Methylpheni TAD® 20 mg Tabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Methylpheni 20 mg
Methylphenidat ist im Rahmen einer thera-peutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern ab einem Al-ter von 6 Jahren indiziert, wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzu-reichend erwiesen haben. Die Behandlung muss unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern durchge-führt werden. Die Diagnose sollte anhand der DSM-Kriterien oder der Richtlinien in ICD-10 gestellt werden und auf einer vollständigen Anamnese und Untersuchung des Patienten basieren. Die Diagnose darf sich nicht allein
auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome stützen.
Die spezifische Ätiologie dieses Syndroms ist unbekannt. Ein spezifischer diagnostischer Test existiert nicht. Eine adäquate Diagnose erfordert die Berücksichtigung medizinischer und spezieller psychologischer, pädagogi-scher Quellen und des sozialen Umfeldes.
Eine therapeutische Gesamtstrategie umfasst in der Regel sowohl psychologische, pädago-gische, soziale als auch pharmakotherapeuti-sche Maßnahmen und zielt auf eine Stabili-sierung von Kindern mit einem Verhaltens-syndrom ab, das durch folgende Symptome charakterisiert sein kann: chronische kurze Aufmerksamkeitsspanne in der Anamnese, Ablenkbarkeit, emotionale Labilität, Impulsi-vität, mäßige bis starke Hyperaktivität, ge-ringfügige neurologische Anzeichen und ab-normales EEG. Die Lernfähigkeit kann unter Umständen beeinträchtigt sein.
Eine Behandlung mit Methylphenidat ist nicht bei allen Kindern mit ADHS indiziert, und der Entscheidung zur Anwendung dieses Arznei-mittels muss eine sehr sorgfältige Einschät-zung der Schwere und Dauer der Symptome des Kindes in Bezug auf sein Alter vorausge-hen.
Eine entsprechende pädagogische Einstufung ist essentiell und psychosoziale Maßnahmen sind im Allgemeinen notwendig. Wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben, muss die Ent-scheidung, ein Stimulanz zu verordnen, auf Basis einer strengen Einschätzung der Schwere der Symptome des Kindes beruhen. Die Anwendung von Methylphenidat sollte immer in Übereinstimmung mit der zugelas-senen Indikation und den Verschreibungs-
/Diagnose-Leitlinien erfolgen.
Untersuchungen vor Behandlungsbeginn
Vor einer Verschreibung ist es notwendig, den Patienten hinsichtlich seines kardiovaskulä-ren Status einschließlich Blutdruck und Herz-frequenz zu beurteilen. Eine umfassende Anamnese sollte Begleitmedikationen, frühere und aktuelle medizinische und psychi-atrische Begleiterkrankungen oder Symptome und Familienanamnese von plötzlichen Herz-erkrankungen/unerwartetem Tod und eine
exakte Erfassung von Körpergröße und -ge-wicht vor der Behandlung in einem Wachs-tumsdiagramm (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4) umfassen.
Laufende Überwachung
Das Wachstum, der psychische und der kardi-ovaskuläre Status sollten kontinuierlich über-wacht werden, (siehe Abschnitt 4.4)
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Der Blutdruck und der Puls soll bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate in einer grafischen Dar-stellung dokumentiert werden;
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Körpergröße, Gewicht und Appetit soll-ten mindestens alle 6 Monate anhand ei-nes Wachstumsdiagramms festgehalten werden;
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Die Entwicklung neuer oder die Ver-schlechterung bereits bestehender psy-chiatrischer Störungen sind bei jeder Do-sisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate und bei jedem Besuch zu er-fassen.
Die Patienten sollten hinsichtlich des Risikos von Zweckentfremdung, Fehlgebrauch und Missbrauch von Methylphenidat überwacht werden.
Dosistitration
Zu Beginn der Behandlung mit Methylpheni-dat ist eine sorgfältige Dosistitration erfor-derlich. Die Dosistitration sollte mit der nied-rigsten möglichen Dosis beginnen.
Weitere Stärken dieses Arzneimittels und an-derer Arzneimittel, die Methylphenidat ent-halten, können zur Verfügung stehen.
Die Tageshöchstdosis von Methylphenidat ist 60 mg.
Bei Methylpheni TAD handelt es sich um schnellfreisetzende Tabletten. Begonnen wird mit 5 mg einmal oder zweimal täglich (z.B. zum Frühstück und Mittagessen), falls erforderlich kann die Dosierung um 5-10 mg wöchentlich erhöht werden. Die Gesamtt-tagesdosis sollte auf mehrere Einnahmen ver-teilt werden.
Dauertherapie (mehr als 12 Monate) bei Kin-dern- und Heranwachsenden
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Langzeit-anwendung von Methylphenidat wurde nicht systematisch in kontrollierten Studien unter-sucht. Die Behandlung mit Methylphenidat sollte und muss nicht unbegrenzt erfolgen. Sie wird in der Regel während oder nach der Pu-bertät abgesetzt. Der Arzt, der Methylpheni-dat über längere Zeit (über 12 Monate) bei Kindern und Heranwachsenden mit ADHS anwendet, muss regelmäßig den langfristigen
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Nutzen des Arzneimittels für den einzelnen Patienten neu bewerten, indem er behand-lungsfreie Zeitabschnitte einlegt, um das Ver-halten des Patienten ohne medikamentöse Be-handlung zu beurteilen. Es wird empfohlen, Methylphenidat mindestens einmal im Jahr abzusetzen, um das Befinden des Kindes zu beurteilen (vorzugsweise während der Schul-ferien). Eine Besserung kann möglicherweise aufrechterhalten bleiben, wenn das Arznei-mittel vorübergehend oder vollständig abge-setzt wurde.
Dosisreduktion und Unterbrechung der Medi-kation
Die Behandlung muss beendet werden, wenn die Symptome nach einer geeigneten Dosisan-passung über einen Zeitraum von einem Mo-nat nicht besser werden. Bei Auftreten einer paradoxen Verschlimmerung der Symptome oder anderer schwerwiegender Nebenwirkun-gen muss die Dosis reduziert oder das Präpa-rat abgesetzt werden.
