Pravastatin axunio 40 mg Filmtabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
a) ausgenommen bei bestehender vaskulärer Erkrankung (KHK, cerebrovaskuläre Manifestation, pAVK);
b) ausgenommen bei hohem kardiovaskulärem Risiko, aa) bei über 10% Ereignisrate/10 Jahre auf der Basis der zur Verfügung stehenden Risikokalkulatoren, bb) aufgrund von Diabetes mellitus Typ 1 mit Mikroalbuminurie, cc) aufgrund von familiärer Hypercholesterinämie, dd) bei unter 10% Ereignisrate/10 Jahre bei Vorliegen folgender risikoverstärkender Erkrankungen - Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes oder systemische Entzündungserkrankungen mit vergleichbarem kardiovasklärem Risiko, - HIV-Infektion oder - Schizophrenie, bipolare Störungen und Psychosen mit …
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Pravastatin 40 mg
Hypercholesterinämie
Behandlung von primärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie, zusätzlich zu einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht-pharmakologische Maßnahmen (z. B. körperliche Betätigung, Gewichtsabnahme) nicht ausreichend ist.
Primäre Prävention
Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität zusätzlich zu einer Diät bei
Patienten mit mittlerer oder schwerer Hypercholesterinämie und mit einem hohen Risiko eines ersten kardiovaskulären Ereignisses (siehe Abschnitt 5.1).
Sekundäre Prävention
Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit einem Myokard-infarkt (MI) oder instabiler Angina pectoris in der Anamnese und entweder normalen oder er-höhten Cholesterinwerten zusätzlich zur Korrektur anderer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1).
Post-Transplantation
Verringerung einer Post-Transplantations-Hyperlipidämie bei Patienten, die nach Organtrans-plantation eine immunsuppressive Therapie erhalten (siehe Abschnitte 4.2, 4.5 und 5.1).
Vor der erstmaligen Anwendung von Pravastatin müssen sekundäre Ursachen für eine Hyper-cholesterinämie ausgeschlossen werden und die Patienten auf eine lipidsenkende Standard-Diät gesetzt werden, die während des Behandlungszeitraumes fortgesetzt werden sollte.
Pravastatin wird 1-mal täglich, vorzugsweise abends, unabhängig von den Mahlzeiten einge-nommen.
Hypercholesterinämie
Die empfohlene Dosis beträgt 10-40 mg Pravastatin-Natrium 1-mal täglich. Die therapeutische Wirkung setzt innerhalb 1 Woche ein und die volle Wirkung entfaltet sich innerhalb von 4 Wo-chen. Deshalb sollten die Lipidwerte periodisch bestimmt und die Dosierung entsprechend an-gepasst werden. Die Tageshöchstdosis beträgt 40 mg Pravastatin-Natrium.
Kardiovaskuläre Prävention
In allen präventiven Morbiditäts- und Mortalitätsstudien betrug die einzige untersuchte An-fangs- und Erhaltungsdosis 40 mg Pravastatin-Natrium pro Tag.
Dosierung nach einer Transplantation
Nach einer Organtransplantation wird für Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhal-ten, eine Anfangsdosis von 20 mg Pravastatin-Natrium täglich empfohlen (siehe Abschnitt 4.5). In Abhängigkeit vom Ansprechen der Lipid-Werte kann die Dosierung unter engmaschiger me-dizinischer Kontrolle bis auf 40 mg Pravastatin-Natrium erhöht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre) mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie:
Für Kinder (8-13 Jahre) werden 10-20 mg 1-mal täglich empfohlen, da höhere Dosierungen als 20 mg bei diesen nicht untersucht wurden. Für Jugendliche (14-18 Jahre) beträgt die empfoh-lene Dosierung 10-40 mg pro Tag (für die Anwendung bei Mädchen im gebärfähigen Alter siehe Abschnitt 4.6, für Ergebnisse der Studie siehe Abschnitt 5.1). Es liegen keine klinischen Daten für Kinder unter 8 Jahren vor.
Ältere Patienten
Bei dieser Patientengruppe ist keine Dosisanpassung notwendig, es sei denn, es liegen prädispo-nierende Risikofaktoren vor (siehe Abschnitt 4.4).
Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
Eine Anfangsdosis von 10 mg Pravastatin-Natrium pro Tag wird für Patienten mit einer mäßi-gen oder schweren Einschränkung der Nierenfunktion oder einer signifikanten Einschränkung der Leberfunktion empfohlen. Die Dosierung sollte entsprechend dem Ansprechen der Lipidpa-rameter und unter medizinischer Kontrolle angepasst werden.
Begleitmedikation
Die lipidsenkende Wirkung von Pravastatin-Natrium auf das Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin (LDL-C) wird verstärkt durch Kombination mit Gallensäure-bindenden Harzen (z.
B. Colestyramin, Colestipol). Pravastatin sollte entweder 1 Stunde vor oder mindestens 4 Stun-den nach dem Harz angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).
Patienten, die Ciclosporin allein oder in Kombination mit weiteren immunsuppressiven Arznei-mitteln einnehmen, sollten die Behandlung mit 1-mal täglich 20 mg Pravastatin-Natrium begin-nen und eine Dosissteigerung bis auf 40 mg Pravastatin-Natrium sollte unter Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonsti-gen Bestandteile
-
akute Lebererkrankung einschließlich nicht abgeklärter, persistierender Erhöhungen der Transaminasespiegel über das 3-fache des oberen Normwertes (siehe Abschnitt 4.4)
-
Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
Pravastatin wurde bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie nicht unter-sucht. Eine Therapie ist nicht indiziert, wenn die Hypercholesterinämie aufgrund erhöhter HDL-Cholesterinwerte besteht.
