IMAP 2 mg/ml, Injektionssuspension
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - IMAP 2 mg/ml
Akut produktive und chronisch schizophrene Psychosen (Langzeittherapie und Rezidivprophylaxe).
Die individuelle Ansprechbarkeit auf Fluspirilen variiert stark. Die Dosierung ist von der Schwere der psychotischen Symptomatik und vom Ansprechen des Patienten abhängig und muss vom Arzt jeweils individuell ermittelt werden.
Dosierung
Allgemein gelten folgende Dosierungsempfehlungen:
Ambulanter Bereich
Die wöchentliche Dosis beträgt für ambulante Patienten üblicherweise 2-6 mg Fluspirilen alle 7 Tage (entsprechend 1-3 ml Injektionssuspension).
Stationärer Bereich
Die wöchentliche Dosis beträgt für stationäre Patienten üblicherweise 3-8 mg Fluspirilen alle 7 Tage (entsprechend 1,5-4 ml Injektionssuspension). Eine wöchentliche Dosis von 12 mg Fluspirilen (entsprechend 6 ml Injektionssuspension) sollte nicht überschritten werden.
Bei Zeichen einer Überdosierung ist ggf. eine Injektion auszulassen.
IMAP 2 mg/ml darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Ältere Patienten benötigen in der Regel niedrigere Dosen (Beginn mit 1-2 mg Fluspirilen). Dosisanpassungen sind besonders vorsichtig vorzunehmen.
Fluspirilen ist eine mikrokristalline Formulierung und ausschließlich zur intramuskulären Anwendung bestimmt und wird einmal wöchentlich tief intraglutäal injiziert. Bei wiederholter intramuskulärer Anwendung Injektionsstelle wechseln, um Unverträglichkeiten zu vermeiden.
Um Irritationen an der Einstichstelle zu vermeiden, wird ein Wechsel der Einstichstellen (alternativer Wechsel der linken und rechten Glutealmuskeln) empfohlen.
IMAP 2 mg/ml muss gleichmäßig suspendiert sein. Deshalb die Injektionssuspension vor dem Aufziehen leicht schütteln. Gebrauchsfertig hat die Injektionsuspension ein perlmuttartiges, marmorisiertes Aussehen.
Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem individuellen Verlauf. Dabei ist die niedrigste notwendige Erhaltungsdosis anzustreben. Über die Notwendigkeit einer Fortdauer der Behandlung ist kontinuierlich kritisch zu entscheiden.
Nach längerfristiger Therapie muss der Abbau der Dosis in kleinen Schritten und über einen längeren Zeitraum in engem Kontakt zwischen Arzt und Patienten erfolgen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, die Wirkstoffgruppe (Butyrophenone) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
IMAP 2 mg/ml darf nicht angewendet werden:
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bei Zuständen, die mit einer schweren Dämpfung des zentralen Nervensystems einhergehen,
z. B. Koma, akute Alkohol-, Anlagetika-, Hypnotika- oder Psychopharmaka-Intoxikationen,
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bei Parkinsonkrankheit,
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bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren,
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in Geweben mit verminderter Durchblutung.
Fluspirilen darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei
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Leber- und Niereninsuffizienz
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hirnorganischen Erkrankungen
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anamnestisch bekannter Epilepsie
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wahnhafter oder endogener Depression
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gleichzeitigem Vorliegen von Prolaktin-abhängigen Tumoren, z. B. Prolaktinomen der Hypophyse
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möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumoren, z. B. epithelialen Mamma-Tumoren
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Phäochromozytom
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Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (vgl. Angaben unter "Herz-Kreislauf-System")
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pathologischen Veränderungen des Blutbildes
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anamnestisch bekanntem malignen neuroleptischen Syndrom
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Engwinkelglaukom, Harnverhalt, Prostatahyperplasie, Hyperthyreoidismus oder Thyreotoxikose
Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen
Die Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind. Anhand der vorliegenden Studiendaten kann eine genaue Höhe dieses Risikos nicht angegeben werden und die Ursache für die Risikoerhöhung ist nicht bekannt.