Erwachsene
Methylphenidat ist nicht zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS. Si-cherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen.
Ältere Patienten
Methylphenidat darf nicht bei älteren Patien-ten angewendet werden. Sicherheit und Wirk-samkeit von Methylphenidat in dieser Alters-gruppe wurden nicht nachgewiesen.
Kinder unter 6 Jahren
Methylphenidat darf nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden. Sicherheit und Wirksamkeit von Methylphenidat in dieser Altersgruppe wurden nicht nachgewiesen.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirk-stoff oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-nannten sonstigen Bestandteile
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Glaukom
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Phäochromozytom
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Während der Behandlung mit nichtselek-tiven, irreversiblen Monoaminoxi-dasehemmern (MAO-Hemmern) oder in-nerhalb von mindestens 14 Tagen nach Absetzen solcher Substanzen, da dann das Risiko einer hypertensiven Krise be-steht (siehe Abschnitt 4.5).
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Hyperthyreose oder Thyreotoxikose
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Diagnose oder Anamnese von schwerer Depression, Anorexia nervosa/anorekti-schen Störungen, Suizidneigung, psycho-tischen Symptomen, schweren affektiven
Störungen, Manie, Schizophrenie, psy-chopathischen/Borderline-Persönlich-keitsstörun-gen.
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Diagnose oder Anamnese von schweren und episodischen (Typ 1) bipolaren af-fektiven Störungen (die nicht gut kontrol-liert sind)
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Vorbestehende Herz-Kreislauferkran-kungen einschließlich schwerer Hyper-tonie, Herzinsuffizienz, arterieller Ver-schlusskrankheit, Angina pectoris, hä-modynamisch signifikanter, angebore-ner Herzfehler, Kardiomyopathien, My-okardinfarkt, potentiell lebensbedrohen-der Arrhythmien und Kanalopathien (Er-krankungen, die aufgrund von Dysfunk-tionen der lonenkanäle verursacht wur-den)
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Vorbestehende zerebrovaskuläre Erkran-kungen, wie zum Beispiel zerebrale Aneurysmen, Gefäßabnormalitäten ein-schließlich Vaskulitis oder Schlaganfall
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Langzeitanwendung (mehr als 12 Monate) bei Kindern und Jugendlichen
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Langzeit-anwendung von Methylphenidat wurde nicht systematisch in kontrollierten Studien unter-sucht. Die Behandlung mit Methylphenidat sollte und muss nicht unbegrenzt erfolgen. Sie wird in der Regel während oder nach der Pu-bertät abgesetzt. Patienten unter Langzeitbe-handlung (d.h. über mehr als 12 Monate) müs-sen laufend entsprechend den Richtlinien (in Abschnitt 4.2 und 4.4) sorgfältig überwacht werden hinsichtlich Herz-Kreislaufstatus, Wachstum, Appetit, Entwicklung von neuen oder Verschlechterung von bestehenden psy-chiatrischen Erkrankungen. Psychiatrische Er-krankungen, die überwacht werden sollten, werden unten beschrieben und beinhalten (sind aber nicht begrenzt auf): motorische oder vokale Tics, aggressives oder feindseli-ges Verhalten, Depression, Agitiertheit, Angst, Psychose, Manie, Wahnvorstellungen, Reizbarkeit, mangelnde Spontaneität, Rück-zug und übermäßige Perseveration.
Der Arzt, der Methylphenidat über längere Zeit (über 12 Monate) bei Kindern und Ju-gendlichen mit ADHS anwendet, muss regel-mäßig den langfristigen Nutzen des Arznei-
mittels für den einzelnen Patienten neu bewer-ten, indem er behandlungsfreie Zeitabschnitte einlegt, um das Verhalten des Patienten ohne medikamentöse Behandlung zu beurteilen. Es wird empfohlen, Methylphenidat mindestens einmal im Jahr abzusetzen, um das Befinden des Kindes zu beurteilen (vorzugsweise wäh-rend der Schulferien). Eine Besserung kann möglicherweise aufrechterhalten bleiben, wenn das Arzneimittel vorübergehend oder vollständig abgesetzt wurde.
Anwendung bei Erwachsenen Methylphenidat ist nicht zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS. Si-cherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen.
Anwendung bei älteren Patienten Methylphenidat darf nicht bei älteren Patien-ten angewendet werden. Sicherheit und Wirk-samkeit von Methylphenidat in dieser Alters-gruppe wurden nicht nachgewiesen.
Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren Methylphenidat darf nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Methylphenidat wurde in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen.
Herz-Kreislaufstatus
Bei Patienten, für die eine Behandlung mit Stimulanzien in Betracht kommt, sollte eine sorgfältige Anamnese erhoben werden (ein-schließlich Beurteilung der Familienanam-nese auf plötzlichen Herz oder unerwarteten Tod oder maligne Arrhythmien) und eine kör-perliche Untersuchung auf bestehende Herz-erkrankungen durchgeführt werden. Wenn initiale Befunde auf eine solche Historie oder Erkrankung hinweisen, müssen diese Patien-ten weitergehende Herzuntersuchungen durch einen Spezialisten erhalten. Patienten, bei de-nen unter der Therapie mit Methylphenidat Symptome wie Palpitationen, Thoraxschmer-zen bei Belastung, unklare Synkope, Dyspnoe oder andere Symptome, die auf eine Herzer-krankung schließen lassen, auftreten, sollten umgehend eine kardiale Untersuchung durch einen Spezialisten erhalten.