Die Kombination von Pravastatin mit Fibraten wird, wie auch bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, nicht empfohlen.
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern vor Beginn der Pubertät sollten Nutzen und Risiko der Behandlung sorgfältig von Ärzten vor Aufnahme der Behandlung abgewogen werden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Wie bei anderen lipidsenkenden Stoffen wurde ein moderater Anstieg der Lebertransaminase-spiegel beobachtet. In den meisten Fällen gingen die Transaminase-Werte wieder auf ihren Aus-gangswert zurück, ohne dass die Behandlung unterbrochen werden musste.
Patienten, die erhöhte Transaminasespiegel entwickeln, sollten besonders beobachtet werden. Die Therapie sollte unterbrochen werden, wenn die Alaninaminotransferase (ALT)- und Aspar-tataminotransferase (AST)-Werte dauerhaft das 3-fache des oberen Normwertes übersteigen.
Bei der Anwendung von Statinen, darunter Pravastatin, wurde seit Markteinführung über seltene Fälle von Leberversagen mit tödlichem oder nicht-tödlichem Ausgang berichtet. Beim Aufteten klinischer Symptome von Leberschädigungen und/oder Hyperbilirubinämie oder Ikterus wäh-rend der Therapie mit Pravastatin ist diese daher sofort zu unterbrechen. Falls keine alternative Ätiologie bestätigt werden kann, sollte die Therapie mit Pravastatin nicht fortgesetzt werden.
Vorsicht bei der Anwendung von Pravastatin ist geboten bei Patienten mit anamnestisch be-kannter Lebererkrankung oder hohem Alkoholkonsum.
Störungen der Muskulatur
Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine) wurde die Anwendung von Pra-vastatin mit dem Auftreten von Myalgie, Myopathie und sehr selten Rhabdomyolyse in Verbin-dung gebracht. Eine Myopathie muss bei jedem mit Statinen behandelten Patienten mit unge-klärten muskulären Symptomen, wie Schmerzen oder Empfindlichkeit, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfen, in Erwägung gezogen werden. In diesen Fällen sollten die Creatinkinase (CK)-Spiegel gemessen werden (siehe unten).
Die Statin-Therapie sollte zeitweilig unterbrochen werden, wenn die CK-Spiegel über dem 5-fachen des oberen Normwertes liegen oder wenn ernste klinische Symptome auftreten. Sehr sel-ten (in etwa einem Fall pro 100 000 Patientenjahren) tritt eine Rhabdomyolyse - mit oder ohne sekundärer Niereninsuffizienz - auf. Rhabdomyolyse ist eine akute, potenziell tödliche
Skelettmuskelschädigung, die zu jeder Zeit während der Behandlung auftreten kann, durch mas-sive Muskelzerstörung in Verbindung mit einem deutlichen Anstieg des CK-Spiegels (meist über dem 30- oder 40-fachen des oberen Normwertes) charakterisiert ist und zu einer Myoglob-inurie führt.
Das Risiko für das Auftreten einer Myopathie unter Statinen scheint von der Exposition abhän-gig zu sein. Es kann daher zwischen den verschiedenen Arzneimitteln (aufgrund von Unter-schieden in Lipophilie und den pharmakokinetischen Eigenschaften) variieren, einschließlich ihrer Dosierung und ihres Potenzials für Arzneimittelwechselwirkungen. Obwohl es für die Ver-schreibung eines Statins keine muskuläre Kontraindikation gibt, können bestimmte prädisponie-rende Faktoren, einschließlich fortgeschrittenes Alter (> 65), unkontrollierte Hypothyreose und Niereninsuffizienz, das Risiko muskulärer Toxizität erhöhen und rechtfertigen deshalb eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung und besondere klinische Überwachung. Bei diesen Patien-ten ist die Messung der CK-Werte vor dem Therapiebeginn mit Statinen angezeigt (siehe un-ten).
In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy; IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika einer IMNM sind persistierende proximale Muskelschwäche und erhöhte Serum-Creatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen fortbestehen.
Das Risiko und der Schweregrad muskulärer Störungen unter Statin-Therapie steigen bei ge-meinsamer Gabe mit wechselwirkenden Arzneimitteln wie Ciclosporin, Clarithromycin und an-deren Makroliden oder Niacin. Die Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer Myopathie verbunden. Die gleichzeitige Anwendung eines Statins mit Fibraten sollte im Allgemeinen vermieden werden. Verstärktes Auftreten von Myopathien wurde auch bei Patienten beschrieben, die andere Statine in Kombination mit Inhibitoren des Cytochrom P450-Stoffwechsels einnahmen. Dies kann aus pharmakokinetischen Wechselwirkungen resul-tieren, die für Pravastatin nicht dokumentiert sind (siehe Abschnitt 4.5). Muskuläre Symptome im Zusammenhang mit einer Statin-Therapie gehen normalerweise zurück, wenn die Statin-Therapie unterbrochen wird.
Statine, einschließlich Pravastatin, dürfen nicht gleichzeitig mit einer systemischen Anwendung von Fusidinsäure oder innerhalb von 7 Tagen nach Beendigung einer Fusidinsäure-Behandlung angewandt werden. Bei Patienten, bei denen systemische Anwendung von Fusidinsäure als not-wendig erachtet wird, sollte die Statin-Therapie während der Dauer der Fusidinsäure-Behand-lung unterbrochen werden.