IMAP 2 mg/ml ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, zugelassen.
Malignes Neuroleptisches Syndrom
Wie bei anderen antipsychotischen Arzneimitteln wurde in Verbindung mit IMAP 2 mg/ml über ein Malignes Neuroleptisches Syndrom berichtet: eine spezifische Reaktion, gekennzeichnet durch Hyperthermie, generalisierte Muskelrigidität, autonome Instabilität, Bewusstseinstrübung. Hyperthermie ist oft ein früher Hinweis auf dieses Syndrom. Antipsychotika sollten sofort abgesetzt und eine angemessene unterstützende Behandlung sowie eine sorgfältige Überwachung eingeleitet werden.
Tardive Dyskinesien
Wie bei allen antipsychotischen Arzneimitteln können tardive Dyskinesien bei manchen Patienten nach einer langfristigen Behandlung oder nach Absetzen auftreten. Das Syndrom ist vorrangig charakterisiert durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen der Zunge, des Gesichts, des Mundes oder der Kiefer. Das Auftreten kann bei manchen Patienten andauernd sein. Das Syndrom kann maskiert werden, wenn die Behandlung wieder aufgenommen, die Dosis erhöht oder wenn auf ein anderes antipsychotisches Arzneimittel umgestellt wird. Die Behandlung sollte umgehend beendet werden.
Extrapyramidale Symptome
Wie bei allen Neuroleptika können extrapyramidale Symptome wie Tremor, Rigidität, Hyper-salivation, Bradykinesie, Akathisie oder akute Dystonie auftreten. Anticholinerge Antiparkinson-Arzneimittel können bei Bedarf angewandt werden, sollten aber nicht regelmäßig präventiv gegeben werden. Ältere Patienten können besonders empfindlich insbesondere bezüglich extrapyramidaler Symptome reagieren.
Krampfanfälle / Konvulsionen
IMAP 2 mg/ml kann die Krampfschwelle senken und sollte daher bei Patienten mit Epilepsie unter Vorsicht angewandt werden. Wenn notwendig muss die Dosis der antikonvulsiven Therapie bei diesen Patienten angepasst werden.
Besondere Patientengruppen
IMAP 2 mg/ml sollte bei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewandt werden.
Herz-Kreislauf-System
Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann eine (orthostatische) Hypotonie auftreten. Fluspirilen sollte bei Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinsuffi-zienz, Myokardinfarkt, Reizleitungsstörungen, Dehydrierung, Hypovolämie, schwerer Hypo-tonie) nur mit Vorsicht angewendet werden. Eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion wird empfohlen. Wenn eine klinisch relevante orthostatische Hypotonie andauert, sollte der Nutzen gegenüber dem Risiko der weiteren Behandlung kritisch abgewogen werden.
Erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten cerebrovaskulären Ereignissen
In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet. Der Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, ist unbekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt. IMAP 2 mg/ml sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden.
Thromboembolie-Risiko
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Throm-boembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für
VTE vor und während der Behandlung mit IMAP 2 mg/ml identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden.
Hinweise:
Vor einer Behandlung mit Fluspirilen ist das Blutbild (einschließlich des Differentialblutbildes sowie der Thrombozytenzahl) zu kontrollieren. Bei pathologischen Blutwerten darf eine Behandlung mit Fluspirilen nur bei zwingender Indikation und unter engmaschigen Blut-bildkontrollen erfolgen.
Bei Nierenfunktionsstörungen ist die verlangsamte Ausscheidung von Povidon (Trägersubstanz) zu beachten. Aufgrund des Povidongehaltes kann nicht ausgeschlossen werden, dass es nach häufiger oder länger dauernder Anwendung sehr selten zu einer Speicherung von Povidon im Retikuloendothelialen System (RES) oder zu örtlichen Ablagerungen und Fremd-körpergranulomen kommen kann, die zur Verwechslung mit Geschwülsten Anlass geben können.
