Profact® pro injectione, 1,05 mg/ml Injektionslösung
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Profact® 1,05 mg/ml
Profact pro injectione
Profact pro injectione wird bei Erwachsenen zur Einleitung der hormonsuppressiven Behandlung des fortgeschrittenen hormonempfindlichen Prostatakarzinoms eingesetzt. Eine Weiterführung der Therapie sollte mit Profact nasal erfolgen (siehe auch Abschnitt 4.2).
Profact nasal
Profact nasal wird bei Erwachsenen zur hormonsuppressiven Behandlung des fortgeschrittenen hormonempfindlichen Prostatakarzinoms eingesetzt.
Profact pro injectione sowie Profact nasal sind jedoch nicht angezeigt nach beidseitiger Orchiektomie, da es in diesem Fall zu keiner weiteren Absenkung des Testosteronspiegels kommt.
Profact pro injectione
Dosierung
Profact pro injectione dient zur Einleitung der hormonsuppressiven Behandlung. Die Tagesdosis von Profact pro injectione beträgt – unabhängig vom Körpergewicht – 1,5 mg Buserelin (entsprechend 1,5 ml Profact pro injectione).
Die Tagesdosis wird in drei Einzeldosen von je 0,5 ml Profact pro injectione verabreicht. Es ist sehr wichtig, annähernd gleiche Zeitabstände zwischen den einzelnen Gaben einzuhalten. Die Patienten müssen auf die gewissenhafte Einhaltung dieser Intervalle hingewiesen werden.
Art der Anwendung
Profact pro injectione wird subkutan verabreicht.
Profact pro injectione sollte über einen Zeitraum von 7 Tagen verabreicht werden. Ab dem 8. Behandlungstag sollte die Behandlung mit Profact nasal fortgesetzt werden.
Profact nasal
Dosierung
Profact nasal dient zur Langzeitbehandlung des fortgeschrittenen hormonempfindlichen Prostatakarzinoms, nachdem eine 7-tägige Therapieeinleitung mit Profact pro injectione erfolgte. Die Tagesdosis von Profact nasal beträgt – unabhängig vom Körpergewicht – 1,2 mg Buserelin (entsprechend 12 Sprühstößen Profact nasal zu je 0,1 mg Buserelin).
Die Tagesdosis von Profact nasal wird verabreicht, indem 6-mal täglich 2 Sprühstöße (je ein Sprühstoß in jedes Nasenloch) in gleichen Zeitabständen über den Tag verteilt gegeben werden.
Es ist sehr wichtig, annähernd gleiche Zeitabstände zwischen den einzelnen Gaben einzuhalten. Die Patienten müssen diese Intervalle gewissenhaft einhalten.
Art der Anwendung
Profact nasal ist mit der beigepackten Dosierpumpe anzuwenden und wird durch Einsprühen in die Nase verabreicht.
Hinweis zur Handhabung von Profact nasal
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Zuerst wird der Schraubverschluss von der Glasflasche entfernt.
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Die Dosierpumpe wird anschließend aus dem Kunststoffbehälter entnommen, und die beiden Schutzkappen – weiß und farblos – werden abgezogen.
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Danach wird die Dosierpumpe auf die Glasflasche geschraubt.
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Vor der ersten Anwendung muss etwa 10-mal kräftig gepumpt werden, damit das System gefüllt ist und ein gleichmäßiger Nebel austritt. Dabei wird die Flasche senkrecht gehalten.
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Die Lösung wird bei leicht vornübergeneigtem Kopf in die Nase eingesprüht. Die Flasche ist dabei senkrecht zu halten. Vor der Anwendung ist, falls nötig, die Nase zu schnäuzen.
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Nach der Anwendung bleibt die Dosierpumpe immer auf der Glasflasche und wird mit der Schutzkappe verschlossen.
Nur vor der ersten Anwendung Probe pumpen, danach nicht mehr. Weiteres Probesprühen würde zum vorzeitigen Verbrauch des Flascheninhalts führen.
