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Sekundärprävention nach TIA: Therapie basierend auf dem ABCD2-Score

Nach einem TIA bestimmt die zugrundeliegende Ätiologie — nicht allein der ABCD2-Score — die Sekundärprävention. Der Score orientiert die Dringlichkeit, die Therapiewahl hängt von der identifizierten Ursache ab: kardioembolisch vs. arteriosklerotisch vs. unklar.

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ABCD2 Score – Schlaganfallrisiko nach TIA

ABCD2 Score – Schlaganfallrisiko nach TIA

7-Tages-Schlaganfallrisiko nach TIA (Score 0–7)

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TIA: transitorische ischämische Attacke.
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Diabetes mellitus in der Anamnese

ABCD2-Score

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Therapiestrategie nach Ätiologie

Nicht-kardioembolisches TIA (arteriosklerotisch, lakunär, unklar):

  • Duale Thrombozytenhemmung (ASS + Clopidogrel) für 21 Tage bei hohem Rezidivrisiko (ABCD2 ≥ 4), dann Monotherapie
  • Statintherapie hochintensiv (Atorvastatin 40–80 mg/Tag), unabhängig vom Ausgangslipidwert
  • Blutdrucksenkung: Ziel < 130/80 mmHg

Kardioembolisches TIA bei Vorhofflimmern:

  • Orale Antikoagulation so früh wie möglich (DOAK bevorzugt vor VKA)
  • Thrombozytenhemmung ersetzt die Antikoagulation nicht und wird nicht kombiniert gegeben (außer bei zusätzlicher Indikation)

Hochgradige ipsilaterale Karotisstenose (> 70 %):

  • Karotisendarterektomie oder Stenting innerhalb von 14 Tagen
  • Antikoagulation in Kombination mit Thrombozytenhemmung perioperativ nach lokalen Protokollen

Zeitfenster für den Therapiebeginn

Die ESO-Leitlinien empfehlen:

  • Thrombozytenhemmung: so früh wie möglich nach Hämorrhagie-Ausschluss
  • Statine: unverzüglich
  • Blutdrucksenkung: innerhalb von 24 Stunden, nach Stabilisierung
  • Antikoagulation bei Vorhofflimmern: innerhalb von 24–48 Stunden

Risikofaktorkontrolle

  • Hypertonie: Hauptrisikofaktor für TIA-Rezidiv; konsequente Behandlung reduziert das Risiko um bis zu 30 %
  • Diabetes mellitus: HbA1c-Ziel individualisiert; keine Hypoglykämien
  • Rauchen: Sofortiger Rauchstopp; Nikotinersatztherapie bei Bedarf
  • Übergewicht und Bewegungsmangel: Lebensstilanpassung als integraler Bestandteil

Grenzen der Score-basierten Therapiesteuerung

  • Der ABCD2-Score bestimmt nicht die Wahl des Antithrombotikums — das hängt von der Ätiologie ab
  • Patienten mit ABCD2 0–3 und Vorhofflimmern benötigen dennoch eine Antikoagulation
  • Das Rezidivrisiko nach TIA ist in den ersten 90 Tagen am höchsten — die Intensität der Sekundärprävention sollte in dieser Phase besonders hoch sein

Häufige Fragen

Wie lange duale Thrombozytenhemmung nach TIA? Die ESO und AHA/ASA empfehlen 21 Tage duale Thrombozytenhemmung (ASS + Clopidogrel) nach TIA mit hohem Rezidivrisiko, gefolgt von Monotherapie langfristig.

Darf nach TIA Acetylsalicylsäure mit einem DOAK kombiniert werden? Nein — bei kardioembolischem TIA aufgrund von Vorhofflimmern ist die DOAK-Monotherapie die Standardempfehlung. Eine Kombination erhöht das Blutungsrisiko ohne zusätzlichen thromboembolischen Schutz.

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Quellen

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