Es gibt Berichte über Rhabdomyolysen (einschließlich einiger Todesfälle) bei Patienten, die Fusidinsäure und Statine gleichzeitig erhalten haben (siehe Abschnitt 4.5). Patienten sollten an-gewiesen werden, bei jeglichen Anzeichen von Muskelschwäche, -schmerzen oder -empfind-lichkeit sofort ärztlichen Rat einzuholen.
Die Statin-Therapie kann 7 Tage nach Gabe der letzten Dosis Fusidinsäure wieder begonnen werden.
In Ausnahmefällen, wenn eine länger dauernde systemische Behandlung mit Fusidinsäure erfor-derlich ist, z. B. für die Behandlung von schweren Infektionen, sollte die Notwendigkeit für eine gleichzeitige Gabe von Pravastatin und Fusidinsäure nur nach Einzelfallabwägung und unter strenger, medizinischer Überwachung in Betracht gezogen werden.
Bei gleichzeitiger Gabe von Pravastatin und Colchicin wurde über Fälle von Myopathie, darun-ter Rhabdomyolyse, berichtet. Die gemeinsame Verschreibung von Pravastatin und Colchicin sollte daher mit der gebotenen Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).
In wenigen Fällen wurde berichtet, dass Statine eine Myasthenia gravis oder eine Verschlechte-rung einer bereits bestehenden Myasthenia gravis oder okulärer Myasthenie auslösen (siehe Ab-schnitt 4.8). Pravastatin axunio sollte bei einer Verschlimmerung der Symptome abgesetzt
werden. Es wurde über Rezidive berichtet, wenn dasselbe oder ein anderes Statin (erneut) gege-ben wurde.
Messung und Interpretation der Creatinkinase-Werte (CK)
Eine routinemäßige Überwachung der CK oder anderer Muskelenzymspiegel wird bei asympto-matischen Patienten unter Statin-Therapie nicht empfohlen. Die Messung des CK-Spiegels wird jedoch bei Patienten mit besonderen prädisponierenden Faktoren vor Beginn einer Statin-Thera-pie und bei Patienten, die muskuläre Symptome unter Statin-Therapie entwickeln, wie unten be-schrieben, empfohlen. Wenn die CK-Ausgangswerte signifikant erhöht sind (mehr als das 5-fa-che des oberen Normwertes [= upper limit of normal = ULN]), sollten die CK-Werte ungefähr 5-7 Tage später noch einmal gemessen werden, um die Ergebnisse zu bestätigen. Die Interpreta-tion der gemessenen CK-Spiegel sollte im Kontext anderer potenzieller Faktoren, die vorüber-gehende Muskelschädigungen verursachen können, wie anstrengende körperliche Betätigung oder Muskeltrauma, erfolgen.
Vor Behandlungsbeginn
Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren, wie Niereninsuffizienz, Schilddrüsenunterfunk-tion, anamnestisch bekannter muskulärer Toxizität eines Statins oder Fibrats, erblicher Mus-kelerkrankung (beim Patienten oder in der Familienanamnese) oder Alkoholmissbrauch, ist Vorsicht geboten. In diesen Fällen sollten die CK-Spiegel vor Therapiebeginn gemessen wer-den. Eine Messung der CK-Spiegel vor Therapiebeginn sollte auch bei Personen über 70 Jahren, besonders in Gegenwart anderer prädisponierender Faktoren in dieser Patientengruppe, in Be-tracht gezogen werden. Wenn die CK-Spiegel signifikant erhöht sind (> 5-mal ULN), sollte die Behandlung nicht begonnen werden und die Ergebnisse sollten nach 5-7 Tagen erneut überprüft werden. Die Ausgangswerte der CK-Spiegel können auch im Fall eines späteren Anstiegs wäh-rend der Statin-Therapie als Referenzwerte nützlich sein.
Während der Behandlung
Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend alle ungeklärten Muskelschmerzen, -emp-findlichkeiten, -schwächen oder -krämpfe zu berichten. In diesen Fällen sollten die CK-Spiegel gemessen werden. Wenn ein signifikant erhöhter (> 5-mal ULN) CK-Spiegel festgestellt wird, muss die Statin-Therapie unterbrochen werden. Eine Therapieunterbrechung sollte auch in Be-tracht gezogen werden, wenn die muskulären Symptome schwerwiegend sind und tägliches Un-behagen verursachen, selbst wenn der Anstieg des CK-Wertes ≤ 5-mal ULN bleibt. Wenn die Symptome nachlassen und die CK-Spiegel zum Normalwert zurückkehren, kann die Wiederauf-nahme der Statin-Therapie mit der niedrigsten Dosierung und unter engmaschiger Überwachung in Betracht gezogen werden. Wenn bei einem solchen Patienten eine erbliche Muskelkrankheit vermutet wird, wird die Wiederaufnahme der Statin-Therapie nicht empfohlen.
Interstitielle Lungenkrankheit
Einzelfälle einer interstitiellen Lungenerkrankung sind mit einigen Statinen berichtet worden, insbesondere bei Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.8). Diesbezügliche Symptome können Dyspnoe, nicht-produktiven Husten und Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszu-stands (Müdigkeit, Gewichtsverlust und Fieber) beinhalten. Wenn bei einem Patienten der Ver-dacht auf eine interstitielle Lungenerkrankung besteht, sollte die Statintherapie abgesetzt wer-den.
Diabetes mellitus
Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den Blutzuckerspiegel erhöhen und bei manchen Patienten, die ein hohes Risiko für die Entwicklung eines zukünftigen Diabetes melli-tus haben, eine Hyperglykämie hervorrufen können, die eine adäquate Diabetesbehandlung er-fordert. Dieses Risiko wird jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine auf-gewogen und sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung führen. In Übereinstim-mung mit nationalen Richtlinien sollten Risikopatienten (Nüchternblutzucker von 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI > 30 kg/m2, erhöhte Triglyceridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Be-zug auf die relevanten Laborwerte überwacht werden.