IMAP enthält 12 mg Benzylalkohol pro ml Injektionssuspension. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen. Große Mengen sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität ("metabolische Azidose") nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.
IMAP 2 mg/ml enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml.
Bei kombinierter Anwendung mit zentral dämpfenden Substanzen (z. B. Alkohol, Schlafmittel, Schmerzmittel, andere Psychopharmaka, Antihistaminika) kann es zu verstärkter Sedierung oder Atemdepression kommen. Eine durch Polypeptid-Antibiotika (z. B. Colistin, Polymyxin B) hervorgerufene Atemdepression kann durch Fluspirilen verstärkt werden.
Die Wirkung von Antihypertensiva kann bei gleichzeitiger Gabe von Fluspirilen verstärkt werden. Die antihypertensive Wirkung von Guanethidin wird dagegen abgeschwächt.
Die gleichzeitige Gabe von trizyklischen Antidepressiva mit Fluspirilen führt zu einem Anstieg der Antidepressiva-Plasmaspiegel. Es ist nicht bekannt, ob dies zu einer bedeutsamen Änderung der Wirkung des Antidepressivums führt.
Bei gleichzeitiger Gabe mit Benzatropin oder Trihexyphenidyl kann die Fluspirilen-Wirkung abgeschwächt werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Phenobarbital, Carbamazepin oder Diphenylhydantoin kann der Blutspiegel von Fluspirilen gesenkt werden. Es ist nicht bekannt, ob dies zu einer bedeut-samen Abschwächung der Fluspirilenwirkung führt.
Die Gabe von Lithium kann den Fluspirilenspiegel im Blut erhöhen, die Gabe von Fluspirilen den Lithiumspiegel. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Lithium kann es vermehrt zu extrapyra-midalmotorischen Störungen, Müdigkeit, Tremor und Mundtrockenheit kommen. Die Mög-lichkeit neurotoxischer Interaktionen kann nicht ausgeschlossen werden.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Dopaminagonisten (z. B. Levodopa) kann dessen Wirkung abgeschwächt werden.
Bei kombinierter Anwendung von Antipsychotika mit anderen Dopaminantagonisten (z. B. Metoclopramid) kann es zu einer Verstärkung der extrapyramidalmotorischen Wirkungen kommen.
Wird Fluspirilen zur Behandlung bei Kokainsüchtigen angewendet, kann es zu einer Verstärkung der extrapyramidalmotorischen Wirkungen kommen.
Die gleichzeitige Behandlung mit Anthelminthika, die Piperazin enthalten, führt zu einem erhöhten Risiko extrapyramidalmotorischer Nebenwirkungen.
Bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit Adrenalin (Epinephrin) kann es zu paradoxer Hypotension und Tachykardie kommen. Die antihypotone Metaraminol-Wirkung wird abge-schwächt; auch die Phenylephrin-Wirkung wird abgeschwächt.
Die periphere Vasokonstriktion hoher Dopamindosen kann durch Fluspirilen reduziert werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Fluspirilen mit Arzneimitteln, die eine anticholinerge Wirkung besitzen (z. B. Atropin), kann diese Wirkung verstärkt werden. Dies kann sich in Sehstörungen, Erhöhung des Augeninnendrucks, Mundtrockenheit, Tachykardie, Obstipation, Miktionsstörungen, Salivationsstörungen, Sprechblockade, Gedächtnisstörungen oder ver-mindertem Schwitzen äußern.
Unter der Therapie mit Fluspirilen ist die Wirkung von Disulfiram bei gleichzeitigem Alkoholgenuss abgeschwächt.
Die Kombination mit Substanzen, die die Krampfschwelle des Gehirns herabsetzen, sollte vermieden werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Pentetrazol kann es zur Auslösung zerebraler Anfälle kommen.