Die Auswertung von Daten aus klinischen Stu-dien mit Methylphenidat bei Kindern und Ju-gendlichen mit ADHS hat gezeigt, dass Pati-enten unter Methylphenidat-Behandlung häufig eine Änderung des diastolischen und systolischen Blutdrucks um über 10 mm Hg gegenüber dem Ausgangswert im Vergleich zu den Kontrollen entwickeln. Die kurz- und langfristigen klinischen Auswirkungen dieser kardiovaskulären Effekte bei Kindern und Ju-gendlichen sind nicht bekannt. Mögliche kli-nische Komplikationen können als Ergebnis
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der in den klinischen Studiendaten beobachte-ten Wirkungen nicht ausgeschlossen werden. Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten, deren Gesundheitszustand durch Erhöhung des Blutdrucks oder der Herzfrequenz beeinträchtigt werden könnte. Siehe Abschnitt 4.3 für Erkrankun-gen, bei denen eine Behandlung mit Methyl-phenidat kontraindiziert ist.
Der Herz-Kreislaufstatus sollte sorgfältig überwacht werden. Bei jeder Dosisanpas-sung und bei klinischem Bedarf und dann mindestens alle 6 Monate muss der Blut-druck und die Herzfrequenz in grafischer Darstellung dokumentiert werden.Die Anwendung von Methylphenidat ist kont-raindiziert bei bestimmten vorbestehenden Herz-Kreislauferkrankungen, wenn nicht der Rat eines Kinderkardiologen eingeholt wurde (siehe Abschnitt 4.3).
Plötzlicher Tod und vorbestehende kardiale Strukturauffälligkeiten oder andere schwere Herzerkrankungen
Bei Kindern, einige mit strukturellen Herzano-malien oder anderen schwerwiegenden Herz-problemen, wurde im Zusammenhang mit der Anwendung von Stimulanzien des Zentralner-vensystems in normalen Dosierungen über plötzliche Todesfälle berichtet. Obwohl ei-nige schwerwiegende Herzprobleme alleine schon ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Tod bedeuten können, werden Stimulanzien nicht empfohlen bei Kindern oder Jugendlichen mit bekannten strukturellen Herzanomalien, Kar-diomyopathien, schwerwiegenden Herzrhyth-musstörungen oder anderen schwerwiegen-den Herzproblemen, die sie einer erhöhten Gefährdung für die sympathomimetischen Wirkungen eines stimulierenden Arzneimit-tels aussetzen könnten.
Missbrauch und kardiovaskuläre Ereignisse Der Missbrauch von Stimulanzien des zentra-len Nervensystems kann mit plötzlichem Tod und anderen schwerwiegenden kardiovasku-lären unerwünschten Ereignissen assoziiert sein.
Zerebrovaskuläre Störungen
Siehe Abschnitt 4.3 für zerebrovaskulären Bedingungen, unter denen die Methylpheni-dat-Anwendung kontraindiziert ist. Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren (wie kardi-ovaskuläre Erkrankungen in der Vorge-schichte, Begleitmedikation, die den Blut-druck erhöht) sollten bei jedem Termin auf neurologische Anzeichen und Symptome nach Behandlungsbeginn mit Methylpheni-dat untersucht werden.
Zerebrale Vaskulitis scheint eine sehr seltene idiosynkratische Reaktion auf eine Methyl-phenidat-Einnahme zu sein. Es gibt einige Hinweise, dass Patienten mit höherem Risiko identifiziert werden können. Das initiale Auf-treten von Symptomen kann der erste Hinweis auf eine zugrunde liegende klinische Erkran-kung sein. Eine frühe Diagnose aufgrund starker Hinweise kann das umgehende Abset-zen von Methylphenidat und eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. Die Diagnose sollte daher bei jedem Patienten in Betracht gezogen werden, der unter einer Methylpheni-dat-Behandlung neue neurologische Symp-tome entwickelt, die einer zerebralen Ischä-mie entsprechen. Zu diesen Symptomen kön-nen schwere Kopfschmerzen, Taubheitsge-fühl, Schwäche, Lähmungen und Beeinträch-tigungen von Koordination, Sehen, Sprechen, Sprache oder Gedächtnis zählen.
Die Behandlung mit Methylphenidat ist nicht kontraindiziert bei Patienten mit hemiplegi-scher Zerebralparese.
Psychiatrische Erkrankungen
Psychiatrische Komorbiditäten bei ADHS sind häufig und sollten bei der Verschreibung von Stimulanzien berücksichtigt werden. Im Falle des Auftretens psychiatrischer Symp-tome oder der Verschlimmerung einer beste-henden psychiatrischen Erkrankung sollte die Therapie mit Methylphenidat nicht fortgesetzt werden, wenn nicht der Nutzen der Behand-lung das potenzielle Risiko für den Patienten überwiegt.
Bei jeder Dosisanpassung und dann min-destens alle 6 Monate und bei jedem Besuch ist zu kontrollieren, ob sich psychiatrische Störungen entwickelt oder verschlechtert haben; eine Unterbrechung der Behand-lung könnte angebracht sein.Verschlimmerung bestehender psychotischer oder manischer Symptome
Bei psychotischen Patienten kann die Verab-reichung von Methylphenidat die Symptome von Verhaltens- und Denkstörungen ver-schlimmern.
Auftreten neuer psychotischer oder manischer Symptome
Behandlungsbedingte psychotische Symp-tome (visuelle/taktile/auditive Halluzinatio-nen und Wahnvorstellungen) oder Manie bei Kindern und Jugendlichen ohne bekannte psychotische Erkrankung oder Manie kön-nen durch normale Dosierungen von Me-thylphenidat hervorgerufen werden. Wenn
manische oder psychotische Symptome auf-treten, sollte an einen möglichen kausalen Zu-sammenhang mit Methylphenidat gedacht und ein Abbruch der Therapie in Erwägung gezogen werden.
Aggressives oder feindseliges Verhalten
Das Auftreten oder die Verschlimmerung von aggressivem Verhalten oder Feindseligkeit kann durch die Behandlung mit Stimulanzien hervorgerufen werden. Patienten unter der Behandlung mit Methylphenidat, sollten strikt auf das Auftreten oder die Verschlimmerung von aggressivem Verhalten überwacht wer-den, und zwar bei Behandlungsbeginn, bei je-der Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate und bei jeder Untersuchung. Bei Pa-tienten, die diese Verhaltensänderungen zei-gen, sollte der Arzt die Notwendigkeit einer Anpassung der Behandlung abklären.