Patienten mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-
Galaktose-Malabsorption dürfen Pravastatin axunio nicht einnehmen.
Fibrate
Die Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer Myopathie verbun-den. Ein erhöhtes Risiko für muskelbezogene unerwünschte Ereignisse einschließlich einer Rhabdomyolyse wurde berichtet, wenn Fibrate zusammen mit anderen Statinen verabreicht wurden. Da solche unerwünschten Ereignisse mit Pravastatin nicht ausgeschlossen werden kön-nen, sollte die kombinierte Anwendung von Pravastatin und Fibraten (z. B. Gemfibrozil, Feno-fibrat) im Allgemeinen vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4). Wenn diese Kombination als notwendig erachtet wird, muss bei Patienten mit diesem Therapieregime eine sorgfältige klini-sche Überwachung und Kontrolle der CK-Spiegel erfolgen.
Colestyramin/Colestipol
Bei gleichzeitiger Gabe war die Bioverfügbarkeit von Pravastatin um ungefähr 40-50 % verrin-gert. Es gab keine klinisch signifikante Verringerung der Bioverfügbarkeit oder der therapeuti-schen Wirksamkeit, wenn Pravastatin 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach Colestyramin oder 1 Stunde vor Colestipol verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.2).
Fusidinsäure
Das Risiko einer Myopathie einschließlich Rhabdomyolyse kann bei gleichzeitiger Anwendung von systemischer Fusidinsäure und Statinen erhöht sein. Der Mechanismus dieser Wechselwir-kung (pharmakodynamisch oder pharmakokinetisch oder beides) ist noch unbekannt. Es wurde über Fälle von Rhabdomyolyse (einschließlich Todesfälle) bei Patienten, die diese Kombination erhielten, berichtet.
Wenn eine systemische Therapie mit Fusidinsäure erforderlich ist, sollte während dieser Dauer die Pravastatinbehandlung unterbrochen werden. Siehe auch Abschnitt 4.4.
Ciclosporin
Die gleichzeitige Gabe von Pravastatin und Ciclosporin führt zu einem ungefähr 4-fachen An-stieg der systemischen Verfügbarkeit von Pravastatin. Bei einigen Patienten kann der Anstieg der Verfügbarkeit von Pravastatin jedoch höher sein. Die klinische und biochemische Überwa-chung von Patienten, die diese Kombination erhalten, wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Vitamin-K-Antagonisten
Wie mit anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren kann der Beginn der Pravastatinbehandlung oder die Erhöhung der Pravastatindosis bei Patienten, die gleichzeitig mit Vitamin-K-Antago-nisten (z. B. Warfarin oder andere Antikoagulantien vom Cumarin-Typ) behandelt werden, zu einer Erhöhung der INR-Werte (International Normalised Ratio) führen. Eine Beendigung der Therapie mit Pravastatin oder eine Dosisverringerung können zu einer Senkung der INR-Werte führen. In solchen Fällen ist eine ausreichende Überwachung der INR-Werte erforderlich.
Durch Cytochrom P450 verstoffwechselte Produkte
Pravastatin wird nicht in klinisch signifikantem Ausmaß durch das Cytochrom P450 System verstoffwechselt. Daher können Arzneistoffe, die durch das Cytochrom P450 System verstoff-wechselt werden oder die Inhibitoren von Cytochrom P450 sind, im Gegensatz zu anderen Stati-nen zu einer Pravastatin-Therapie angewendet werden, ohne signifikante Veränderungen der Plasmaspiegel von Pravastatin zu verursachen. Das Fehlen einer signifikanten pharmakokineti-schen Wechselwirkung mit Pravastatin wurde speziell für einige Arzneimittel nachgewiesen, besonders für Substrate/Hemmer von CYP3A4, z. B. Diltiazem, Verapamil, Itraconazol, Ke-toconazol, Proteaseinhibitoren, Grapefruitsaft und CYP2C9-Hemmer (z. B. Fluconazol).
Makrolide
Bei gleichzeitiger Anwendung von Makroliden und Statinen haben Makrolide das Potenzial, die Statin-Exposition zu erhöhen. Pravastatin sollte mit Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin, Clarithromycin, Roxithromycin) vorsichtig angewendet werden aufgrund eines potenziell
erhöhten Risikos für Myopathien.
In einer von zwei Interaktionsstudien mit Pravastatin und Erythromycin wurde ein statistisch signifikanter Anstieg der AUC (70 %) und der Cmax (121 %) von Pravastatin beobachtet. In einer ähnlichen Studie mit Clarithromycin wurde ein statistisch signifikanter Anstieg der AUC (110
%) und der Cmax (127 %) beobachtet. Obwohl diese Veränderungen geringfügig waren, ist bei der Kombination von Pravastatin mit Erythromycin oder Clarithromycin Vorsicht geboten.
Warfarin und andere orale Antikoagulantien
Die Parameter der Bioverfügbarkeit von Pravastatin im Steady-State waren nach der gemeinsa-men Anwendung mit Warfarin nicht verändert. Die Langzeitanwendung beider Arzneimittel er-zeugte keine Veränderung in der antikoagulierenden Wirkung von Warfarin.
Colchicin
Vorsicht bei der Anwendung: Infolge des erhöhten Risikos des Auftretens von Myopa-thien/Rhabdomyolyse wird eine klinische und biologische Überwachung, insbesondere bei der Einleitung einer gleichzeitigen Therapie von Pravastatin und Colchicin, empfohlen.