Bei korrekter Anwendung erfolgt auch bei Schnupfen eine zuverlässige Aufnahme des Wirkstoffs über die Nasenschleimhaut. Vorsichtshalber wird empfohlen, bei Schnupfen vor dem Sprühen die Nase kräftig zu schnäuzen.
Antiandrogen-Zusatztherapie
Es wird empfohlen, als Zusatztherapie etwa 5 Tage vor Beginn der Behandlung mit Buserelin mit der Gabe eines Antiandrogens zu beginnen (siehe auch Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Profact pro injectione sowie Profact nasal sollten nicht bei Kindern angewendet werden. Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Profact pro injectione sowie Profact nasal bei Kindern wurden nicht untersucht.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Benzylalkohol, LHRH-Analoga oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Es wird empfohlen, als Zusatztherapie etwa 5 Tage vor Beginn der Behandlung mit der Gabe eines Antiandrogens zu beginnen. Diese Zusatzmedikation muss über 3 – 4 Wochen parallel zur Behandlung mit Buserelin beibehalten werden. Nach diesem Zeitraum sind die Testosteronspiegel, als Reaktion auf Buserelin, gewöhnlich in den gewünschten Bereich gesunken.
Bei Patienten mit bekannten Metastasen, z. B. der Wirbelsäule, ist eine antiandrogene Zusatztherapie unerlässlich, um zu verhindern, dass es zu Beginn der Behandlung durch eine vorübergehende Aktivierung des Tumors und seiner Metastasen zu Komplikationen bis hin zur spinalen Kompression mit Paralysen kommt (siehe auch Abschnitt 4.8).
Die Reaktion auf die Buserelin-Therapie kann durch Messung der Serumkonzentrationen von prostataspezifischem Antigen (PSA) und Testosteron kontrolliert werden. Die Testosteronkonzentration steigt bei Behandlungsbeginn erst an und sinkt dann während eines Zeitraumes von zwei Wochen ab. Nach 2 – 4 Wochen sind die Testosteronspiegel auf Kastrationsniveau gesunken. Treten trotz ausreichender Testosteronunterdrückung keine klinische Besserung oder Veränderungen von PSA auf, so deutet dies auf eine Hormonunempfindlichkeit des Tumors hin.
Patienten mit bekannten Metastasen der Wirbelsäule sowie Patienten mit einem Risiko neurologischer Komplikationen oder Harnsperre sollten während der ersten Behandlungswochen engmaschig überwacht werden, wenn zu Therapiebeginn nicht gleichzeitig Antiandrogene gegeben werden.
Veröffentlichte, epidemiologische Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Gonadotropin-Releasing-Hormon-(GnRH-)Analoga und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (wie Myokardinfarkt, plötzlicher Herztod und Schlaganfall) und Diabetes mellitus hin. Diese Risiken sollten vor Beginn und während der Behandlung bewertet und die Patienten sollten überwacht und entsprechend behandelt werden (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten mit Hypertonie werden regelmäßige Blutdruckkontrollen empfohlen (Gefahr einer Verschlechterung des Blutdruckniveaus).
QT-Verlängerung
Eine Androgendeprivationstherapie kann das QT-Intervall verlängern.
Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von bzw. Risikofaktoren für QT-Verlängerungen und bei Patienten mit Begleitmedikationen, die das QT-Intervall verlängern können (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis einschließlich des Potenzials für Torsade de Pointes durch den Arzt vor der Anwendung von Profact pro injectione sowie Profact nasal abgewogen werden.
Bei einigen Patienten, die mit GnRH-Analoga behandelt werden, ist eine Änderung der Glukosetoleranz zu beobachten (siehe Abschnitt 4.8). Bei Diabetikern wird eine regelmäßige
Kontrolle der Blutzuckerspiegel empfohlen (Gefahr einer Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung).
Aufgrund der Testosteronunterdrückung kann die Behandlung mit GnRH-Analoga das Risiko für Anämien erhöhen. Patienten sollten im Hinblick auf dieses Risiko untersucht und entsprechend behandelt werden (siehe Abschnitt 4.8).