Suizidalität
Patienten, bei denen während der ADHS-Behandlung Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten, sollten sofort von ihrem Arzt beurteilt werden. Es sollte eine Ver-schlimmerung der zugrunde liegenden psychi-atrischen Erkrankung und ein möglicher kau-saler Zusammenhang mit der Methylpheni-dat-Behandlung in Erwägung gezogen wer-den. Eine entsprechende Behandlung der zu Grunde liegenden psychiatrischen Erkran-kung kann notwendig sein und eine Beendi-gung der Methylphenidat-Behandlung sollte in Erwägung gezogen werden.
Tics
Methylphenidat wurden mit der Entstehung oder der Verschlimmerung von motorischen und verbalen Tics in Verbindung gebracht. Die Verschlimmerung eines Tourette-Syn-droms wurde ebenfalls beobachtet. Die Fami-lienanamnese ist zu überprüfen und Kinder sollten vor der Anwendung von Methylpheni-dat klinisch auf Tics oder Tourette-Syndrom untersucht werden. Auch während der Be-handlung mit Methylphenidat sind die Patien-ten regelmäßig auf die Entstehung oder die Verschlimmerung von Tics zu überwachen. Die Überwachung sollte bei jeder Dosisan-passung und dann mindestens alle 6 Mo-nate oder bei jeder Untersuchung erfolgen.
Angst- und Spannungszustände oder Agitiert-heit
Methylphenidat wird mit der Verschlimme-rung bestehender Angst- oder Spannungszu-stände oder Agitiertheit in Verbindung ge-bracht. Die klinische Bewertung von Angst-und Spannungszuständen oder Agitiertheit sollte der Anwendung von Methylphenidat
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vorausgehen und die Patienten sollten regel-mäßig während der Behandlung, bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate oder bei jeder Untersuchung auf das Auftreten oder die Verschlimmerung dieser Symptome hin untersucht werden.
Bipolare Störungen
Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung von Methylphenidat zur Behandlung von ADHS bei Patienten mit bipolaren Begleiter-krankungen geboten (einschließlich unbehan-delter Bipolar-I-Störung oder anderer Formen der bipolaren Störung), da bei solchen Pati-enten Bedenken wegen einer möglichen Aus-lösung eines gemischten/-manischen Schubs bestehen. Vor Behandlungsbeginn mit Me-thylphenidat sollten Patienten mit depressiven Begleitsymptomen ausreichend untersucht werden, um festzustellen, ob bei ihnen ein Ri-siko für bipolare Störungen besteht. Solche Untersuchungen sollten eine detaillierte psy-chiatrische Anamnese einschließlich der Fa-milienanamnese hinsichtlich Suizidalität, bi-polarer Störungen und Depressionen, umfas-sen. Die gründliche laufende Überwachung ist unabdingbar für diese Patienten (siehe obigen Absatz 'Psychiatrische Erkrankun-gen' und Abschnitt 4.2). Die Patienten soll-ten bei jeder Dosisanpassung, mindestens alle 6 Monate und bei jeder Untersuchung auf Symptome hin überwacht werden.
Wachstum
Bei Langzeitanwendung von Methylphenidat bei Kindern wurde über mäßig verringerte Gewichtszunahme und Wachstumsverzöge-rung berichtet.
Die Wirkungen von Methylphenidat auf die endgültige Größe und das endgültige Gewicht sind zur Zeit unbekannt und werden unter-sucht.
Das Wachstum sollte während einer Me-thylphenidat-Therapie überwacht werden. Körpergröße, Gewicht und Appetit sollten entsprechend dem Alter des Kindes über-wacht und mindestens alle 6 Monate in ei-nem Wachstumsdiagramm erfasst werden. Patienten, die nicht wie erwartet wachsen oder deren Körpergröße bzw. Körpergewicht nicht erwartungsgemäß zunimmt, müssen möglich-erweise ihre Behandlung unterbrechen.Krampfanfälle
Methylphenidat darf nur mit Vorsicht bei Pati-enten mit Epilepsie angewendet werden. Me-thylphenidat kann die Krampfschwelle sen-ken, sowohl bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese als auch bei Patienten mit EEG-Auffälligkeiten ohne Krampfanfälle in
der Anamnese und in seltenen Fällen auch bei Patienten, die weder Krampfanfälle noch EEG-Auffälligkeiten in der Anamnese haben. Wenn die Anfallshäufigkeit zunimmt oder neue Anfälle auftreten, sollte Methylphenidat abgesetzt werden.
Fehlgebrauch, Missbrauch und Zweckent-fremdung
Patienten sollten sorgfältig hinsichtlich Zweckentfremdung, Missbrauch und Fehlge-brauch von Methylphenidat überwacht wer-den.
Wegen des Potentials von Fehlgebrauch, Missbrauch und Zweckentfremdung sollte Methylphenidat bei Patienten mit bekannter Drogen- oder Alkoholabhängigkeit mit Vor-sicht angewendet werden.
Chronischer Missbrauch von Methylphenidat kann zu ausgeprägter Toleranz und psychi-scher Abhängigkeit mit abnormalem Verhal-ten in unterschiedlicher Ausprägung führen. Insbesondere bei parenteralem Abusus kann es zu offenen psychotischen Episoden kom-men.
Bei der Entscheidung über eine ADHS-Behandlung ist das Patientenalter, das Beste-hen von Risikofaktoren für Suchtstörungen (wie z.B. gleichzeitige oppositionelle oder Verhaltens- und bipolare Störungen), früherer oder bestehender Missbrauch zu berücksichti-gen. Vorsicht ist geboten bei emotional insta-bilen Patienten, wie z.B. früheren Drogen-oder Alkoholabhängigen, da diese Patienten die Dosis eigenständig erhöhen könnten.