Wegen der durch Fluspirilen hervorgerufenen Prolaktinerhöhung kann die Reaktion auf die Anwendung von Gonadorelin abgeschwächt werden.
Schwangerschaft
Für IMAP 2 mg/ml liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tier-experimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Da die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft nicht belegt ist, sollte IMAP 2 mg/ml nur nach strenger Indikationsstellung und nach sehr sorgfältiger Abwägung des therapeutischen Nutzens für die Mutter gegen die möglichen Risiken für das Kind verordnet werden.
Um reversible Nebenwirkungen (extrapyramidale Störungen, cholestatischer Ikterus, Entzugs-erscheinungen, leichte Fehlhaltungen der Extremitäten) bei Neugeborenen zu vermeiden, wird empfohlen, Antipsychotika in den letzten Schwangerschaftswochen nach Möglichkeit niedrig zu dosieren.
Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsycho-tika (einschließlich Fluspirilen) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können. Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsauf-nahme. Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden.
Unter der Behandlung mit Fluspirilen kann das Ergebnis eines Schwangerschaftstests verfälscht sein (falsch positives Ergebnis).
Stillzeit
Antipsychotika passieren die Plazentaschranke und gehen in die Muttermilch über. Während einer Behandlung mit IMAP 2 mg/ml darf nicht gestillt werden.
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Daher sollte das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahr-volle Tätigkeit - zumindest während der ersten Phase der Behandlung - ganz unterbleiben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.
Nachstehend findet sich eine Auflistung der in klinischen Studien und nach Markteinführung berichteten Nebenwirkungen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Das Auftreten von Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Fluspirilen hängt neben der individuellen Disposition des Patienten vor allem von der Dosierung ab. Als Antipsychotikum der ersten Generation stehen extrapyramidale Symptome und andere zentralnervöse Begleit-erscheinungen im Vordergrund.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Nicht bekannt: Leukopenie
Störungen des Blutbildes (Thrombopenie, Eosinophilie, Panzytopenie, Agranulozytose)
Störungen des lymphatischen Systems
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Hypersensibilität
Endokrine Erkrankungen
Sehr selten: Hyperprolaktinämie
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Nicht bekannt: Glukosestoffwechselstörung
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Depression Insomnie Schlafstörung
Selten: depressive Verstimmung Lethargie
delirante Symptome Ruhelosigkeit
Sehr selten: psychotische Prozesse reaktiviert
psychotische Prozesse verschlechtert
Nicht bekannt: Angst
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Hypokinesie extrapyramidale Störungen Akathisie
Parkinson-Syndrom Tremor
Somnolenz Dyskinesie Schwindel Sedierung
psychomotorische Hyperaktivität
Frühdyskinesie (krampfhaftes Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Schiefhals, Versteifungen der Rückenmuskulatur) Dystonie
Bradykinesie
Sehr selten: Malignes Neuroleptisches Syndrom (Fieber über 40°C, vegetative Entgleisung mit Herzjagen und Bluthochdruck, Bewusstseinstrübung bis zum Koma) Tardive Dyskinesie
Nicht bekannt: Benommenheit
Regulationsstörung der Körpertemperatur Erregung
Kopfschmerzen EEG-Veränderungen
zerebrale Krampfanfälle
vegetativ autonome Symptome (wie verschwommenes Sehen, Akkommo-dationsstörungen, Gefühl der verstopften Nase, Erhöhung des Augeninnen-drucks, Miktionsstörungen, Diarrhö, Appetitverlust)
Akinesie Hypersalivation Dysarthrie
Augenerkrankungen
Selten: Korneaeinlagerungen Pigmenteinlagerungen Linseneinlagerungen
Sehr selten: Sehstörungen Nicht bekannt: okulogyre Krisen
Augenrollen
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Nicht bekannt: Vertigo
Gefäßerkrankungen
Gelegentlich: Hypotension und reflektorische Beschleunigung der Herzfrequenz
Nicht bekannt: Fälle von Thromboembolien (einschließlich Fällen von Lungenembolie und Fällen von tiefer Venenthrombose)
