Finasterid - 1 A Pharma® 5 mg Filmtabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Finasterid 1 A
Behandlung und Kontrolle der benignen Prostata-Hyperplasie (BPH), um eine Rückbildung der Prostatavergrößerung zu erreichen, den Harnfluss und BPH-bedingte Symptome zu verbessern sowie die Häufigkeit einer akuten Harnretention und die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs zu vermindern.
Finasterid - 1 A Pharma 5 mg sollte bei Patienten mit vergrößerter Prostata (Prostatavolumen über ca. 40 ml) angewendet werden.
Dosierung
Die empfohlene Dosierung beträgt einmal täglich eine 5 mg Tablette entweder auf nüchternen Magen oder mit einer Mahlzeit.
Obwohl innerhalb kurzer Zeit eine Besserung zu beobachten ist, kann eine Behandlung über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten erforderlich sein, um objektiv zu bestimmen, ob ein zufriedenstellendes Ansprechen auf die Therapie erreicht wurde.
Dosierung bei Leberinsuffizienz
Es stehen keine Daten zu Patienten mit Leberinsuffizienz zur Verfügung (siehe Abschnitt 4.4).
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz verschiedener Schweregrade (ab einer Kreatinin-Clearance von 9 ml/min) sind keine Dosisanpassungen erforderlich, da Niereninsuffizienz in Studien zur Pharmakokinetik keinen Einfluss auf die Elimination von Finasterid gezeigt hat. Finasterid wurde bei Patienten unter Hämodialyse nicht untersucht.
Dosierung bei älteren Patienten
Dosisanpassungen sind nicht erforderlich, obgleich pharmakokinetische Studien gezeigt haben, dass die Eliminationsrate von Finasterid bei Patienten im Alter von über 70 Jahren leicht vermindert ist.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Tablette sollte im Ganzen geschluckt und darf nicht geteilt oder zerstoßen werden (siehe Abschnitt 6.6).
Finasterid kann entweder auf nüchternen Magen oder mit einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
Finasterid ist nicht zur Anwendung bei Frauen, Kindern oder Jugendlichen angezeigt. Finasterid ist kontraindiziert:
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bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,
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in der Schwangerschaft – Anwendung bei Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 4.6, Finasterid-Exposition – Risiko für männliche Feten).
Allgemein
Eine Behandlung mit Finasterid sollte in Abstimmung mit einem Arzt für Urologie erfolgen.
Um obstruktive Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, dass Patienten mit großem Restharnvolumen und/oder stark vermindertem Harnfluss engmaschig überwacht werden. Ein chirurgischer Eingriff sollte als Behandlungsoption berücksichtigt werden.
Eine Obstruktion aufgrund eines trilobären Wachstumsmusters der Prostata sollte vor Beginn der Behandlung mit Finasterid ausgeschlossen werden.
Stimmungsänderungen und Depression
Bei Patienten, die mit Finasterid 5 mg behandelt wurden, wurde über Stimmungsänderungen einschließlich depressiver Verstimmung, Depression und, seltener, Suizidgedanken berichtet. Patienten sollten hinsichtlich psychiatrischer Symptome überwacht werden. Wenn solche Symptome auftreten, sollte dem Patienten geraten werden, medizinischen Rat einzuholen.
Mammakarzinom bei Männern
Bei Männern, die Finasterid 5 mg im Rahmen klinischer Studien oder nach der Zulassung eingenommen haben, wurde über das Auftreten von Mammakarzinomen berichtet. Die Ärzte sollten ihre Patienten anweisen, jegliche Veränderungen des Brustdrüsengewebes wie Knoten, Schmerzen, Gynäkomastie oder das Austreten von Sekret aus den Brustwarzen umgehend zu berichten.
Auswirkungen auf das prostataspezifische Antigen (PSA) und die Entdeckung eines Prostatakarzinoms
Bisher konnte bei Prostatakarzinom-Patienten, die mit Finasterid behandelt wurden, kein klinischer Nutzen nachgewiesen werden. Patienten mit BPH und erhöhtem prostataspezifischen Antigen (PSA) wurden in kontrollierten klinischen Studien mit seriellen PSA-Messungen und Prostatabiopsien überwacht. In diesen BPH-Studien bewirkte Finasterid offenbar keine Veränderung der Diagnoserate von Prostatakarzinomen, und die Gesamthäufigkeit von Prostatakarzinomen war bei mit Finasterid bzw. Placebo behandelten Patienten nicht signifikant verschieden.
Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung mit Finasterid eine digitale rektale Untersuchung und weitere Untersuchungen auf Prostatakarzinom durchzuführen. Zur Diagnostik des Prostatakarzinoms wird auch der PSA-Wert im Serum herangezogen. Im Allgemeinen gibt ein PSA-Ausgangswert > 10 ng/ml (Hybritech) Anlass zur weiteren Untersuchung und Erwägung einer Biopsie; bei einem PSA-Spiegel zwischen 4 und 10 ng/ml sind weitere Untersuchungen zu empfehlen. Die PSA-Spiegel können sich bei Männern mit und ohne Prostatakarzinom deutlich überlappen. Daher schließen PSA-Werte im Normbereich bei Männern mit BPH ungeachtet einer Behandlung mit Finasterid das Vorliegen eines Prostatakarzinoms nicht aus. Ein PSA-Ausgangswert von < 4 ng/ml schließt ein Prostatakarzinom nicht aus.
Finasterid verursacht bei Patienten mit BPH auch bei einem bestehenden Prostatakarzinom eine Senkung der PSA-Konzentration im Serum um etwa 50 %. Diese Abnahme der PSA-Spiegel bei mit Finasterid behandelten BPH-Patienten sollte bei der Bewertung der PSA-Werte berücksichtigt werden und schließt ein gleichzeitig vorliegendes Prostatakarzinom nicht aus.
Die Abnahme ist über die gesamte Spanne der PSA-Werte vorhersagbar, kann allerdings einer interindividuellen Streuung unterliegen. Eine Analyse der PSA-Daten von mehr als 3000 Patienten in einer 4-jährigen, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zur Langzeitwirksamkeit und -sicherheit von Finasterid (PLESS) hat bestätigt, dass die PSA-Werte typischer Patienten, die über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger mit Finasterid 5 mg behandelt wurden, für einen Vergleich mit dem Normalbereich bei unbehandelten Männern verdoppelt werden sollten. Durch diese Anpassung kann die Sensitivität und Spezifität der PSA-Bestimmung sowie deren Eignung für die Diagnostik des Prostatakarzinoms erhalten werden.
Jeder länger anhaltende Anstieg der PSA-Spiegel bei mit Finasterid behandelten Patienten sollte sorgfältig beurteilt werden, auch hinsichtlich einer möglichen Non-Compliance mit der Finasterid-Therapie.
Der Prozentsatz an freiem PSA (Quotient aus freiem und Gesamt-PSA) wird durch Finasterid nicht signifikant erniedrigt. Der PSA-Quotient bleibt auch unter dem Einfluss von Finasterid konstant. Bei Heranziehung des Prozentsatzes an freiem PSA für die Prostatakarzinom-Diagnostik ist keine Anpassung des Werts erforderlich.
Wechselwirkungen im Hinblick auf Laboruntersuchungen
Wirkung auf die PSA-Spiegel
Die PSA-Konzentration im Serum korreliert mit dem Alter und dem Prostatavolumen des Patienten, das Prostatavolumen wiederum korreliert mit dem Alter. Bei der Interpretation der PSA-Werte sollte die Tatsache berücksichtigt werden, dass die PSA-Spiegel unter Behandlung mit Finasterid zurückgehen. Bei den meisten Patienten ist eine rasche Abnahme der PSA-Spiegel innerhalb der ersten Behandlungsmonate zu beobachten; danach pendeln sich die Konzentrationen auf einen neuen Ausgangswert ein. Dieser neue Ausgangswert beträgt etwa die Hälfte des vor der Behandlung gemessenen Werts. Daher sollten die PSA-Werte bei typischen Patienten, die über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger mit Finasterid behandelt wurden, für einen Vergleich mit dem Normalbereich bei unbehandelten Männern verdoppelt werden. Zur klinischen Interpretation siehe Abschnitt 4.4 „Auswirkungen auf das prostataspezifische Antigen (PSA) und die Prostatakarzinom-Diagnostik“.
Auswirkung auf die Fertilität
Obwohl Tierstudien keine relevanten negativen Wirkungen auf die Fertilität zeigten, gab es nach Markteinführung Spontanberichte über Infertilität und/oder schlechte Samenqualität. Bei einigen dieser Berichte lagen bei den Patienten andere Risikofaktoren vor, die zur Infertilität beigetragen haben konnten. Eine Normalisierung oder Verbesserung der Samenqualität wurde nach dem Absetzen von Finasterid berichtet.