Bei einigen Patienten mit einem hohen Miss-brauchsrisiko sind möglicherweise Methyl-phenidat oder andere Stimulanzien nicht ge-eignet, und eine Therapie ohne Stimulanzien sollte erwogen werden.
Absetzen
Eine sorgfältige Überwachung ist beim Abset-zen des Arzneimittels erforderlich, da es dabei zur Demaskierung sowohl von Depressionen als auch von chronischer Überaktivität kom-men kann. Einige Patienten benötigen mög-licherweise Nachuntersuchungen über einen längeren Zeitraum.
Während des Absetzens nach missbräuchli-cher Anwendung ist eine sorgfältige Überwa-chung notwendig, da es zu schweren Depres-sionen kommen kann.
Müdigkeit
Methylphenidat sollte nicht für die Prophy-laxe oder Behandlung von gewöhnlichen Er-müdungszuständen angewendet werden.
Auswahl der Methylphenidat-Darreichungs-form
Der behandelnde Spezialist muss auf indi-vidueller Basis und je nach gewünschter Wirkungsdauer entscheiden, welche methyl-phenidathaltige Darreichungsform ausge-wählt wird.
Drogenscreening
Dieses methylphenidathaltige Arzneimittel kann zu einem falsch positiven Laborwert für Amphetamine führen, insbesondere bei Ver-wendung von Immunoassay-Methoden.
Nieren- oder Leberinsuffizienz
Es liegen keine Erfahrungen zur Anwendung von Methylphenidat bei Patienten mit Nieren-oder Leberinsuffizienz vor.
Hämatologische Effekte
Die Sicherheit der Langzeitbehandlung mit Methylphenidat ist nicht vollständig bekannt. Bei Vorliegen einer Leukopenie, Thrombozy-topenie, Anämie oder anderen Veränderungen einschließlich der Hinweise auf Nieren- oder Lebererkrankungen ist an einen Abbruch der Behandlung zu denken.
Priapismus
Im Zusammenhang mit Methylphenidat-ent-haltenden Arzneimitteln, vor allem in Verbin-dung mit einer Veränderungen des Behand-lungsregimes von Methylphenidat, wurde über andauernde und schmerzhafte Erektio-nen berichtet. Patienten, die abnormal verlän-gerte oder häufige und schmerzhafte Erektio-nen erleiden, sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Erhöhter Augeninnendruck und Glaukom
Im Zusammenhang mit der Behandlung mit Methylphenidat wurde über erhöhten Augen-innendruck (IOD) und Glaukom (einschließ-lich Offenwinkelglaukom und Engwinkel-glaukom) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen angewiesen werden, ihren Arzt zu kontaktieren, wenn Symptome auftre-ten, die auf einen erhöhten IOD und ein Glau-kom hindeuten. Ein Augenarzt sollte konsul-tiert und ein Absetzen von Methylphenidat in Betracht gezogen werden, wenn der IOD an-steigt (siehe Abschnitt 4.3). Eine ophthalmo-logische Überwachung von Patienten mit er-höhtem IOD in der Vorgeschichte wird emp-fohlen.
Es ist nicht bekannt, wie Methylphenidat die
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Plasmakonzentrationen von gleichzeitig ange-wendeten Arzneimitteln beeinflussen kann. Daher ist Vorsicht geboten, wenn Methyl-phenidat mit anderen Arzneimitteln, beson-ders bei solchen mit enger therapeutischer Breite angewendet wird.
Methylphenidat wird nicht in klinisch relevan-tem Ausmaß von Cytochrom P450 abgebaut. Induktoren oder Hemmer des Cytochroms P450 haben voraussichtlich keinen relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Methyl-phenidat. Umgekehrt hemmen die d- und l-Enantiomere von Methylphenidat das Cy-tochrom P450 1A2, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6,
2E1 oder 3A nicht in relevantem Ausmaß.
Es liegen jedoch Berichte mit Hinweisen vor, dass Methylphenidat den Metabolismus von Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ, An-tikonvulsiva (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Primidon) und einigen Antidepressiva (trizyk-lische Antidepressiva und selektive Seroto-nin-Wiederaufnahme-Inhibitoren) hemmen kann. Bei Beginn oder Absetzen einer Me-thylphenidat-Therapie kann es erforderlich werden, die Dosis dieser Mittel, die bereits ge-nommen werden, anzupassen und die Wirk-stoffkonzentrationen im Plasma zu bestim-men (bzw. bei Cumarin die Koagulationszei-ten).
Pharmakodynamische Wechselwirkungen Blutdrucksenkende Mittel
Methylphenidat kann die antihypertensive Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck abschwächen.
Anwendung mit Mitteln, die den Blutdruck erhöhen
Vorsicht ist geboten, wenn mit Methylpheni-dat behandelte Patienten mit einem anderen Wirkstoff behandelt werden sollen, der eben-falls den Blutdruck erhöhen kann (s.a. die Abschnitte zu kardiovaskulären und zerebro-vaskulären Erkrankungen in Abschnitt 4.4). Wegen des Risikos einer möglichen hyperten-siven Krise ist Methylphenidat bei Patienten, die (derzeit oder in den vorhergehenden 2 Wochen) mit nicht-selektiven, irreversiblen MAO-Hemmern behandelt werden, kontrain-diziert (siehe Abschnitt 4.3).
Anwendung mit Alkohol
Alkohol kann die ZNS-Nebenwirkungen von psychoaktiven Arzneimitteln einschließlich Methylphenidat verstärken. Daher ist es wäh-rend des Behandlungszeitraums für die Patien-ten angebracht, keinen Alkohol zu sich zu nehmen.
Anwendung mit halogenierten Narkotika Während einer Operation besteht das Risiko einer plötzlichen Erhöhung des Blutdrucks. Wenn eine Operation geplant ist, sollte Me-thylphenidat nicht am Tag der Operation an-gewendet werden.
