämie und Herzinfarkt auftreten. Im Vergleich zu hochosmolalen Kontrast-mitteln treten elektrokardiographische und hämodynamische Veränderungen mit Unilux in geringerer Häufigkeit und Intensität auf.

Es ist unbedingt erforderlich, dass die Untersuchung von spezialisiertem Personal durchgeführt wird und dass EKG-Geräte und ausreichende Möglichkeiten zur Reanimation und Kardioversion zur Verfü-gung stehen. Eine Überwachung des EKG und der Vitalfunktionen sollte während der gesamten Unter-suchung routinemäßig stattfinden.

Angiographie (Unilux 300, 370)

Bei Angiographien besteht die Möglichkeit, dass Plaque gelöst wird oder die Gefäßwand beschädigt oder durchstoßen wird. Diese Gefahren sollten bei der Katheterhandhabung und Kontrastmittelinjektion berücksichtigt werden. Es werden Probeinjektionen zur Gewährleistung der richtigen Katheterplatzie-rung empfohlen.

Bei Untersuchungen des Aortenbogens muss die Katheterspitze vorsichtig platziert werden, um Hypo-tonie, Bradykardie und Verletzungen des ZNS durch eine zu hohe Druckübertragung der Injektorpumpe auf den Truncus brachiocephalicus der Aorta zu vermeiden. Bei Patienten mit Homozystinurie ist eine Angiographie wegen des erhöhten Thrombose- und Embolierisikos nach Möglichkeit zu vermeiden.

Unilux enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Milliliter, d.h. es ist nahezu „nat-riumfrei“.

Wechselwirkungen

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Bei Patienten, die mit Betablockern behandelt werden, können Überempfindlichkeitsreaktionen in ver-stärkter Form auftreten, insbesondere wenn Bronchialasthma vorliegt. Darüber hinaus ist in Betracht zu ziehen, dass Patienten, die Betablocker erhalten, auf die Standardbehandlung von Überempfindlich-keitsreaktionen mit Beta-Agonisten möglicherweise nicht ansprechen.

Betablocker können die Behandlung von Bronchospasmen und die Reaktion auf Adrenalin beeinträch-tigen.

Die Verabreichung von Vasopressoren verstärkt die neurologischen Wirkungen von intraarteriellen Kontrastmitteln deutlich.

Die Aufnahmefähigkeit des Schilddrüsengewebes für Iod ist nach der Verabreichung von Iopamidol für 2-6 Wochen vermindert.

Nach der Gabe von Iopamidol im Anschluss an Papaverin wurde über arterielle Thrombosen berichtet.

Kontrastmittel können die Ergebnisse von Laboruntersuchungen auf Bilirubin, Proteine oder anorgani-sche Verbindungen (z. B. Eisen, Kupfer, Kalzium und Phosphat) beeinflussen. Diese Substanzen sollten nicht am selben Tag nach der Verabreichung des Kontrastmittels untersucht werden.

Die Anwendung iodierter Kontrastmittel kann die Ergebnisse von Schilddrüsenfunktionstests beein-flussen.

Bei Patienten mit Störungen der Blut-Hirn-Schranke sollte das Absetzen der Behandlung mit Arznei-mitteln, die die Krampfschwelle senken, bis 24 Stunden nach der Untersuchung erwogen werden (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung: Störungen des zentralen Nervensystems“).

Bei Patienten, die zur gleichen Zeit mit Interferonen oder Interleukinen behandelt wurden, können bekannte Kontrastmittelreaktionen wie z. B. Hautrötung (Erythem), Fieber bzw. grippeartige Symp-tome nach Gabe von Röntgenkontrastmitteln häufiger und vor allem verzögert auftreten. Eine Ursache hierfür ist bisher nicht bekannt.