Die Anwendung von GnRH-Analoga kann zu einer Abnahme der Knochendichte und zu einer Osteoporose sowie zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen (siehe Abschnitt 4.8). Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren für Osteoporose, wie z. B. chronischer Alkoholmissbrauch, Rauchen, Langzeittherapie mit Antikonvulsiva oder Kortikosteroiden oder Osteoporose in der Familienanamnese, erforderlich. Es wird empfohlen, die Knochendichte regelmäßig zu kontrollieren (BMD) und vorsorgliche Maßnahmen während der Therapie durchzuführen, um Osteopenie/Osteoporose zu verhindern.
Bei Patienten, die mit GnRH-Agonisten wie Buserelin behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Depression (die schwer sein kann). Die Patienten sollten darüber aufgeklärt und entsprechend behandelt werden, wenn Symptome auftreten. Patienten, die an Depressionen litten oder leiden, müssen sorgfältig überwacht und nötigenfalls behandelt werden (Gefahr des Wiederauftretens oder einer Verschlechterung der Depression).
Anti-Doping-Hinweis
Die Anwendung von Profact pro injectione und Profact nasal kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Zudem kann es bei Missbrauch von Profact pro injectione und Profact nasal als Dopingmittel zu einer Gefährdung der Gesundheit kommen.
Warnhinweise zu Hilfsstoffen Profact pro injectione
Profact pro injectione enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml, d.h., es ist nahezu
„natriumfrei“.
Große Mengen Benzylalkohol sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität (metabolische Azidose) nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und in der Schwangerschaft und Stillzeit.
Profact nasal
Benzalkoniumchlorid kann eine Reizung oder Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen, insbesondere bei längerer Anwendung. Benzalkoniumchlorid dient als Konservierungsmittel.
Besteht ein Verdacht auf eine derartige Reaktion (anhaltend verstopfte Nase), sollte – soweit möglich
– ein Arzneimittel zur Anwendung in der Nase ohne Konservierungsstoff verwendet werden. Stehen solche Arzneimittel zur Anwendung in der Nase ohne Konservierungsstoffe nicht zur Verfügung, so ist eine andere Darreichungsform in Betracht zu ziehen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Während der Behandlung mit Buserelin könnte die Wirkung von Antidiabetika abgeschwächt werden (siehe auch Abschnitt 4.8).
Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist die gleichzeitige Anwendung von Profact pro injectione sowie Profact nasal mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, oder Arzneimitteln, die Torsade de pointes hervorrufen können wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z. B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon, Moxifloxacin, Neuroleptika usw. sorgfältig abzuwägen (siehe Abschnitt 4.4).
Aufgrund der Indikation dürfen Profact pro injectione sowie Profact nasal nicht bei Frauen angewendet werden.
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Bestimmte unerwünschte Wirkungen (z. B. Schwindel) können die Konzentrationsfähigkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Autofahren, Bedienen von Maschinen oder in ähnlichen Situationen), ein Risiko darstellen. Deshalb sollten die Patienten vor den möglichen Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bei Auftreten dieser Nebenwirkung gewarnt werden.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Zu Beginn der Behandlung kommt es gewöhnlich zu einem kurzzeitigen Anstieg des Serum-Testosteronspiegels, was zu einer vorübergehenden Aktivierung des Tumorgeschehens führen kann mit Folgeerscheinungen wie:
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Auftreten oder Verstärkung von Knochenschmerzen bei Patienten mit Metastasen,
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neurologische Ausfallerscheinungen aufgrund erhöhten Drucks durch den Tumor mit z. B. Muskelschwäche in den Beinen,
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erschwertes Urinieren, Hydronephrose oder Lymphstau,
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Thrombose mit Lungenembolie.
Diese Erscheinungen können weitgehend vermieden werden, wenn in der Anfangsphase der Buserelin-Behandlung gleichzeitig ein Antiandrogen gegeben wird (siehe auch Abschnitt 4.4).
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen) Sehr selten: Unter der Behandlung mit LHRH-Analoga wie Buserelin wurden Hypophysenadenome beschrieben. Sogar bei gleichzeitiger Behandlung mit Antiandrogen sehr selten leichte, vorübergehende Zunahme von Tumorschmerzen.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Thrombopenie, Leukopenie.