Kinder und Jugendliche
Finasterid ist nicht zur Anwendung bei Kindern oder Jugendlichen angezeigt. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Jugendlichen oder Kindern wurden nicht nachgewiesen.
Leberinsuffizienz
Die Auswirkungen einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Finasterid wurden nicht untersucht. Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit verminderter Leberfunktion, da die Plasmaspiegel von Finasterid bei diesen Patienten erhöht sein können (siehe Abschnitt 4.2).
Finasterid - 1 A Pharma enthält Lactoseund Natrium
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Finasterid - 1 A Pharma nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.
Es wurden keine klinisch bedeutenden Arzneimittel-Wechselwirkungen beobachtet. Finasterid wird hauptsächlich über das Cytochrom-P450-3A4-System metabolisiert, scheint dieses jedoch nicht signifikant zu beeinflussen.
Obwohl das Risiko einer Beeinflussung der Pharmakokinetik anderer Arzneimittel durch Finasterid als gering eingeschätzt wird, ist es wahrscheinlich, dass Inhibitoren und Induktoren von Cytochrom-P450-3A4 Einfluss auf die Plasmakonzentration von Finasterid nehmen.
Aufgrund der etablierten Sicherheitsabstände ist ein klinisch signifikanter Anstieg infolge der gleichzeitigen Anwendung solcher Inhibitoren jedoch unwahrscheinlich.
Folgende Arzneimittel wurden beim Menschen überprüft, ohne dass klinisch signifikante Wechselwirkungen gefunden wurden: Propranolol, Digoxin, Glibenclamid, Warfarin, Theophyllin und Phenazon.
Schwangerschaft
Die Anwendung von Finasterid ist kontraindiziert bei Frauen, die schwanger sind oder bei denen eine Schwangerschaft nicht auszuschließen ist (siehe Abschnitt 4.3).
Aufgrund der Fähigkeit von Typ-II-5α-Reduktasehemmern, die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron zu hemmen, können diese Arzneimittel, einschließlich Finasterid, Anomalien der äußeren Geschlechtsorgane männlicher Feten hervorrufen, wenn sie Schwangeren verabreicht werden.
Finasterid-Exposition – Risiko für männliche Feten
Frauen, die schwanger sind oder bei denen eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden kann, sollten zerstoßene oder zerbrochene Finasterid-Filmtabletten wegen der Möglichkeit einer Resorption von Finasterid und des resultierenden potenziellen Risikos für einen männlichen Feten nicht berühren. Finasterid-Filmtabletten besitzen einen Filmüberzug, der den Kontakt mit dem Wirkstoff bei normaler Handhabung verhindert, vorausgesetzt, dass die Tabletten nicht zerbrochen oder zerstoßen wurden.
Geringe Mengen von Finasterid wurden in der Samenflüssigkeit von Probanden nachgewiesen, die 5 mg Finasterid/Tag erhielten. Ob es nachteilige Folgen für den männlichen Fetus haben kann, wenn die Mutter Kontakt mit der Samenflüssigkeit eines mit Finasterid behandelten Patienten hat, ist nicht bekannt. Wenn die Sexualpartnerin des Patienten schwanger ist oder die
Möglichkeit einer Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden kann, wird empfohlen, den Kontakt der Partnerin mit der Samenflüssigkeit des Patienten zu minimieren.
Stillzeit
Finasterid - 1 A Pharma 5 mg ist nicht zur Anwendung bei Frauen angezeigt. Es ist nicht bekannt, ob Finasterid in die Muttermilch übergeht.
Es gibt keine Daten, die vermuten lassen, dass Finasterid die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.
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Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Impotenz und verminderte Libido. Diese Nebenwirkungen treten in der Regel zu Behandlungsbeginn auf und sind bei fortgesetzter Behandlung bei den meisten Patienten von vorübergehender Natur.