Um das Auftreten einer Laktatazidose bei Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika der Biguanid-Klasse (Metformin) behandelt werden, zu verhindern, sollten diese Arzneimittel vor einer intraarteri-ellen Kontrastmittelgabe mit First-Pass-Nierenexposition oder bei Patienten mit akuter Nierenschädi-gung abgesetzt werden und erst nach 48 Stunden wieder eingesetzt werden, wenn sich die Nierenfunk-tion nicht signifikant verändert hat (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaß-nahmen für die Anwendung: Diabetes mellitus“).

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Unbedenklichkeit der Anwendung von Unilux während der Schwangerschaft beim Menschen ist nicht erwiesen. Aus Tierversuchen liegen jedoch keine Hinweise vor, dass Unilux das ungeborene Kind schädigt.

Bei einer Röntgenuntersuchung der Mutter wird auch das Kind einer Strahlenbelastung ausgesetzt. Schon deshalb muss der Nutzen einer Röntgenuntersuchung - ob mit oder ohne Kontrastmittel - gegen das eventuelle Risiko sorgfältig abgewogen werden. Neben der Vermeidung der Strahlenbelastung des Ungeborenen muss bei der Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel auch die Iodempfindlichkeit der fe-talen Schilddrüse berücksichtigt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Stillzeit

Iodhaltige Kontrastmittel werden nur in geringem Umfang in die Muttermilch ausgeschieden.

In Tierstudien hat Iopamidol sich nach oraler Verabreichung als nicht toxisch erwiesen. Die bisherigen Erfahrungen deuten auf eine geringe Gefährdung für das gestillte Kind hin. Es ist nicht notwendig, das Stillen zu unterbrechen.

Fertilität

Für Röntgenuntersuchungen von gebärfähigen Frauen sollten geeignete Untersuchungsmethoden und Maßnahmen angewendet werden, unabhängig davon, ob ein Kontrastmittel eingesetzt wird oder nicht.

Fahrtüchtigkeit

Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen bekannt.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind in der Regel leicht bis mittelschwer und vorübergehend. Es wurde jedoch auch über seltene, schwere und lebensbedrohliche Reaktionen berichtet, die in manchen Fällen zum Tod führten.

Nach intravaskulärer Anwendung treten die Reaktionen in den meisten Fällen innerhalb von wenigen Minuten nach der Applikation ein. Es können jedoch auch verzögerte Reaktionen, meist die Haut be-treffend, auftreten, die sich innerhalb von 2-3 Tagen und seltener innerhalb von 7 Tagen nach der Ver-abreichung des Kontrastmittels einstellen.

In Zusammenhang mit der Gabe von Unilux ist von schweren kutanen Nebenwirkungen (SCAR) ein-schließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und akutem ge-neralisierten pustulösen Exanthem (AGEP) berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

Die aus klinischen Studien an 2.680 erwachsenen Teilnehmern und 35 Kindern gemeldeten Nebenwir-kungen sowie Nebenwirkungen, die aus der Anwendungsbeobachtung bekannt sind, sind in den nach-folgenden Tabellen mit Häufigkeiten angegeben und nach den MedDRA-Systemorganklassen klassifi-ziert.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufge-führt.