Anwendung mit zentral wirksamen alpha-2-Agonisten (z.B. Clonidin)
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Clonidin wurden schwerwiegende Nebenwirkungen einschließlich des plötzlichen Todes gemel-det. Die Sicherheit der Anwendung von Me-thylphenidat in Kombination mit Clonidin oder anderen zentral wirksamen alpha-2-Ago-nisten wurde nicht systematisch untersucht.
Anwendung mit dopaminergen Wirkstoffen Bei der Anwendung von Methylphenidat zu-sammen mit dopaminergen Wirkstoffen ein-schließlich antipsychotisch wirksamen ist Vorsicht geboten.
Da die Erhöhung der extrazellulären Dopa-minkonzentrationen zu den vorrangigen Wir-kungen von Methylphenidat gehört, kann die Substanz zu pharmakodynamischen Wechsel-wirkungen führen, wenn sie gleichzeitig mit direkten und indirekten Dopaminagonisten (einschließlich DOPA und trizyklischen An-tidepressiva) oder mit Dopaminantagonisten (einschließlich Antipsychotika) verabreicht wird.
Schwangerschaft
Daten aus einer Kohortenstudie mit insge-samt etwa 3400 im ersten Trimenon expo-nierten Schwangerschaften deuten nicht auf ein insgesamt erhöhtes Risiko von Geburts-fehlern hin. Die Häufigkeit kardialer Fehlbil-dungen war leicht erhöht (gepooltes adjus-tiertes relatives Risiko 1,3; 95%-KI: 1,0–
1,6), entsprechend 3 zusätzlichen Kindern mit kongenitaler kardialer Fehlbildung auf 1000 Frauen, die Methylphenidat im ersten Trimenon erhalten, im Vergleich zu nicht exponierten Schwangerschaften.
Es liegen Spontanberichte von kardiorespira-torischer Toxizität bei Neugeborenen vor, ins-besondere wurde von fetaler Tachykardie und Atemnot berichtet.
Tierexperimentelle Studien haben nur bei müt-terlicherseits toxischen Dosen eine Reproduk-tionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Methylphenidat wird nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft empfohlen, es sei denn, es ist klinisch entschieden, dass eine Verschiebung der Behandlung ein größeres Risiko für die Schwangerschaft bedeutet.
Stillzeit
Methylphenidat wurde in der Muttermilch von Frauen nachgewiesen, die mit Methyl-phenidat behandelt wurden.
Es ist ein Fall eines Säuglings bekannt, der eine unspezifische Gewichtsabnahme wäh-rend des Anwendungszeitraums entwickelte, sich nach Absetzen der Methylphenidat-Be-handlung durch die Mutter aber erholte und wieder zunahm. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Aus Sicherheitsgründen muss eine Entschei-dung getroffen werden, ob abgestillt oder die Methylphenidat-Behandlung unterbrochen oder abgesetzt werden soll, wobei der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Therapie für die stillende Mutter gegeneinan-der abgewogen werden müssen.
Methylphenidat kann Schwindel, Schläfrig-keit und Sehstörungen einschließlich Akkom-modationsschwierigkeiten, Diplopie und ver-schwommenes Sehen verursachen. Es kann ei-nen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtig-keit und die Fähigkeit zum Bedienen von Ma-schinen haben. Patienten sollten vor diesen möglichen Effekten gewarnt werden und beim Auftreten dieser Effekte potenziell gefährliche Aktivitäten wie das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.
In der nachstehenden Tabelle sind die Neben-wirkungen aufgeführt, die aus klinischen Stu-dien und als spontane Berichte nach der Zu-lassung sowohl im Zusammenhang mit Me-thylphenidat TAD als auch mit anderen Me-thylphenidathydrochlorid-haltigen Arznei-mitteln gemeldet wurden. Sollte sich die Häutigkeit der Nebenwirkungen mit Methyl-phenidat TAD und anderen methylphenidat-haltigen Arzneimitteln unterscheiden, wird die höchste Frequenz aus beiden Datenbanken verwendet.
Häufigkeitsangaben:
Sehr häufig (> 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ l /1.000 bis < l/l00). Selten (≥ l/l 0.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
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| Systemor-ganklasse | Nebenwirkungen | |||||
| Häufigkeiten | ||||||
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht be-kannt | |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Nasopharyngitis | |||||
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsys-tems | Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, thrombozytopeni-sche Purpura | Pancytopenie | ||||
| Erkrankungen des Immunsys-tems | Uberempfmdlich-keitsreaktionen wie angioneurotisches Ödem, anaphylakti-sche Reaktionen, Ohrenschwellung, bullöse Erkrankun-gen, exfoliative Erkrankungen, Urtikaria, Pruritus, Rash und Hautaus-schläge | |||||
| Stoffwechsel-und Ernäh-rungsstörun-gen* | Anorexie, Appetitverlust, mä-ßige Verminderung der Gewichtszu-nahme und des Längenwachstums bei längerer An-wendung bei Kin-dern* | |||||
| Psychiatri-sche Erkran-kungen* | Schlaflosig-keit, Nervosität | Anorexia, Affektlabilität, Aggression*, Erregung*, Ängstlichkeit*, De-pression*, Reizbar-keit,abnormes Verhal-ten, Bruxismus** | psychotische Er-krankungen*, auditive, visuelle und taktile Halluzi-nationen*,Ärger, Suizidgedanken*, Verstimmung, Stimmungsschwan-kungen, Ruhelosigkeit, Weinerlichkeit, Tics* oder Ver-schlechterung be-stehender Ticks des Tourette-Syn-droms*, Hypervigilanz, Schlafstörungen | Manie*, Desorientiertheit, Libidostörungen. Zwangsstörung (einschließlich Trichotillomanie und Dermatillo-manie) | Suizidversuch (einschließlich vollendetem Sui-zid)*,transiente depres-sive Stimmung*, abnormes Denken, Apathie | Wahnvorstel-lungen*, Denkstörun-gen*, Ver-wirrtheitszu-stand, Abhängig-keit.Es wurden Fälle von Missbrauch und Abhän-gigkeit be-schrieben, häufiger mit schnellfrei-setzenden Formulierun-gen.Logorrhö |