Nicotinsäure
Bei gleichzeitiger Anwendung von Statinen mit Nikotinsäure ist das Risiko des Auftretens von Muskeltoxizitäten erhöht. In einer klinischen Studie zeigten chinesische Patienten nach gleich-zeitiger Einnahme von Nikotinsäure und Laropiprant mit Simvastatin im Vergleich zu Kaukasi-ern eine höhere Inzidenz an Myopathie und Rhabdomyolyse.
Rifampicin
Bei einer Interaktionsstudie von Pravastatin mit Rifampicin wurde eine fast dreifache Zunahme der Pravastatin-AUC und der Cmax beobachtet. Daher sollte die gleichzeitige Verabreichung von Pravastatin und Rifampicin mit der gebotenen Vorsicht erfolgen. Eine Interaktion ist nicht zu erwarten, wenn die Einzelverabreichungen beider Arzneimittel um mindestens zwei Stunden zeitversetzt erfolgen.
Lenalidomid
Bei einer Kombination von Statinen mit Lenalidomid besteht ein erhöhtes Rhabdomyolose-Ri-siko. Eine verstärkte klinische und biologische Überwachung ist daher geboten, insbesondere in den ersten Behandlungswochen.
Andere Arzneimittel
In Interaktionsstudien wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Bioverfügbar-keit beobachtet, wenn Pravastatin zusammen mit Acetylsalicylsäure, Antacida (Gabe 1 Stunde vor Pravastatin), Nicotinsäure oder Probucol verabreicht wurde.
Schwangerschaft
Pravastatin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert und sollte Frauen im gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn der Eintritt einer Schwangerschaft sehr unwahrschein-lich ist, und wenn die Frauen über die möglichen Risiken für eine Schwangerschaft informiert wurden. Besondere Vorsicht ist bei Mädchen im gebärfähigen Alter erforderlich, um sicherzu-stellen, dass sie die potenziellen Gefahren verstehen, die mit einer Pravastatin-Therapie wäh-rend einer Schwangerschaft verbunden sind. Wenn eine Patientin plant, schwanger zu werden oder schwanger ist, muss umgehend der Arzt informiert werden und Pravastatin muss wegen des potenziellen Risikos für den Fötus abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).
Stillzeit
Pravastatin wird in geringer Konzentration in die Muttermilch ausgeschieden, deshalb ist Pra-vastatin während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Maschinen
Pravastatin hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Beim Fahren eines Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen sollte jedoch berücksichtigt werden, dass während der Behandlung Schwindel und Sehstörungen auftreten können.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (> 1/10)
Häufig (> 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (> 1/1 000 bis < 1/100) Selten (> 1/10 000 bis < 1/1 000) Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schwere-grad angegeben.
Klinische Studien
Pravastatin wurde in einer Dosierung von 40 mg in 7 randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien mit über 21 000 Patienten untersucht, die mit Pravastatin (N=10 764) oder Placebo (N=10 719) behandelt wurden. Dies entspricht über 47 000 Patientenjahren Expo-sition gegenüber Pravastatin. Über 19 000 Patienten wurden im Mittel 4,8-5,9 Jahre untersucht.
Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden berichtet. Keine davon trat in der Pravastatin-Gruppe um mehr als 0,3 % häufiger auf als in der Placebo-Gruppe.
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Sehstörungen (einschließlich verschwommenes Sehen und Doppeltsehen)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Dyspepsie/Sodbrennen, abdominale Schmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Verstop-fung, Durchfall, Flatulenz
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, Abnormalitäten des Haaransatzes/der Haare (ein-schließlich Alopezie)
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Miktionsstörungen (einschließlich Dysurie, Häufigkeit, Nykturie)
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Gelegentlich: sexuelle Dysfunktion
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Müdigkeit
Ereignisse von besonderem klinischen Interesse
Skelettmuskulatur
In klinischen Studien wurde über Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur berichtet, wie z. B. Schmerzen in der Skelettmuskulatur einschließlich Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfen, Myal-gie, Muskelschwäche und erhöhter CK-Spiegel. Die Häufigkeit von Muskelschmerzen (1,4 % Pravastatin vs. 1,4 % Placebo) und Muskelschwäche (0,1 % Pravastatin vs. <0,1 %Placebo) und
die Inzidenz von CK-Spiegeln > 3 x ULN und > 10 x ULN in der CARE-Studie (Cholesterol And Recurrent Events), WOSCOPS-Studie (West Of Scotland Coronary Prevention Study) und in der LIPID-Studie (Long-term Intervention with pravastatin in Ischemic Disease) waren ver-gleichbar zu Placebo (1,6 % Pravastatin vs. 1,6 % Placebo bzw. 1,0 % Pravastatin vs. 1,0 % Pla-cebo) (siehe Abschnitt 4.4).
Auswirkungen auf die Leber
Erhöhungen der Serumtransaminasespiegel wurden berichtet. In den 3 Placebo-kontrollierten klinischen Langzeit-Studien CARE, WOSCOPS und LIPID traten deutliche Abweichungen der ALT- und AST-Werte (mehr als das 3-fache des oberen Normwertes) in einer ähnlichen Häufig-keit (≤ 1,2 %) in beiden Behandlungsarmen auf.