  1. Intravaskuläre Anwendung (Unilux 300, 370)

    Systemorganklassen Nebenwirkungen
    Klinische Studien Beobachtungen nach Inverkehr-bringen
    Häufig(≥1/100, <1/10) Gelegentlich(≥1/1.000,<1/100) Selten(≥1/10.000,<1/1.000) Nicht bekannt* (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Da-ten nicht ab-schätzbar)
    Erkrankungen des Blutes und desLymphsystems Thrombozytope-nie
    Erkrankungen des Immunsystems Anaphylaxie, An-aphylaktoide Reaktion
    Psychiatrische Erkrankungen Verwirrtheit
    Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen Schwindel, Abnormes Ges-chmacksemp-finden Parästhesie Koma, Transitorische is-chämische Atta-cke,Synkope, Bewusstseinsstö-rung oder Be-wusstseinsverlust, Konvulsion, He-miplegie, Kon-trastmittelindu-zierte Enzephalo-pathie **
    Augenerkrankungen Vorübergehende Blindheit, Sehstö-rung, Konjunktivi-tis, Photophobie
    Herzerkrankungen Herzrhythmusstö-rungen, wie Extrasystolen, ventrikuläre Ta-chykardie, Kammer- oder Vorhofflimmern*** Bradykardie Myokardischämie oder -infarkt, Herzversagen, Atem- und Kreis-laufstillstand, Tachykardie, Kou-nis-Syndrom
    Gefäßerkrankungen Hypotension,Hypertension, Flush Kreislaufkollaps oder Schock
    Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Lungenödem, Asthma, Bronchospasmus Atemstillstand, Respiratorische Insuffizienz, Akute Schock-lunge (ARDS), Atemnot, Apnoe,Larynxödem, Dyspnoe
    Systemorganklassen Nebenwirkungen
    Klinische Studien Beobachtungen nach Inverkehr-bringen
    Häufig(≥1/100, <1/10) Gelegentlich(≥1/1.000,<1/100) Selten(≥1/10.000,<1/1.000) Nicht bekannt* (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Da-ten nicht ab-schätzbar)
    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Übelkeit Erbrechen, Durch-fall, Bauchschmerzen,Mundtrockenheit Vermehrter Spei-chelfluss, Vergrö-ßerung der Spei-cheldrüse
    Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Ausschlag, Urtikaria, Pruritus, Erythem, vermehrtes Schwitzen Stevens-Johnson-Syndrom, Epider-molysis acuta to-xica, Erythema multiforme, Hautnekrose***, Gesichtsödem, Akutes generali-siertes pustulöses Exanthem(AGEP)
    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Rückenschmerzen Muskelkrämpfe Kompartment-syndrom****, muskuloskelettaleSchmerzen, Muskelschwäche
    Erkrankungen der Nieren und Harnwege Akutes Nieren-versagen
    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Hitzegefühl Schmerzen in der Brustgegend, Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber,Kältegefühl Schwellung der In-jektionsstelle Rigor, Schmerzen, Un-wohlsein, Entzün-dung an der Injek-tionsstelle****
    Untersuchungen erhöhter Krea-tinin-Wert im Blut ST-Streck-ensenkung im El-ektrokardiogramm

    * Da die Reaktionen in klinischen Prüfungen an 2.548 Patienten nicht beobachtet wurden, liegt die beste Schätzung ihrer relativen Häufigkeit bei ‚selten’ (≥ 1/10.000, < 1/1.000). Es wird der passendste MedDRA-Begriff zur Beschreibung einer bestimmten Reaktion und ihrer Symptome und damit zusam-menhängenden Erscheinungen verwendet.

    ** Enzephalopathie kann sich in den in Abschnitt 4.4 beschriebenen Anzeichen und Symptomen äu-ßern.

    *** Herzrhythmusstörungen treten meist nach einer kardialen Angiographie und nach Katheterunter-suchungen der Koronargefäße auf.

    **** In sehr seltenen Fällen führte die Extravasation von Kontrastmittel zu Entzündungen (manifes-tierte sich in lokaler Rötung, Ödemen und Blasen), Hautnekrose und Kompartmentsyndrom.

    Als Komplikation bei Katheteruntersuchungen der Koronargefäße wurden Koronararterienthrombosen beobachtet.

    Weitere kardiale Reaktionen, für die ein Risiko bei Herzuntersuchungen besteht, sind u. a. eine Dissek-tion der Koronararterie.