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Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und/oder nach Markteinführung mit Finasterid 5 mg und/oder Finasterid geringerer Dosierung berichtet wurden, sind unten aufgelistet.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig: (≥ 1/10)
Häufig: (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich: (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten: (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten: (< 1/10.000)
Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anschwellen der Lippen, der Zunge, des Halses und des Gesichts (Angioödem)
Psychiatrische Erkrankungen Häufig: verminderte Libido Gelegentlich: Depression
Nicht bekannt: verminderte Libido, die auch nach dem Absetzen der Behandlung andauerte, Angst
Herzerkrankungen
Nicht bekannt: Palpitationen
Leber- und Gallenerkrankungen
Nicht bekannt: erhöhte Leberenzyme
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Hautausschlag
Nicht bekannt: Pruritus, Urtikaria
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufig: Impotenz
Gelegentlich: Berührungsempfindlichkeit der Brust, Vergrößerung der Brust, Ejakulationsstörung
Sehr selten, einschließlich Einzelfallberichte: Sekretion aus der Brustdrüse; Knoten in der Brust, die bei einzelnen Patienten chirurgisch entfernt wurden
Nicht bekannt: Hodenschmerzen; erektile Dysfunktion, die auch nach dem Absetzen der Behandlung andauerte; Infertilität bei Männern und/oder schlechte Spermienqualität. Eine Normalisierung oder Verbesserung der Spermienqualität wurde nach dem Absetzen von Finasterid berichtet.
Untersuchungen
Häufig: vermindertes Ejakulatvolumen
Darüber hinaus wurden in klinischen Studien sowie im Rahmen der Anwendungsbeobachtung nach der Zulassung folgende Nebenwirkungen berichtet: Mammakarzinom bei Männern (siehe Abschnitt 4.4).
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Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Laborbefunde
Bei der Interpretation der PSA-Werte sollte die Tatsache berücksichtigt werden, dass die PSA-Spiegel unter Behandlung mit Finasterid in der Regel zurückgehen (siehe Abschnitt 4.4).
Medizinische Therapie von Prostatasymptomen (MTOPS)
In der MTOPS-Studie wurden Finasterid 5 mg/Tag (n=768), Doxazosin 4 oder 8 mg/Tag (n=756), eine Kombinationstherapie mit Finasterid 5 mg/Tag plus Doxazosin 4 oder 8 mg/Tag (n=786) und Placebo (n=737) verglichen. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil der Kombinationstherapie erwies sich in dieser Studie als generell vergleichbar mit den Profilen der einzelnen Komponenten. Die Häufigkeit von Ejakulationsstörungen war bei Patienten unter der Kombinationstherapie vergleichbar mit der Summe der Häufigkeiten dieser Nebenwirkung unter den beiden Monotherapien.
Andere Langzeitdaten
In einer 7-jährigen placebokontrollierten Studie an 18.882 gesunden Männern standen für 9.060 Probanden Ergebnisse einer Prostata-Nadelbiopsie zur Auswertung zur Verfügung; ein Prostatakarzinom wurde bei 803 (18,4%) Männern, die mit Finasterid behandelt wurden, bzw. bei 1.147 (24,4%) Männern festgestellt, die Placebo erhielten. In der Finasterid-Gruppe wurde bei 280 (6,4%) Männern mittels Nadelbiopsie ein Prostatakarzinom mit einem Gleason-Score von 7–10 diagnostiziert, gegenüber 237 Männern in der Placebo-Gruppe (5,1%). Zusätzliche Analysen lassen vermuten, dass die Zunahme der Prävalenz von Prostatakarzinomen hohen Malignitätsgrades in der Finasterid-Gruppe auf einen Detektionsfehler infolge der Wirkung von Finasterid auf das Prostatavolumen zurückzuführen sein könnte. Von der Gesamtzahl der in dieser Studie diagnostizierten Prostatakarzinome wurden etwa 98% zum Zeitpunkt der Diagnosestellung als intrakapsulär (klinisches Stadium T1 oder T2) klassifiziert. Die klinische Bedeutung der Daten zu den Gleason-Scores 7–10 ist nicht bekannt.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Finasterid 1 A
Pharmakotherapeutische Gruppe: Testosteron-5-alpha-Reduktasehemmer ATC-Code: G 04 CB 01
Wirkmechanismus
Finasterid ist ein synthetisches 4-Azasteroid, ein spezifischer kompetitiver Inhibitor des intrazellulären Enzyms Typ-II-5α-Reduktase. Dieses Enzym wandelt Testosteron in das potentere Androgen Dihydrotestosteron (DHT) um. Die Funktion und das Wachstum der Prostatadrüse und folglich auch des hyperplastischen Prostatagewebes sind von der Umwandlung von Testosteron in DHT abhängig. Finasterid besitzt keine Affinität für den Androgenrezeptor.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Klinische Studien zeigen eine rasche Senkung der DHT-Spiegel im Serum um 70 %, was zu einer Verminderung des Prostatavolumens führt. Nach 3 Monaten kommt es zu einer Verminderung des Prostatavolumens um etwa 20 %; die Abnahme setzt sich fort und erreicht nach 3 Jahren rund 27 %. Eine deutliche Abnahme findet in der periurethralen Zone in unmittelbarer Nähe der Urethra statt. Urodynamische Messungen belegen darüber hinaus eine signifikante Senkung des Detrusor-Drucks infolge einer verminderten Obstruktion.