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| Systemor-ganklasse | Nebenwirkungen | |||||
| Häufigkeiten | ||||||
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht be-kannt | |
| Erkrankun-gen des Ner-vensystems | Kopfschmer-zen | Schwindelgefühl, Dyskinesie, psychomotorische Hyperaktivität, Somnolenz | Sedierung, Tremor | Konvulsionen, choreatisch-athe-totische Bewegun-gen, reversible is-chämisch neurolo-gische Ausfälle, Malignes neuro-leptisches Syn-drom (MNS; die Berichte wurden nicht ausreichend dokumentiert und in den meisten Fäl-len erhielten die Patienten zusätz-lich andere Wirk-stoffe, so dass die Rolle von Methyl-phenidat in diesen Fällen unklar ist). | Zerebrovas-kuläre Er-krankungen* (einschließ-lich Vaskuli-tis, Hirnblu-tungen, zere-brovaskuläre Ereignisse, zerebrale Ar-teriitis, zere-braler Ver-schluss), Grand-mal-Anfälle*, Migräne Dysphemie | |
| Augenerkran-kungen | Diplopie, verschwommenes Sehen, trockenes Auge*** | Schwierigkeiten bei der visuellen Akkommodation, Mydriasis, Sehstörungen | erhöhter Au-geninnen-druck, Glaukom | |||
| Herzerkran-kungen* | Arrhythmie, Tachykardie, Palpitationen, | Brustschmerzen | Angina pectoris | Herzstillstand, Myokardinfarkt | supraventri-kuläre Tachykardie, Bradykardie, ventrikuläre Extrasysto-len, Extrasystolen | |
| Gefäßerkran-kungen* | Hypertonie | Zerebrale Arterii-tis und/oder Ver-schluss, periphere Kälte,Raynaud-Syndrom | ||||
| Erkrankun-gen der Atem-wege, des Brustraums und Mediasti-nums | Husten,Rachen- und Kehl-kopfschmerzen | Dyspnoe | Epistaxis | |||
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Methylpheni TAD® 5 mg/ -10 mg/ -20 mg Tabletten
| Systemor-ganklasse | Nebenwirkungen | |||||
| Häufigkeiten | ||||||
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht be-kannt | |
| Erkrankun-gen des Gast-rointestinal-trakts | Bauchschmerzen,Diarrhö, Übelkeit, Magenbeschwerden und Erbrechen.Diese Erscheinun-gen treten normaler-weise zu Behand-lungsbeginn auf und können sich durch begleitende Nahrungsaufnahme lindern lassen.Mundtrockenheit | Obstipation | ||||
| Leber- undGallener-krankungen | erhöhteLeberenzymwerte | AbnormaleLeberfunktion, einschließlich Leberkoma | ||||
| Erkrankun-gen der Haut und des Un-terhautzell-gewebes | Alopezie,Pruritus, Rash, Urtikaria | angioneurotischesÖdem, Erkrankungen mit Blasenbildung, schuppende Erkrankungen | Hyperhidrose,fleckiger Aus-schlag, Erythem | Erythemamultiforme, exfoliative Dermatitis,fixes Arzneimittel-exanthem | ||
| Skelettmus-kulatur-, Bindegewebs-undKnochener-krankungen | Arthralgie | Myalgie,Muskelzuckungen | Muskelkrämpfe | Trismus** | ||
| Erkrankun-gen der Niere und Harnwege | Hämaturie | Inkontinenz | ||||
| Erkrankun-gen der Ge-schlechts-organe und der Brust-drüse | Gynäkomastie | ErektileDysfunktion, Priapismus, verstärkte Erektionund Dauer-erektion | ||||
| Allgemeine Erkrankun-gen und Be-schwerden am Verab-reichungsort | Fieber, Wachstumsverzöge-rungen bei Lang-zeitanwendung bei Kindern* | Brustschmerzen, Müdigkeit | Plötzlicher Herz-tod* | Brustbe-schwerden, Hyperpyrexie | ||
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Methylpheni TAD® 5 mg/ -10 mg/ -20 mg Tabletten
| Systemor-ganklasse | Nebenwirkungen | |||||
| Häufigkeiten | ||||||
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr Selten | Nicht be-kannt | |
| Untersuchun-gen | Änderung des Blut-drucks und der Herzfrequenz (übli-cherweise eine Er-höhung)*, Gewichtsverlust* | Herzgeräusche*,erhöhte Leberenzyme | Erhöhte alkalischePhosphatase im Blut,erhöhtes Bilirubin im Blut,reduzierte Throm-bozytenzahl, Leukozytenzahl pathologisch | |||
* siehe Abschnitt 4.4
** Auf der Grundlage der in ADHS-Studien bei Erwachsenen berechneten Häufigkeit (es wurden keine Fälle in pädiatrischen Studien berichtet)
*** Die Häufigkeit leitet sich aus klinischen Studien mit Erwachsenen und nicht aus Daten klinischer Studien mit Kindern und Jugendlichen ab; kann aber auch für Kinder und Jugendliche relevant sein
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun-genDie Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierli-che Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver-hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bun-desinstitut für Arzneimittel und Medizinpro-dukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Bei der Behandlung von Patienten mit einer Überdosierung muss auch der verzögert frei-setzende Anteil der Methylpenidat-Formulie-rung berücksichtigt werden.
Anzeichen und Symptome:
Eine akute Überdosierung kann, hauptsäch-lich durch eine Überstimulation des zentralen und sympathischen Nervensystems bedingt, zu Erbrechen, Erregung, Tremor, Hyperrefle-xie, Muskelzuckungen, Konvulsionen (auf die ein Koma folgen kann), Euphorie, Verwir-rung, Halluzinationen, Delirium, Schwitzen, Flush, Kopfschmerzen, Hyperpyrexie, Ta-chykardie, Herzklopfen, kardialer Arrhyth-mie, Hypertonie, Mydriasis und Trockenheit der Schleimhäute führen.