Nach Markteinführung
Zusätzlich zu den oben genannten wurden folgende Nebenwirkungen seit der Markteinführung von Pravastatin berichtet:
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen: Anaphylaxie, Angioödem, Lupus erythematodes-ähnliches Syndrom
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr selten: periphere Polyneuropathie, insbesondere bei Einnahme über einen langen Zeitraum, Parästhesie
Nicht bekannt: Myasthenia gravis
Augenerkrankungen
Nicht bekannt: okuläre Myasthenie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr selten: Pankreatitis
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Gelbsucht, Hepatitis, fulminante Lebernekrose
Nicht bekannt: Leberversagen mit tödlichem und nicht-tödlichem Ausgang
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Selten: Lichtempfindlichkeitsreaktion
Sehr selten: Dermatomyositis
Nicht bekannt: Ausschlag einschließlich Lichenoid-Hautausschlag
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Gelegentlich: Sehnenstörungen, besonders Sehnenentzündungen, manchmal durch Ruptur kom-pliziert
Sehr selten: Rhabdomyolyse, die mit akutem Nierenversagen infolge von Myoglobinurie assozi-iert sein kann, Myopathie (siehe Abschnitt 4.4), Myositis, Polymyositis
Nicht bekannt: immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt 4.4), Muskelriss
Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen (Klasseneffekte) berichtet:
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Alpträume
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Gedächtnisverlust
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Depressionen
-
in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie einer interstitiellen Lungenkrankheit (siehe Abschnitt 4.4)
-
Diabetes mellitus: Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder dem Fehlen von Risikofaktoren (Nüchternblutzucker ≥ 5,6 mmol/l, BMI > 30 kg/m2, erhöhte Triglycerid-werte, bestehende Hypertonie).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: https://www.bfarm.de anzuzeigen.
Bislang sind die Erfahrungen mit einer Überdosierung von Pravastatin begrenzt. Es gibt keine spezifische Behandlung im Falle einer Überdosierung. Im Falle einer Überdosierung sollten die Patienten symptomatisch behandelt werden und unterstützende Maßnahmen nach Bedarf einge-leitet werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Pravastatin 40 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Lipidsenkende Mittel, HMG-CoA-Reduktasehemmer, ATC-Code: C10AA03
Wirkmechanismus
Pravastatin ist ein kompetitiver Inhibitor der 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym-A-(HMG CoA)-Reduktase, des Enzyms, das den frühen, geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Cholesterinbiosynthese katalysiert, und entfaltet seine lipidsenkende Wirkung in 2-facher Hin-sicht. Zum Einen bewirkt es aufgrund der reversiblen und spezifischen kompetitiven Hemmung der HMG-CoA-Reduktase eine mäßige Verringerung der Synthese intrazellulären Cholesterins. Daraus resultiert ein Anstieg der Zahl der LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche und ein ver-stärkter rezeptorvermittelter Abbau und eine erhöhte Clearance von zirkulierendem LDL-C. Zum Anderen hemmt Pravastatin die LDL-Bildung, indem sie die Synthese von VLDL-Cholesterin, der Vorstufe des LDL-C, in der Leber hemmt.
Sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit Hypercholesterinämie verringert Pravastatin-Natrium folgende Lipidwerte: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B, VLDL-Cholesterin und Triglyceride; während HDL-Cholesterin und Apolipoprotein A erhöht werden.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Primäre Prävention
WOSCOPS war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 6.595 männ-lichen Patienten im Alter von 45-64 Jahren mit mäßiger bis schwerer Hypercholesterinämie (LDL-C: 155-232 mg/dl [4,0-6,0 mmol/l]) und ohne anamnestisch bekanntem MI. Diese wur-den über eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 4,8 Jahren mit entweder 40 mg Pravasta-tin täglich oder Placebo zusätzlich zu einer Diät behandelt. Bei den mit Pravastatin behandelten Patienten zeigten die Ergebnisse Folgendes:
-
eine Verringerung des Risikos der koronaren Mortalität und des nicht-tödlichen Myokard-infarktes (die Relative Risiko Reduktion [RRR] betrug 31 %; p = 0,0001 mit einem absolu-ten Risiko von 7,9 % in der Placebo-Gruppe und 5,5 % bei den mit Pravastatin behandelten Patienten); der Einfluss auf diese kumulativen kardiovaskulären Ereignisraten war bereits nach 6-monatiger Behandlung offensichtlich.
-
eine Verringerung der Gesamtanzahl der Todesfälle durch kardiovaskuläre Ereignisse (RRR
32 %; p = 0,03).
-
wenn Risikofaktoren mit einbezogen wurden, wurde auch eine 24 %ige RRR der Ge-samtsterblichkeit (p = 0,039) bei den mit Pravastatin behandelten Patienten beobachtet.
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eine Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit kardialer Revaskularisierungs-maßnahmen (Koronararterien-Bypass-Operation oder koronare Angioplastie) um 37 %
(p = 0,009) und des Risikos der Notwendigkeit von koronaren Angiographien um 31 % (p = 0,007).
Der Nutzen der Behandlung bezüglich der oben aufgeführten Parameter ist bei Patienten über 65 Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die Studie eingeschlossen werden konnten.
Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie und einem Triglyceridspiegel von mehr als 6 mmol/l (5,3 g/l) nach einer 8-wöchigen Diät in dieser Studie, ist der Nutzen einer Behand-lung mit Pravastatin in dieser Patientengruppe nicht nachgewiesen.