Signifikante Verbesserungen der maximalen Harnflussrate und der Symptomatik im Vergleich zum Behandlungsbeginn wurden nach wenigen Wochen erreicht. Unterschiede gegenüber Placebo wurden nach 4 bzw. 7 Monaten dokumentiert.
Alle Wirksamkeitsparameter blieben über einen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren aufrechterhalten.
Wirkungen einer vierjährigen Behandlung mit Finasterid auf die Häufigkeit akuter Harnretention, die Notwendigkeit einer chirurgischen Intervention, den Symptom-Score und das Prostatavolumen
In klinischen Studien an Patienten mit mäßigen bis schweren BPH-Symptomen, vergrößerter Prostata bei digitaler rektaler Untersuchung und geringem Restharnvolumen führte Finasterid zu einer Abnahme der Häufigkeit akuter Harnretention von 7/100 auf 3/100 im Verlauf von vier Jahren sowie zu einer Abnahme der Notwendigkeit chirurgischer Intervention (TURP oder Prostatektomie) von 10/100 auf 5/100. Diese Abnahmen gingen mit einer Verbesserung des QUASI-AUA-Symptom-Scores um 2 Punkte (Spanne 0–34), einem anhaltenden Rückgang des Prostatavolumens um etwa 20% und einer anhaltenden Zunahme der Harnflussrate einher.
Resorption
Die Bioverfügbarkeit von Finasterid beträgt etwa 80 %. Die maximalen Plasmakonzentrationen
werden ungefähr 2 Stunden nach der Einnahme erreicht; nach 6–8 Stunden ist die Resorption abgeschlossen.
Verteilung
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt etwa 93 %. Die Clearance und das Verteilungsvolumen belaufen sich auf rund 165 ml/min (70–279 ml/min) bzw. 76 l (44–96 l). Nach Mehrfachgabe ist eine Akkumulation geringer Mengen von Finasterid zu beobachten. Nach täglicher Gabe von
5 mg wurden als niedrigste Steady-State-Konzentration von Finasterid 8–10 ng/ml berechnet; diese Konzentration bleibt über die Zeit stabil.
Biotransformation
Finasterid wird in der Leber metabolisiert. Finasterid übt keinen signifikanten Einfluss auf das Cytochrom-P450-Enzymsystem aus. Es wurden zwei Metaboliten mit geringer Hemmwirkung auf die 5α-Reduktase gefunden.
Elimination
Die Plasmahalbwertszeit beträgt im Durchschnitt 6 Stunden (4–12 Stunden) (bei Männern im Alter von über 70 Jahren 8 Stunden, Spanne 6–15 Stunden).
Nach Gabe von radioaktiv markiertem Finasterid werden etwa 39 % (32–46 %) der verabreichten Dosis in Form von Metaboliten mit dem Harn ausgeschieden. Im Harn ist praktisch kein unverändertes Finasterid nachzuweisen. Etwa 57 % (51–64 %) der Gesamtdosis werden mit den Faeces ausgeschieden.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (ab einer Kreatinin-Clearance von 9 ml/min) wurden keine Veränderungen der Elimination von Finasterid festgestellt (siehe Abschnitt 4.2).
Pharmazeutische Angaben - Finasterid 1 A
Tablettenkern
Lactose-Monohydrat Mikrokristalline Cellulose Povidon K30
Docusat-Natrium
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Talkum
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)
Filmüberzug Hypromellose Propylenglykol Titandioxid (E171) Talkum
Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132)
Die Filmtabletten sind verpackt in PVC/Aluminium Blister und einer Faltschachtel. Packungen mit
30, 50 und 100 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten, sollten zerstoßene oder zerbrochene Finasterid-Tabletten wegen der Möglichkeit einer Resorption von Finasterid und des resultierenden potenziellen Risikos für einen männlichen Feten nicht berühren.
Finasterid - 1 A Pharma 5 mg hat einen Filmüberzug, der einen Kontakt mit dem Wirkstoff verhindert, vorausgesetzt, dass die Tabletten nicht zerbrochen oder zerstoßen werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.