    Es kann zu einem anaphylaktischen Schock (anaphylaktoide Reaktionen / Überempfindlichkeit) kom-men, der sich in einem leichten lokalisierten oder eher diffusen angioneurotischen Ödem, Zungenödem, Laryngospasmus oder Kehlkopfödem, Dysphagie, Pharyngitis und Engegefühl im Hals, Schmerzen im Bereich von Rachen und Kehlkopf, Husten, Konjunktivitis, Rhinitis, Niesen, Hitzegefühl, verstärktes Schwitzen, Asthenie, Schwindel, Blässe, Dyspnoe, Keuchen, Bronchospasmen und mittelgradiger Hy-potonie äußert. Hautreaktionen in Form von unterschiedlichen Formen von Hautausschlag, diffusem Erythem, diffusen Blasen, Urtikaria und Pruritus können auftreten. Diese Reaktionen treten unabhängig von der verabreichten Dosis und der Art der Anwendung auf und können die ersten Anzeichen eines drohenden Schockzustandes sein. Die Kontrastmittelapplikation muss sofort eingestellt und ggf. eine spezielle Behandlung über einen venösen Zugang eingeleitet werden.

    Schwerwiegendere Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems können sein: Vasodilatation mit ausge-prägter Hypotonie, Tachykardie, Dyspnoe, Agitiertheit, Zyanose und Bewusstseinsverlust bis hin zu Atem- und Herzstillstand mit letalem Ausgang. Diese Ereignisse können rasch eintreten und erfordern eine aggressive Herz-Lungen-Wiederbelebung.

    Ein Kreislaufkollaps kann als alleiniges und/oder initiales Anzeichen ohne respiratorisches Symptom oder andere der oben genannten Anzeichen und Symptome auftreten.

    Kinder

    Iopamidol hat bei Kindern und Erwachsenen ein ähnliches Sicherheitsprofil.

    Allerdings wurden Fälle von vorübergehender neonataler Hypothyreose mit Iopamidol bei Säuglingen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht berichtet.

  2. Anwendung in Körperhöhlen (Unilux 300)

    Die meisten Reaktionen treten erst einige Stunden nach der Verabreichung des Kontrastmittels auf, weil dieses nur langsam aus dem Verabreichungsgebiet resorbiert und im Körper verteilt wird.

    Blutamylase-Anstiege nach ERCP sind häufig. In sehr seltenen Fällen wurde auch eine Pankreatitis beobachtet.

    Die bei einer Arthrographie und Fistulographie berichteten Reaktionen äußern sich meist in Reizer-scheinungen, die eine bestehende Gewebsentzündung überlagern.

    Eine systemische Überempfindlichkeit ist selten. Sie ist in der Regel leicht und äußert sich in Form von Hautreaktionen. Die Möglichkeit schwerer anaphylaktischer Reaktionen kann jedoch nicht ausge-schlossen werden.

    Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

    Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

    Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesin-ger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann Auswirkungen auf das Lungen- und Herz-Kreislauf-System haben und dadurch zu lebensbedrohlichen unerwünschten Wirkungen führen. Die Behandlung einer Überdosie-rung wird daher auf die Aufrechterhaltung aller lebenswichtigen Funktionen und die sofortige Einlei-tung einer symptomatischen Therapie abzielen.

Falls erforderlich, kann der überwiegende Teil des Kontrastmittels durch Hämodialyse aus dem Orga-nismus entfernt werden.

Wird Unilux versehentlich paravasal verabreicht, so sollte die betreffende Extremität ruhiggestellt, ent-sprechend gelagert und gegebenenfalls lokal mit einer heparinhaltigen Salbe behandelt werden. Schwere Gewebsreaktionen sind im Allgemeinen nicht zu erwarten.

Pharmakologische Eigenschaften - Unilux® 300 mg/ml

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Wasserlösliche nephrotrope niederosmolare Röntgenkontrastmittel, ATC-Code: V08AB04

Die in Iopamidol stabil gebundenen Iodatome absorbieren Röntgenstrahlen. Auf dieser Absorption be-ruht die kontrastgebende Wirkung.

Pharmakokinetik

Verteilung und Elimination

Nach intravenöser Injektion erfolgt eine Verteilung im intravasalen und interstitiellen Raum innerhalb weniger Minuten bei gleichzeitig einsetzender renaler Elimination.