Sekundäre Prävention
In der LIPID-Studie, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrol-lierten Studie, wurde die Wirkung von Pravastatin (40 mg 1-mal täglich) im Vergleich zu Pla-cebo bei 9 014 Patienten im Alter von 31-75 Jahren mit normalen bis erhöhten Serumcholeste-rinspiegeln (Ausgangs-Gesamtcholesterin = 155-271 mg/dl [4,0-7,0 mmol/l], mittleres Ge-samtcholesterin = 219 mg/dl [5,66 mmol/l]) und variablen Triglyceridwerten (bis zu 443 mg/dl [5,0 mmol/l]) sowie mit einem MI in der Anamnese oder einer instabilen Angina Pectoris inner-halb der vorausgegangenen 3 bis 36 Monate für eine durchschnittliche Behandlungszeit von 5,6 Jahren untersucht. Die Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant das relative Risiko für Tod durch koronare Herzkrankheit (KHK) um 24 % (p = 0,0004; das absolute Risiko war 6,4 % in der Placebo-Gruppe und 5,3 % bei mit Pravastatin behandelten Patienten), das relative Risiko für koronare Ereignisse (sowohl Tod durch KHK als auch nicht-tödlicher MI) um 24 % (p < 0,0001) und das relative Risiko für tödlichen oder nicht tödlichen MI um 29 % (p < 0,0001). Bei den mit Pravastatin behandelten Patienten zeigten die Ergebnisse Folgendes:
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Verringerung des relativen Risikos der Gesamtmortalität um 23 % (p < 0,0001) und der kar-diovaskulären Mortalität um 25 % (p < 0,0001);
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Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit von myokardialen Revaskularisie-rungsmaßnahmen (Koronararterien-Bypass oder perkutane transluminale koronare Angio-plastie) um 20 % (p < 0,0001);
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Verringerung des relativen Risikos für Schlaganfall um 19 % (p = 0,048).
Die CARE-Studie war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie, die den Einfluss von Pravastatin (einmal täglich 40 mg 1-mal täglich) auf Tod durch KHK und nicht-tödlichen Myokardinfarkt untersuchte , in einem durchschnittlichen Zeitraum von 4,9 Jahren bei 4 159 Patienten im Alter von 21-75 Jahren mit normalen Gesamtcholesterinspiegeln (mittlerer Gesamtcholesterinausgangswert < 240 mg/dl), bei denen in den vorangegangenen 3-20 Monaten ein MI aufgetreten war. Die Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant:
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die Inzidenz eines erneuten koronaren Ereignisses (sowohl Tod durch koronare Herzkrank-heit als auch nicht-tödlicher MI) um 24 % (p= 0,003; Placebo 13,3 %; Pravastatin 10,4 %);
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das relative Risiko der Notwendigkeit von Revaskularisierungsmaßnahmen (Koronararte-rien-Bypass oder perkutane transluminale koronare Angioplastie) um 27 % (p < 0,001).
Das relative Risiko von Schlaganfällen war um 32 % (p = 0,032) und das kombinierte relative Risiko von Schlaganfällen oder transitorischen ischämischen Attacken (TIA) war um 27 % ver-ringert (p = 0,02).
Der Nutzen der Behandlung in den oben genannten Parametern ist bei Patienten über 75 Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die CARE- und LIPID-Studien eingeschlossen werden konnten.
Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie, assoziiert mit einem Triglyceridspiegel von mehr als 4 mmol/l (3,5 g/l) bzw. mehr als 5 mmol/l (4,45 g/l) nach einer Diät über 4
(CARE) bzw. 8 (LIPID) Wochen, ist der Nutzen einer Behandlung mit Pravastatin in dieser Pa-tientengruppe nicht nachgewiesen.
In den beiden Studien CARE und LIPID erhielten ungefähr 80 % der Patienten Acetylsalicyl-säure (ASS) als Teil ihres Behandlungsschemas.
Herz- und Nierentransplantation
Die Wirksamkeit von Pravastatin bei Patienten, die eine immunsuppressive Behandlung:
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nach einer Herztransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven, randomisierten, kon-trollierten Studie (n=97) untersucht. Die Patienten wurden entweder mit Pravastatin (20-40 mg) oder ohne Pravastatin neben einer immunsuppressiven Standardkombination aus Ciclos-porin, Prednison und Azathioprin behandelt.
Die Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant die Häufigkeit einer Herzabstoßung mit hämodynamischer Einschränkung innerhalb eines Jahres, verbesserte die Überlebensrate nach einem Jahr (p=0,025) und senkte das Risiko koronarer Vaskulopathie im verpflanzten Organ, was durch Angiographie und Autopsie nachgewiesen wurde (p=0,049).
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nach einer Nierentransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven, nicht-kontrollierten, nicht-randomisierten Studie (n=48) von 4 Monaten Dauer untersucht. Die Patienten wurden entweder mit Pravastatin (20 mg) oder ohne Pravastatin neben einer immunsuppressiven Standardkombination aus Ciclosporin und Prednison behandelt.
Bei Patienten nach einer Nierentransplantation verringerte Pravastatin signifikant sowohl das Auftreten multipler Abstoßungsreaktionen als auch das Auftreten von durch Biopsie nachge-wiesenen akuten Abstoßungsreaktionen, und die Verwendung von Bolusinjektionen von Prednisolon und Muromonab-CD3.
Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre)
Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 214 Kindern und Jugendlichen mit hetero-zygoter familiärer Hypercholesterinämie wurde über 2 Jahre durchgeführt. Die Kinder (8-13 Jahre) erhielten randomisiert entweder Placebo (n = 63) oder 20 mg Pravastatin täglich (n = 65), die Jugendlichen (14-18 Jahre) erhielten randomisiert entweder Placebo (n = 45) oder 40 mg Pravastatin täglich (n = 41).
Einschlusskriterium für die Studie war, dass bei einem Elternteil klinisch oder molekular-biolo-gisch eine familiäre Hypercholesterinämie diagnostiziert wurde. Die mittleren LDL-C-Spiegel zu Beginn der Studie waren 239 mg/dl [(6,2 mmol/l); 151-405 mg/dl (3,9-10,5 mmol/l)] in der Pravastatin-Gruppe und 237 mg/dl [(6,1 mmol/l); 154-375 mg/dl (4,0-9,7 mmol/l)] in der Pla-cebo-Gruppe.