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung, Juckreiz, Hautausschläge (einschließlich Urtikaria).
Selten: schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Bronchospasmus und allergischem Asthma mit Atemnot sowie in Einzelfällen anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr selten: verstärkter Durst, veränderter Appetit, Reduktion der Glukosetoleranz (kann bei Diabetikern zu einer Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung führen).
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Libidoverlust, Stimmungsschwankungen und Depressionen (Langzeitanwendung). Gelegentlich: Stimmungsschwankungen und Depressionen (Kurzzeitanwendung).
Selten: Nervosität, emotionale Labilität, Angstgefühle.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Benommenheit, Schwindel.
Selten: Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.
In Einzelfällen wurden bei anderen Darreichungsformen von Buserelin Parästhesien beobachtet.
Augenerkrankungen
Sehr selten: Sehstörungen (z. B. Verschwommensehen) und Druckgefühl hinter den Augen.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Sehr selten: Tinnitus, Hörstörungen.
Herzerkrankungen
Selten: Herzklopfen.
Nebenwirkungen aus Anwendungserfahrungen mit nicht bekannter Häufigkeit: QT-Verlängerung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Gefäßerkrankungen
Häufig: Hitzewallungen.
Selten: Verschlechterung des Blutdruckniveaus bei Patienten mit Bluthochdruck.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Verstopfung.
Selten: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Selten: Zu- oder Abnahme der Kopf- und Körperbehaarung.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates.
Die Anwendung von LHRH-Analoga kann zu einer Abnahme der Knochendichte und zu einer Osteoporose sowie zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen. Das Risiko von Frakturen am Skelettsystem steigt mit zunehmender Therapiedauer.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufig: Verlust der Potenz, Hodenatrophie. Gelegentlich: Gynäkomastie (schmerzfrei).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Ödeme (schwach ausgeprägt) an den Knöcheln und Unterschenkeln, Müdigkeit. Sehr selten: Verschlechterung des Allgemeinbefindens.
Untersuchungen
Gelegentlich: Erhöhung von Serum-Leberenzymwerten (z. B. Transaminasen), Gewichtszunahme oder -abnahme.
Selten: Veränderungen der Blutfettwerte, Erhöhung des Serum-Bilirubinwertes.
Die meisten der oben genannten Nebenwirkungen sind direkt oder indirekt eine Folge der Testosteronunterdrückung durch Buserelin (Androgenmangel-Symptome).
Pharmakoepidemiologische Daten deuten darauf hin, dass der Entzug von Androgenen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Anämie (Häufigkeit nicht bekannt) erhöht (siehe Abschnitt 4.4).
Zusätzlich für Profact pro injectione
Schmerzen und/oder lokale Reaktionen an der Injektionsstelle sind möglich. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.
Zusätzlich für Profact nasal
Aufgrund der Anwendung in der Nase kann es zu einer Reizung der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum kommen. Dies kann häufig zu Nasenbluten und Heiserkeit sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen führen. Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Benzalkoniumchlorid auftreten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Symptome
Es wurde keine Intoxikation oder Überdosierung mit Buserelin beobachtet. Die möglichen Symptome einer Überdosierung von Buserelin sind erwartungsgemäß ähnlich wie die Nebenwirkungen, die bei normaler Anwendung auftreten können wie Schwäche, Kopfschmerzen, Nervosität, Hitzewallungen, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Ödeme an den unteren Extremitäten und Mastodynie sowie lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (siehe Abschnitt 4.8).
Therapiemaßnahmen
Falls die Behandlung einer Überdosierung erforderlich ist, sollte sie sich an den Symptomen orientieren.
Pharmakologische Eigenschaften - Profact® 1,05 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga, ATC-Code: L02AE01
Wirkmechanismus
Buserelin ist ein hochaktives Analogon des natürlichen Gonadotropin-Releasing-Hormons (Gonadorelin; GnRH, LHRH). Der pharmakologische Effekt von Buserelin besteht initial in einer Stimulierung der Gonadotropinfreisetzung und der Testosteronsekretion. Danach folgt eine fortschreitende Abnahme von Testosteron bis in den Bereich einer Kastration.