Herzerkrankungen
Gelegentlich: EKG-Veränderungen (Störungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Nausea
Sehr selten: paralytischer Ileus
Nicht bekannt: Erbrechen
Verstopfung trockener Mund
vermehrter Speichelfluss
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: passagere Erhöhung der Leberenzymaktivitäten Abflussstörungen der Galle
Gelbsucht
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Hautausschlag
Sehr selten: Angiödem allergische Dermatitis Erythem
Nicht bekannt: Urtikaria
Hyperhidrose
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: muskuloskelettale Steifheit
Nicht bekannt: Muskelrigidität
Muskelspasmus
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Sehr selten: Galaktorrhö Gynäkomastie Menstruationsstörung
Nicht bekannt: sexuelle Dysfunktion
Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
Nicht bekannt: Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen (siehe Abschnitt 4.6)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Müdigkeit
Reaktion an der Injektionsstelle
Nicht bekannt: subkutane Knoten an der Injektionsstelle
vermehrtes Schwitzen am Tag der Injektion Speichelbildung am Tag der Injektion Müdigkeit am Tag der Injektion Gangstörung
Untersuchungen:
Gelegentlich: erhöhtes Körpergewicht
Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen durch Benzylalkohol auftreten. Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Symptome bei Intoxikationen:
Eine Überdosierung kann sich in der Verstärkung der erwünschten oder unerwünschten pharmakologischen Wirkungen (Benommenheit, Sedierung, Störung der Temperatur- und Kreislaufregulation mit Tachykardie, Hypotension, extrapyramidale Symptome (siehe Ab-schnitte 4.4 und 4.8), anticholinerge Effekte, Krampfanfälle oder respiratorische Komplika-tionen) äußern.
Bei klinischen Hinweisen auf eine akute Überdosierung sollte die Möglichkeit einer Intoxikation mit mehreren Arzneimitteln in Betracht gezogen werden.
Maßnahmen bei Intoxikationen:
Die Atemwege sind freizumachen und freizuhalten, eine ausreichende Oxygenierung und Beatmung ist sicherzustellen. Die vitalen Funktionen sollten sofort überwacht werden, inklusive kontinuierlicher EKG-Ableitung, um mögliche Arrhythmien feststellen zu können. Ventrikuläre Tachyarrhythmien müssen mit Antiarrhythmika behandelt werden.
Es gibt kein spezifisches Antidot für Fluspirilen. Aus diesem Grund sollten geeignete symp-tomatische Maßnahmen durchgeführt werden. Hypotension und Herz-Kreislauf-Versagen sollten mit geeigneten Maßnahmen, wie intravenöser Flüssigkeitsgabe und/oder Sympathomi-metika, behandelt werden. Es sollten keine adrenalinartig wirkende sondern noradrenalinartig wirkende Mittel verwendet werden. Betaagonisten sollten vermieden werden, weil sie die Vasodilatation erhöhen. Im Falle schwerer extrapyramidaler Symptome sollte ein Anticholiner-gikum verabreicht werden. Die sorgfältige Überwachung des Patienten sollte bis zur voll-ständigen Wiederherstellung weitergeführt werden. Die lange Wirkdauer von Fluspirilen ist zu beachten.
Pharmakologische Eigenschaften - IMAP 2 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diphenylbutylpiperidin-Derivate ATC-Code: N05AG01
Fluspirilen ist eine psychotrope Substanz aus der Reihe der Diphenylbutylpiperidine. Fluspirilen ist, wie in Tierversuchen gezeigt wurde, ein Dopaminantagonist (D2/D3-Rezeptoren). Hierdurch werden bei Versuchstieren Apomorphin-induzierte Stereotypien gehemmt. Apomorphin-induziertes Erbrechen wird unterdrückt, Katalepsie ausgelöst und der bedingte Fluchtreflex unterdrückt; außerdem kommt es zu einer Prolaktinerhöhung. Bei chronischer Gabe kann es zu einer Überempfindlichkeit von Dopaminrezeptoren in bestimmten Hirnregionen kommen. Für verschiedene Teilwirkungen kann Toleranz entwickelt werden. Die Wirkung auf die Sero-toninrezeptoren (antagonistisch auf 5-HT2-Rezeptoren) ist weniger ausgeprägt als die dopamin-antagonistische Wirkung, aber im Vergleich zu anderen Antipsychotika recht stark. Nur in hohen Dosen kann Fluspirilen auch auf die Histaminrezeptoren wirken. Die Wirkung auf Alpha-Adrenorezeptoren und cholinerge Rezeptoren ist äußerst gering.