Gepoolte Daten für Kinder und Jugendliche zeigten eine signifikante Senkung von LDL-C um 22,9 % und von Gesamtcholesterin um 17,2 %. Dies entspricht der nachgewiesenen Wirksam-keit von 20 mg Pravastatin bei Erwachsenen.
Die Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie war in den beiden Altersgruppen vergleichbar. Die mittleren LDL-C-Spiegel am Ende der Studie waren 186 mg/dl [(4,8 mmol/l); 67-363 mg/dl (1,7-9,4 mmol/l)] in der Pravastatin-Gruppe und 236 mg/dl [(6,1 mmol/l); 105-438 mg/dl (2,7-11,3 mmol/l)] in der Placebo-Gruppe.
Es waren keine Unterschiede zwischen der Pravastatin-Gruppe und der Placebo-Gruppe bei den untersuchten endokrinen Parametern [ACTH, Cortisol, DHEAS, FSH, LH, TSH, Estradiol (Mädchen) oder Testosteron (Jungen)] feststellbar. Im Vergleich zu Placebo wurden keine Un-terschiede in der Entwicklung, keine Änderungen im Volumen der Hoden und keine Unter-schiede in den Tanner Stadien beobachtet. Die Power der Studie, Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen festzustellen, war gering.
Die Langzeit-Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie in der Kindheit auf die Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter wurde nicht nachgewiesen.
Resorption
Pravastatin wird in der aktiven Form oral gegeben. Es wird rasch resorbiert, maximale Serum-spiegel werden zwischen 1 und 1,5 Stunden nach Einnahme erreicht. Nach oraler Anwendung werden durchschnittlich 34 % resorbiert, die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 17 %.
Das Vorhandensein von Nahrung im Gastrointestinaltrakt führt zu einer Verringerung der Bioverfügbarkeit, aber die cholesterinsenkende Wirkung von Pravastatin ist unabhängig davon, ob es mit oder ohne Nahrung eingenommen wird.
Nach der Resorption werden 66 % des Pravastatins bei der ersten Passage von der Leber extra-hiert, dem primären Wirkort von Pravastatin und der primären Lokalisation der Cholesterinsyn-these und LDL-C-Clearance. In-vitro- Studien belegten, dass Pravastatin in Hepatozyten aufge-nommen wird und in wesentlich geringerem Ausmaß in andere Zellen. Angesichts dieses erheb-lichen First-pass-Effektes durch die Leber sind die Plasmaspiegel von Pravastatin nur von unter-geordneter Bedeutung für die Vorhersage der lipidsenkenden Wirkung. Die Plasmakonzentratio-nen sind proportional zu der verabreichten Dosis.
Verteilung
Ungefähr 50 % des im Kreislauf befindlichen Pravastatins sind an Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 0,5 l/kg. Beim Menschen gehen geringe Mengen von Pravastatin in die Muttermilch über.
Biotransformation
Pravastatin wird weder signifikant über Cytochrom P450 verstoffwechselt noch scheint es ein Substrat oder ein Inhibitor des P-Glycoproteins zu sein, sondern eher ein Substrat anderer Transportproteine.
Elimination
Nach oraler Gabe werden 20 % der Anfangsdosis über den Urin und 70 % über die Faeces aus-geschieden. Die Plasma-Eliminationshalbwertszeit von oral angewendetem Pravastatin beträgt 1,5 - 2 Stunden. Nach intravenöser Gabe werden 47 % der Dosis über die Nieren und 53 % über die Galle oder metabolisiert ausgeschieden. Der Hauptmetabolit von Pravastatin ist das 3-Al-pha-Hydroxyisomer. Dieser Metabolit hat 1/10-1/40 der HMG-Coenzym-A-Reduktase Hemm-wirkung des Pravastatins.
Die systemische Clearance von Pravastatin beträgt 0,81 l/h/kg und die renale Clearance 0,38 l/h/kg, was auf eine tubuläre Sekretion hindeutet.
Risikogruppen
Kinder und Jugendliche
Die mittleren Cmax- und AUC-Werte von Pravastatin bei Kindern und Jugendlichen (gemittelt über Alter und Geschlecht) waren den Werten bei Erwachsenen nach der Einnahme von 20 mg Pravastatin vergleichbar.
Leberinsuffizienz
Die systemische Exposition gegenüber Pravastatin und seiner Metaboliten ist bei Patienten mit Alkoholzirrhose um ungefähr 50 % im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion er-höht.
Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit milder Niereninsuffizienz wurden keine signifikanten Veränderungen beo-bachtet. Schwere und mäßige Niereninsuffizienz kann jedoch zu 2-fachem Anstieg der systemi-schen Exposition von Pravastatin sowie seiner Metaboliten führen.
Pharmazeutische Angaben - Pravastatin 40 mg
Tablettenkern
schweres Magnesiumcarbonat Mikrokristalline Cellulose Copovidon
Croscarmellose-Natrium Lactose-Monohydrat Macrogol 8000
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Hochdisperses Siliciumdioxid
Eisen (III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)*
* Pravastatin axunio 10 mg Filmtabletten enthalten stattdessen Eisen (III)-oxid (E 172)
Tablettenüberzug
Opadry clear YS-5-7044, bestehend aus: Hyprolose
Hypromellose Macrogol 400
Macrogol 3350
Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren.
PVC/PCTFE-Aluminium-Blisterpackungen mit 20, 50 und 100 Filmtabletten. Musterpackung mit 10 Filmtabletten.