Während die Gonadotropinfreisetzung unter der weiteren Behandlung mit Buserelin gehemmt wird, wird die Sekretion der anderen hypophysären Hormone (Wachstumshormon, Prolaktin, ACTH, TSH) nicht direkt beeinflusst. Die Sekretion der Nebennierensteroide bleibt unverändert.
Hinsichtlich des Ausschaltens der Testosteronstimulierung von Tumorgewebe ist Buserelin der Orchiektomie bei der Behandlung des Prostatakarzinoms gleichwertig.
Resorption und Verteilung
Buserelin ist wasserlöslich und wird bei subkutaner Injektion zuverlässig resorbiert. Bei ordnungsgemäßer nasaler Anwendung wird es durch die Nasenschleimhaut resorbiert, sodass ausreichend hohe Plasmaspiegel gewährleistet sind. Auch nach induzierter Histaminrhinitis bei Probanden war die biologische Wirksamkeit von Buserelin nicht beeinträchtigt.
Buserelin zirkuliert im Serum vorwiegend in intakter, aktiver Form. Die Proteinbindung beträgt etwa 15 %. Nach präklinischen Daten reichert sich Buserelin vorzugsweise in Leber und Nieren sowie im Hypophysenvorderlappen – dem biologischen Zielorgan – an.
Biotransformation
In-vitro-Untersuchungen zeigten, dass Buserelin durch Peptidasen (Pyroglutamylpeptidase und chymotrypsinartige Endopeptidasen) in der Leber und in den Nieren inaktiviert wird. In der Hypophyse wird rezeptorgebundenes Buserelin durch membranständige Enzyme inaktiviert.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit beträgt nach intravenöser Applikation etwa 50 bis 80 Minuten, nach subkutaner Gabe 80 Minuten und nach intranasaler Anwendung etwa 1 bis 2 Stunden.
Buserelin und seine inaktiven Metaboliten werden über die Nieren und – wie Tierversuche zeigen –
auch über die Galle ausgeschieden.
Bioverfügbarkeit
Die nasale Resorption von Buserelin aus der Buserelin-Nasallösung beträgt 1 – 3 %. Nach subkutaner Injektion von 200 µg ist Buserelin zu 70 % bioverfügbar, bei oraler Anwendung ist Buserelin dagegen unwirksam.
Pharmazeutische Angaben - Profact® 1,05 mg/ml
Profact pro injectione
BenzylalkoholNatriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumchlorid, Natriumhydroxid zur pH-Einstellung, Wasser für Injektionszwecke.
Profact nasal
Citronensäure-Monohydrat, Natriumcitrat 2 H2O, Natriumchlorid, Benzalkoniumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.
Profact pro injectione
Zwischen 2 °C und 25 °C lagern. Nicht einfrieren. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Der Zeitpunkt der Erstentnahme sollte auf dem Flaschenetikett vermerkt werden. Angebrochene Durchstechflaschen sollen nicht länger als 14 Tage aufbewahrt werden. Reste von Profact pro injectione sollten danach nicht mehr angewendet werden. Die Aufbewahrung der angebrochenen Durchstechflasche kann bei Raumtemperatur erfolgen.
Profact nasal
Zwischen 2 °C und 25 °C lagern. Nicht einfrieren.
Die angebrochene Flasche kann 5 Wochen aufbewahrt werden. Reste von Profact nasal sollten danach nicht mehr angewendet werden. Die Aufbewahrung der angebrochenen Flasche kann bei Raumtemperatur, aber vor direkter Wärmeeinwirkung geschützt, erfolgen.
Profact pro injectione
Durchstechflasche mit 5,5 ml Injektionslösung.
1 Packung enthält 2 Durchstechflaschen zu je 5,5 ml Injektionslösung.
Profact nasal
Flasche mit 10 g Nasenspray, Lösung zum Einsprühen in die Nase und Dosierpumpe. 1 Packung enthält 4 Flaschen zu je 10 g Nasenspray, Lösung und 4 Dosierpumpen.
1 Klinikpackung enthält 1 Flasche zu je 10 g Nasenspray, Lösung und 1 Dosierpumpe. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.