Das klinische Wirkprofil ist charakterisiert durch antipsychotische Wirkungen (Reduktion von Wahn, Halluzinationen, Ich-Störungen sowie Denkstörungen, Dämpfung psychomotorischer und katatoner Erregung, affektiver Gespanntheit sowie manischer Verstimmung und Antriebs-steigerung). Außerdem wirkt Fluspirilen schwach sedierend.
Die Pharmakokinetik von Fluspirilen wurde nur begrenzt untersucht. Resorption
Fluspirilen wird intramuskulär langsam und gleichmäßig resorbiert.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Fluspirilen beträgt ca. 97%.
Metabolisierung
Fluspirilen wird über Konjugation und N-Dealkylation verstoffwechselt. Bei der extensiven Metabolisierung von Fluspirilen (Hauptmechanismus oxidative N-Dealkylierung) werden aktive wie inaktive Metaboliten gebildet.
Elimination
Die Elimination von Fluspirilen aus dem Plasma verläuft nach einer Einzelgabe von 1,5 mg mit einer Halbwertszeit von ungefähr 2 bis 3 Tagen und nach einer wöchentlichen Injektion einer 1,5 mg Dosis über 6 Wochen mit einer Halbwertszeit von 5 Wochen sowohl renal als auch fäkal. Nur ein geringer Anteil (ca. 5%) wird als unveränderte Substanz fäkal ausgeschieden. Weniger als 3% wird unverändert im Urin gefunden. Weniger als 50% wird in 7 Tagen ausgeschieden und ungefähr 70% des Wirkstoffs und der Metaboliten werden nach einer einzelnen intramuskulär verabreichten Dosis innerhalb von 27 Tagen ausgeschieden.
Linearität
Spitzenplasmaspiegel werden innerhalb von 24 Stunden nach der Injektion erreicht. Steady-state-Plasmakonzentrationen werden ab der zweiten Injektion erreicht. Die Pharmakokinetik von IMAP 2 mg/ml war nach einer wöchentlichen Verabreichung über 6 Wochen linear.
Fluspirilen ist plazentagängig, weitere Daten liegen nicht vor.
Angaben zum Übergang in die Muttermilch speziell für Fluspirilen liegen nicht vor. Generell gehen Antipsychotika jedoch in die Muttermilch über.
Pharmazeutische Angaben - IMAP 2 mg/ml
Povidon (K17) Benzylalkohol Polysorbat 80
Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O Dinatriumhydrogenphosphat Wasser für Injektionszwecke.
Aufgrund der galenischen Zusammensetzung darf IMAP 2 mg/ml nicht mit anderen Substanzen gemischt werden.
2 Jahre.
Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden. Nach Anbruch ist die Injektionssuspension noch 2 Wochen haltbar.
Aufrecht stehend aufbewahren. Nicht über 25°C lagern.
Nicht einfrieren.
Packung mit 1 Durchstechflasche zu 6 ml Injektionssuspension Packung mit 5 (5 x 1) Durchstechflaschen zu 6 ml Injektionssuspension
Großpackung mit 15 (5 x 3 x 1) Durchstechflaschen zu 6 ml Injektionssuspension
Klinikpackung mit 5 (5 x 1) Durchstechflaschen zu 6 ml Injektionssuspension Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.