Behandlung:
Es gibt kein spezielles Antidot für eine Me-thylphenidat-Überdosierung.
Die Behandlung besteht aus geeigneten unter-stützenden Maßnahmen.
Der Patient muss vor Selbstverletzung und vor äußeren Stimuli geschützt werden, die die bereits vorhandene Überstimulation noch verschlimmern könnten. Wenn die Anzei-chen und Symptome nicht zu schwerwiegend sind und der Patient bei Bewusstsein ist, kann der Magen durch Auslösen von Erbrechen oder durch eine Magenspülung entleert wer-den. Vor Durchführung der Magenspülung müssen Agitiertheit und Anfälle ggf. unter Kontrolle gebracht und die Atemwege freige-halten werden. Andere Maßnahmen zur Ent-giftung des Darms sind die Verabreichung von Aktivkohle und eines Abführmittels. Bei Auftreten einer schweren Intoxikation ist vor der Einleitung der Magenspülung eine sorg-fältig titrierte Dosis eines Benzodiazepins zu geben.
Eine intensivmedizinische Versorgung muss gewährleistet sein, um Kreislaufund Atmung aufrecht zu erhalten; bei Hyperpyrexie kann eine äußerliche Kühlung erforderlich sein.
Die Wirksamkeit einer Peritoneal-Dialyse oder extrakorporalen Hämodialyse bei einer Überdosierung von Methylphenidat ist nicht nachgewiesen.
Pharmakologische Eigenschaften - Methylpheni 20 mg
ATC-Code: N06BA04.
Wirkmechanismus Methylphenidathydrochlorid ist ein schwa-ches Stimulans des zentralen Nervensystems (ZNS) mit stärkeren mentalen als motorischen Effekten. Die Wirkungsweise beim Menschen ist nicht vollständig bekannt, man glaubt aber, dass die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin in den präsynaptischen Neuro-nen blockiert und die Freisetzung dieser Mo-noamine im extraneuralen Raum verstärkt wird. Methylphenidat ist eine razemische Mi-schung, die aus dem d- und l-Isomer besteht.
Der Mechanismus, durch den Methylphenidat mentale Wirkungen und Wirkungen auf das Verhalten von Kindern hervorruft, ist nicht eindeutig geklärt, noch gibt es keinen Beleg, wie diese Effekte auf das zentrale Nervensys-tem zurückzuführen sind.
Resorption
Der Wirkstoff Methylphenidathydrochlorid wird rasch und fast vollständig aus den Tab-letten resorbiert. Durch den ausgeprägten "First-pass"-Metabolismus beträgt die syste-mische Bioverfügbarkeit nur 30% der Dosis. Die Anwendung zusammen mit Nahrungsmit-teln beschleunigt die Resorption, hat aber kei-nen Einfluss auf die resorbierte Menge. Die maximale Plasmakonzentration von ca. 9 ng/ml wird durchschnittlich 1–2 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die maximale Plasmakonzentration zeigt beträchtliche inte-rindividuelle Unterschiede. Die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) sowie die maximale Plasmakonzentration (Cmax) sind proportional zu den verabreichten Dosen.
Fachinformation______
Methylpheni TAD® 5 mg/ -10 mg/ -20 mg Tabletten
Verteilung
Im Blut verteilen sich Methylphenidat und seine Metaboliten im Plasma (57%) und den Erythrozyten (43%). Die Bindung von Me-thylphenidat und seinen Metaboliten an Plas-maproteine ist gering (10–33%). Das appa-rente Verteilungsvolumen beträgt 15,2 l/kg.
Biotransformation
Die Biotransformation von Methylphenidat ist schnell und umfassend. Maximale Plasma-konzentrationen von 2-Phenyl-2-Piperidyl-Acetylsäure (PPAA) werden ca. 2 Stunden nach der Einnahme von Methylphenidat er-reicht und betragen etwa das 30–50-fache der unveränderten Substanz selbst. Die Halbwert-zeit von PPAA beträgt ca. das Zweifache des Methylphenidats und die systemische Clearance beträgt 0,17 l/h/kg. Nur geringe Mengen von hydroxilierten Metaboliten (Hydroxymethylphenidat und Hydroxyritalin-säure) sind nachweisbar.
Die therapeutische Aktivität scheint haupt-sächlich auf die Originalverbindung zurück-zuführen sein.
Elimination
Methylphenidat wird aus dem Plasma nach ei-ner durchschnittlichen Halbwertszeit von 2 Stunden eliminiert und die systematische Clearance beträgt 10 l/h/kg. Der Hauptteil der verabreichten Dosis wird durch den Urin und ein kleinerer Teil in den Fäzes in Form von Metaboliten ausgeschieden. Nur kleine Men-gen von unverändertem Methylphenidat er-scheinen im Urin. Der Großteil der Dosis wird im Urin als PPAA ausgeschieden.
Merkmale bei Patienten:
Es gibt anscheinend keine Unterschiede in der Pharmakokinetik von Methylphenidat bei hy-peraktiven Kindern und gesunden erwachse-nen Probanden.
Die Eliminierungsdaten bei Patienten mit ei-ner normalen Nierenfunktion lassen vermu-ten, dass die renale Eliminierung von unver-ändertem Methylphenidat bei Niereninsuffizi-enz kaum beeinflusst wird. Die renale Elimi-nierung von PPAA könnte jedoch gemindert sein.
Pharmazeutische Angaben - Methylpheni 20 mg
Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat Mikrokristalline Cellulose Maisstärke
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
Methylpheni TAD 5 mg Tabletten: 2 Jahre. Methylpheni TAD 10 mg Tabletten: 2 Jahre. Methylpheni TAD 20 mg Tabletten: 2 Jahre.
PVC/Al-Blisterpackungen mit 20, 50 und
100 Tabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Pa-ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.