Nach 120 min sind rund 50 % des injizierten Kontrastmittels mit dem Urin ausgeschieden; bei einge-schränkter Nierenfunktion verlängert sich dieser Zeitraum entsprechend.

Aufgrund seines hydrophilen Charakters weist Iopamidol praktisch keine Bindung an Plasmaproteine auf, Zellmembranen werden nicht penetriert.

Die heterotop ausgeschiedenen Anteile sind gering. Im Tierversuch (Hund und Kaninchen) wurden nur 0,07-0,32 % der applizierten Dosis in der Gallenflüssigkeit gefunden.

Eine mit Iopamidol durchgeführte Untersuchung hinsichtlich der Iodabsorption während der Endosko-pisch-Retrograden Cholangio-Pankreatikographie ergab signifikante Erhöhungen der Iodserumgesamt-spiegel und der Spiegel an freiem Serumiodid. Spitzenwerte des Iodserumgesamtspiegels wurden zwi-schen 1 und 4 Stunden nach Kontrastmittelapplikation erreicht. Der Spiegel an freiem Iodid stieg im Durchschnitt auf das 100-fache des Ausgangswerts und kehrte innerhalb von 1 bis 3 Wochen auf den Ausgangswert zurück. Es muss deshalb auf ein potentielles Risiko einer iodinduzierten Hyperthyreose nach ERCP geschlossen werden. Dieses Risiko scheint jedoch deutlich niedriger zu sein als bei intrava-saler Applikation von Kontrastmitteln.

Pharmazeutische Angaben - Unilux® 300 mg/ml

Liste der sonstigen Bestandteile

Trometamol; Natriumcalciumedetat 2 H2O; Salzsäure; Wasser für Injektionszwecke.

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arz-neimitteln gemischt werden.

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Bei Raumtemperatur und vor Licht und Röntgenstrahlen geschützt lagern und nicht über 25°C aufbe-wahren.

Art und Inhalt des Behältnisses

Unilux Infusions- bzw. Injektionslösung steht in folgenden Packungsgrößen zur Verfügung: 1x, 10x und 20x 50 ml

1x, 10x und 20x 75 ml 1x, 10x und 20x 100 ml 1x, 10x und 20x 200 ml 1x und 5x 500 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Die Durchstechflaschen bestehen aus farblosem Hüttenglas der Glasart 2 (Ph. Eur.), einem Verschluss-stopfen aus Gummi entsprechend Ph. Eur. und die Bördelkappen bestehen aus Aluminium und Polyp-ropylen.

Zusätzlich gelten folgende Hinweise für die Verwendung der 500 ml Durchstechflaschen:

Unilux 500 ml darf nur in Verbindung mit einem automatischen Applikationssystem (Injektor) verwen-det werden. Der Schlauchteil vom Injektor zum Patienten (Patientenschlauch) muss nach jeder Unter-suchung ausgewechselt werden, da eine Kontamination mit Blut nicht ausgeschlossen werden kann. Am Ende des Untersuchungstags, spätestens jedoch 10 Stunden nach Öffnen der Flasche, sind die in der Infusionsflasche verbliebenen Reste des Kontrastmittels sowie Anschlussschläuche und alle Ein-malartikel des Injektorsystems zu verwerfen. Ergänzende Anwendungshinweise der jeweiligen Geräte-hersteller sind zu beachten.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handha-bung

  • Unilux darf nicht angewendet werden, wenn Beschädigungen des Behälters bemerkt werden, wenn die Lösung verfärbt ist oder sich Fremdkörper darin befinden.

  • Unilux sollte sofort nach dem Aufziehen in die Spritze verabreicht werden.

  • Lösung in einem Untersuchungsgang verbrauchen, evtl. verbleibende Reste sind zu verwerfen.

  • Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderun-gen zu entsorgen.

Weblinks

Packungen und Preis

Unilux® 300mg/ml Inj-/Inf-Lsg 5 DSF 500ml N2
Preis
-
Zuzahlung
-

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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